Test: Phiten

Phiten-ProdukteDas Element Titan ist eigentlich dafür bekannt, dass es ein stabiles, aber dennoch sehr leichtes Metall ist. Es wird daher oft im Rahmenbau eingesetzt. Dass es aber in ionisierter Form auch den Energiefluss des Menschen positiv beeinflussen kann, dürfte einigen neu sein. Diese Wirkungsweise behauptet zumindest der Hersteller „Phiten“. Ob da nun tatsächlich was dran ist, habe ich persönlich getestet.

Beschreibung: Ionisiertes Titanium soll den Energiefluss des Körpers in geordnete Bahnen bringen, wodurch Beschwerden gemildert oder gar behoben werden sollen. Das allgemeine Wohlempfinden soll verbessert werden. Aber genau wird das nirgends so richtig erklärt. Auch nicht auf der Herstellerseite.

Produkte: Das ionisierte Titanium gibt es in Form von Halsketten, Armbändern, Pflastern, Bandagen und Balsam.

Design: Die u.a. getestete Halskette ist aus schwarzem Stoff, beruckt mit dem Phiten-Schriftzug. Der Verschluss ist aus Plastik. Nicht gerade stylisch, sondern eher sportlich bzw. funktional. Die Pflaster sind im klassischen Braun gehalten und sind mit dem Phiten-Logo versehen. Die Bandage für die Achillessehne ist schwarz und teilweise mit kleinen Noppen bestückt.

Passform: Die Halskette lässt sich sehr unauffällig tragen. Aufgrund des Materials (Stoff) spürt man sie kaum. Der Verschluss neigt jedoch dazu, sich immer auf der Brust zu zentrieren. Die Bandage ist sehr dünn und kann daher problemlos unter den normalen Laufsocken getragen werden. Sie liegt gut an und schlägt keine Falten. Die Pflaster fühlen sich wie normale Pflaster an. Die Massage-Lotion ist ein weißes Gel, dass sich gut auftragen lässt.

Wirkung: Es fällt mir echt schwer, etwas über die Wirkung zu schreiben, da sie sich (wenn überhaupt eine Verbesserung der Beschwerden eintritt) nicht nachweisen lässt. Ok, dieses Problem habe ich mit Medikamenten auch. Aber Phiten gibt vor ein Wundermittel zu sein, dann erwarte ich auch Wunder. Bei mir trat jedoch maximal eine geringfügige Verbesserung ein. Kurz nachdem ich das Halsband und die Bandage ein paar Tage trug, wurden meine Schmerzen in der Achillessehne etwas geringer. Dies kann natürlich Einbildung gewesen sein oder einfach die Folge eines natürlichen Heilungsprozesses. Für ein Wunder war es jedoch deutlich zu wenig. Daher kann ich bezüglich Wirkung nicht viel sagen, außer dass es bei mir keine Wunder gab.

Preise: Die hier getestete Halskette kostet 20€, die Bandage ebenfalls 20€, die Pflaster (50 Stück) 15€ und die Massage-Lotion 17€. Dies sind jedoch alles nur Einstiegspreise. Phiten bietet noch deutlich teurere Produkte (bis zu 260€) im Shop an. In meinen Augen nicht gerade wenig Geld für das bisschen Material, selbst wenn man den Aufwand des Einbindens des Titans berücksichtigt.

Fazit: Noch nie bereitete mir ein Produkt beim Schreiben eines Fazits so viel Kopfzerbrechen. Eine richtig große und spürbare Wirkung trat bei mir nicht ein. Aber kann ich deswegen das Produkt negativ beurteilen? Ich weiß es nicht, denn andere schwören darauf. Vielleicht trat der positve Effekt ja nur nicht bei mir auf. Habe ich nicht daran geglaubt? Nein, ich gab Phiten eine Chance. Klar, ich war etwas skeptisch. Aber wer ist das nicht? Doch wenn es nur als Placebo hilft, dann ist es zu teuer (wobei man an günstige Mittelchen wiederum weniger glaubt). Da ich aber bereits seit langem Beschwerden hatte (entzündete Achillessehne und Schmerzen an der LWS), glaubte ich an alles und griff nach diesem Strohhalm. Allerdings ohne Erfolg. Es trat nur eine leichte Verbesserung ein, die aber auch einfach nur auf den natürlichen Heilungsprozess begründet sein könnte. Also doch nur Geldmacherei? Möglich. Vor allem weil ich auf der Herstellerseite keinerlei Informationen über die genaue Wirkungsweise der Produkte bzw. Phiten allgemein finde. Stattdessen wird mit Promis geworben, die die Produkte öffentlich tragen bzw. benutzen. Man findet zwar auch eine Studie, die jedoch (laut Kritikern im Internet) angeblich von Phiten selbst beauftragt wurde und somit nicht unbedingt aussagekräftig ist. Doch wie lautet nun mein Fazit? Nunja, eine richtige Wirkung bzw. Verbesserung verspürte ich nicht. Manchmal soll ja Glauben Berge versetzen. Leider steht mein Berg noch an der selben Stelle. Mag sein, dass die Phiten-Produkte anderen helfen. Mir jedoch nicht. Daher lautet mein Fazit: Fragwürdige und nicht wirklich nachgewiesene Wirkungsweise. Vermeindliche Bauernfängerei? Da möchte ich mich nicht festlegen. Homöopathie wird auch angezweifelt und dennoch berichten viele von unglaublichen Erfolgen, während andere keinerlei Besserung feststellen. Daher muss jeder selbst herausfinden, ob Phiten bei ihm wirkt oder es nur Humbug ist. Ab einem gewissen Grad an Verzweiflung greift man nach jedem Strohhalm und schaut nicht mehr auf das Geld. Wahrscheinlich nutzen genau das die Hersteller solcher Produkte aus, denn der Materialwert beträgt mit Sicherheit nur ein Bruchteil des Verkaufspreises. An sich nicht verwerflich, sofern das Produkt halbwegs hält, was es verspricht. Da sich Phiten diesbezüglich aber nicht wirklich konkret äußert, sind sie fein raus. Der Mythos „Wundermittel ionisiertes Titan“ bleibt jedenfalls weiter bestehen, auch wenn ich ihn persönlich stark anzweifle.

