Marathonengel

© micoud78 - Fotolia.comAm 19. September findet in Karlsruhe der Badenmarathon statt, bei dem ich ja für die halbe Distanz gemeldet bin. Wer jedoch die vollen 42,195 Kilometer anvisiert, kann sich dieses Jahr eine ganz spezielle Unterstützung organisieren. Der Veranstalter bietet die Möglichkeit eines sogenannten „Marathonengels“ an, der einen ab Kilometer 37 bis ins Ziel und in den anschließeneden „Runner’s Heaven“ begleitet. Voraussetzung ist jedoch, dass man eine Zielzeit von über 3:45 h hat, da der Veranstalter Konflikten mit der Wettkampfordnung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes vorbeugen möchte. Begleitläufer sind nämlich bei Straßenläufen nicht erlaubt und Altersklassenergebnisse würden nicht in die Bestenliste aufgenommen werden. Da sich diese relevanten Zeiten aber alle unter 3:45 befinden, akzeptiert der DLV diese Begleitläufer. Man kann bis zu drei Marathonengel melden, die aus Partner, Freunden oder Kindern bestehen können. Eine genaue Benennung kann jedoch bis zum Veranstaltungstag offen bleiben. Die Buchung erfolgt online und kostet pro „Engel“ 5€, die dann eine eigene Startnummer erhalten, auf der „Marathonengel für xxx“ steht. Bei Kilometer 37 können diese dann den Marathonläufer begleiten und ihn auf den letzten harten fünf Kilometern unterstützen. Zwar erhalten die Marathonengel keine Medaille, dafür aber einen kleinen Pin mit dem Aufdruck „Marathonengel“ als kleine Belohnung bzw. Erinnerung. Im „Runner’s Heaven“ dürfen die Engel allerdings die Verpflegung in Anspruch nehmen und auch die Duschen im Anschluss nutzen.

Ich finde dieses Angebot sehr interessant und bin gespannt, ob alles glattläuft oder ob es zu Behinderungen kommt (was natürlich nicht gut wäre). Persönlich werde ich das als Halbmarathonteilnehmer zwar nicht mitbekommen, aber nach dem Lauf wird sicher darüber berichtet werden.

21 Kommentare zu “Marathonengel

  1. markus

    Gute Idee, nur müsstest du eben einen finden, der genaue deine gewünschten Zeiten auch mitläuft… oder eben gut motivieren kann.. oder beides!

  2. der ewige Anfänger

    Weichspülschwachsinn.
    Wer die letzten 5 km nicht alleine schafft, soll’s doch lassen.
    Was kommt als Nächstes? Sänftenservice ab km 0, damit auch noch der letzte Calmund-Anbeter mit einer Marathon-Finisher-Medaille behängt werden kann?
    Wer Ringelpiez mit Anfassen will, soll doch am Marathon-Sonntag lieber zum Tanztee gehen.

  3. Brennr Autor des Beitrags

    @markus: Das stimmt. Meinen Kumpel könnte ich zum Beispiel nicht begleiten. Sein Marathon-Durchschnittstempo von 3’54″/km schaffe ich nicht einmal auf einen Kilometer. 😆

    @der ewige Anfänger: Warum so negativ eingestellt? Laufen muss schließlich noch jeder selbst. Die Marathonengel sind als moralische Unterstützung für die letzten Kilometer zu sehen. Also nicht viel anders als die Zuschauer an der Strecke. Und ein Marathon ganz ohne Zuschauer ist ja auch nicht der Hit, oder? Solange dabei nicht andere Läufer behindert werden, hab ich da nichts gegen einzuwenden. Meiner Meinung nach darf jeder bei einem Marathon mitmachen, egal ob er 2 Stunden oder 5 Stunden benötigt. Hauptsache er ist dazu in der körperlichen Verfassung. Man sollte keine Grenze ziehen, wer darf und wer nicht, denn sonst gehört man selbst ganz plötzlich nicht mehr zum elitären Kreis, weil es z.B. bestimmt welche gibt, die der Meinung sind, dass Läufer mit einer Zielzeit über 3:30 nichts bei einem Marathon verloren haben. Ich sag nur „Leben und leben lassen“. Ist aber wie so vieles Ansichtssache. 😉

  4. marcus

    Genau, weil jeder mitmachen darf, braucht es nicht solcher Engel. Deswegen darf auch gegangen werden. Das wird doch nur unnötig voll auf der Strecke. Da gibt es nur Stress mit Läufern, die allein sub4h laufen wollen. Für so was gibt es doch Zeitläufer. Überrascht mich, dass der DLV das abgesegnet hat. Die sind doch sonst immer sehr regelpäbstlich.
    Bis zu 15 € mit einigen Läufern mehr einzunehmen, ist aber ein kluger Zug. Erhöhung des ARPU nennt sich das.

