Test: Mizuno Wave Inspire 9

Mizuno Wave Inspire 9Nachdem ich bereits drei Versionen (2, 5 & 7) der Elixir-Reihe getestet habe und auch mit der stabileren Variante, dem Inspire 7, meine Erfahrungen machte, war ich natürlich sehr gespannt, als der neue Inspire 9 bei mir eintraf. Der Vorvorgänger hinterließ bei mir ja schon einen durchaus guten Eindruck, daher war die Erwartungshaltung recht hoch. Umso beeindruckender mein Testergebnis, denn der Inspire 9 konnte tatsächlich noch eine ganze Schippe drauflegen.

Design
Ich machte den Karton auf und die Farben sprangen mir sofort ins Auge. Das Obermaterial im kräftigen Blau und die Mittelsohle im knalligen Gelb. Eine extrem auffällige Kombination, die mir aber sofort gefiel. Rein optisch macht der Schuh schon mal richtig Laune. Für den Herbst gibt es noch weitere Farbvarianten.

Passform
Die bereits gute Passform der 7er Version konnte nochmals verbessert werden. Die Ferse sitzt bombenfest, ohne dass etwas stört oder drückt. Im Vorfußbereich ist gefühlt ein wenig schmaler geworden, aber breite Füße haben hier noch immer ausreichend Platz. Der Abstand zum Obermaterial wurde optimiert und die Zehen fühlen sich vor allem auf langen Läufen richtig wohl. Der Fuß hat insgesamt einen guten Halt, auch wenn der Zehenbereich nach wie vor etwas großzügig gestaltet ist.

Dämpfung
Die positivste Überraschung am Inspire 9 ist definitiv die Dämpfung. Während die 7er Version noch recht straff (aber auch nicht richtig hart) war, erhält man nun deutlich mehr Komfort, ohne dass sich der Schuh zu weich oder schwammig anfühlt. Der Fuß wird selbst nach 20 Kilometern noch sanft gedämpft. Gerade bei langen Läufen aus Asphalt wirkt sich das sehr angenehm auf die Gelenke und auch auf die Muskulatur aus.

Stabilität
Mit der doppelten Wave-Platte auf der medialen Seite wird der Fuß auf dezente Weise gestützt. Der Inspire 9 ist daher für mittlerer Pronation sehr gut geeignet. Die Stütze ist aufgrund des Aufbaus nicht direkt spürbar, aber zuverlässig da, wenn sie benötigt wird. Außerdem macht sie den Schuh etwas leichter, da auf schweres Zwischensohlenmaterial verzichtet werden kann.

Dynamik
Die Wave-Platte dient nicht nur als Stütze, sondern sorgt zudem für einen dynamischen Abrollvorgang. Doch auch die neue SmoothRide-Funktion trägt einen Teil dazu bei und bietet dem Fuß ausreichend Flexibilität, um sich kraftvoll am Boden abzudrücken. Das Zwischensohlenmaterial im Vorfußbereich schluckt dabei nicht unnötig Energie und macht den Abrollvorgang „rund“.

Preis
Mit einer UVP von 135 EUR reiht sich der Inspire 9 noch in den normalen Preisbereich für gute Stabilitätsschuhe ein. Aufgrund der Qualität, die man erhält, ist das Preis-Leistungsverhältnis absolut ok, auch wenn sich der Preis um 5 EUR gegenüber meiner 7er Version erhöht hat. Zumindest hat sich am Schuh einiges getan.

Fazit
Der Inspire 9 hat durchweg einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Der bereits überzeugende Vorvorgänger konnte nochmals verbessert werden. Dabei hat das neue Dämpfungsgefühl am besten gefallen. Gerade auf langen Distanzen macht sich dies positiv bemerkbar. Der Inspire 9 hat auf diese Weise sehr schnell mein Vertrauen gewonnen und dass ich ihn mit nur wenig gelaufenen Kilometern beim Heidelberg Halbmarathon getragen habe, bestätigt dies. Die Bergab-Passagen gehen auf die Gelenke, Muskeln und Bänder und ich wollte einen Schuh wählen, der gut dämpft und Stabilität bietet, jedoch nicht zu schwer ist. Der Inspire 9 hat mich nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich konnte für diese Strecke eine deutlich neue PB aufstellen. Ich hatte während des Laufs keinerlei muskuläre Probleme, auch nicht am Tag danach. Daher kann ich den Schuh für alle empfehlen, die eine gute Dämpfung und eine angenehme Stabilität wünschen. Man kann mit dem Inspire 9 auch schnell unterwegs sein, allerdings sehe ich ihn eher auf den langen langsamen Läufen zuhause. Doch auch beim Wettkampf (Halbmarathon und Marathon) ist er immer eine gute Wahl, vor allem wenn man als mittelschwerer bis schwerer Läufer beim Schuh kein Risiko eingehen möchte.

Hinweis: Dieses Produkt wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf den Inhalt und das Testurteil hat der Hersteller keinerlei Einfluss.

4 Kommentare zu “Test: Mizuno Wave Inspire 9

  1. Ruben

    Schaut sehr schick aus… allerdings finde ich 135€ für nen Laufschuhe schon recht happig. Vor allem aber der Punkt, den du „kritisierst“ (viel Freiheit bei den Zehen) weckt meine Interesse. Mal bei Gelegenheit anprobieren

  2. Brennr Autor des Beitrags

    @Thomas: Quadratur des Kreises wäre ein wenig übertrieben, aber ein richtig guter Allrounder ist er schon.

    @Ruben: Ja, 135€ sind natürlich nicht wenig. Aber qualitativ gibt es nichts zu mäkeln und sein Einsatzgebiet ist recht breit. Daher finde ich das Preis-/Leistungsverhältnis noch ok. Die Zehenfreiheit war für mich anfangs ungewohnt, aber gerade bei langen Läufen doch sehr angenehm.

  3. Phil

    Kann es sein, dass alle Mizuno Laufschuhe im Zehbereich viel Freiheit haben?
    Ich habe bei mir den Rider 16 und den Sayonara und auch bei den beiden hat man sehr viel Freiraum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: