Bericht „Mannheim City Loops – Strandbad“

Mannheim City Loops - StrandbadSamstag vor einer Woche fand der zweite Lauf der kleinen „Mannheim City Loops“-Serie statt. Austragungsort war das Strandbad am Rhein im Naturschutzgebiet in Mannheim Neckarau. Auch dieses Mal galt es fünf Kilometer zu bewältigen. Ich hatte mir viel vorgenommen, denn ich war in einer relativ guten Verfassung. Die Bedingungen waren einfach optimal; strahlend blauer Himmel und nicht zu warm.

Dennoch konnte ich im Vorfeld nicht so recht einschätzen, welche Zeit tatsächlich möglich ist. Ich spekulierte auf ein Durchschnittstempo von 4’30“-4’40″/km. Was es letztendlich gelaufen ist, möchte ich nun kurz wiedergeben.

Vor dem Lauf:
Da der Lauf erst um 13 Uhr startete, musste ich nicht extra früh aufstehen. Ich frühstückte drei Scheiben „Leicht & Cross“ mit Honig und richtete meine Laufsachen. Da der Wetterbericht den vorerst letzten schönen Tag vorhersagte, fiel die Entscheidung bei der Kleidung leicht. Doch bei den Schuhen war ich mir nicht sicher. Entweder mein vertrauter „Mizuno Wave Elixir 2“ oder der neue und bisher wenig gelaufene „Brooks Ravenna“. Ich beschloss, beide mitzunehmen und mich vor Ort spontan zu entscheiden. Um kurz vor 12 Uhr fuhr ich los und parkte auf dem Parkplatz vom Strandbad. Im Auto machte ich mich laufbereit und entschied mich für den „Brooks Ravenna“. Mit meinem Rucksack ging ich dann Richtung Strandbad. Dort machte ich ein paar Bilder, gab den Rucksack beim Kleiderdepot ab und lief mich ein wenig warm. Fünf Minuten vor dem Start stellte ich mich in die Startaufstellung. Ein wenig nervös war ich schon.

Der Lauf:
Der Mann am Mikrofon erklärt nochmal kurz den Streckenverlauf. Ich höre nicht richtig zu, da ich mit dem Schnüren meiner Schuhe beschäftigt bin. Dies sollte sich später noch rächen. Jetzt zählt er den Countdown und der Startschuss fällt. Die Läufer vor mir geben gleich gut Gas und ich hänge mich etwas übermotiviert an sie dran. Nach kurzer Zeit geht es auch schon in den Wald. Die Strecke ist asphaltiert und gut ausgeschildert. An kritischen Stellen weisen mir Streckenposten den Weg. Meine Uhr piept und ich sehe eine 4’19“ für den ersten Kilometer auf dem Display. Ok, das war etwas zu schnell. Ich muss ein wenig Tempo rausnehmen. Die Uhr piept ein zweites Mal und ich sehe eine 4’38“. Hm, war das jetzt zu langsam? Egal. Weiter nach Gefühl. Noch immer geht es durch den Wald. Die Strecke ist schön und es sind sogar ein paar verdutzte Spaziergänger unterwegs. Ich halte mein Tempo und fühle mich gut. Der dritte Kilometer ist vorüber und ich lege ein wenig an Tempo zu. Noch läuft alles super. Hoffentlich kann ich es bis ins Ziel halten. Nun geht es wieder aus dem Wald raus Richtung Rheinufer, wo eine Schleife gelaufen werden muss. Meine Uhr piept und der vierte Kilometer ist im Sack. Doch nun bin ich ein wenig irritiert. Bis zum Ziel sind es weit weniger als 1000 Meter. Egal. Ich passiere die Schleife und habe das Ziel vor Augen. Nun schalte ich einen Gang hoch und setze zum Endspurt an. Plötzlich rief mir ein Läufer zu, den ich gerade überhole, dass ich erst am Ziel vorbei und noch eine Schleife laufen muss. Ich bin schockiert. Hätte ich doch bloß vor dem Start richtig zugehört. Den Endspurt bereits halb angesetzt, muss ich nun noch ca. 300 zusätzliche Meter laufen. Ich schalte wieder den Turbo aus und passiere kurze Zeit später die zweite Schleife. Nun wieder den Turbo rein und ab ins Ziel. Ich stoppe meine Uhr und sehe eine 21’25“. Bitte??? 😯 Das kann nicht sein! Oder doch? Aufgrund meiner Trainingszeiten hätte ich eher eine 22’30 vermutet. Aber dazu später mehr.

Nach dem Lauf:
Im Ziel musste ich erst einmal ordentlich durchatmen, da ich echt fertig war. Kurze Zeit später sah ich dann den Läufer wieder, der mich auf das eigentlich Ziel aufmerksam gemacht hatte. Ich bedankte mich bei ihm, denn ohne seinen Hinweis hätte ich vollends mein Pulver zu früh verschossen. An einem kleinen Stand gab es wieder Caps und Energieriegel, was ich auch gleich in Anspruch nahm. Dann schaute ich mir die Details meines Laufs auf meiner Forerunner an und musste feststellen, dass diese den Lauf mit nur 4,76km aufzeichnete. Entweder hatte ich im Wald Empfangsprobleme (was ich jedoch bezweifle) oder die Strecke war zu kurz. Anschließend holte ich meinen Rucksack und begab mich an das Rheinufer. Das Wetter war traumhaft schön und ich hätte ewig dort bleiben können. Doch ich wollte auch nach Hause, da ich großen Hunger hatte. Ich machte noch ein paar Fotos und fuhr dann heim.

