(Ver)laufen im Wald

© andreiuc88 - Fotolia.comHeute wollte ich mal wieder in den Wald. Ich kann im Moment meine üblichen Hausstrecken nicht mehr sehen. Abwechslung war angesagt. Also zog ich meine Brooks Adrenaline ASR 7 an und startete gegen 15 Uhr meinen Lauf. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie lange bzw. wie weit ich laufen möchte. Dies wollte ich spontan entscheiden. Zunächst lief ich eine kleine Runde, die ich schon einmal gelaufen war.

Dann wollte ich jedoch neue Wege erkunden und verließ mich auf die Zahlen an den Bäumen, die unterschiedliche Routen kennzeichnen. Leider sind diese zum Teil so verwirrend oder auch gar nicht angebracht, dass ich mich doch tatsächlich verlaufen hatte. Anfangs machte ich mir noch keinen Kopf. Doch irgendwann wurde es schlagartig kälter und die Sonne ging langsam unter. Nun machte ich mir doch ein wenig Sorgen, ob ich noch rechtzeitig aus dem Wald finde, bevor es dunkel wird.

Eine Stirnlampe oder gar ein Handy hatte ich nicht dabei. Hinzu kam, dass ich seit einer Weile niemanden mehr gesehen hatte. Zwar bin ich derzeit recht fit, dennoch war mir etwas mulmig. Was ist, wenn ich umknicke? Was ist, wenn es dunkel wird und ich noch nicht zurück gefunden habe? Im Sommer ist das nicht so wild, aber im Winter mit der Kälte und der früh einsetzenden Dunkelheit ist das echt nicht ohne.

Letztendlich habe ich aber doch noch rechtzeitig (kurz vor 17 Uhr) und erleichtert aus dem Wald gefunden, auch wenn ich mich öfter mal orientieren musste und falsch abgebogen bin. Spontanität ist gut, aber im Winter sollte man sich doch ein wenig Gedanken machen, vor allem wenn es in den Wald geht.

PS: Der Lauf an sich war klasse und es tat richtig gut, mal in einer anderen Umgebung unterwegs zu sein. Zwar mal wieder mit 5’16″/km deutlich zu schnell, aber das lag am Ende auch daran, dass ich rechtzeitig zurück komme.

10 Kommentare zu “(Ver)laufen im Wald

  1. Marek

    Ja, das ist nicht lustig. Ich kann es gut nachempfinden. Mir ist das einmal im Sommer passiert und das in einem nicht sehr großen Wald. Aber wenn man eben die Strecke nicht kennt, sieht plötzlich alles gleich aus und man biegt schnell falsch ab. Und wenn es dann dunkel wird, bekommt man fix Panik und will einfach nur noch aus dem Wald raus. Ich habe damals erstmals die „Zurück zum Start“ Funktion des FRs benutzt. Das ging halbwegs gut damit. Zu irgendwas müssen doch die Spielzeuge auch gut sein! :mrgreen:

  2. Thomas Dahmen

    Ich sehe normalerweise nie jemand auf meinen Laufstrecken. Habe aber auch noch nicht daran gedacht, was wäre, wenn ich umknicke… Naja ich denke ich würde auf einem Bein heim humpeln oder auf allen Vieren… Aber gegen alles kannst ja nie vorgesorgt haben. Es ist immer ein bisschen Abenteuer dabei. Ich mache mir vielmehr Sorgen dass mir keine Wildschweine begegnen…

    Sport frei!
    Thomas

  3. Ruben

    @Thomas: Du machst dir sorgen, dass dir KEINE Wildschweine begegnen? Respekt!

    Ja Christian, das mit dem Umknicken habe ich mir auch schon oft, sehr oft überlegt…

  4. Gustav

    Manchmal bist du schon eine kleine Memme.
    Natürlich geht man nicht mit Handy laufen, es ist auch nicht schlimm mal etwas länger zu laufen und endlich mal alleine zu sein. Umknicken etc. sind kalkulierte Risiken bei dieser Sportart, sonst könnte ich auch gleich auf dem Sofa bleiben.
    Solange du nicht ausversehen einen Marathon läufst, nicht ohne Lampe auf den wildesten Trails unterwegs bist und nicht verdurstest ist alles halb so wild.

  5. Brennr Autor des Beitrags

    @Gustav: Naja, wenn ich irgendwo im Wald umknicke, nicht mehr laufen oder gehen kann, die Dunkelheit einsetzt, die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen und keiner genau weiß, wo ich bin, dann ist das gefährlich und hat meiner Meinung nach nichts mit Memmenhaftigkeit zu tun. 😐

  6. Ruben

    Allerdings ist deine Route wirklich sehr Human… nie weiter als 2km von irgendwelcher Zivilisation entfernt, also hier im Schwarzwald oder anderen landesteilen sind das, wenns hart auf hart kommt, ganz andere Entfernungen

  7. Brennr Autor des Beitrags

    @Ruben: Ja, im Nachhinein gesehen, war ich tatsächlich nie weit von Zivilisation entfernt. Aber während des Laufs kam es mir nicht so vor. Das ist ja das Problem, wenn man sich verlaufen hat. 😉 Im Sommer wäre es mir auch wurscht, aber im Winter kann es unangenehm werden.

  8. Jana

    Verlaufen habe ich mich auch schon, zum Glück im Sommer. Aber noch viel schlimmer sind, zumidest für mich, tatsächlich die Wildschweine. Meine letzte Begegnung mit denen ist erst ein paar Wochen her. Da kam eine ganze Rotte ca. 30 vor mir von links aus dem Wald und hatte es Gott sei Dank so eilig, daß sie mich nicht bemerkt haben. Das brauch ich nicht öfter.

  9. Chris

    Wenigstens musstest du nicht 12 Mal im Kreis laufen…
    Mir ist das im Winter auch mal passiert. Da waren dann aber Spaziergänger, die ich nach meiner Position fragen konnte.
    Beim Garmin Forerunner könnte man sich notfalls wieder nach Hause lotsen lassen – habe das aber noch nie ausprobiert. Ob das im Notfall klappen wird? 🙄

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