  5. Brennr Autor des Beitrags

    @marcus: Für manche ist ein Marathon ein einmaliges Ereignis und mit den Marathonengeln kann er diesen Moment z.B. mit seinen Liebsten gemeinsam genießen. Wie gesagt, sollte es dadurch zu Behinderungen kommen, finde ich es auch nicht gut. Aber das muss man abwarten. Ich glaube aber auch nicht, dass es sooo viele Engel geben wird, denn selbst die 5km müssen erst einmal gelaufen werden.
    Ob der Veranstalter damit so viel mehr verdient, weiß ich nicht. Schließlich kann sich der Engel im Runner’s Heaven auch den Bauch vollschlagen.

  6. Eddy

    Wie geil ist das denn bitte! Da lauf ich nun schon ein paar Jahre und hab auch drei Marathons hinter mir – und noch nie von einem Marathonengel gehört?! Tsss…. 😯

    Ich finde die Idee, Marathonengel einsetzen zu können, ganz große Klasse. Würde mir wünschen, beim nächsten Marathon welche zu haben, die mir auf den letzten Kilometern helfen, nicht aufzugeben. Aber leider glaube ich, in Bremen muss man es allein ins Ziel schaffen. Naja, wird schon werden… 😉

    So, nun muss ich mir mal die Website der Engel anschauen. Danke für die Infos dazu, Christian!

  7. Hannes

    Die Argumentation mit den DLV-Richtlinien finde ich ja grandios. Wird demnächst eingeführt, dass Läufer mit Marathonzeiten über 3:45 auch dopen dürfen?

  8. der ewige Anfänger

    Ich möchte nicht missverstanden werden: Mir ist völlig egal, wie lange jemand für einen Marathon braucht. Ich bin der letzte, der irgendwem die Teilnahme an einem Marathon erlauben oder verbieten würde. Lässt sich aus meinem Kommentar auch nicht herauslesen.

    Meinetwegen kann auch jeder seine Heldentat mit „seinen Liebsten“ feiern, so viel er will: Hinter der Ziellinie. Wer auf der Strecke schon kuscheln will, hat auf der Marathonstrecke nichts verloren. Es soll ja durchaus auch Menschen geben, die da Sport treiben.

  9. gretel

    Natürlich versuchen Veranstalter sich immer neue Sachen einfallen zu lassen um die Attraktivität des Laufs aufrecht zu erhalten oder zu erhöhen. Es geht dabei meines Erachtens um Zahlen und insbesondere um die magischen 1000 Teilnehmer/Finisher auf der Marathondistanz. Ob dabei kostendeckend gearbeitet wird oder noch Gewinn bei rumkommt, ist dabei nicht so entscheidend.
    Also wenn es die Strecke und die Teilnehmerzahlen der Veranstaltung hergeben, also keiner behindert wird dabei – warum nicht. Eine Motivation auf den letzten Kilomenter kann man immer gebrauchen – und in diesem Punkt geht es wohl nicht ums „kuscheln“ sondern um begleitende Motivation. Anders gesehen, Spitzenläufer haben doch auch „Hasen“ die sie weite Teile des Rennens „tragen“ 😉

    Gretel

  10. Brennr Autor des Beitrags

    @Eddy: Die Marathonengel gibt es derezit nur in Karlsruhe. Kann aber sein, dass andere Veranstalter diese Idee aufgreifen.

    @Hannes: Es geht ja nur darum, dass Zeiten über 3:45 nicht für die Rangliste relevant sind, da dort in jeder Altersklasse schnellere Zeiten stehen. Es wird aber dennoch darauf hingewiesen, dass man auf einen Engel verzichten soll, wenn man die Absicht hat, eine Zeit für die DLV-Rangliste zu laufen.

    @der ewige Anfänger: Ich weiß, was Du meinst. Aber letztendlich sind diese Engel auch nichts anderes als die Zuschauer am Straßenrand, die einen anfeuern. Nur wird man eben 5km lang von jemandem angefeuert, den man kennt. Dabei kann durchaus Sport betrieben werden. Es soll ja auch Läufer geben, die in diesem Zeitenbereich persönliche Bestzeit laufen wollen. 😉 Klar, es kann auch welche geben, die das dann einfach nutzen, um gemeinsam ins Ziel zu spazieren. Das muss nicht sein. Nicht 5km lang. Den Junior z.B. auf den letzten Metern auf die Schultern nehmen finde ich ok. Aber eine 5km-Spaßbegleitung muss nicht sein. Da stimme ich Dir zu.

