Kopfhörerverbot für Läufer?

© Vanessa - Fotolia.comHeute hat Achim Achilles einen Artikel veröffentlicht, bei dem es darum geht, dass der ADAC ein Kopfhörerverbot für Läufer fordert. Auslöser hierfür ist der Tod einer ungeduldigen Läuferin, die mit Kopfhörern in den Ohren einen geschlossenen Bahnübergang überqueren wollte, dabei einen Regionalzug übersah und erfasst wurde. Das geforderte Verbot soll allerdings nur für Fußgänger gelten, die sich sportlich im Straßenverkehr betätigen. In freier Natur hat der ADAC nichts gegen das Tragen von Kopfhörern. Im Prinzip kann ich diese Forderung befürworten, da man im Straßenverkehr aufpassen und die Umgebung wahrnehmen muss. Allerdings stelle ich mir die Frage, ob es der Frau etwas gebracht hätte. Sorry, aber wenn man einen geschlossenen Bahnübergang überquert, dann muss man doch auch mit einem Zug rechnen. Ansonsten wäre der Bahnübergang ja nicht geschlossen. Das war einfach purer Leichtsinn, der leider tödlich endete. Ich sehe beinahe täglich Jugendliche, die am Bahnhof aus Bequemlichkeit die Gleise überqueren. Egal ob mit oder ohne Kopfhörer. Es ist immer gefährlich! Daher finde ich den oben genannten Vorfall mit der Läuferin eigentlich nicht ganz so passend, da sie ja bewusst über den geschlossenen Bahnübergang ging und dies wohl auch ohne Kopfhörer getan hätte. Dennoch bin ich für das Kopfhörerverbot für Läufer im Straßenverkehr, da man Fahrradklingeln, Autohupen und andere Warngeräusche schnell überhört. Aber selbst auf dem Feld passe ich auf, da auch viele Fahrradfahrer unterwegs sind. Daher drehe ich mich ab und zu mal um, damit ich weiß, ob jemand kommt. Man muss eigentlich überall seine Umwelt halbwegs wahrnehmen, denn nur selten ist man alleine unterwegs.

PS: Auf der Seite des ADAC konnte ich leider keinen Beitrag dazu finden. Daher verweise ich ausschließlich auf den Artikel von Achim Achilles, dem ich jedoch als Quelle vertraue.

16 Kommentare zu “Kopfhörerverbot für Läufer?

  1. Feuerpferdle

    Also, ich laufe auch ab und an mit Kopfhörern – doch selbst auf dem Feld hab ich meine Musik in der Lautstärke, dass ich Geräusche um mich herum wahrnehme – denn einige Autofahrer nutzen diesen Weg als „Schleichweg mit Renneinlage“…
    Auch mit Musikbeschallung muss man seine Umgebung wahrnehmen – Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer, Hunde samt Herrchen, etc.

    Und bitte, ein geschlossener Bahnübergang hat seine Gründe. Passsiert mich auch immer wieder, dass ich mal an einer geschlossenen Schranke kurz warten muss – dann ist es eben so.
    Und auch wie Du, Christian, erlebe ich es jeden Morgen auf meinem Arbeitsweg, dass zahlreiche Schüler durch die geschlossene Schranke flitzen. Einmal habe ich mitgezählt, kam auf 23!!! Kandidaten!!! Purer Leichtsinn eben, wie Du schon schriebst.

  2. Daniel

    Ich finde das auch ziemlich überzogen. Wenn man so leichtsinnig ist und über einen geschlossenen Bahnübergang läuft und dann nicht mal noch schnell nachschaut ob der Zug kommt ist man eigentlich selber schuld. Meine große Laufrunde führt auch über einen Bahnübergang an dem ich auch schon das eine oder andere mal stehen bleiben musste, nie wäre mir aber der Sinn gekommen bei geschlossener Schranke einfach mal drüber zu laufen. Das ist nicht leichtsinnig, dass ist einfach dumm. Typisch halt wieder für Deutschland dass ein Fall wieder herangezogen wird um alles zu verallgemeinern. Bin mal gespannt ab wann das Radio im Auto verboten wird, da passieren täglich mehr Unfälle.

  3. Stephan

    Mit ein wenig Hirn läuft niemand in der Stadt mit Kopfhörern… ich verkneifs mir sogar wochenends im Wald, wenn dort viel los ist: Radfahrer, Hunde, Holzmacher kennen keine Gnade :-/
    Aber da es bei uns ja mit der Selbstverantwortlichkeit im Allgemeinen hapert muss wohl ein weiteres Verbot her, an das sich niemand halten wird, weil man sich ja dann in der freien Entfaltung der Persönlichkeit eingeschränkt fühlt…

  4. Matthias

    … wenn Du beim ADAC nichts findest und „nur“ Achim so etwas schreibt, frage ich mich allen Ernstes, ob das nicht Satire ist.
    Also so etwas muss es wohl gesehen werden, oder wie weit soll die Persönlichkeitsbeschneidung noch gehen ?

  5. Bernd

    Ich laufe grundsätzlich ohne Kopfhörer, meine Musik beim Laufen sind die Geräusche der Natur, das Zwitschern der Vögel, Plätschern von Wasser, Rauschen der Bäume aber auch der Verkehrslärm.
    Ein Kopfhörerverbot finde ich übertrieben.

  6. Hannes

    … und wann kommt das Verbot, sich betrunken „auf offener Straße“ zu bewegen? Ich kenne keine Statistiken dazu, aber ich würde doch stark vermuten, dass Betrunkene weitaus öfter als Läufer mit Köpfhörern vor Autos oder Züge laufen.

    Grundsätzlich kann ich die Forderung ja verstehen, aber ich glaube, in diesem Fall kann man das den Läufern nicht so einfach verbieten. Wie gesagt, da gibt es weitaus schlimmere Gefahrenquellen.

