Eislaufen

EislaufenAm Samstag hatte ich ganz plötzlich Probleme mit dem Ischias. Die Muskulatur verkrampfte sich immer mehr und die Schmerzen nahmen zu. Also ging ich zum ärztlichen Notdienst und bekam dort eine muskellockernde Spritze. Am Sonntag waren dann die Beschwerden so schnell wieder weg, wie sie gekommen waren. Bewegung tut gut und das Wetter war schön. Also machte ich mich fertig für einen lockeren Lauf. Frau und Kind wollten ein Eis essen gehen. Da meine Strecke bei Kilometer 6 an der Eisdiele vorbeiführt, machte ich einen Zeitpunkt aus, wann ich dort ungefähr ankommen werde, damit ich bei ihnen eine kleine Pause einlegen kann.

Es lief gut. Beängstigend gut, wenn man bedenkt, dass ich in den letzten Wochen keinen richtigen Trainingsrhythmus finden konnte. Ich hatte keinerlei Probleme mit den Bandscheiben oder mit dem Ischias. Auch der Oberschenkel muckte nicht. Nach nicht einmal 31 Minuten kam ich bei der Eisdiele an, wo auch Frau und Kind bereits mit einem Eis am Neckarufer saßen. Das Eis sah so verführerisch aus, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Es war verdammt lecker und die Kühle tat echt gut. Zu viel wollte ich dann aber doch nicht verputzen, da ich ja noch ein paar Kilometer vor mir hatte. Nach etwa 15 Minuten ging es dann wieder los. Eigentlich wollte ich meine 12km-Runde zu Ende laufen, doch es lief so gut, dass ich kurzfristig entschloss, die Runde auf insgesamt 18km zu erweitern. Ich war mir nicht sicher, ob ich das schaffen werde, doch mir war einfach danach. Ich war zwar zu schnell unterwegs, aber es machte mir Spaß. Mag sein, dass es ein wenig leichtsinnig war, doch ich wollte Spaß haben und da mir mein Körper keine Probleme bereitete, tat ich es einfach. Der Lauf tat verdammt gut. Am Ende lief ich die 18 Kilometer in einem 5’25″er Schnitt, was sehr nahe an meiner HM-Bestzeit ist. Ok, ich hatte nach 6 Kilometern eine 15min-Pause und nach 13 Kilometern eine kurze Pinkelpause, aber dennoch bin ich positiv überrascht. Oder lag es einfach nur am Eis? 😉

Dass ich den Lauf auf 18 Kilometer erweitert habe, hat zwei Vorteile. Zum einen hatte ich endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis und zum anderen ist der Heidelberg Halbmarathon in zwei Wochen vielleicht doch noch machbar. Zwar nicht auf Zeit, aber dafür vielleicht zum Genießen ohne Probleme zu bekommen. Mal sehen. Momentan ist bei alles sehr wechselhaft. Mal läuft es super, mal gibt es wieder einen Dämpfer. Daher kann ich gut verstehen, wenn jetzt einige den Kopf schütteln, weil ich vor ein paar Tagen noch voll frustriert war und dann gestern 18 Kilometer gelaufen bin. Ich verstehe es ja selbst nicht. 🙂

12 Kommentare zu “Eislaufen

  1. Din

    Schön, schön, so kann man sich den Lauf auch nett machen! :mrgreen: Ich liebe Eis und sitze nun hier vollkommen erschöpft vom Intervalltraining und am Boden zerstört, da ich mit meinem kompletten Körper Aspahltkontakt hatte 😳 und beneide dich 😯

  2. Thorsten

    Hi ich mal wieder 🙂
    Auf der einen Seite freut es mich wirklich für Dich das Du diese Strecke so bewältigen konntest. Aber die Ursache Deiner Probleme ist nicht entgültig geklärt oder? Daher sei nicht überascht wenn Du wieder Propleme kurz vor einem wichtigen event bekommst. Vielleicht solltest Du mal einen Physioterapeuten aufsuchen um abklären zu lassen ob nicht eine erhebliche Muskeldysbalance an Deiner Misere schuld ist. Sonnst kommt immer mal wieder ne Einschränkung und Du wirst Dir immer mehr gedanken machen warum das oder jenes an Deinem Körper nicht funktioniert.
    Alles Gute