PS: Bei Wikipedia gibt es zu „Phiten“ einen eigenen Eintrag, in dem das Produkt recht kritisch beschrieben wird.

8 Kommentare zu “Test: Phiten

  1. Sinusläufer

    Das Du dich offen der Kritik aussetzt aufgrund deines Glaubens zu diesen Produkten find ich sehr gut. Aber wenn Du hier versucht das Produkt als Testbericht zu verkaufen wie einen Forerunner dann find ich das Quatsch. Sicherlich unterstelle ich dir damit keine Absicht aber es liest sich blöd. Das wäre so als wolltest du nächste Woche katholisch laufen und die Woche drauf mit evangelischem Glauben nur um zu sehen mit welchem du schneller wärst. Ich denke du verstehst wie ich das meine. 🙂

    Ich hab mir damals das Armband gekauft weil ich es Chic fand. Bei Frau Schmidt hab ich es gesehen und direkt toll gefunden. Helfen? Nein,danke! Ich glaube nicht daran somit hilft es auch nicht.
    Doch möchte ich damit die Wirkung nicht anzweifeln. Solange es keinen Gegenbeweiß gibt kann es auch helfen.

  2. Hannes

    Die Wunderwirkung würde ich jetzt in etwa so stark wie die „Wunder“ des Sauerstoffs einstufen. Draußen an der frischen Luft zu sein ist für den Körper eigentlich immer gut – das hilft vermutlich total. Müssten man nur ein paar Studien drüber machen und den Leuten entsprechend verkaufen – nur leider lässt sich mit dem Sauerstoff direkt nicht so einfach Geld verdienen …

  3. Brennr Autor des Beitrags

    @Sinusläufer: Danke für Dein ehrliches Feedback. Du hast recht, es ist eher als ein Erfahrungsbericht, als ein Testbericht zu sehen. Mir fiel es echt schwer, das Ganze so zu formulieren, ohne voreingenommen zu wirken. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll. Aber ich finde, das Produkt kann durchaus zur Diskussion gestellt werden.

    @Hannes: Ha ha, das ist genial! 😆 Wobei diese Sauerstoff-Idee bereits jemand hatte. Ich sag nur „Active O2“… 🙄

  4. ultraistgut

    Also, ich liebe diese Ketten, weil sie mir gefallen, zu mir als Läuferin gut passen, wie ich meine, erhebe keinerlei Anspruch auf irgendwelche Wirkungen, brauche ich auch nicht, da ich keine Beschwerden habe, ich fühle mich gut damit, weil sie mir gefallen und im Gegensatz zu anderem Schmuck relativ preiswert sind. 😎

  5. MischoK

    Ich kann solchen Wundermitteln einfach nichts abgewinnen. Da bleibt mir immer die Frage, wie ein Stück Metall auf dem Körper getragen ein Wunder bewirken soll. 😉 Bin immer offen für neues aber auch äußerst skeptisch und irgendwie passt das doch wieder zusammen…

    Modisch finde ich die Halsbänder aber gar nicht mal so schlecht.

  6. Petra

    Lange hatte ich für meinen ersten Marathon (München 10.10.2010) trainiert und dann beim letzten langen Lauf 2,5 Wochen davor bekam ich ab Kilometer 20 rechts Knieschmerzen. Ich war am Kühlen, bandagieren, salben etc. Geschont habe ich und das Bein auf dem Sofa immer schön nach oben gelegt.
    Gebracht hat es wenig.
    Auf der Marathonmesse bekam ich zufällig zu Testzwecken zwei kleine Phitenpflaster. Am Vorabend hatte ich auch Schmerzen und die halbe Nacht grübelte ich: Starten? Bleiben lassen? Laufen und wenn ja wie? Auf die (anhand des letzten HM) errechnete Zielzeit oder länger?
    Ich entschied mich dann da es mein erster Marathon war und die Schmerzen eben da waren für: Phitenpflaster, laufen und errechnete Zielzeit plus 15min.

    Fazit: Das Knie muckte kurz, danach lief alles super. Zeitlich eine Punktlandung! Und danach kaum noch Knieschmerzen.
    Verrückt aber wahr!

    GRUSS PETRA

  7. Nici

    Hallo,
    Ich habe nach langem Joggen häufig schmerzen in den Knien. Das hängt auch stark von Witterung von Untergrund ab – so wie ich das (denke) herausgefunden zu haben. Mein Arzt hat mir Kniebandagen empfohlen, besonders für die kalten Tage. Wenn die Schmerzen unangenehm stark werden, soll ich es auch mit TENS behandeln. Das klappt soweit ganz gut, mache das jetzt seit ca. 6 Monaten so und es fühlt sich insgesamt deutlich besser an.
    Nici, viele Grüße!

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