Bericht „J.P. Morgan Corporate Challenge 2009“

JPMCC 2009Gestern fand in Frankfurt der Firmenlauf „J.P. Morgan Corporate Challenge“ statt, der zum wiederholten Male mit seinen unglaublichen 69.042 Teilnehmern der größte Lauf der Welt war. Ich selbst nahm zum ersten Mal daran teil. Bereits letztes Jahr wollte ich mitlaufen, doch aus zeitlichen Gründen klappte es dann leider doch nicht. Dieses Jahr war es dann aber soweit und ich durfte miterleben, wie sich 69.042 Läufer (und Nichtläufer) durch die Gassen der Bankenmetropole zwangen.

Alles begann vor etwa einem Monat, als die Betriebssportgruppe meines Arbeitgeber per Mail das Anmeldeformular verteilte. Ich zögerte nicht lange und füllte es umgehend aus. Ab diesem Zeitpunkt war die Vorfreude groß.

JPMCC 2009 - vor dem StartDa der Lauf immer an einem normalen Werktag stattfindet, war auch gestern zunächst einmal Arbeiten angesagt. Doch morgens nahm ich nicht den Zug, um nach Frankfurt zu kommen, sondern fuhr mit dem Auto. Grund hierfür war, dass ich nach dem Lauf nicht auf bestimmte Züge angewiesen sein wollte. Doch selbst mit meinem Smart gestaltete sich die Parkplatzsuche äußerst schwierig. Fünfmal fuhr ich um den Block, bis ich endlich eine kleine Lücke fand. Anschließend arbeitete ich bis 16:45 Uhr, zog mich um und nahm meinen Rucksack (mit kleinem Handtuch und T-Shirt) mit zum vereinbarten Treffpunkt. Zusammen mit meinen Kollegen liefen wir zur Bushaltestelle und fuhren bis zum Ziel. Von dort ging es dann weiter zum Grüneburgpark, wo mein Arbeitgeber ein Zelt aufgebaut hatte und wo man auch bereits sein Teilnehmershirt abholen konnte. Ich legte meinen Rucksack im Zelt ab und kurz darauf wurde noch ein Gruppenbild gemacht. Anschließend machten wir uns gemeinsam auf Richtung Start. Eigentlich gab es (auf Grund der hohen Teilnehmerzahl) zwei Startbereiche, deren Straßen wenig später zusammenführten, aber ich kann noch nicht einmal sagen, von welchem ich loslief, denn später beim Lauf habe ich die Zusammenführung nicht mitbekommen.

Bananen ohne Ende!Auf dem Weg zum Start konnte man bereits einen ersten Eindruck gewinnen, was einem später erwartet. Es waren verdammt viele Menschen unterwegs. Und alle marschierten in eine Richtung. Beeindruckend war auch der Versorgungstand mit einer gigantischen Anzahl von Bananen und Flaschen. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen. Je näher man dem Startbereich kam, desto langsamer ging es voran. Dabei war es noch eine Stunde bis zum Start. Ich versuchte weiter nach vorne zu kommen, aber irgendwann ging nichts mehr. Es war Warten angesagt. In der Häuserschlucht staute sich die Hitze und die vielen Menschen auf engem Raum führten zu einem sehr beengendem Gefühl.

Kurz vor dem StartUm 19:32 Uhr fiel dann der Startschuss (den ich allerdings nicht gehört habe). Von da an ging es schubweise Richtung Start. Lediglich zwölf Minuten später kam dann auch ich über die Startlinie. Dass es so schnell geht, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ein GPS-Signal bekam ich in dieser Häuserschlucht auf die Schnelle nicht und so startete ich lediglich die Stoppuhr. Und dann ging es auch schon los mit dem Slalomlaufen. Ich konnte zwar überraschenderweise recht schnell laufen, aber leider immer von links nach rechts und von rechts nach links. Ständig abbremsen und wieder beschleunigen. Dies sollte sich bis zum Ziel nicht ändern.

