Bericht „Nike Running Media Event“

Nike Running Media EventLetzten Freitag und Samstag war ich zum „Nike Running Media Event“ eingeladen. Dort sammelte ich so viel Input, dass ich erst jetzt einen Bericht schreiben konnte. Auf manche Themen gehe ich nur kurz ein, da ich hierzu demnächst noch extra Beiträge schreiben werde. Zum einen, weil mir noch ein paar Infos fehlen. Zum anderen, weil es hier sonst den Rahmen sprengen würde. Hier aber nun mein Bericht.

Nike Zentrale FrankfurtGegen 10 Uhr machte ich mich auf den Weg in Richtung Commerzbank-Arena in Frankfurt, denn dort in der Nähe befindet sich die Nike Zentrale. Dort angekommen, holte ich mir am Empfang meinen Teilnehmerausweis ab und man führte mich in einen kleinen Besprechungsraum mit Getränken und Snacks. Dort bekam ich sofort einen Teil der Nike Firmenphilosophie zu spüren; man duzt sich. Das lockerte die Stimmung sofort auf und war sehr angenehm. Nach und nach trafen alle anderen ein, die eingeladen waren (ca. 20 Personen). Einige kannten sich untereinander bereits. Mein Gesicht war jedoch neu. Und so fragten sie mich auch gleich, woher ich komme. Und damit meinten sie nicht meinen Wohnort. Sie waren etwas überrascht, als ich ihnen erklärte, dass ich „lediglich“ einen Laufblog betreibe. Aber sie waren auch sehr interessiert und fanden die Idee bzw. das Konzept meiner Seite gut. Man akzeptierte mich, obwohl ich kein Redakteur eines Laufmagazins oder sonst irgendwer war. Das tat gut, denn anfangs kam ich mir nämlich doch etwas verloren bzw. fehl am Platz vor.

Laufbekleidung (Frühling / Sommer)Um 12:30 begrüßten uns dann ein paar Mitarbeiter von Nike und sie begannen mit ihrem Programm. Als Erstes wurde ein Teil der neuen Kollektion (Frühling / Sommer) der Laufbekleidung vorgestellt und welche Zielgruppe damit erreicht werden soll. Die Kollektion unterscheidet sich in „Core“ (für leistungsorientierte Läufer, leicht und sehr funktionell) und „Activity“ (für Fitness-Läufer, stylisch, mit Aufdruck). Es war interessant zu hören, was sich Nike dabei gedacht hat. Ich denke jedoch, dass es noch einen weiteren Typ Läufer gibt, zu dem ich mich zähle. Ich fühle mich nämlich irgendwo dazwischen. Neuerungen sind unter anderem eine wasserdichte Gesäßtasche an den Hosen, in der ein MP3-Player gut geschützt ist. Für den Fitness-Läufer wird es eine Lauf-Short geben, in der eine Tight eingenäht ist. Diese erinnerte ein wenig an die Hose, die Andre Agassi zu seinen wilden Jahren an hatte. Ich finde die Idee nicht schlecht. Die Hose sieht nicht so doof wie eine reine Lauf-Tight aus, dennoch scheuert man sich nicht die Innenseite der Schenkel auf. Ideal also für alle, denen kurze Laufhosen zu kurz und längere Shorts zu unkomfortabel sind. Zu den neuen Produkten bekomme ich noch eine DVD mit Bildern. Vielleicht stelle ich diese noch ein.

Präsentation LaufsockenNach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit einer Präsentation von Laufsocken Diese unterscheiden sich in „Cushion“ (gedämpft), „Stability“ (gestützt) und „Lightweight“ (<10 Gramm!). Ab Juli wird es zudem Kompressionssocken geben, wie man sie z.B. bereits von CEP kennt. Allerdings kann man die Variante von Nike nur nach Schuhgröße, nicht aber nach Wadenumfang wählen. Vielleicht will Nike erst einmal schauen, ob überhaupt der Bedarf dafür da ist. Anschließend wurde über Neuerungen im Bereich Nike+ informiert. Der Apple iTouch ist nun ebenfalls Nike+-fähig und der Sensor für den Schuh gibt es jetzt auch einzeln (ohne iPod-Empfänger) zu kaufen. Beim Nike+ SportBand wird es ebenfalls ein paar Neuerungen geben, über die ich demnächst in einem speziellen Beitrag berichten werde. Es folgte eine kurze Vorstellung der Nike Media Seite (www.nikemedia.com), die noch im Aufbau ist, aber bereits genutzt werden kann. Auf der Seite findet man aktuelle News zu Produkten und Ereignissen, sowie Infos und Bilder von den Athleten.