  7. Täglichläufer

    Was soll denn noch alles reglementiert und mit Verboten und Geboten gesetzlich geregelt werden? Ein jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wenn ich solche Aktionen durchführe, wie diese Läuferin – darf ich mich nicht wundern, wenn mich der Zug erwischt. Das kann ich nicht nachvollziehen.

    Und was nützen Gesetze, wenn sie doch niemand kontrolliert? Wenn ich mir hier die dicken Polizisten angucke, wie sollen die hinter mir herkommen, wenn ich Musik höre und meine Umwelt nicht wirklich wahrnehme?

    Wie dem auch sei, da ich ein Naturläufer bin, lautet mein MP3-Player: Natur 1.0. 😉

  8. runningdad

    täglich passieren unfälle aus dummheit oder unfälle aus unvorsichtigkeit.
    züge kann man auch kommen SEHEN.
    nach rechts und links schauen und nichts wäre passsiert. lernt man in der grundschule .
    draußen laufe ich inzwischen fast immer ohne , auf dem laufband nur mit , damit ich nicht quatschen muß

  9. Sinusläufer

    Ich laufe sehr gerne mit Kopfhörer auch in der Stadt. Was daran unverantwortlich sein soll kann ich nicht verstehen. Natürlich muß ich meine Umgebung intensiver wahrnehmen aber das steht ja auch unter der Selbstfürsorge. Warum die Allgemeinheit wieder für die Dummheit eines Einzelfalls gerade stehen soll geht mir nicht bei.
    Da gebe ich meinen Vorrednern recht. Es gibt mit Sicherheit größere Gefahrenpotenziale und kann vom ADAC nicht wirklich ernst gemeint sein.

  10. Chris

    Ja, ja, ja. Das hat, ehrlich gesagt, schon was. Nicht, dass ich mich jetzt outen wollte, einen geschlossenen Bahnübergang mit Kopfhörer zu überqueren. Aber ich laufe auch ab und zu mit Stöpseln. Das Problem ist manchmal wirklich die grosse Ablenkung durch den Musikgenuss. Ich musste auch schon scharf abbremsen, weil ich vor dem Überqueren der Strasse einfach nicht gut genug geschaut habe. Und wer nichts (oder wenig hört), ist einfach – und das ist Tatsache – auf der Strasse gefährlicher unterwegs. Ob dafür ein Verbot nötig ist, weiss ich nicht.

  11. Chris

    …ach ja: Und Laufmützen müssen auch unbedingt verboten werden! Wenn man sich die über die Augen zieht, läuft man Gefahr, damit direkt von einem Laster aufgegabelt zu werden… :mrgreen:

  12. Brennr Autor des Beitrags

    Unterschätzt mal das Nicht-wahrnehmen-durch-Musik-hören nicht. Seid ihr sicher, dass ihr tatsächlich jede gefährliche Situation rechtzeitig realisiert und mitbekommt? Oder hattet ihr vielleicht bisher einfach nur Glück, dass ihr nicht in eine solche Situation gekommen seid? Ich bin auf dem Feld schon öfter mal erschrocken, als mich ein Fahrradfahrer überholte. Wie ist das dann erst in der Stadt? Gänzlich ungefährlich ist es jedenfalls nicht. Und da man ähnlich schnell wie Fahrradfahrer unterwegs ist, nimmt man meiner Meinung nach am Straßenverkehr in einer gewisser Weise teil. Ok, ein Verbot lässt sich schwer realisieren bzw. kontrollieren, aber dennoch kann man die Aussage des ADAC als Empfehlung sehen.
    PS: Wer schon einmal mit dem Handy telefonierende Autofahrer gesehen hat, weiß, wie sehr man durch solche akkustische Einflüsse abgelenkt sein kann.

  13. RunningDan

    Ich denke auch, dass es ziemlicher Leichtsinn war, einen geschlossenen Bahnübergang zu überqueren. Eigentlich sollte man damit rechnen, dass dann auch ein Zug vorbei kommen könnte und es schadet auch nicht, einmal nach links und rechts zu schauen. Zum Thema Kopfhörerverbot macht es meiner Meinung nach nur Sinn für Läufer, die direkt an befahrenen Straßen entlang laufen, wie zum Beispiel am Kaiserdamm in Berlin oder so. Aber eigentlich sollte jeder Läufer selbst wissen, dass man sich im Straßenverkehr nicht in vollster Lautstärke Musik in die Ohren dröhnen lässt.
    Gruß, Daniel.

  14. Chris

    Je nachdem wie angestrengt oder gedankenverloren ich in der Gegend rumeiere kann ich ganz schön unaufmerksam sein. Das geht auch wunderbar ohne Musik auf den Ohren.
    Beim Laufen selbst missachte ich auch so gut wie jedes Verkehrszeichen. Anhalten ist nicht. Allerdings laufe ich hinter dem fahrenden Ding lang, nicht davor.

  15. Marek

    Ich finde das ziemlichen Schwachsinn. Ich laufe auch in der Stadt mit Kopfhörern und finde, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Viel krasser finde ich Radfahrer mit laufenden IPods.

  16. Christian

    Also ich nutze beim Sport ausschließlich offene Kopfhörer, so merkt man praktisch keinen Unterschied im Vergleich zu „ohne“. Im Gegenteil: Wenn ich an Straßen mit Verkehr unterwegs bin, ist der Verkehrslärm meist laut genug, dass ich von meinem Hörbuch nur noch wenig mitbekomme.

    Aber wie bei tausend anderen Angelegenheiten auch ist hier ein Verbot wohl überfällig, um Menschen jegliche Fähigkeit zur Eigenverantwortung abzusprechen.

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