Projekt 42: Woche 8

The Answer to Life, the Universe, and Everything! Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Answer_to_Life.png WM CommonsDie siebte Woche empfand ich schon als hart, doch auch die vergangene achte Woche hatte es in sich. Mit 78,78 Kilometern zwar geringfügig weniger an Umfang, dafür jedoch unter der Woche stressiger und der lange Lauf am Wochenende härter. Dieses Mal hatte ich erste Motivationsprobleme. Mir wird die Vorbereitung langsam zu viel. Und zwar nicht aus physischen, sondern aus organisatorischen Gründen.

Die Plananpassung habe ich weiter fortgeführt und so war die Woche etwas anspruchsvoller, als der ursprüngliche Plan vorgegeben hatte. Allerdings habe ich bei zwei Einheiten unter der Woche die geforderten Kilometer nicht ganz erreicht, aber diese waren eh nur als Auslaufen gedacht.

Zunächst einmal der ursprüngliche Plan für die 8. Woche:
Projekt 42 - Woche 8

Und hier meine angepasste Version der 8. Woche (neu – Änderungen blau):
Projekt 42 - Woche 8 *neu*
Das Stabilitätstraining habe ich ergänzend zum Plan an den freien Tagen eingebaut.

Nach dem langen Lauf mit Endbeschleunigung am Sonntag war erst einmal ein langsamer 10km-Lauf angesagt. Vielmehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Recht unspektakulär.

runalyze.de9,96 km Dauerlauf am 09.10.2012

59:055:56/km125bpm5 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/op



Wesentlich spannender wurde es dann bei der zweiten Wocheneinheit. Zwar sind 90 Minuten in 6 min/km plus abschließende Steigerungen nicht das Problem, doch die Zeit nach Feierabend unterzubringen dagegen schon. Und so musste ich mit Stirnlampe um 20:15 Uhr raus in die Dunkelheit und spulte die geforderten Kilometer ab. Einen Auslaufkilometer ließ ich jedoch aus, da ich irgendwann keinen Bock mehr hatte.

runalyze.de16,95 km Dauerlauf am 11.10.2012

1:40:445:57/km133bpm4 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/oq



Während ich am Abend zuvor noch 17 Kilometer lief, musst ich bereits am nächsten Morgen schon wieder ran. Ein Tempodauerlauf, der sich zwar etwas zog, aber den ich souverän absolvierte. Gefordert waren neben Ein- und Auslaufen 15 Kilometer im 5:15 min/km Schnitt. Ich blieb dabei jeden Kilometer deutlich unter 5:10 min/km, da ich manche Einheiten als ein wenig zu lasch empfinde. Doch die beiden kurz aufeinander folgenden Einheiten machten mich müde. Abends schlief ich sogar während der zweiten Halbzeit des Fußball-Länderspiels ein. Das sagt eigentlich schon alles.

runalyze.de19,54 km Tempodauerlauf am 12.10.2012

1:42:125:14/km141bpm5 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/or



Den Abschluss der anspruchsvollen Trainingswoche bildete der lange Lauf mit 10 Kilometern Endbeschleunigung. Davor hatte ich ein wenig Respekt. Ich war gespannt, ob dafür noch die Kraft da war. Sie war da, auch wenn die ersten 22 Kilometer mal wieder langweilig waren. Zum Glück hatte ich meinen MP3-Player dabei. So war es nicht ganz so schlimm. Irgendwie sind die langen Läufe nix für mich. Ich spüle sie zwar gut ab, aber sie machen mir keinen Spaß. Die 10 Kilometer Endbeschleunigung liefen erstaunlich gut und ich blieb durchschnittlich 10 Sekunden unter der Kilometervorgabe. Dennoch kann ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie ich dieses Tempo (eigentlich noch schneller) über die kompletten 42 Kilometer halten soll.

runalyze.de32,33 km Langer Lauf am 14.10.2012

2:59:255:33/km137bpm28 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/os



Fazit: Die Woche war hart, doch ich habe die Einheiten trotz aller Umstände durchgezogen. Einerseits ein gutes Gefühl, doch so langsam wird es Zeit, dass der Marathon kommt. Das Ganze geht an die Substanz und ich bin ehrlich gesagt auch froh, wenn es vorbei ist. Aber ich denke, dieser Gefühlszustand ist nicht so ungewöhnlich. Noch zwei Wochen, dann wird das Kapitel Marathon erst einmal für eine ganze Weile geschlossen.

9 Kommentare zu “Projekt 42: Woche 8

  1. ultraistgut

    Das ist so wie schwanger sein, Frau kann es dann nicht mehr erwarten, bis es endlich los geht.

    Du hast dich wacker geschlagen und verdienst es, belohnt zu werden ! 😎

  2. Steffen

    So lieber Christian,
    so wie das hier aussieht mache ich mir überhaupt keine Gedanken! Mensch bist du gut drauf, was soll da also bitte noch schief gehen? Wenn du energeitechnisch keine Fehler machst und rechtzeitig und in ausreichender Menge Gels nachschiebst wirst du dein Ziel erreichen!

    Also, bleib ganz ruhig und freue dich auf das was da kommt – es wird großartig sein!!

    LG
    Steffen

    P.S. Frag mal mich ob ich bei so manchem Lauf vorher an das dann doch erreichte Ergebnis geglaubt habe….!!!