Fazit:
Auch der zweite Lauf der „Mannheim City Loops“-Serie war eine schöne Veranstaltung und hat echt Spaß gemacht. Vor allem mit dem Wetter hatten die Veranstalter richtig Glück. Die Stimmung war gut und die Atmosphäre recht familiär. Auch die Organisation war absolut ok und es gab nichts zu beanstanden. Einziger Kritikpunkt ist die Länge der Strecke, denn vom Gefühl her waren es keine 5 Kilometer. Auch andere Läufer meinten, es hätten 200-300 Meter gefehlt. Beim ersten Lauf auf der Pferderennbahn konnte ich es noch verstehen, da man kurzfristig von der Innenbahn auf die Außenbahn ausweichen musste und deswegen eventuelle Abweichungen zustande kamen. Doch hier am Strandbad hätte man die Strecke aufgrund der Schleifen auf den Meter exakt abstecken können. Irgendwie schade, dass ich nun nicht so recht weiß, was ich von meiner Zeit halten soll. Zufrieden bin ich mit meiner Leistung jedoch auf alle Fälle. Laut Ergebnisliste zwar nur 30. von insgesamt 63 und 10. in meiner Altersklasse (20-39 Jahre), aber das interessiert mich eh nicht wirklich. Ich war mit mir zufrieden. Das zählt.

PS: Richtig positiv überrascht war ich von meinem Laufschuh „Brooks Ravenna“, der zum ersten Mal bei einem Wettkampf zum Einsatz kam. Grandiose Passform, leicht, sehr dynamisch und dennoch für mich ausreichend gedämpft. Daumen hoch!

Laufdaten: http://connect.garmin.com/activity/52302847

8 Kommentare zu “Bericht „Mannheim City Loops – Strandbad“

  1. Eddy

    Egal, ob es nun 21 oder 22 Minuten (plus x) waren: in jedem Fall eine absolut beachtliche Leistung, zu der ich Dir gratuliere! Das will ich auch mal schaffen 😉

  2. Hannes

    Glückwunsch zu dem Lauf! Das ist der Grund, warum ich mir am liebsten die offiziell vermessen Läufe heraus suche. Da kann man sich der Streckenlänge sicher sein. In allen anderen Fällen ist die Bestzeitjagd ein heikles Thema.

    Nichtsdestotrotz: Schnell warste!

    PS: Der Ravenna leicht und dynamisch? Bei meiner Auswahl ist er noch eines der Schwergewichte … x)

  3. Evchen

    Glückwunsch nochmal, lieber Christian! Eine nicht offiziell vermessene Strecke finde ich immer…. hm… unschön als gerne mit Zahlen Spielende, aber das Wetterchen war ja wirklich ein Traum.

  4. Chris

    Gratulation zu deinem Lauf. Du hast doch 5 km geschafft und warst so toll in Form! Im Wald gibt es doch schon öfters Probleme mit GPS – auf jeden Fall in meinem.
    Die Brooks habe ich mir im Sommer auch zugelegt. Meine Lieblingslaufschuhe momentan… :mrgreen:

  5. Mario

    Was für herrliche Bilder! Na wenn das keine Laufkulisse ist ….

    Glaube doch einfach mal Deinem Forerunner und rechne Dir die Zeit auf 5km hoch. Oder frage noch einmal beim Veranstalter nach. Lieber ein realistisches Ergebnis als sich Illusionen hinzugeben. Schnell warst Du allemal!

    Glückwunsch!

    Grüße aus „Kölle“
    Mario

  6. Brennr Autor des Beitrags

    @Eddy: Danke! Das schaffst Du auch. Das Gewicht ist mitunter der Schlüssel zum Erfolg. Und da arbeiten wir ja beide dran. 🙂

    @myRoad2Kona: Du meinst den LunarTrainer? Den hatte ich auch im Hinterkopf. War mir aber wegen dem unbekannten Streckenuntergrund im Wald zu heikel.

    @Hannes: Auch wenn der Lauf noch so schön war, ärgert es mich schon ein wenig, dass ich mir bezüglich der Streckenlänge nicht sicher sein kann. Dennoch weiß ich, dass es zumindest mein schnellster Lauf über 4,76km war. 😆
    PS: Ja, für mich ist der Ravenna leicht und dynamisch. Ein Asics DS Trainer ist z.B. nicht viel leichter. Noch leichtere Schuhe haben meist weniger Dämpfung und diese kann ich aufgrund meines Gewichts nicht tragen. Bei Dir sieht das natürlich etwas anders aus. 😉

    @Evchen: Dankeschön! Das Wetter war echt genial. Die Ungewissheit bezüglich der tatsächlichen Streckenlänge ist zwar ärgerlich, aber was solls. Ich weiß, dass ich schnell war. :mrgreen:

    @RunningDan: Das hätte ich wohl besser getan. Es wird mir eine Lehre sein.

    @Chris: Es ist halt die Frage, ob der Veranstalter die Strecke exakt vermessen hat. Andere Läufer meinten ja auch, dass sie kürzer war. Und meine Garmin-Daten zeigen auf GoogleMaps keine Abweichungen von der Strecke auf.

    @Mario: Das habe ich getan und mit einem Schnitt von ca. 4’30“ (laut Forerunner) wäre ich absolut zufrieden. Den Veranstalter werde ich mal anschreiben. Doch ich vermute, dass es ihn nicht interessieren wird. Ich glaube nämlich, dass er mit „schnellen“ 5km-Zeiten mehr Läufer für nächstes Jahr anlocken möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: