Test: Mizuno Wave Sayonara

Mizuno Wave SayonaraAuf Wiedersehen – dies brachte ich bisher mit dem japanischen Wort „Sayonara“ in Verbindung. Doch nun bringt Mizuno einen gleichnamigen Laufschuh auf den Markt und man könnte die Modellbezeichnung unterschiedlich deuten. Ist man erst einmal damit gelaufen, gibt es mit Sicherheit ein Wiedersehen. Oder weil er leicht und schnell ist, sagt man auch gerne zu den Gegnern „Sayonara“. Wie auch immer, die Frage ist jedoch: Hält der Schuh, was der Name verspricht?

Design
Die Männervariante gibt es aktuell in weiß und blau. Das Obermaterial ist dabei mit einem Muster versehen, was mir persönlich sehr gut gefällt. Diese Art der Optik fand ich bereits beim Elixir 7 schön. Beim weißen Modell ist die Zwischensohle limette, beim blauen Modell weiß. Für die Frauen stehen die Farben Pink/Lila und Türkis/Limette zur Auswahl. Die Farbkombinationen wirken stimmig und gefallen, ohne übertrieben flippig zu sein.

Passform
Bisher hatte ich bei Mizuno immer ein wenig Probleme mit dem Vorfußbereich, während die Ferse bombenfest saß. Letzteres ist beim Sayonara zwar nicht so extrem wie beim Inspire 9, aber noch immer sehr gut. Der Vorfußbereich ist dagegen nicht mehr ganz so weit, was für einen besseren Halt sorgt. Im Vergleich zu anderen Herstellern zwar jedoch noch immer einen Tick weiter, aber insgesamt fühlt sich der Fuß dank „Dynamotion Fit“ im Schuh wohl und es stört nichts. Der Sayonara fällt ca. eine halbe Nummer größer aus.

Dämpfung
Gerade was die Dämpfung betrifft, hat Mizuno in meinen Augen tolle Fortschritte gemacht. Sie fühlt sich zu jedem Zeitpunkt komfortabel an, aber nie zu weich oder schwammig. Auch hat man nicht den Eindruck, als würde die neue und noch leichtere U4iC-Zwischensohle (gesprochen „euphorich“ -> euphorisch) beim Abdruck zu viel Energie schlucken. Für einen Schuh dieser Klasse bietet der Sayonara erstaunlich viele Dämpfungsreserven. Und dennoch ist er mit 299 Gramm (bei US 13) sehr leicht. Dadurch ist sein Einsatzgebiet etwas breiter, als es bei anderen Lightweight-Schuhen der Fall ist. Selbst längere Läufe sind damit kein Problem.

Stabilität
Der Sayonara ist zwar ein Neutralschuh und hat keine spezielle Pronationsstütze, doch die eingebaute Wave-Platte sorgt dennoch für eine leichte Stabilität, die nicht direkt spürbar ist. Im Vergleich zu anderen Neutralschuhen fühlt er sich für mich als leichten bis mittleren Pronierer beim Abrollen auf der Innenseite nicht so schwammig an. Gerade bei schnellen Einheiten würde ich da eigentlich Probleme bekommen, doch mit dem Sayonara klappt das erstaunlich gut. Selbst für meine etwas gereizte Achillessehne ist er angenehm.

Dynamik
Was mir bereits beim ersten Lauf auffiel, war der leise und „runde“ Abrollvorgang. Dies hängt vor allem auch mit der sehr gut abgestimmten Dämpfung „SmoothRide“ zusammen. Die Mittelsohle dämpft die Ferse komfortabel, ohne schwammig zu wirken. Der Vorfußbereich ist nicht zu hart ausgelegt, sorgt aber dennoch für einen effektiven Abdruck. Die eingebaute Wave-Platte und die geringe Sprengung machen das Abrollen noch dynamischer. Nach ein paar Kilometern ändere ich unbewusst meinen Laufstil und komme nicht mehr so extrem über die Ferse auf, wie sonst üblich. Dadurch ist der Abrollvorgang kürzer, ich laufe schneller und die Gelenke werden entlastet (allerdings die Muskeln mehr gefordert).

Preis
Mit einer UVP von 125 EUR bewegt sich der Sayonara im mittleren / gehobenen Preissegment für hochwertige Lightweight-Schuhe. Da der Schuh jedoch einen sehr qualitativen und langlebigen Eindruck macht, ist der Preis ok.

Fazit
Der Mizuno Wave Sayonara tritt als Nachfolger des erfolgreichen und beliebten Wave Precision ein schweres Erbe an. Auch wenn ich den Vorgänger nie selbst gelaufen bin, so bin ich mir sicher, dass auch der Sayonara sehr gut ankommen wird. Der hohe Wohlfühlfaktor und sein breites Einsatzgebiet machen ihn sehr interessant. Ob längere Läufe oder Wettkämpfe, mit dem Sayonara ist irgendwie alles machbar. Ich habe wirklich nach etwas gesucht, das man bemängelt könnte, aber außer dass die Zunge vielleicht etwas zu kurz und die Schnürsenkel etwas zu lang sind, fand ich nichts. Der Sayonara ist ein rundum gelungener Schuh, der das Zeug zum Allrounder hat und viel Freude bereitet.

Hinweis: Dieses Produkt wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf den Inhalt und das Testurteil hat der Hersteller keinerlei Einfluss.

6 Kommentare zu “Test: Mizuno Wave Sayonara

  1. Din

    Interessante Zusammenfassung. Was ich in den vergangenen Monaten für mich feststellen musste ist, dass ich mittlerweile sehr viel Wert auf die Dynamik eines Schuhs lege. Für längere Läufe bevorzuge ich neutrale Schuhe mit einer leichten Dämpfung, ganz ohne geht es für mich nicht. Nicht selten sind dann aber einige Modell recht inflexibel. Hört sich an, als biete der Sayonara eine gute Mischung aus Komfort und Flexibilität und ist dennoch kein Klotz am Fuß.

  2. Brennr Autor des Beitrags

    @Din: Du bringst es auf den Punkt. Genau so fühlt er sich für mich an. Probiere ihn mal bei Gelegenheit im Laden an. Bin gespannt auf Deine Meinung.

  3. robert

    Ich bin seit zwei Wochen jetzt stolzer Besitzer eines Mizuno wave Sayonara und muss sagen das er sich perfekt für mich eignet. @ Din hast du schonmal diese Barfusslaufschuhe, zB von Merrell probiert? Könnte was für dich sein.

  4. Didi

    Ich war auch immer recht zufrieden mit dem Schuh.Allerdings bekam ich gestern beim Anfertigen neuer Einlagen gesagt,dass ja nun mal bald neue Schuhe fällig wären 😯 Dabei habe ich die erst ca. 600km im Einsatz.Ich bin recht leicht (47kg) und bisher haben meine Asics locker das Doppelte ausgehalten.
    Welche Erfahrungen habt ihr?Läuft sich die Sohle auch so schnell ab?

  5. Brennr Autor des Beitrags

    @Didi: Da kann ich ehrlich gesagt nichts dazu sagen, da ich noch nicht so viele Kilometer auf dem Schuh habe. Der Vorfußbereich könnte etwas anfälliger sein, aber ich habe noch nichts festgestellt.

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