Leichtathletik-WM Berlin 2009 (Quelle: wikipedia.org)Nach einer weiteren kurzen Pause gab es einen kleinen Ausblick auf die kommende Leichtathletik-WM in Berlin. Dabei wurde verkündet, dass die Marathonstrecke ein Rundkurs à 10 Kilometer mitten durch Berlin sein wird. Start des Laufs wird (Stand heute) um 11 Uhr sein, da man auf den asiatischen Bereich Rücksicht nehmen wollte. Einige äußerten sich hierzu sofort kritisch, da es im August recht heiß sein kann, was natürlich für die Athleten keine angenehmen Bedingungen wären. Mal sehen, ob die etwas unglückliche Startzeit noch mal überdacht wird.
Kurz nach dem Marathon wird es einen 10km-Jedermannslauf (www.championsrun.de) geben, der auf 10.000 Teilnehmer begrenzt ist. Dabei kann man eine Runde auf der offiziellen Marathonstrecke laufen. Klingt interessant.

Irina Mikitenko & Jan FitschenEs folgte eine weitere Pause, da nun das Interview mit den Athleten mit Irina Mikitenko und Jan Fitschen auf dem Programm stand. Der Pressesprecher von Nike begrüßte die beiden Athleten und stellte ihnen ein paar Fragen. Dann durften auch wir Eingeladenen unsere Fragen an die beiden Läufer richten. Beide waren sehr unkompliziert und kamen sympathisch rüber. Toll fand ich übrigens auch, dass sie mir ein Brennr.de-Shirt signiert haben. Zu den von mir gestellten Fragen und Antworten werde ich einen eigenen kleinen Beitrag schreiben.

Men vs. WomenNun erfolgte eine kurze Vorstellung der neuen Nike+ Kampagne „Men vs. Women“. Hintergrund ist, dass die Männer auf Nike+ insgesamt mehr Kilometer als die Frauen gelaufen sind, aber nur, weil sie in der Mehrzahl sind. Pro Kopf laufen die Frauen mehr Kilometer. Daher diese Challenge, die im März starten wird. Hierzu wird es auch neue TV-Spots geben, u.a. mit einem berühmten Hollywood-Paar. Wer das wohl ist.. 😉 Am Ende der Challenge soll der Gewinner angeblich etwas bekommen. Ich denke mal, es wird ein Shirt sein.

Tyler ChristopherAnschließend erfolgte die Materialausgabe für den späteren gemeinsamen Lauf. Diese bestand aus Laufsocken, Laufhose, Funktionsunterhemd, Laufshirt, Laufjacke, Laufhandschuhen und Stirnband, sowie einem iPod inklusive Nike+ Sportkit. Wir zogen uns in der nebenan liegenden Tennishalle um gingen zur Schuhausgabe. Dort bekamen wir einen Free-Schuh und einen normalen Laufschuh. Ich wählte den Nike Free 5.0 und den LunarTrainer. In kompletter Montur ging es zurück zum Veranstaltungsraum, wo das Interview mit Tyler Christopher stattfand. Auch dieser war locker drauf und absolvierte anschließend mit uns ein WarmUp-Programm in einem naheliegenden großen Raum. Die Übungen waren zum Teil recht anspruchsvoll und ich hätte nicht gedacht, dass ein Sprinter so beweglich ist. Danach wurden wir mit Autos an den Main in Frankfurt City gefahren, wo wir in zwei Gruppen (Nord und Süd) gute 4 Kilometer gelaufen sind. Anschließend ging es zurück zum Duschn und daraufhin zum Einchecken ins Hotel. Der Tag klang mit einem schönen gemeinsamen Abendessen (mit vielen interessanten Gesprächen) im Restaurant aus.