  3. Brennr Autor des Beitrags

    @ultraistgut: Das trifft es auf den Punkt! Irgendwann hat man die Schnauze voll und will es endlich hinter sich haben, auch wenn man sich eigentlich darauf freut.

    @Steffen: Danke Steffen, aber ich bleibe weiterhin skeptisch. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Marathon einfach nicht meine Distanz ist. Aber das wird sich zeigen.

  4. horstl

    Bei deiner Langenlaufstrecke würde mir auch langweilig werden. Du musst ab in den Wald, kleine Pfade, Berge hoch und runter, die Gegend erkunden, dann können 30 km sehr viel Spaß und Freude bereiten.

    Ich glaube auch die Langstrecke ist nix für dich, du machst es nur um es dir selbst zu beweisen, setzt dich dabei aber so unglaublich unter Druck, dass dir jeglicher Spaß vergeht. Mit der Einstellung wirst du nicht weiter kommen.

    Frohes Training!

  5. Brennr Autor des Beitrags

    @horstl: Die Strecke an sich ist schön. Am Neckar entlang nach Heidelberg, das hat schon was. Nur die Dauer macht mir zu schaffen. Alleine kann sich das ewig ziehen. Klar, ich könnte in den Wald und die Gegend erkunden, aber ein gezieltes Training ist da nur bedingt möglich. Außerdem kann ich aufgrund meiner begrenzten freien Zeit kein Risiko eingehen und neue Pfade erkunden. Wenn ich mich da verlaufe, habe ich ein Problem. Ich kann mir schon vorstellen, dass 30km auch schön sein können, allerdings nicht in einer Marathonvorbereitung. Klar setze ich mich unter Druck, aber wieso wird das immer sofort mit komplettem Spaßverlust gleichgesetzt? Trainieren für ein ambitioniertes Ziel muss nicht bei jeder Einheit Spaß machen, ansonsten trainiere ich falsch. Ich bin kein reiner Spaßläufer, sondern liebe den (persönlichen) Wettkampf. Immerhin habe ich mich mit dieser Einstellung in den letzten 1,5 Jahren kontinuierlich verbessert. Und nur so kam auch der Spaß am Laufen wieder. Während dieser Vorbereitung kam mir aber die Erkenntnis, dass ein Marathon bzw. die Vorbereitung nichts für mich ist. Als Familienvater und Pendler ist mir das zu viel. Die Vorbereitung auf einen Halbmarathon ist da deutlich einfacher zu organisieren und auf der Distanz fühle ich mich sauwohl. Ja, mit diesem Marathon möchte ich mir selbst etwas beweisen. Das leugne ich nicht und sehe auch nichts Verwerfliches daran.

  6. Supermario72

    Hallo Christian,

    also die diesmalige Wocheanpassung finde ich nicht so glücklich! Den lockeren Lauf vom Dienstag schneller zu laufen, war meiner Meinung nach okay. Bei Deinem Leistungsstand sollte ein glatter 6er Schnitt einem lockeren Dauerlauf allemal Genüge tun. Ich denke eine 6:20 ist da einfach zu langsam und wirkt eher „unrund“.

    Aber dann am Mittwoch den abendlichen extensiven Dauerlauf langsamer zu laufen als geplant und dann auch direkt am nächsten Morgen einen betont zügigen Dauerlauf drauf zu setzen, war meines Erachtens Unsinn. In so kurzem Zeitabstand zwei Reize setzen kann auch schnell ins Auge gehen. Klar – Profis trainieren so, aber das ist auch ein ganz anderes Leistungsniveau. Da wäre ich persönlich lieber den Dauerlauf am Mittwochabend schneller gelaufen.

    Der lange Lauf zum Abschluß war ja dann unverändert.

    Also – zusammengefaßt fand ich die Woche in ihrem ursprünglichen Zustand besser aufgestellt. Ich würde nun wirklich nicht mehr versuchen, „schlauer als der Plan“ zu sein, sonst bist Du am Ende leider nur „Trainingsweltmeister“. Und ich würde es Dir wirklich von Herzen gönnen, dass Du das Ding in Frankfurt ordentlich rockst!

    Deine Zweifel sind völlig normal! Die kennt jeder von uns. Man denkt über so viele Dinge nach. Was könnte alles schiefgehen? Bin ich überhaupt schon so weit? Bin ich optimal vorbereitet? …. Insofern ist es auch nur logisch, daß Du so allmählich kribbelig wirst und die Sache erledigen willst.

    Also – jetzt ist es noch gut eine Woche hin! Nun kannst Du eh‘ nix mehr reißen. Halt die Spannung, bleib gesund und dann probierst Du es! Es wird mit Sicherheit kein „Kindergeburtstag“, aber es besteht allemal die Chance es zu schaffen!

    Alles Gute für die restlichen Tage!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  7. Brennr Autor des Beitrags

    @Supermario72: Vielen Dank für Dein Feedback! Bezüglich der Planänderung möchte ich allerdings noch etwas sagen. Laut ursprünglichem Plan wäre in der 7. Woche der HM-Test gewesen. Da ich diesen aber in die 5. Woche vorgezogen hatte, habe ich die 6. Woche mit der 8. Woche getauscht. Die beiden aufeinander folgenden Einheiten waren daher so gefordert, nur eben eigentlich in einer anderen Woche.

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