Leistungsschwankungen

© geando - Fotolia.comMomentan fällt es mir echt verdammt schwer, mein aktuelles Leistungsvermögen einzuschätzen. Mal läuft es richtig gut, mal erschreckend schlecht. Und das Blöde dabei ist, dass ich nicht immer die Gründe für diese Schwankungen ausmachen kann. Mal liegt es am Schlafmangel, am Stress oder am Wetter. Mal kann ich es mir aber auch überhaupt nicht erklären. Und so war es z.B. auch diese Woche. Ich bin zweimal meine 8,25 Kilometer lange Hausrunde gelaufen. Am Mittwoch benötigte ich dafür 43’07“ bei einem Durchschnittspuls von 151. Heute lief ich sie in 46’10“ bei durchschnittlichen 156 bpm. Zwar wollte ich heute eh etwas langsamer laufen, doch es fiel mir dennoch schwerer als am Mittwoch (was auch am höheren Puls zu erkennen ist). Ursprünglich hatte ich für den Mannheimer Halbmarathon am kommenden Samstag eine neue Bestzeit (unter 1:53’41“) angepeilt. Mit unter 1:55 wäre ich aber auch zufrieden. Doch nach diesen Schwankungen kann ich echt nicht einschätzen, was tatsächlich möglich ist. Vor allem habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich mein Zieltempo nur 2/3 der Halbmarathonstrecke halten kann. Ist daher „unter 2 Stunden“ realistischer? Ich weiß es nicht, zumal meine Vorbereitung nicht ganz optimal war. Mein größtes Problem aber ist, dass ich nicht weiß, mit welchem Tempo ich beginnen soll. Gehe ich es zu optimistisch an, breche ich vielleicht ein. Gehe ich es jedoch zu vorsichtig an, kann ich die „verlorene“ Zeit nicht mehr reinholen. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen guten Lauf. Ich bin echt am Überlegen, ob ich nicht einfach mit einer sub2 als Vorgabe an den Start gehen und den Lauf genießen soll. Beim Badenmarathon im September muss dann aber die HM-Bestzeit fallen. Das ist sicher.

9 Kommentare zu “Leistungsschwankungen

  1. Eddy

    Hallo Christian, ich finde, Du solltest Dich nicht so unter Druck setzen. Es ist normal, nicht immer in Top-Form zu sein. Bedenke, dass Du noch Dein ganzes Leben laufen kannst. Da ist es doch letztendlich egal, ob Du diesen Monat einen HM unter 1:54:00 läuft, oder erst nächstes Jahr.

    Ich selbst hab vor zwei Jahren den Marathon noch in 3:42:00 geschafft. Und dieses Jahr gehe ich an den Start, um die Strecke überhaupt noch mal zu schaffen – auch wenn ich dafür 5 Stunden brauche.

    Keinen Kopf machen und einfach laufen. Und wenn Du erst mal auf der Strecke bist, wirst Du schon sehen, ob eine Bestzeit drin ist, ober ob Du einfach nur den Lauf genießen solltest…

  2. bassguitar

    Hallo Christian,
    ich durchlebe eigentlich ähnliche Hoch- und Tiefphasen wie du. Die Balance zu finden zwischen „Es sollte doch irgendwie vorangehen“ und „Es soll Spaß machen“ ist nicht immer einfach. Uns Männern wird ja auch zugesprochen sehr schnell ins Übertraining zu gehen.
    Ich laufe jetzt seit ca. 5 Jahren und bin im ähnlichen Alter wie du. Meines Erachtens kann man dann nur in kleinen Schritten vorwärts kommen, oder man stellt vieles andere (Beruf und Familie) hinten an. Dazu kommen natürlich die Rückmeldungen des Körpers und du hattest ja mit deinen Achillessehnenproblemen genug.
    Dazu kommt dann noch die persönliche Reaktion auf das Umfeld. Ich habe wie du auch Stress als ein großes Thema kennengelernt, aber auch:
    – Trainingshäufigkeit (zB ist nach 4-5 Tagen Pause der Lauf überproportional gut)
    – Schuhe (Meine Nike+ Free 3.0 bringen mir 2-3 Minuten schnellere Zeiten, siehe: http://www.horst-dieter.de/wordpress/?page_id=127 )
    – Wetter und Temperatur (Winter: +3 Minuten)
    Und dann: Ich merke immer erst beim Laufen ab ca. 4 km, ob der Lauf gut oder schlecht wird. Deshalb wie mein „Vorkommentator“: „Du wirst schon sehen,…..:“
    Also locker angehen, vernünftige Ziele setzen, die noch die Motivation erhalten. Ankommen ist immer einen „Glückwunsch“ wert!