Prof. Dr. BrüggemannAm nächsten Morgen ging es mit den Autos los zur Deutschen Sporthochschule in Köln. Dort wartete Prof. Dr. Brüggemann (Leiter des Instituts für Biomechanik) auf uns. Er hielt einen sehr interessanten Vortrag zum Thema „Nike Free“. Er hat die Entwicklung des Nike Free mit seinen Studien zum Thema Barfußlaufen und ausgiebigen Tests an der DSHS Köln maßgeblich vorangetrieben und konnte daher aus dem Nähkästchen plaudern. Seiner Meinung nach müssen Muskeln gefordert werden, sonst verkümmern sie. Und dies sei bei den Füßen der Fall, wenn man dauerhaft konventionelle Laufschuhe trägt. Dadurch benötigt der Fuß mehr Stütze und neigt zur Pronation. Nike Free Schuhe ermöglichen eine fast natürliche Abrollbewegung der Zehen, wodurch vor allem der Muskel „M. Flexor hallucis“ gefordert und trainiert wird. Dadurch wird der Fuß stabiler und eine Pronation wird vermindert. Das bedeutet, dass der Fuß weniger verletzungsanfällig ist und im Wettkampf nicht so schnell ermüdet. Prof. Dr. Brüggemann wies jedoch darauf hin, dass der Free kein reiner Laufschuh, sondern ein Trainingsgerät ist. Ich glaube, ich werde mir ein Paar zulegen. Mich hat er vollkommen überzeugt.

LaufstilanalyseDann ging es zur Laufstilanalyse. Zunächst musste ich über eine Drucksensorplatte gehen. Diese zeichnete die Druckverteilung meines Fußes bei der gehenden Abrollbewegung auf. Anschließend lief ich barfüßig auf dem Laufband, wobei Hochgeschwindigkeitskameras auf meine Beine gerichtet waren. Danach wurden meine Füße dreidimensional eingescannt. Es bestand auch noch die Möglichkeit eines Ganzkörper-Scans, dessen Vorbereitung jedoch etwas zu zeitaufwendig gewesen wäre. Schade, wäre interessant gewesen. Andererseits aber auch vielleicht ganz gut so. Problemzonen werden nämlich gnadenlos bloßgestellt. Abschluss der Laufstilanalyse war das Scannen meins Laufstils mit Lasern. Hierfür bekam ich an den Beinen und Füßen kleine Kugeln angeklebt, die das Laserlicht reflektierten. Ins Detail möchte ich noch nicht eingehen, da ich in den nächsten Tagen eine DVD mit allen Daten meiner Laufstilanalyse zugeschickt bekomme. Dann folgt auch ein ausführlicher Bericht mit Bildern und eventuell auch Videos.

Nike LaufschuhmodelleDas Event endete mit einer Präsentation von aktuellen und neuen Laufschuhmodellen. Dabei war es interessant, die Details zu den Neuerungen zu erfahren. So kommt z.B. der Grundgedanke der FlyWire-Technologie von der Bauweise der Golden-Gate-Brücke, bei der ein tragendes Seilsystem die Brücke belastbar macht und stabil hält. Die FlyWire-Technologie ist u.a. bei den Modellen „LunarRace“ und „FlyWire“ (Leichtathletik) im Einsatz. Es ist echt unglaublich, wie leicht diese Schuhe sind. Generell ist man bestrebt, die Idee des Free-Konzeptes zumindest in abgespeckter Version in die neuen Modell einzubringen.
Nach der Präsentation verabschiedeten wir uns voneinander und wir wurden teilweise mit den Autos wieder zurück nach Frankfurt gefahren (manche blieben in Köln bzw. fuhren vom Kölner Hauptbahnhof aus nach Hause).

Fazit: „Nike Running Media Event“ war eine gelungene Veranstalltung. Ich habe sehr viele Informationen erhalten, nette Leute kennengelernt, Athleten befragt und viel Spaß gehabt. Die Laufstilanalyse war super interessant und für mich neben dem Athleteninterview ein weiteres Highlight. Vielen Dank nochmal an Nike für die Einladung. Jederzeit gerne wieder! 😉

11 Kommentare zu “Bericht „Nike Running Media Event“

  1. Daniel

    Hört sich nach einem super Wochenende an, da wird man richtig neidisch. Wie hat dir denn der Luna Trainer gefallen? Laufe ihn ja selber und finde ihn nicht schlecht. Allerdings wurde ich ihn nicht länger als einen Halbmarathon tragen. Super Bericht. Freue mich schon auf mehr.

