Projekt 42: Woche 7

The Answer to Life, the Universe, and Everything! Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Answer_to_Life.png WM CommonsDie bisher härteste Woche meiner Marathonvorbereitung liegt hinter mir. Mit 82,36 Kilometern habe ich zugleich einen neuen persönlichen Wochenrekord aufgestellt. Aber nach der etwas unbefriedigenden Woche zuvor war dies nicht nur physisch, sondern auch psychisch nötig. Es war hart, aber bis zum Marathon sind es nur noch drei Wochen und ausruhen kann ich mich in der Tapering-Phase immer noch.

Da ich den Halbmarathontest vorgezogen hatte, musste ich den Plan ein wenig anpassen. Aufgrund der ausgefallenen langen Einheit am Sonntag zuvor, hatte ich den Plan dann zusätzlich noch ein wenig verschärft.

Zunächst einmal der ursprüngliche Plan für die 7. Woche:
Projekt 42 - Woche 7

Und hier meine angepasste Version der 7. Woche (neu – Änderungen blau):
Projekt 42 - Woche 7 *neu*
Das Stabilitätstraining habe ich ergänzend zum Plan an den freien Tagen eingebaut.

Die erste Einheit der Woche war die einzige, die mit dem alten Plan übereinstimmte. Das Intervalltraining an sich war nicht das Problem, sondern eher, wie ich die 17 Kilometer in meinen Tagesablauf unterbekomme. Da ich an dem Tag von Zuhause arbeitete, konnte ich die Einheit morgens laufen, was auch sehr angenehm war.

runalyze.de17,21 km Intervalltraining am 02.10.2012

1:29:435:13/km139bpm4 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/ol



Ich hatte lange überlegt, wie ich den verpassten langen Lauf vom vorangegangen Sonntag nachholen bzw. ausgleichen könnte. Da am Mittwoch Feiertag war, hätte ich theoretisch die Zeit dazu gehabt. Diese hatte ich dann doch nicht und die Einheit am Tag zuvor hatte ich auch noch in den Beinen. Also entschloss ich mich für ein Mittelding. Ob es für den Körper die richtige Entscheidung war, weiß ich nicht. Für die Psyche tat der Lauf zumindest gut.

runalyze.de23,12 km Dauerlauf am 03.10.2012

2:05:185:25/km139bpm15 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/om



Nach den beiden anspruchsvolleren Einheiten zuvor, war nun ein Regenerationslauf angesagt. War auch ganz gut so, denn die doch etwas müden Beine fühlten sich danach ein wenig besser an.

runalyze.de9,88 km Regenerationslauf am 05.10.2012

1:01:426:15/km125bpm5 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/on



Vor der letzten Einheit der Woche hatte ich am meisten Respekt. Einerseits wegen der Distanz (2km mehr als ursprünglich geplant), andererseits wegen den 5km Endbeschleunigung, um die ich die Einheit ergänzt hatte. Und dann war da auch noch das etwas höhere Tempo, als in den Wochen zuvor. Doch am schlimmsten empfand ich auf den ersten 27km (neben den unerklärlichen 4-5 Pinkelpausen) die Zeit. Mir war einfach langweilig. Die abschließenden 5km Endbeschleunigung waren dagegen eine willkommenen Abwechslung. Allerdings musste ich nach den ersten Metern kurz anhalten, da mein Oberschenkel verkrampfte. Danach ging es aber wieder und ich beendete die Einheit planmäßig.

runalyze.de32,15 km Langer Lauf am 07.10.2012

3:01:345:39/km134bpm32 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/oo



Fazit: Die letzte Woche war hart und die 82km spüre ich schon ein wenig in den Beinen. Die kommende Woche wird ähnlich hart, bevor es dann langsam in die Tapering-Phase geht. Ich hoffe nur, dass ich verletzungsfrei bleibe, denn die Belastung ist gestiegen. Aber auch sonst wird es so langsam grenzwertig. Das Verständnis meiner Familie ist mittlerweile vollends weg und ich bin zum Entschluss gekommen, dass dies vorerst mein letzter Marathon für eine ganze Weile sein wird. Der Aufwand ist einfach zu hoch. Um so schöner wäre es, wenn in Frankfurt eine vernünftige Zeit herauskommen würde. In drei Wochen bin ich schlauer.

