Test: FitRabbit

FitRabbit (Quelle: fitrabbit.de)Vor einiger Zeit erhielt ich ein Paket. Da ich aber nichts erwartete, war ich um so neugieriger, was wohl darin sein könnte. Es handelte sich um ein Testpaket von FitRabbit, einem Nahrungsergänzungsmittel für Sportler. Die Besonderheit im Vergleich zu den herkömmlichen Produkten ist, dass der natürliche Saft der Rote Bete enthalten ist. Dieser soll laut Hersteller (und diverser Studien) angeblich wahre Wunder vollbringen. Doch stimmt das?

Der Hersteller beschreibt sein Produkt folgendermaßen (kurz gefasst):


100 % Bio – 100 % die Kraft der Roten Bete in hochkonzentrierter Form.
Zutaten: konzentrierter Rote Bete Saft*, Zitronensaftkonzentrat*, Guarana* (0,05%) (* aus kontrolliert biologischem Anbau), pasteurisiert

80 ml enthalten durchschnittlich:
Brennwert: 400 kJ/95 kcal, Eiweiß:<3,3 g; Kohlenhydrate: 23 g, davon Zucker: 23g; Fett: <0,1g, davon gesättigte Fettsäuren: <0,04g, Ballaststoffe: <0,6g; Natrium <0,1g; Nitrat: 0,4 g

Studien bestätigen die leistungssteigernde Wirkung des Rote Bete Safts:
– steigert die Ausdauer
– reduziert den Sauerstoffverbrauch
– verbessert die Sauerstoffversorgung
– unterstützt die Regeneration

Die spezielle Rezeptur von fitRABBIT ermöglicht es dem Körper den größtmöglichen Effekt aus den Wirkstoffen zu ziehen.
Verzehrsempfehlung: Täglich einen Beutel 1 bis 3 Stunden vor dem Training.


Verpackung
Die Flüssigkeit (80 ml) befindet sich in einem kleinen, handlichen und wiederverschließbaren Trinkbeutel. Auf den ersten Blick wirkt das recht praktisch, doch auf den zweiten Blick frage ich mich, ob dieser Verpackungsmüll wirklich sein muss. Immerhin erfolgt die Einnahme vor und nicht während eines Laufs. Ich habe keine Ahnung, ob dies machbar ist, aber eine in Wasser auflösbare Tablette wäre deutlich besser.

Geschmack
FitRabbit  - geschmacklich nichts für michEs hat lange gedauert, bis ich mich überwinden konnte, einen Trinkbeutel zu probieren. Alleine der Gedanke an den Geschmack der Roten Bete hielt mich immer wieder zurück. Die Rote Bete an sich ist schon nicht jedermanns Sache. Aber nun in flüssiger Form? Angeblich soll es gekühlt besser schmecken. Daher habe ich den Beutel am Abend zuvor in den Kühlschrank gelegt. Skeptisch öffene ich den Verschluss und versuche einen Schluck zu nehmen. Doch sofort verzieht es mir das Gesicht. Der eigenwillige, salzig-säuerliche Geschmack ist sehr intensiv. Im Beutel brachte ich das Zeug nicht runter und füllte es daher in ein Glas um. Ich muss mich regelrecht zwingen, diese läppischen 80ml zu trinken. Ich versuchte es beim nächsten Mal mit Orangensaft zu mischen. Dadurch wird die zu trinkende Menge jedoch größer und die Rote Beete wird nur zum Teil überdeckt. Nein, geschmacklich absolut nicht mein Fall.

Wirkung
Die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln zu beurteilen ist immer so eine Sache. Bringt es tatsächlich etwas oder ist es nur Einbildung? Wäre ich ohne genauso schnell gelaufen bzw. würde ich mich danach genauso gut fühlen? Schwierig abzuschätzen. An Kohlenhydraten ist mit 23g nicht einmal die Hälfte drin, als in einem Powerbar Gel. Natrium sogar deutlich weniger. Aber das Geheimnis soll ja der Nitratgehalt sein (dazu mehr im Punkt „Nebenwirkungen?“). Letztendlich konnte ich keine Verbesserung wahrnehmen. Eine zweiwöchige tägliche Einahme habe ich zwar nicht durchgeführt, aber laut Hersteller soll man ja bereits nach der ersten Einahme einen Effekt verspüren. Nicht einmal mein Urin färbte sich rot. Allerdings stellte ich bei starker Belastung ein leicht schmerzhaftes Ziehen im Magenbereich fest. Unangenehm, aber ob es an FitRabbit lag?