    @gretel: Das mit den Hasen war ein guter Hinweis. Da stellt sich natürlich die Frage, warum das erlaubt ist.
    PS: Das mit den Teilnehmerzahlen kann gut sein. Wobei Karlsruhe letztes Jahr bereits über 1.500 Marathon-Finisher hatte. Dennoch wollen wohl alle noch größer und bekannter werden.

  11. Marcus

    Zum Thema Hase: Hasen sind laut DLV nicht erlaubt. Allerdings kümmert sich die Weltelite berechtigterweiss nicht um den DLV. Mikitenko hatte letztes Jahr in Berlin sogar Fahrradbegleitung von ihrem Gatten. Da vorne geht es aber wirklich nur um Spitzenzeiten und das Prestige für die Veranstaltung. Alles sehr berechtigt.
    Zeitläufer sind keine Hasen, sondern nur Orientierungspunkte.
    Die Marathonengel sollen bitte weiterhin dicht im Spalier ab km37 an der Strecke stehen und für alle Marahtonis von 2h15 bis 6h00 klatschen. Nur seinen eigenen Läufer anzufeuern, ist doch langweilig.
    Hoffentlich lassen die Marathonengel noch genügend Zielverpflegung für die 5h40 Läufer übrig.
    Generell stimme ich Hannes zu: Wenn in der Ausschreibung was von DLV-Regeln drinsteht, sollen die für alle Läufer gelten.

  12. Chris

    als bekennder Laufmisantroph würde ich 5 Euro für jeden Läufer bezahlen, der NICHT in meiner Nähe rumläuft. Gerade auf den anstrengensten Metern brauch ich doch keinen, der mir „Du schaffst das“-Blödsinn ins Ohr brüllt.

  13. Ronald

    Also zum Thema ‚Hase‘, diese sind soweit erlaubt, als das sie als Starter im selben Wettbewerb teilnehmen. Und das tun sie, indem sie vom Start weg laufen. Sie könne natürlich jederzeit früher aussteigen oder langsamer laufen. Das widerspricht nicht den Regeln. Im Prinzip sind solche Absprachen auch bei nationalen und internationalen Meisterschaften möglich. Werden dort aber nicht so gerne gesehen.
    Auch eine Fahrradbegleitung ist möglich, wenn sie beim Veranstalter angemeldet wurde. Sie darf lediglich kein Windschatten geben oder Verpflegung ausserhalb der offiziellen Verpflegungspunkte zureichen. Und auch innerhalb der Verpflegungspunkte darf die Verpflegung nur vom Tisch genommen werden bzw. von den offiziellen Helfern zugereicht.
    Viele dieser Veranstaltungen werden zwar im Prinzip nach DLV-Regeln durchgeführt, aber in Wirklichkeit werden die Regel doch mehr oder weniger ignoriert. Zum Beispiel das Thema der MP3-Player. Diese sind nach DLV-Regeln auch nicht gestattet. Ich möchte aber den Stadtmarathon sehen, der das verbietet und kontrolliert und ggf. sogar Läufer deswegen disqualifiziert.
    Genau aus diesem Grund ist mir die Sache mit den Marathonengeln auch so ziemlich egal. Da die großen Stadtmarathons eher kommerzielle Unternehmen zur Volksbelustigung darstellen, teils mit eingekauften ‚Laufgladiatoren‘, warum dann nicht auch solchen Kram zulassen. Allerdings sehe ich da schon ein Problem bei der Behinderung anderer Läufer. Aber wenn es passt und die Strecke bzw. auch der Zielbereich es hergeben, warum nicht.

  14. RunningDan

    Klasse Sache mit dem Marathonengel und ich bin mir sicher, dass sich der ein oder andere auch tatsächlich als Engel verkleiden wird. Ich hätte auch schon öfter mal so einen Engel gebraucht, der mir auf den letzten Metern in den Ar… tritt. Ich hoffe doch, dass du das ein oder andere Foto nach dem Event hochlädst.
    Gruß, Daniel.