13 Kommentare zu “Projekt 42: Woche 7

  1. Tobias

    Wow, ich bin echt beindruckt. Ich selber laufe nur maximal 10 km, aber selbst in Planung auf den Marathon klingen über 80 Kilometer nach einer Menge Holz 😉

    Und jetzt wo du so kurz vorm Ziel bist ziehste das durch. Und nach dem Wettkampf überkommt einen doch wieder das altbekannte Gefühl, noch einen Marathon zu machen :mrgreen:

    Sportliche Grüße

  2. Supermario72

    Hallo Christian,

    schöne Woche! Sieht doch gut aus!

    Halt durch – nur noch 3 Wochen! Das mit der Familie kenne ich auch. Aber besser als wenn Du nach Arbeit erstmal in die Kneipe gehen würdest und am Wochenende mit den Kumpels abhängst. Du treibst ambitioniert Sport – das ist gut und richtig!

    Alles Gute weiterhhin!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  3. Landschaftsflitzer

    Ich wünsche dir viel Erfolg auf den letzten Kilometern deiner Vorbereitung. Echt schade, dass du gegen so viele Sachen ankämpfen musst. Sollte der Sport doch auch zur Erholung dienen.
    Extrem schade finde ich, dass das Verständnis deiner Familie weg ist. Ein starker familiärer Rückhalt ist wichtig. Zumal sie ja auch etwas davon haben.
    Ich drücke dir weiter die Daumen, dass du verletzungsfrei durch die letzte Vorbereitung kommst.

  4. Martin

    Sehr umfangreiche Woche. Wie ich es mir gedacht habe, lief es bei mir nicht so gut mit den Umfangsteigerungen. zunächst hatte ich Probleme mit einem Hüftbeuger. Als die dann weg waren, versuchte ich die Umfänge zu steigern, meine umfangreichste Woche hatte knapp 70 km. Da fingen die Knieprobleme an. Tja, nun hab ich in der wichtigesten Woche des Marathontrainings nicht ganz voll durchziehen können und die Knieprobleme wurden stärker, das Tapering hat so schon 3 Wochen vor dem Marathon angefangen O.o. Ich hab nur einen Lauf von ~30km gemacht. Damit kann ich mir im Gegensatz zu dir die 3:30 höchst wahrscheinlich abschminken. Ich wünsch dir jedenfalls, dass die den Umfang noch eine Woche frei von Verletzungen durchziehen kannst. Dann steht deiner Zielzeit von der Vorbereitung her nichts mehr im Wege, würde ich behaupten. Viel Glück und Spaß!

  5. ultraistgut

    Und nun zu dir, sagte ich ja schon, dass ich deine Vorbereitungen verfolge, und ich stehe immer noch zu meiner Meinung, ohne dass ich sie unbedingt wiederholen muss.

    “ Das Verständnis meiner Familie ist mittlerweile vollends weg und ich bin zum Entschluss gekommen, dass dies vorerst mein letzter Marathon für eine ganze Weile sein wird „.

    Das kann ich gut nachvollziehen – und alleine der Einfluss dieser sicherlich nicht immer guten Stimmung wird sich auch nicht gerade positiv auf deine Lauferei auswirken.

    Daher immer noch mein Rat: Nimm es leicht, laufe, dein Körper wird sich an das erinnern, was er “ gelernt “ hat , und er wird dir auch signalisieren, wo seine Grenzen sind, aber das weißt du ja alles.

    Aus meiner Sicht hast du zu wenig lange Läufe, und das könnte dir hinsichtlich der angepeilten Zeit das Genick brechen.

    Nimm‘ es leicht, freue dich auf den grandiosen Zieleinlauf in die Messehalle, es gibt keinen schöneren – und wenn du später als geplant im Ziel einläufst, aber glücklich, ist das aus meiner Sicht mehr wert, als jetzt mit aller Gewalt das gesteckte Ziel erreichen zu müssen. Was sind schon Zeiten – das habe ich im Laufe der vielen Jahre gelernt – Spaß muss es machen und vor allem vereinbar mit dem persönlichen Umfeld.

