Bericht „Hockenheimringlauf 2011“

Hockenheimringlauf 2011Am 1. November nahm ich am Hockenheimringlauf teil, wofür ich bei Orthomol Sport einen Startplatz für das Orthomol Team gewonnen hatte. Dies war ein schönes Trostpflaster, da ich ja nicht wie geplant den Frankfurt Marathon laufen konnte. Für einen 10er war ich inzwischen fit genug. Und da Hockenheim bisher ein gutes Pflaster für mich war, sollte eine gute Zeit (eventuell sogar PB?) durchaus möglich sein.

Der Hockenheimring liegt quasi vor meiner Haustür, daher habe ich mir bzgl. der Anfahrt keinen Kopf machen müssen. Am Abend zuvor hatten wir Gäste und es gab Raclette. Nicht gerade die ideale Mahlzeit am Abend vor dem Wettkampf. Doch ich nahm mir vor, das Ganze locker anzugehen, um nicht zu verkrampfen. Da der Start um 10:20 Uhr war, musste ich auch nicht extrem früh aufstehen. Recht entspannt fuhr ich am Wettkampfmorgen los.

Beim Orthomol-Gewinnspiel war nicht nur ein Startplatz dabei, sondern auch ein Treffen mit Sabrina Mockenhaupt, sowie einem Startbeutel, u.a. mit signiertem Laufshirt. Die Chance wollte ich nutzen und mich bei Mocki nochmal persönlich für ihre Teilnahme und Spende bei meiner Aktion „Run4Japan“ bedanken. Sie war am Stand von ihrem Sponsor Orthomol und schrieb fleißig Autogramme. Dabei war sie sehr geduldig, nett und locker drauf. Allerdings konnte man nicht übersehen, dass der Frankfurt Marathon zwei Tage zuvor ihre Spuren hinterließen. Sie war nicht ganz so gut zu Fuß. Ursprünglich war angedacht, dass sie auch starten sollte. Doch daraus wurde verständlicherweise nichts.

Ich zog mich um, lief mich ein wenig warm und begab mich zum Startbereich. Als Mitglied des Orthomol-Teams durfte ich in der ersten Reihe starten. Zwar recht weit außen, aber immerhin. Mocki kam mit dem Fahrrad und bekam die Startpistole. Und dann ging’s auch schon los auf die 10 Kilometer.