  15. Brennr Autor des Beitrags

    @Marcus: Vielen Dank für die Info. Die DLV-Regeln gelten ja auch für alle. Nur wer eben in die Rangliste aufgenommen werden möchte und einen Marathonengel nutzt, hat eben Pech gehabt. Und die Zielverpflegung ist absolut ausreichend. Doch leider gab es immer wieder Idioten, die palettenweise Getränke und Essen davontragen. Marathonengel waren dies jedoch nicht, da es die erst seit diesem Jahr gibt.

    @Ronald: Auch Dir vielen Dank für die Infos. Und Deinem letzten Satz stimme ich Dir zu.

    @RunningDan: Da ich ja den Halben laufe, habe ich anschließend die Möglichkeit mir die Engel anzusehen. Foto nehme ich mal mit.

  16. Jan

    Eigentlich ist diese Idee ja gar nicht schlecht, nur die Distanz finde ich unpassend.
    Ich war schon oft bei Veranstaltungen wo Läufer, schon lange aus den TOP 100 raus, mit ihren Kindern die letzten Meter gelaufen sind. Was ich auch in Ordnung finde, da es für die Kleinen sicherlich was ganz großes ist. Aber das reicht dann auch, Freunde oder Bekannte sind zu viel des Guten.

  17. Brennr Autor des Beitrags

    @Jan: Das mit der Kinderbegleitung auf den letzten Metern finde ich auch in Ordnung. Ist aber mit den Marathonengeln nicht vergleichbar. Die 5km muss man erst einmal laufen können. Sprich: die Begleiter sind zumindest halbwegs sportlich. Ansonsten macht es keinen Sinn. Vielleicht auch deswegen 5km und nicht 500m.

    @Chris: Hm, schlecht. Bier kann man nicht so leicht wegtragen und sollte eigentlich ausreichend vorhanden sein. Bist Du auch am Start? Dann reserviere ich eins für Dich. 😉

  18. Würdiger HM-Finisher

    Wer extreme Probleme hat, die letzten 5 km durchzulaufen hat mehrere Möglichkeiten, z.B.:
    -HM laufen
    -gehen
    -besser trainieren/bessere Renneinteilung
    -die Liebsten überreden, damit sie mitlaufen und zwar vom ersten Km bis zum Ziel…

    Eine (gekaufte) Extrahilfe macht die ganze Marathonerfahrung u. -ergebnis nur hässlicher und weniger wert. Ich bin absolut dagegen

  19. MischoK

    Ich distanziere mich auch eher von der Idee und schließe mich dabei Jan an. Die letzten Meter sind für die kleinen reserviert, die mit Papa oder Mama durchs Ziel laufen wollen. 😉

    Der Marathon ist nunmal etwas, dass hart trainiert werden muss. Das Ziel zu erreichen sollte Motivation genug sein. Ich halte die mentale Stärke genauso wichtig, wie die körperlich Kraft für den Wettkampf. Beides trägt zu einem erreichten Ziel bei. Ist ja wie anschieben von hinten…

  20. Dodo

    ICH WAR GESTERN MARATHONENGEL!!!! 😀
    Und ehrlich, das war ne super Sache.

    Ich bin selbst Läuferin, wäre am 3.10. meinen 1. Marathon gelaufen, habe mich aber Ende Juni schwer verletzt, dass ich 6 Wochen garnicht laufen durfte.. Momentan macht der Fuß nur 1,5 h mit, dann fangen die Schmerzen an.
    Aber ich habe „hart“ trainiert, um auf ein super Tempo für die 5 km als Engel zu kommen.
    Mein Läufer lief seinen 1. Marathon – und ich habe ihn ins Ziel gezogen…, weil er echt fertig war. Es gab noch 2 Läufer, die sich an uns gehängt haben… und so noch gut ins Ziel kamen, sie haben sich überschwenglich bedankt.
    Ich habe in der Engel-Flugzone über 1 h lang eine super Stimmung erlebt, ALLE Läufer wurden angefeuert… Und es kamen so viel positive Rückmeldungen von den Läufern, wie – ach‘ wie schön ich bin im himmel -, es gab kein Gedränge, keine Beeinträchtigungen, es war schön, friedlich uns super lustig. Die Engel sahen auch nicht so unsportlich aus…
    Außerdem die paar Engel haben die Marathonläufern nix weggegessen… Blödsinn!!!
    Ich fand die Idee gut. Und alle, die ich kenne, meinen das gleiche.
    Auch ein Freund, der den Marathon in 3 h läuft, meinte, er hätte ab KM 37 so ne Motivation brauchen können!
    Es war fairer, sportlicher Sport gestern… Ne tolle Sache… Seid doch nicht so negativ!!! 😀

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