  3. Hannes

    Doch, Christian, zur Not kannst du die verlorene Zeit wieder reinholen, wenn du wirklich so viel besser ist. Laufe den ersten Kilometer im 6er-Tempo und anschließend in 5:40. Dann kannst du nach der Hälfte immer noch Gas geben (wenn du es anfangs schaffst, so „langsam“ zu laufen)

  4. Gerd

    Hi Christian,
    mach dich doch nicht verrückt wegen irgendwelchen Bestzeiten. Seit ich mich von Trainingsplänen und fest fixierten Zeiten verabschiedet habe laufe ich nur noch zum Spaß. Ich fühle mich sauwohl dabei und bin fitter als jemals zuvor.
    Trotzdem werde ich mir keine Zeitziele für irgendwelche Wettkämpfe setzen.
    Ich werde meinen Spaß haben und am Schluss sehen was dabei raus kommt.
    Have Fun! 😆

  5. Evchen

    Die Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen und bin selbst immer wieder am Rumknöddern, was, wieviel und wann und wo ich irgendwas will. *augenroll*
    In der einen Woche laufe ich 45km und bin selig und denke: So kann es bitte weitergehen und in der Woche darauf muß ich mich plötzlich aufraffen und komme gerade so auf vielleicht 20km. Das Leben und das Laufen geht eben nicht immer geradeaus. Wenn wir das akzeptieren und immer wieder flexibel sind (also die kurzfristigen Umdisponierungen anzunehmen und sie nicht zu verdammen), dann läääuft es doch ganz gut. Hm?
    Also mein Tip: Entscheide an dem Tag, nach was Du Dich fühlst. Locker is nämlich auch nicht immer das Richtige. 😉

  6. Chris

    Ja, das mit dem Renntempo ist schon so eine Sache. Hast du mal in den letzten Wochen einen Wettkampf oder Testlauf über vielleicht 4 bis 8 km gemacht? Wenn ja, kannst du auf Lauftipps.ch eine mögliche Prognose berechnen lassen.
    Wenn das nicht möglich ist, würde ich nach Puls laufen: Der Puls sollte sich in den ersten Kilometern auf etwa 87-89 % deiner maximalen Herzfrequenz einpendeln. Vor der Hälfte würde ich persönlich nicht darüber gehen. Wenn’s nach nach km 12 immer noch gut läuft, kannst du etwas forcieren. Später steigt der Puls dann wegen der Körperkerntemperatur und dem zu erwartenden Flüssigkeitsverlust an. Die Werte sind dann nicht mehr allzu gut verwertbar.

    Pulsfrequenzen für Wettkämpfe

  7. Laufen mit Willi

    Blöde Frage an dich Christian: Hast du schon mal einen Laktattest gemacht und danach wirklich in deinem persönlichen Bereich trainiert? Eines der Probleme vieler Läufer ist, dass sie einmal zu viel und einmal zu wenig trainieren. Die Schwankungen aufgrund von Stress und Zeitmangel, etc. sind klar. Aber wenn das länger so geht solltest du vielleicht doch eine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Seit ich das Trainingsprogramm vom Lauftrainer machen lasse fühle ich mich trotz mehr Umfänge und Intensität besser als je zuvor.

    Lg
    RunningWilli

  8. Chris

    meine Methode in so einem Fall: genau im Zieltempo loslaufen und das solange, bis man zum ersten mal drüber liegt. danach kann man dann gemütlich ins Ziel traben, hat es aber versucht. Wenn es nicht gut läuft, wird man aber recht wahrscheinlich länger brauchen als bei Start in gemächlichem Tempo.

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