Laufen an der Münchner Isar

Laufen an der Münchner IsarVor zwei Tagen startete ich meine „Deutschland-Tour“ in München. Da ich schon einmal an der Isar gelaufen bin, freute ich mich richtig darauf, zumal auch das Wetter mitspielte. Um kurz nach 17 Uhr startete ich an der Ludwigsbrücke und lief an der Isar entlang in Richtung Maximiliansbücke. Ganze 8 Kilometer bin ich gelaufen; etwas mehr als ich eigentlich wollte. Aber ich vergaß einfach, rechtzeitig umzudrehen. Ich genoss es, am Fluss entlang zu laufen und abzuschalten. Nach dem vierten Piepsen meiner Garmin (was bedeutet, dass ich den vierten Kilometer gelaufen bin) bemerkte ich es und drehte sofort um. Letztendlich war das auch gut so, da ich es derzeit nicht übertreiben möchte. Bei meinem Isar-Lauf ist mir folgendes aufgefallen.

Kein Läufergruß
Auf den 8 Kilometern sind mir bestimmt 30 Läufer entgegengekommen. Das lag mit Sicherheit auch daran, dass der Himmel strahlend blau war und die Sonne schien. Wie auch immer. Jedenfalls fiel mir auf, dass kein einziger Läufer grüßte, geschweige denn den Blickkontakt suchte. Jeder schaute, 10 Meter bevor er/sie an mir vorbei lief, auf den Boden. Was soll das? Seh ich etwa so schlimm aus? Sowas ist mir noch nirgends passiert. Kein einziger Gruß. Kein Blickkontakt. Jeder lief stumpf vor sich hin. Sehr seltsam. Ob alle Münchner so sind? Ich hoffe nicht. Oder traf ich einfach zufällig auf die komplette Münchner Lauf-Schickeria? Man weiß es nicht.

Irre Radfahrer
Radfahrer sollen Rücksicht nehmenDer Weg an der Isar entlang ist echt schön. Direkt am Fluss mit viel Grün drumherum. Doch eines sollte man beachten. Die Radfahrer! Die fahren nämlich zum Teil echt wie die Bekloppten. Dabei sollten sie Rücksicht auf die Fußgänger nehmen. Doch davon sah ich nix. Im Gegenteil! Zweimal wurde ich beinahe umgefahren. Sie überholen einen ohne zu klingeln und fahren dann auch noch verdammt knapp vorbei. Und wenn dann noch ein anderer Radfahrer entgegen kommt, gute Nacht. Etwas Rücksicht wäre schon angebracht, liebe Münchner Radfahrer.

Erster Schnee
Erster SchneeWährend ich so an der Isar entlang lief, entdeckte ich im Wasser einen großen Ast. Daran hing etwas Weißes. Ja, es war Schnee! Tja, ich war halt in München. Da kann einem so etwas schon einmal vor die Augen kommen. Aber das muss schon ein großer Klumpen gewesen sein, dass davon immer noch etwas übrig ist. Ich freue mich schon jetzt auf einen Lauf im Winter bei Schnee. Sofern es in meiner Gegend überhaupt schneit. Naja, warten wir es mal ab.

Zeugenaufruf
ZeugenaufrufKurz vor Ende meines Laufs entdeckte ich an einem Baum einen Zettel. Es handelte sich um einen Zeugenaufruf. Zwei Wochen zuvor wurde genau in dieser Gegend ein totes Baby gefunden, das jemand in einem Plastiksack ins Gebüsch gelegt hat. Entschuldigung für meine Ausdrucksweise, aber wenn ich so etwas lese, könnte ich kotzen! Wie krank ist die Menschheit eigentlich? Wer tut so etwas? Ich will gar nicht daran denken, was wäre, wenn ich so etwas beim Laufen entdecken würde. Nach dem Lesen dieses Zeugenaufrufs war meine gute Laune dahin.

2 Kommentare zu “Laufen an der Münchner Isar

  1. Hannes

    Denkwürdige Umstände, die du dort in München entdeckt hast. Teilweise grausam, teilweise irgendwie nur Großstadt-typisch.

    Und an deine Freude zum Schnee werde ich dich erinnern, wenn wieder alle meckern, dass man vor lauter Schnee kaum noch laufen kann.

  2. occam

    Das mit dem Grüßen ist in München normal, ich habe das über ein Jahr probiert und mittlerweile aufgegeben, da kommt zu 98% kein Feedback zurück, traurig aber wahr. Kommt allerdings auch etwas auf die Uhrzeit und Masse an, teilweise würde man sonst ein mal pro Minute Servus sagen und kommt gar nicht mehr zum laufen.

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