Der Startschuss fällt und ich renne los. Natürlich viel zu schnell. Egal, ich starte schließlich aus der ersten Reihe und möchte niemanden aufhalten. Außerdem macht es richtig Spaß. Dennoch, der erste Kilometer ist mit 4:13 einfach zu schnell und ich muss mich bremsen, ansonsten werde ich spätestens in der zweiten Runde einbrechen. Ich finde überraschend schnell meinen Rhythmus und meine Kilometerzeiten bewegen sich knapp unter 4:30. Ein klarer Kurs auf eine neue Bestzeit (< 44:47)! Die Strecke ist schnell, auch wenn sie mir nicht völlig eben vorkommt. Sie hat zwar keine große Steigungen oder Gefälle, doch an einigen Stellen zieht es sich ganz leicht hoch. Zumindest empfinde ich es so. Außerdem bremsen einen die Kurven ein wenig aus. Vor allem die Sachs-Kurve macht mir zu schaffen. Auch nicht ohne war der Wind, der an manchen Gerade fies entgegen kam. Egal, ich möchte eine neue PB und versuche das Tempo zu halten. Es geht auf die Zielgeraden, wo gleich die zweite und letzte Runde eingeläutet wird. Plötzlich höre ich, wie mirjemand zuruft. Meine Frau ist mit den Kindern da und sie feuern mich an. Ich winke kurz zurück und laufe motiviert weiter. Damit habe ich nicht gerechnet und darum freut es mich um so mehr. Noch kann ich das Tempo von knapp unter 4:30 halten. Doch so langsam tut's weh. Kilometer 7 und 8 sind nicht einfach. Ich setze mir kleine Zwischenziele bzw. suche mir Läufer aus, die ich einholen möchte. So halte ich auch weiterhin mein Tempo und habe nur noch zwei Kilometer vor mir. So langsam erhöhe ich mein Tempo und laufen Kilometer 9 in 4:23. Eine neue Bestzeit ist tatsächlich möglich! Allerdings muss ich hierfür den letzten Kilometer mindestens ähnlich schnell laufen. Doch beim Zielsprint konnte ich bisher immer gut beschleunigen und so sollte einer neuen Bestzeit nichts im Wege stehen. Oder etwa doch? Die Sachs-Kurve taucht vor mir auf. Es geht leicht bergab in die spitze Kurve hinein, danach langgezogen leicht aufwärts. Nicht einfach, vor allem nicht auf dem letzten Kilometer. Egal, ich kämpfe. Ich versuche noch etwas mehr zu beschleunigen, ohne frühzeitig alles zu geben. Damit möchte ich bis zur letzten Kurve, ca. 300 Meter vor dem Ziel warten. Die letzte Kurve kommt und ich weiß, dass ich nun Gas geben muss, um meine neue Bestzeit sicher nach Hause zu bringen. Ich beschleunige und beschleunige. Es tut weh und mein Magen zieht sich nach und nach schmerzhaft zusammen. Doch es ist nicht mehr weit. Ich hole das letzte aus mir raus und beschleunige bis auf 2:48/km! Jaaaa, ich habe es geschafft! 44:34 - Die neue Bestzeit ist im Sack! Im Ziel musste ich erst einmal an der Seite ordentlich durchatmen. Ich war kurz davor, mich zu übergeben. Der Zielsprint gab mir den Rest. Aber die Strapazen hatten sich gelohnt. Nach der neuen HM-Bestzeit im September, nun die zweite neue Bestzeit in diesem Jahr. Ich bin mehr als zufrieden! Im Ziel wartete meine Familie auf mich und wir begaben uns zum Orthomol-Stand, wo Mocki weiter Autogramme schrieb bzw. man sich mit ihr zusammen fotografieren lassen konnte. Ich wollte noch eins für meinen Junior abgreifen und zudem meine Orthomol-Team-Medaille abholen. Danach aßen wir noch ein Stück Kuchen und machten uns auf den Heimweg. Ich wollte mich schließlich bei dem kühlen Wind nicht schon wieder erkälten. Zu Hause erfuhr ich dann die genaue Zielzeit und war überglücklich. So kurz nach der krankheitsbedingten dreiwöchigen Laufpause bereits wieder eine Bestzeit. Was ist da erst mit einer gezielten Vorbereitung möglich? Ich freue mich auf 2012! >>Details zum Lauf< <

5 Kommentare zu “Bericht „Hockenheimringlauf 2011“

  1. Mario

    Super!

    Herzlichen Glückwunsch!

    Du warst konzentriert, aber nicht verbissen. Das war diesmal der Weg zum Erfolg. Und Deine Grundfitness ist top! Sonst wären solche Leistungen ohne direkte Vorbereitung kaum möglich.

    Klasse!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. Laufhannes

    Bestzeit ist Bestzeit und darüber darf man sich freuen. Glückwunsch noch einmal!

    Aber du merkst ja selbst schon ganz richtig an, dass das noch nicht deinem möglichen Leistungsvermögen entspricht.

  3. Chris

    Meinem Empfinden nach wirkten sich die Kurven positiv auf die Geschwindigkeit aus. Ich habe die Kurven extra auf der Ideallinie und sehr eng genommen, dank der der Fliehkräfte bin ich dann jeweils mit Geschwindigkeitsüberschuss auf die Gerade gekommen und konnte reihenweise Mitläufer zu Statisten degradieren. Etwas Spaß braucht man ja zur Motivation, damit der Ärger über die Kurvenschneider, die neben den Curbs gelaufen sind, nicht überhand nimmt.

  4. Din

    Herzlichen Glückwunsch!

    Einfach mal eine Bestzeit aus dem Ärmel geschüttelt. Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht, wenn du dich gezielt auf die nächsten Läufe vorbereitest. Das war ja jetzt schon ein beachtliches Tempo für einen 10er.

    Ein Start aus der ersten Reihe ist sicher erste Sahne bei so einem Lauf, egal ob rechts oder links.

  5. Flo

    So eine dreiwöchige Zwangspause scheint Wunder zu wirken, bei mir war es vor dem Baden Halbmarathon ähnlich. Da hast du ja auch deine PB verbessert. Scheinbar müssen wir zusammen antreten, denn auch ich habe in Hockenheim meine PB über 10 km verbessert.

    Also nochmal (wenn auch drei Wochen später) Glückwunsch und auf neue Bestzeiten in KA und Hockenheim 2012! 🙂

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