    Viel Glück ! 😎

  6. Running Twin Marek

    Christian investier doch die Zeit, die du für solche langen Blogeinträge brauchst, lieber ins Training. Und was die Family betrifft: was hast du denn erwartet, dass sie dir bei jedem Lauf die Wasserflasche hinterherträgt und das Powergel reicht? Bleib doch ein wenig realistisch und vor allem: nicht zu verbissen. Je mehr Druck du dir selbst machst, umso verkrampfter wird die ganze Aktion. Und der Punkt mit den langen Läufen, der ist ja bekanntermaßen diskutabel. Ich wünsch dir weiterhin Durchhaltevermögen!

  7. Alexander

    Hallo, ich (M 42) lese schon längere Zeit Deine Blog. Ich selbst hab Anfang 2011 nach mehrjährigem „Jogging“ mit Wettkämpfen angefangen. Seitdem bestritt ich 6 Halbmarathons, mehrer 10.000er und auch kleinere Läufe wie den JP Morgan. Meine Zeit konnte ich von 2.00 h auf nunmehr 1:42 (HM) steigern. Im Moment trainiere ich auch für den (für mich ersten) Frankfurt Marathon. Allerdings sollte man sich die Ratschäge (u.a. von Steffny) sehr zu Herzen nehmen. Ich wollte in FFM auch 3:30 laufen (nach Trainingsplan). Allerdings ist dies ein äußerst ehrgeiziges Ziel (empfohlen wurden entsprechend der HM Zeit 3.45-4:00). Durch die hohe körperliche Belastung und die zunehmend kalte Witterung habe ich mir dann mitte September eine fast 3 Wochen andauernde Erkältung mit Nasennebenhöhlenentzündung zugezogen. Bin jetzt wieder eingestiegen und arbeite meinen 3 Wochen Rest- Plan ab (ohne irgendwas nachzuholen). Allerdings jetzt mit dem realistischen Ziel von 4.00 und Hauptsache ich komme überhaupt durch. Fazit: Zu viel Ehrgeiz schadet der Gesundheit und wirft Dich zurück. Und am Ende muss man immer eine Aufwand- und Nutzenrechnung durchführen. Ist es wirklich wichtig 15 Minuten früher oder später durchs Ziel zu kommen ? Wir werden immer Amateure bleiben (auch bei 3:30), also Teil einer Masse von Tausenden. ….Noch ein Tipp: Gerade jetzt im Herbst ist es wichtig nach jedem Lauf sofort unter die Dusche zu springen und sich danach warm einzupacken – auf keinen Fall dürfen die verschwitzten Klamotten auf dem Körper auskühlen ! Wünsche Dir viel Erfolg und schraube einen Gang zurück !

  8. Brennr Autor des Beitrags

    @Tobias: Wenn ich es jetzt nicht durchziehen würde, wäre ich schön blöd. Aber auch wenn ich im Ziel glücklich sein sollte, wird es vorerst keinen Marathon geben. Das habe ich meiner Frau versprochen.

    @Supermario72: Sicher ist es besser, als wenn ich in der Kneipe abhänge. Noch besser wäre es jedoch, wenn ich meine Frau bzw. Familie mehr unterstützen könnte. Und das passt mit einer Marathonvorbereitung nicht zusammen.

    @Landschaftsflitzer: Bei einer Marathonvorbereitung ist die Erholung glaub ich außen vor. Meine Familie kann ich schon verstehen. Sie müssen oft auf mich verzichten. Und was haben sie davon? Dass ich generell laufe, ja. Aber vom Marathon?

    @Martin: Danke. Verletzungsfrei zu bleiben ist verdammt wichtig. Ich hoffe, dass bei Dir trotzdem alles klappt.