Nebenwirkungen?
Aufgrund der Roten Bete kann sich der Urin rot färben. Nicht schlimm, aber dennoch sieht das seltsam aus. Was ich mich frage, ist, ob der extrem hohe Nitrat-Gehalt tatsächlich unbedenklich ist. Angeblich soll laut Hersteller der Körper das überschüssige Nitrat ausscheiden, wenn kein Bedarf besteht. Dennoch finde ich die Dosierung extrem hoch. Laut Trinkwasserverordnung ist der Grenzwert für Nitrat bei 50mg/l (in der Schweiz sogar nur 25mg/l). Ein Trinkbeutel (80ml) FitRabbit enthält 400mg. Auf einen Liter hochgerechnet entspricht dies einer Überschreitung des Grenzwertes um das 100-fache! Ok, das vielleicht ein wenig dramatisiert, denn man nimmt ja schließlich nur 80ml zu sich. Doch die durchschnittliche Nitrataufnahme eines Menschen beträgt 90-100mg und der WHO-Grenzwert liegt bei 3,65 mg Nitrat pro kg Körpergewicht und Tag (Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit). Bei Annahme eines durchschnittlichen Körpergewichts von 70 kg entspricht dies 255 mg Nitrat pro Tag. Somit überschreitet man mit einem Beutel FitRabbit (zusätzlich zur normalen Nitrataufnahme über die Nahrung) den WHO-Grenzwert um beinahe 100%!
Das Bedenkliche ist, dass Nitrat von einigen Bakterien in Nitrit umgewandelt werden kann. So kann Nitrat im Körper des Menschen zu Nitrit reduziert werden. Nitrit selbst ist giftig und an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt. (Quelle: wikipedia)
Außerdem hemmt Nitrat im Körper die Bildung von Vitamin A aus Carotin. Hierdurch und durch die Behinderung der Jodaufnahme in der Schilddrüse können sogenannte Jodverwertungsstörungen und daraus resultierend Schilddrüsenunterfunktionen und Kröpfe entstehen. (Quelle: jodkrank.de)
Andererseits heißt es, dass Nitrat den Blutdruck senken, sowie Schlaganfälle und Demenz verhindern soll. Die eine Studie sagt so, die andere so. Ich bin diesbezüglich kein Experte, doch mein Bauchgefühl und auch mein gesunder Menschenverstand sagen mir, dass ich davon besser die Finger lassen sollte. Mag sein, dass der Mineralstoffbedarf eines Läufers etwas höher ist, aber sicher nicht so extrem hoch.

Preis
Mit ungefähr 2,25€ pro Trinkbeutel ist FitRabbit richtig teuer. Das entspricht einem Preis von 28,12€ pro Liter. Ganz schön viel für einen Gemüsesaft. Und nimmt man ihn, wie vom Hersteller empfohlen, einmal täglich zwei Wochen vor dem Wettkampf ein, so kommt man auf stolze 31,50€. Im Supermarkt bekommt man die gleiche Menge Rote Bete Saft in normaler Konzentration für unter 2€.

Fazit
In letzter Zeit liest man auffällig viel über die unglaubliche Wirkung der Roten Bete. In Laufzeitschriften findet man hierzu Artikel, die jedoch nicht auf FitRabbit verweisen. Allerdings ist das in meinen Augen schon etwas verdächtig. Der Hersteller versichert mir jedoch, dass diese Artikel nicht von FitRabbit beauftragt wurden. Vielleicht springt auch einfach nur jeder auf diesen Zug auf. Wie auch immer, auffällig ist es. Und das bedeutet alles noch lange nicht, dass das Produkt auch tatsächlich wirkt. Zumindest bei mir ist es nicht der Fall. Vielleicht hätte ich es länger einnehmen müssen, aber aus oben genannten Gründen wollte ich das nicht. Und wer den Mund so voll nimmt, dass man bereits nach der ersten Einnahme eine Wirkung verspürt, der muss auch damit klarkommen, dass ich die Wirkung des Produktes verneine (zumindest bei mir nach kurzzeitiger Einnahme). Doch selbst wenn ich eine positive Wirkung verspürt hätte, wäre mir die Dosierung zu bedenklich, der Preis zu hoch und die Überwindung bei der Einnahme zu groß. Ich denke, mit einer vernünftigen Ernährung kann der normale Freizeitsportler seinen eventuell erhöhten Mineralstoffbedarf ausreichend decken. Wer es aber ausprobieren möchte, sollte erst einmal ein Probepack kaufen, um zu testen, ob man sich mit dem Geschmack anfreunden kann. Wie gesagt, ich konnte es nicht. Aber ich werde trotzdem schneller. 😈

PS: Da ich noch ein paar Beutel übrig habe, verlose ich diese. Hierfür einfach bis zum 15.06. eine Mail (kontakt at brennr dot de) mit dem Betreff „Mein Name ist Hase“ schicken. Bedingung ist jedoch, dass derjenige / diejenige FitRabbit bisher noch nicht probiert hat.