Gleich nach ein paar hundert Metern trat mir jemand von hinten in die Ferse. Er entschuldigte sich zwar, aber ich sah, dass er es zehn Sekunden später bei meinem Vordermann nochmals machte. Zwar wollte ich auch schneller laufen, aber deswegen renne ich nicht die Leute über den Haufen. So ein Idiot. Während des kompletten Laufs konnte ich meine Geschwindigkeit nicht einschätzen. Ich hatte lediglich das Gefühl, dass ich nicht all zu langsam unterwegs war. Aber durch das ständige Abbremsen und Beschleunigen fand ich überhaupt keinen Laufrhythmus. Zudem musste ich hochkonzentriert sein, um langsameren Läufern nicht in die Hacken zu treten. Es war der reinste Hindernislauf. Ok, damit hatte ich zwar gerechnet, aber dennoch ärgert es mich, wenn sich absolute Nichtläufer in den vorderen Startbereich stellen und nach 500 Metern nicht mehr laufen können. Zum Glück waren dieses Jahr Walking-Stöcke verboten, da es letztes Jahr wohl ein paar Unfälle gab. Klar, die Veranstaltung hat nicht die Absicht eines Wettkampfes, aber dennoch sollten die Teilnehmer ehrlich einschätzen und richtig im Startblock positionieren. Dann haben alle mehr Freude an dem Lauf.

Einen Kilometer vor dem Ziel wollte ich nochmal richtig Gas geben. Doch dies war leider unmöglich. Es staute sich völlig unerwartet und es ergaben sich kaum noch Lücken. Ich schaute auf die Uhr und sah, dass ich unter 29 Minuten bleiden könnte. Und tatsächlich, nach selbstgestoppten 28’53“ überquerte ich das Ziel und war recht zufrieden, was die Zeit anbelangt. Unter den Umständen ein Schnitt von 5’09″/km ist nicht so schlecht.

JPMCC 2009 - Zieleinlauf

Ich lief weiter, damit es sich nicht staut. Völlig überraschend traf ich einen Kollegen, der kurz nach mir ins Ziel kam. Wir gingen gemeinsam zurück zu unserem Zelt im Grüneburgpark. Dort trank ich erst einmal eine Flasche „Rosbacher Sport“, das es an der Versorgungsstelle gab. Schmeckte gar nicht mal so schlecht. Nach und nach trudelten meine Kollegen ein und wir aßen dann zusammen Steaks, Würstchen, Salate und Kuchen. Da ich in Mannheim wohne und am nächsten Tag arbeiten musste, konnte ich leider nicht all zu lange bleiben. Gegen 21:15 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Auto und gegen 23:00 Uhr war ich dann zu Hause.

Der Firmenlauf „J.P. Morgan Corporate Challenge“ ist sehr speziell. Eine gigantische Teilnehmerzahl und eine Mischung aus Top-Läufern und Anti-Sportlern machen ihn außergewöhnlich. Nicht jedermanns Sache, aber eine Teilnahme ist auf alle Fälle eine Erfahrung wert. Und letztendlich ist es ein cooles Gefühl zu wissen, dass man am größten Lauf der Welt teilgenommen hat. Hm, wobei es wohl eher der größte Slalom- bzw. Hindernislauf der Welt ist.. 😉

Nachtrag: Soeben verteilte mein Arbeitgeber die Ergebnisse aller Kollegen. Ich bin der sechstschnellste Läufer der Firma (von 66). Der schnellste Kollege benötigte 25’03“. Das ist ein Schnitt von 4’28″/km. Ist ja wohl klar, was mein Ziel für nächstes Jahr ist.. 🙄

9 Kommentare zu “Bericht „J.P. Morgan Corporate Challenge 2009“

  1. André

    Ich würd sagen man ist da in einer ziemlich verzwickten lange, wenn ich hinten Starten würde und hunderte Läufer überholen würde, wär ich so motiviert, aber da man ja unmöglich schnell laufen kann, kommt man den auch nicht viel weiter. Aber du hast schon recht das man das auch nicht wirklich als Wettkampf sondern eher als Erlebnis betrachten kann.

