An was denken Läufer beim Laufen?

FragezeichenAls ich letzten Samstag seit langer Zeit mal wieder eine etwas längere Distanz gelaufen bin, ist mir während des Laufs etwas aufgefallen. Ich habe mir dabei über die verschiedensten Dinge Gedanken gemacht. Zwar denke ich auch bei kurzen Läufen über bestimmte Dinge nach, jedoch nicht so lange und intensiv. Daher frage ich mich, an was andere Läufer denken.

Bei mir ist es unterschiedlich, da es auf die Laufdistanz, aber auch das Laufziel ankommt. Ich unterscheide dabei folgende Laufszenarios:

Der kurze, schnelle Lauf (bis 6 km):
Ich mache mir keine Gedanken über andere Dinge, sondern konzentriere mich voll und ganz auf den Lauf und meinen Laufrhythmus. Ich schaue ab und zu auf meinen Forerunner und rechne hoch, wie schnell ich laufen muss, um eine bestimmte Zeit zu erreichen.

Der kurze, langsame Lauf (bis 6 km):
Ich mache mir nur wenige Gedanken über andere Dinge, sondern achte auf mein Umfeld bzw. genieße die Natur. Für mich ideal, um schnell mal abschalten zu können. Wenn ich an etwas denke, dann sind es meist eher unwichtige Dinge (z.B. Ideen für meine Seite).

Der mittellange, langsame Lauf (bis 12 km):
Ich mache mir viele (meist kurze) Gedanken über viele verschiedene Dinge. Das können Themen aus dem Privat- und Berufsleben sein, aber auch Themen, die meine Seite betreffen (Artikel, Plugins, Design, Aktionen,..).

Der lange, langsame Lauf (ab 15 km):
Ich mache mir Gedanken über bestimmte Dinge. Dabei sind die Themen die gleichen wie beim mittellangen Lauf, jedoch deutlich intensiver. Ich achte allerdings darauf, dass mich die Themen nicht belasten.

Es kann allerdings auch vorkommen, dass ich die ganze Zeit an nichts denke und einfach den Lauf und die Natur genieße. Dies ist mir z.B. schon im Wald passiert oder als ich bei Schnee gelaufen bin. Doch es kommt auch öfter vor, dass ich die lange Zeit, die ich mitunter unterwegs bin, irgendwie überbrücken muss. Dabei sind bereits einige Ideen und Lösungen entstanden. Laufen kann einem also auch mal einen etwas anderen Benefit bieten.

Wie sieht es bei euch aus? An was denkt ihr während des Laufens?

8 Kommentare zu “An was denken Läufer beim Laufen?

  1. Hannes

    Puh, das ist bei mir immer verschieden. Ich glaube, ich könnte das auch nicht so konkret auf die verschiedenen Läufe aufteilen.
    Die Themen sind vielfältig: Privates, Schulisches oder ebenfalls etwas zum Blog.

  2. Gerd

    Also nach Themen in Bezug auf die Lauflänge könnte ich meine Gedanken nicht ordnen. Ich denke an das was im Augenblick akut ist oder an das auf was ich mich freue. Aber eine eindeutige Zuordnung wann ich was denke gibt es nicht!

  3. 42195-blog.de

    Wenn es sich vernünftig läuft, schweifen meine Gedanken beim Laufen relativ schnell ab auf alle möglichen Themen, die mich auch ansonsten in irgendeiner Weise beschäftigen. Gerade bei langen Läufen ist bzw. war es immer so, dass sich der Kopf im Idealfall irgendwann ganz ausschaltet und ich einfach nur noch völlig ruhig entspannt vor mich hin laufe. Das sind die besten Läufe, weil man danach geistig wieder völlig erholt ist.

  4. Daniel

    Bei mir ist es auch unterschiedlich. Bei schnellen Läufen denke ich meistens auch nur an meinen Schnitt, schaue auf die Uhr, rechne hoch. Bei meinen langen Läufen geht mir alles durch den Kopf. Ich glaube das ist aber eine gute Sache um mal wieder alles im Geiste zu ordnen. Schon das einige oder andere Problem habe ich so lösen können. Momentan denke ich aber nur an letztes Jahr als ich Fit war wie Speedy Gonzales, mein momentaner Fitnessgrad was das Laufen an geht ist nicht gerade sehr erfreulich. 😥 . Aber ab nächsten Monat bin ich dann komplett umgezogen und habe wieder Zeit mich richtig auf den Sport zu konzentrieren.