[stextbox id=“info“ defcaption=“false“]Hinweis: Dieses Produkt wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.
Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf den Inhalt und das Testurteil hat der Hersteller keinerlei Einfluss.[/stextbox]

7 Kommentare zu “Test: FitRabbit

  1. Christian

    Hallo Brennr.

    Sehr kritischer Bericht über den Hasen. Ich wollte nur noch zusätzlich anmerken, dass Rote Bete und damit auch der teure Gemüsesaft sehr viel Eisen enthalten. Die Eisenaufnahme aus FitRABBIT wird unter anderem noch durch den enthaltenen Zitronensaft unterstützt (genauer, durch das enthaltene Vit C). Für Sportler mit erhöhtem Eisenbedarf auch nicht schlecht.
    Über den hohen Nitratgehalt brauchst du dir keine Sorgen machen. Bis jetzt konnte noch keine Studie einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Krebsrisiko und erhöhter Nitrataufnahme nachweisen.
    Ich bin/war selbst FitRABBIT Tester und konnte auch keine leistungssteigernde Wirkung feststellen.

  2. Heiko

    Hallo Christian,
    ich habe den „Wundersaft“ auch getestet, mich aber gegen einen Artikel darüber entschieden. Irgendwie bin ich kein Freund dieser Nahrungsergänzungsmittel. Ich finde gut wie die Firma versucht Ihr Produkt zu promoten, da ist wirklich jemand von seinem Produkt überzeugt. Dennoch glaube ich nicht das der Hersteller gewisse Artikel in Auftrag gegeben wurden. Hier scheint zurzeit die Rote Bete wirklich ein Trend zu sein. Ich mag Rote Bete sehr gern, aber es muss nicht in der konzentrierten Form sein. Denn was der Körper nicht benötigt wird sowieso ausgeschieden, da muss ich nicht viel Geld dafür ausgeben. Ich bleibe da bei meiner natürlichen Roten Bete und fertig.

  3. Frank Biermann

    Sehr schöner ausführlicher Bericht! Ich hatte vor einigen Monaten auch ein Karton erhalten und beim Test selber war ich manchmal schon etwas überascht wie gut es im Training gelaufen ist. Aber wenn ich nun mal einen Test ohne machen würde denke ich das es nicht viel Unterschied ausmacht.
    Und dafür soviel Geld bezahlen?? Nein! Beim besten Willen nicht.

    Soll es lieber der RW Schreiberling nehmen und dafür abkassieren. Warum hat ausgerechnet der ein Testpaket erhalten?

    P.S. Ich hätte auch noch 3Beutel übrig ……

  4. tmwalter

    Ich stelle hier – wieder einmal – die Theorie auf, dass sich mit einem herkömmlichen Rote Bete Saft, wie es in beispielsweise von Alnatura zu 95 Cent pro 0,5 Litern gibt, die selbe Wirkung auf den Körper einstellt. Zitronensaft und Guarana sind nur für den Geschmack beigemischt. Einzig das Nitrat macht den Unterschied und da frage ich mich, ob dies den hohen Preisunterschied rechtfertigen kann. Und ob es gar am Ende keinen Unterschied zwischen einem Biosaft und diesem fitten Hasen gibt, weil das Eisen und auch die anderen positiven Wirkungen aus den Rote Bete kommen…

  5. Din

    Ich kenne das Produkt nicht, aber glaube einfach auch, wie bereits andere hier angemerkt haben, dass es auch günstiger geht. Ich bin ein großer Fan von Rote Beete und freue mich jedes Jahr auf die Ernte, wenn sie dann wieder frisch auf den Tisch oder einen Saft oder Smoothie kommt.

    Die Wirkung sei erst einmal dahingestellt, ich trinke ihn, weil er mir tatsächlich schmeckt mehrmals die Woche, immer den von Alnatura.

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