    Grüße Daniel.

  2. Gerd

    Hochinteressant und bestimmt ein Erlebniss. Ich freu mich schon auf die weiteren Berichte. Du bist schon ein Glückspilz! 😉

  3. Uwe

    Woow! *neidisch bin*
    Bin sehr gespannt auf die Ergebnisse der Laufstilanalyse! Wieviele Leute seid ihr denn gewesen und woher kamen die anderen geladenene Gäste so? Ich meine aus welchen Bereichen, waren es auch „Hobbysportler“? Durftest Du die ganzen Klamotten behalten?
    Ein schöner Bericht, freu mich auf die nächsten Teile…

  4. Hannes

    Das hört sich tatsächlich nach einer super Veranstaltung an. Du hattest sicherlich verdammt viel Spaß und hast ebenso viel gelernt.
    Sicherlich auch eine sehr gute Marketing-Strategie. Denn wenn man dort sein darf, ist man bereits fasziniert und erfreut. Wenn man dann auch noch so viele Dinge erhält, ist man schnell auf deren Seite.

    Ich muss aber zugeben, dass das, was du erzählst, sich wirklich gut anhört. Vielleicht fange ich ja doch noch mal an, Nike zu mögen? 😀

  5. Brennr Autor des Beitrags

    @ Daniel
    Zum LunarTrainer schreibe ich heute Abend noch was.

    @ Matthias
    Wir waren glaub ich so ca. 20 Personen.

    @ Uwe
    Es kamen fast alle von diversen Sportzeitschriften. So war z.B. der Chef-Redakteur (Jochen Schmitz) der „RUNNING“ und eine Redakteurin der Fitnesszeitschrift für Frauen „Shape“ dabei. Ich war eigentlich der einzige Hobbysportler, außer vielleicht noch der Betreiber von „marathon4you.de“.
    Die Klamotten durften wir behalten. 😀

    @ Hannes
    Klar, Nike verfolgt mit einer solchen Veranstaltung sicher gewisse Absichten. Die Jungs und Mädels von Nike waren echt locker drauf und sehr sympathisch. Dass wir die Klamotten behalten dürfen, dachte ich mir schon. Denn was will Nike schon mit gebrauchten Sachen anfangen? Dennoch ließ ich mich nicht so leicht um den Finger wickeln. Gerade zum Thema Nike+ äußerte ich etwas Kritik hatte einige Verbesserungsvorschläge. In der Pause sagte mir einige der Teilnehmer, dass sie meine Kritik und Vorschläge gut fanden. Was aber das Nike-Free-Konzept anbelangt, so hat mich der Vortrag von Prof. Dr. Brüggemann total überzeugt. Und ich bin normalerweise von Natur aus skeptisch. 😉

  6. Marco

    Klingt toll … da hattest du ja Glück, eingeladen zu werden. Und vonwegen du seist kein Redakteur, schliesslich bist du der Chef über deine Blogs, also BlogRedakteur 😉
    Bin gespannt auf deine Auswertung und die Antworten von Irina und Jan …

  7. Benjamin

    Cool! Ich habe den luna Trainer und bin mit dem auf Hawaii den Marathon gelaufen. Der Schuh ist der wahnsinn. Ich habe mir den sogar 2x gekauft 🙂 Aber an dem Nike+ System muss unbedingt gearbeitet werden, vor allem an der Kalibrierung des Systems! ODER?

  8. Marek

    Sehr spannend, die Mädels und Jungs haben es in Sachen Marketing einfach drauf. Den Champions Run habe ich mir auch schon angesehen. Aber für 10km muss man um die 25,- berappen, finde ich schon sehr happig.

  9. Henrik

    Interessant und spannend, welches Konzept Nike verfolgt. Die wollen mit Macht den Markt für Laufequipment dominieren. Und sind auf dem besten Weg dorthin. Am Main laufe ich übrigens auch regelmäßig.

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