    Und hauptsache die Sparkasse stellt euch da erstmal so einen Gourme Tempel mit 5 Sternekoch(so sieht er jedenfalls aus) hin. Der Bananeneimer ist auch nicht schlecht 😀

  2. Gerd

    Als Gradmesser für die eigene Leistungsfähigkeit ist der Lauf absolut nicht geeignet. Hier geht es wirklich nur um den Spaß mit Gleichgesinnten.
    Wäre sehr gerne dabei gewesen.
    Dann halt nächstes Jahr! 😆

  3. Sascha

    Hi Christian,

    schön das du dabei warst. Mein Arbeitgeber hat dieses Jahr leider nicht mitgemacht. Ist das auf dem T-Shirt sein Arbeitgeber?
    Dann arbeiten wir im selben Verbund 🙂
    Nächstes Jahr bin ich hoffentlich auch dabei.

    Gruß,
    Sascha

  4. Marco

    Soooo viele Bananen und soo wenig Hunger 😉
    Sieht nach viel Spass aus … nächstes Mal würde ich weiter vorne starten, dann hats vielleicht mehr Platz …

  5. Matthias

    … Du warst am 1. Start und das ziemlich weit hinten (das sieht man auf dem Foto). Ich rate Dir, den anderen Start zu nehmen (Parallelstrasse und ohne Top-Läufer) und ca. 1:30 h vor dem Start zu kommen. Dann hast Du einen Startplatz relativ weit vorne und kommst einigermassen gut durch.

    Ich fand es klasse, auch wenn mein AG nur das Startgeld bezahlt, sonst aber nichts macht, aber auch das Bezahlen ist ja schon was.

  6. Bodhi

    Also für mich wäre so ein Lauf garnichts. 😐
    Viel zu viele Menschen auf einen Haufen.
    Aber jeder hat so siene Vorlieben und wenn es dir Spaß gemacht hat bleibt nichts anderes zu sagen.
    Aber für mich in dieser Form ein NO GO!

    Gruß
    Marco

  7. Evchen

    Hi Christian,

    erstmal Glückwunsch zu Deinem schönen Ergebnis! Das kann sich, auch unabhängig des Slalomlaufes, absolut sehen lassen! 😀 Toller Bericht und die Fotos…uffz. Hammer! „Alle Bananen der Welt…“

    Du bist jetzt der zweite, von dem ich einen Bericht über diesen Lauf lese und ich bin begeistert! Das kribbelt aber sowas von in den Beinen und Frankfurt ist gut erreichbar für mich. *hemm*

    We`ll see…

  8. Pienznaeschen

    Ich finde es interessant zu lesen wie Du es empfunden hast – wobei es mri sehr ähnlich ging. Trotzdem ist es ein Erlebnis dabei gewesen zu sein und Bestzeiten sind dabei wohl nicht zu erwarten … aber gut, Dein Ziel für´s nächstes Jahr steht ja schon 😉

  9. Hannes

    Danke für den schönen Bericht von dem Lauf. Interessant zu lesen, wie es bei dem riesigen Lauf war. Die Bilder der Versorgung sind beeindruckend! Und der Zieleinlauf – das erreichen manche Läufe ja nicht einmal beim Start. Heftig, dass es selbst da noch so staute.

    Da verstehe ich auch durchaus, dass du nicht so ganz zufrieden mit dem Lauf warst. Von echtem laufen und Wettkampf kann da ja keine Rede sein. Aber das muss es ja auch nicht. Nur als ambitionierter Läufer ist es natürlich schwer, sich auf so ein Getümmel einzulassen. Man ist es ja nicht gewohnt und möchte Gas geben.

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