    Thorsten

  3. Mario

    Ist wahrscheinlich auch immer ein wenig „Kopfsache“, wie man(n) den aktuellen Gesundheitszustand bewertet. Verbuche diesen Lauf zu den „guten Lauferlebnissen“. 😉

    Und schau lieber mal nach, ob das Eis nicht auf der Dopingliste steht …. 😯

  4. RunningDan

    Freut mich sehr, dass du problemlos laufen konntest. Und jetzt wissen wir auch alle, dass Eis leistungssteigernd ist. 😉 Ich denke mal, dass es sinnvoll ist, bei deinen kommenden Einheiten nicht immer Vollgas zu geben und vielleicht lieber einen Gang zurück zu schalten als drauf zu legen. Den Ehrgeiz vielleicht doch noch etwas zügeln.

  5. Ruben

    Sehr schön. Jetzt nur nicht übertreiben und weiter gehts… ich drücke dir beide Daumen, dass es mitm dem SAS-HM noch klappt und du Beschwerdefrei bleibst.

  6. Steffen

    Mensch Christian,
    Es freut mich sehr nach langer Zeit diesen Bericht lesen zu können und zu lesen, dass dein Körper scheinbar nach Kilometern schreit! …und vor allem Frei von Beschwerden bleibt!

    Also wenn du mich fragst, nach dem ja schon fast entspannten 18er, kenn der Hm in Heidelbergp doch völlig entspannt angegangen werden!

    Alles Gute und nur Mut,
    Steffen

  7. Andreas

    Jetzt musst du nur noch dafür sorgen, dass beim Halbmarathon an den Verpflegungsstellen auch Eis ausgegeben wird 😉

    Schön, dass es so gut bei dir lief. Genieße deinen Halbmarathon einfach, ohne an irgendwelche Zeiten zu denken, denke nur an das Eis danach…

  8. Brennr Autor des Beitrags

    @Laufhannes: Danke! Alle drei Dinge werde ich tun (oder versuche es zumindest).

    @Henrik: Deinem Optimismus kann ich mich leider nicht ganz anschließen. Meiner Bandscheibe traue ich Sprünge von Heuballen noch nicht so recht zu. 😐

    @Din: Beim nächsten Mal einfach die Eisdiele mit in die Route aufnehmen.. 😉

    @Chris: Ich glaube auch. 😆

    @Chris: Mal sehen, ob das nicht nur eine Eintagsfliege war, weil ich ja ausgeruht war. Selbst wenn nicht, darf ich den Rücken nicht vernachlässigen. Da stimme ich Dir zu.

    @Thorsten: Da gebe ich Dir absolut recht. Deswegen werde ich mich diesbezüglich demnächst untersuchen lassen. Ich vermute, dass das eine Bein etwas länger ist. Ich werde berichten.

    @Mario: Solange es nicht die Geschmacksrichtung „Anabolika“ gibt.. 😉

    @RunningDan: Immer Vollgas ist nicht gut. Aber wenn es mal überraschend gut läuft, dann lasse ich es auch mal gerne laufen. 😀

    @Ruben: Wäre schön, wenn das echt noch klappen würde. Ist nämlich ein Lauf für’s Auge.

    @Steffen: Ganz so entspannt war der 18er nicht, wenn ich ehrlich bin, da ich das Tempo schon hochhalten wollte, nachdem ich merkte, dass es gut lief. Dennoch bin ich guter Dinge, dass ich den Heidelberg HM zumindest halbwegs entspannt werde laufen können.

    @Andreas: Eis gibt es meines Wissen nicht, dafür aber einen Bierstand bei Kilometer 17. 😛

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