    @ultraistgut: Zu wenig lange Läufe? Ich habe in den letzten 9 Wochen 8 Läufe zwischen 23-28 km absolviert, 2x 30-32km, sowie einen Wettkampf-HM. Nun kommen noch ein weiterer Lauf über 32km, sowie ein 25km-Lauf. Ok, die ganz langen Kanten sind nicht all zu viele, aber die RunningTwins haben mit weniger ihr Ziel erreicht.

    @Running Twin Marek: Die Blogeinträge schreibe ich im Zug. Abends habe ich dazu nicht die Zeit. Und was das Verständnis der Familie betrifft, so habe ich die Vorbereitung nicht unterschätzt, sondern mich bzgl. den aktuellen Umständen verschätzt. Aber das konnte ich im Vorfeld nicht ahnen.

    @Alexander: „Ist es wirklich wichtig 15 Minuten früher oder später durchs Ziel zu kommen?“ – Ja, für mich schon. Wenn ich schon Zeit opfere und mich quäle, dann möchte ich auch das Optimum rausholen. Sicher lande ich mit meiner Zeit irgendwo im Nirgendwo. Aber ich laufe die Zeit für mich. Und mir ist sie wichtig. Bei bestimmten Läufen kann ich Deine Einstellung teilen. So bin ich den Heidelberg HM auch einfach mal nur genießend gelaufen, weil die Strecke so schön ist. Aber genrell bin ich ein Wettkampftyp, der sich stets verbessern möchte. Und das macht mir Spaß. Sollte in FFM keine Sub 3:30 rauskommen, wird für mich keine Welt zusammenstürzen, sofern ich mein Bestes gegeben habe. Mein Ziel ist ambitioniert, aber das muss es für mich auch sein, ansonsten bereite ich mich halbherzig vor.

  9. Midlifecrisis

    Eine so konsequente Vorbereitung kommt mir sehr bekannt vor. Ich hab’s vor Hamburg getan und das angepeilte Ziel erreicht.
    Übrigens hatte ich damals nur zwei Läufe über 32 km in der Vorbereitung. Das genügte zu meiner – und Margittas – Überraschung problemlos.

    Ich drücke die Daumen!

    Rainer 😎

  10. Chris

    Halte durch und zieh es durch! Gratulation zu deinen über 80 Laufkilometern. Alles Erwähnte sind Begleiterscheinungen eines zielorientierten Marathon-Trainings. Habe mich echt auch gewundert, wie oft du trotz deinen immensen Trainingsumfängen zum Schreiben kommst, aber wenn du das auf deinem Arbeitsweg erledigen kannst – umso besser. Dann bist du jeweils zuhause schon wieder „scharf“ auf dein nächstes Training.

  11. Andreas

    Ziemlich genau deinen Trainingsplan habe ich auch schon mal „durchgezogen“, und auch die Probleme/Sorgen der Familie kenne ich gut (habe dieses Jahr deswegen mit dem jährlichen Marathon ausgesetzt). Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!

    Nur ein Missverständnis möchte ich aufklären: Man kann schon mal kurz vor dem Marathon eine unverhoffte Erkältung oder Ähnliches bekommen. Wenn man sich allerdings verletzt, so ist das meiner Meinung das sicherste Zeichen dafür, dass das absolvierte Marathon-Training zu viel war und man eben (in diesem Jahr) nicht auf dieser Leistungsstufe mit den entsprechenden Umfängen und Geschwindigkeiten ist. Wenn mal also die Trainings-Höhepunkt-Woche mit Ach und Krach schafft und sich dann verletzt, war irgendetwas falsch…

    Ich wünsche dir, dass das nicht eintrifft und du deine Vorbereitung locker und verletzungsfrei abschließt und entspannt „taperst“!

  12. Brennr Autor des Beitrags

    @Midlifecrisis: Danke! Tut gut zu hören, dass es auch klappen kann. 🙂

    @Wiesel: Oh ja, danach wird ein paar Gänge runtergeschalten.

    @Chris: Ich würde (und müsste) mehr schreiben, aber das muss momentan einfach warten. Alles auf einmal geht nicht.

    @Andreas: Im Moment sieht alles gut aus. Die Beine spielen mit und es deutet sich keine Verletzung an. Hoffentlich bleibt das auch die nächsten 10 Tage noch so.

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