  5. Henrik

    Großartig nachdenken kann ich beim Laufen so gut wie gar nicht. Ich bin in der Regel konzentriert und versuche, die Umwelt wahrzunehmen, zum Beispiel Straßennamen einprägen für den Rückweg :-). Wenn es auf längeren Strecken mit geringer Belastung geht, schweifen die Gedanken schonmal ab, aber nie wirklich tiefgründig. Revolutionäre Ideen oder die Lösung für den Weltfrieden habe ich dabei nicht. Ich denke eher an gar nix und deshalb bekomme ich den Kopf vom Laufen frei.

  6. Benjamin

    Also ich denke immer an mein Ziel, weshalb ich auch trainiere. Ich stelle mir vor, wie es ist über die Ziellinie zu laufen, wie der Wettkampf abläuft und und und. Letztes Jahr war das der Hawaii-Marathon, dieses Jahr der Ironman in Wiesbaden. I 😀 😯 :mrgreen: ch versuche mir das immer bildlich vorzustellen, wie es ist, mein Ziel erreicht zu haben. Das pusht mich unheimlich und die Läufe, Fahrradausfahrten, Schwimmeinheiten gehen ratz fatz vorbei. ODER Denke ich als einzigster so??

  7. Andy

    Wenn das Wetter beschissen ist und sonst keine Socke unterwegs ist denke ich mir oft: „Wo sind denn die Schönwetterläufer? Wieso bin ich draussen? Warum nur? Ah ja!!! Der Moment des Zieleinlaufes beim nächsten Marathon – das ist der Grund wieso Du hier bist!!!“

    Im Sommer denke ich am Ende eines Laufes immer an ein kühles Bier oder einen Cocktail der ja bekanntlicherweise eigentlich alles andere als gut nach dem Lauf ist. Aber der Gedanke spornt ein schon an, dass Training zu Ende zu bringen.

    Was in letzter Zeit oft in meinen Gedanken ist, sind die Themen rund um unseren zukünftigen Nachwuchs und wie die Zeit wohl wird wenn der kleine Zwerg auf der Welt sein wird.

    – Wann und wie der Kleine dann uns in einem Babyjogger begleiten wird?
    – Kann ich mein Training noch so durchziehen wie vorher?
    – Bin ich ein guter Papa auch wenn ich mir 3-4 mal die Woche eine Auszeit zum laufen nehme?

    Neulich kam mir der Gedanke, wie es wohl sein wird wenn mein Sohn mich eines Tages wo ich am Limit laufe und nicht mehr schneller kann, mich hoffentlich stehen lässt und locker flockig abzieht und das dies dann der Moment ist wo es heißt:

    „Papa, Deine Zeit ist um! Ich bin jetzt derjenige der sportlich die Nase vorne hat!“

    Und bei dem Gedanken spürte ich kein bisschen Wehmut, sondern nur: „Jawoll – da freu ich mich drauf!“
    Aber bis dahin sind es noch ein paar Jahre!

  8. Brennr Autor des Beitrags

    @ Hannes
    Es ist natürlich nicht immer so, wie ich beschrieben habe, aber meistens.

    @ Gerd
    Bei mir sind es auch meist aktuelle Themen. Und die Zuordnung ist natürlich nicht immer so.

    @ 42.195-blog.de
    Kopf ganz ausschalten? An irgendetwas denkt man doch immer, oder? Aber ich glaube, ich weiß, was Du meinst.

    @ Daniel
    Ich habe während des Laufens auch schon einige Probleme lösen können. Dass Du momentan einen kleinen Leistungshänger hast, ist nicht tragisch. Das ist ganz normal, vor allem wenn man gerade andere Dinge (Umzug) um die Ohren hat. Das wird wieder. Nur Geduld.

    @ Henrik
    Man muss ja nicht unbedingt an etwas intensiv denken. Hauptsache, Dir gibt der Lauf das, was Du brauchst. Wobei die Lösung für den Weltfrieden natürlich nicht schlecht wäre.. 😉

    @ Benjamin
    Ich glaube, so wie Du denkt man, wenn man ein großes Ziel vor Augen hat und gerade mitten in der Vorbereitung dazu ist. So ging es mir bei meiner Marathon-Vorbereitung auch.

    @ Andy
    Eine Unterscheidung zwischen den Jahreszeiten ist natürlich auch interessant.
    Was Deine Gedanken bezüglich dem Nachwuchs anbelangen, so kann ich Dich sehr gut verstehen. Ob Du Dein Training weiter so durchziehen können wirst, wird sich zeigen. Mach Dir deswegen keinen Kopf. Ich kann Dir und Deiner Frau nur raten, dass ihr euch dann gegenseitig Auszeiten gönnen müsst, um Kraft zu tanken. Und wenn DIr das Laufen hilft, dann laufe.
    Ich bin auch gespannt, wie lange es dauert, bis mir mein Sohn davonrennt. 😀

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