Test: Kalenji Kiprun MD Pro

Kalenji KipRun MD ProKalenji ist die Eigenmarke im Running-Bereich von Decathlon (Sport- & Outdoor-Fachgeschäft). Von Decathlon hatte ich hin und wieder mal etwas gehört, doch erst seit meinem Besuch einer Filiale in Spanien im Sommer letzten Jahres habe ich festgestellt, dass sie richtig tolle Sachen anbieten. Die Auswahl ist groß und die günstigen Eigenmarken machen einen guten Eindruck. So auch der Kalenji Kiprun MD Pro, den ich in der Filiale in Ludwigshafen aus Neugierde anprobierte. Doch Anprobieren ist eine Sache, damit laufen die andere. Wie wird er wohl mit vergleichbaren Markenmodellen abschneiden?

Das „MD“ im Modellnamen steht für „Middle Distance“ und ist somit für mittellange Läufe bis Halbmarathon ausgelegt. Es gibt logischerweise auch noch die Modelle „LD“ (Long Distance, lange Läufe bzw. Marathon) und „SD“ (Short Distance, für kurze schnelle Läufe). Die Modelle „MD“ und „LD“ gibt es jeweils auch noch mit einer Pronationsstütze, zu erkennen an dem Zusatz „Pro“. Ein Gehimtipp ist scheinbar auch der „Kiprace“, den ich schön öfter an schnellen Läufern sah.

Was mir sofort auffiel, war der günstige Preis. Keine 80 EUR (regulär!) für einen Laufschuh. Ob der überhaupt was taugt? Ich gebe zu, diesen Gedanken hatte ich kurzzeitig. Doch schon beim Probelaufen im Laden war ich überzeugt, dass er ein vernünftiger Schuh ist. So fühlt sich kein Billigtreter an. Nun durfte ich den Kalenji Kiprun MD Pro die letzten Monate testen und möchte nun von meinen Erfahrungen und Eindrücken berichten.

Optik
Das Design an sich finde ich nicht schlecht. Lediglich das Weiß wirkt etwas langweilig. Das ist aber in der neutralen Variante nicht so und auch der Nachfolger 2015 ist nun farblich etwas peppiger. Das Mesh-Material wirkt ein wenig in die Tage gekommen und lässt den Schuh nicht ganz so modern wirken. Auch das hat sich beim brandneuen Nachfolger geändert. Insgesamt wirkt der Schuh nicht billig, aber auch nicht topaktuell.

Passform
Kommen wir zu den wichtigeren Punkten, wie zum Beispiel der Passform. Zu meiner großen Freude fällt der Schuh etwas kleiner aus, sodass sich US 14 wie US 13.5 anfühlt. Für mich, was die Größe betrifft, perfekt. Doch auch sonst gibt es fast nichts zu kritisieren. Mein Fuß hat einen super Halt und nichts drückt oder zwickt. Lediglich das Etikett an der Innenseite der Zunge ist etwas nervig und überflüssig. Das könnte man besser lösen.

Dämpfung / Stabilität / Dynamik
Wie erwartet, ist die Dämpfung nicht ganz so weich und das Laufgefühl dadurch etwas direkter. Der Kiprun LD ist dagegen logischerweise komfortabler, aber damit möchte man auch länger und langsamer unterwegs sein. Somit ist die straffere Dämpfung des MD kein großer Kritikpunkt, dennoch ist er nicht sonderlich komfortabel. In der Ferse kommt zwar ein eigenes Dämpfungssystem namens „K-Ring“ zum Einsatz, aber die Dämpfung fühlt sich trotzdem etwas hart an. Zudem hatte ich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den Eindruck, dass die Zwischensohle an Komfort verliert.
Dem Überpronieren wirkt die Stütze „Bipron“ entgegen. Diese verrichtet auch bei längeren Läufen ihre Arbeit gut. Sie ist spürbar, aber nicht zu kontrollierend. Der Vorfußbereich lässt einen guten Abdruck zu. Die Außensohle unterstützt dies vor allem auf Asphalt, denn da ist der Grip am besten.

Preis
Mit einem Ladenpreis von 79,95 EUR kann der Kalenji Kiprun MD Pro im Vergleich zu seiner Konkurrenz richtig Punkten. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist natürlich verdammt gut. Dennoch muss ich hierbei erwähnen, dass die Preise stabil sind und Reduzierungen nur bei einem Modell-Update kurzzeitig vorkommen. Bei anderen Herstellern hat man hingegen immer sehr gute Chancen, das Vorjahresmodell irgendwo (meist im Internet) zu einem ähnlichen Preis zu bekommen. Da stellt man sich zwangsläufig die Frage, ob Kalenji nicht einfach einen fairen realistischen Preis bietet und die neuen Modelle der Konkurrenz generell einfach überteuert sind? Ich denke „jein“. Es ist meines Erachtens schon ein Qualitätsunterschied zu den teuren Topmodellen der bekannten Marken zu erkennen. Daher hat es Kalenji gegen deren Vorjahresmodelle nicht einfach.

Fazit
Der Kalenji Kiprun MD Pro hat mich angenehm überrascht. Er ist ein guter Trainingsschuh für kurze bis mittelange Einheiten und kann durchaus im Wettkampf auf der Halbmarathondistanz getragen werden. Je nach persönlichem Komfortanspruch ist er auch für den Marathon geeignet. Er ist mit 430 Gramm (bei US 14) jedoch recht schwer, auch wenn er sich leichter anfühlt. Die Stütze verrichtet ihren Dienst jederzeit zuverlässig und die Außensohle hat vor allem auf Asphalt eine sichere Haftung. Zu bemängeln hätte ich noch das veraltete Obermaterial und die etwas langweilige Farbkombination. Doch beides hat sich mit der neuen 2015er Version geändert, sodass ich ein Anprobieren durchaus empfehlen kann. Auch die anderen Modelle sind interessant und ganz nebenbei bietet Decathlon zudem noch schicke Laufbekleidung zu ebenfalls sehr günstigen Preisen an. Nicht nur für Laufeinsteiger könnte ein Besuch lohnenswert sein. Tipp: Wer z.B. sein Laufshirt individualisieren möchte, kann dies dort tun. Decathlon bietet einen günstigen Vorort-Service an.

Hinweis: Dieses Produkt wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Testurteil hat der Hersteller keinerlei Einfluss.

5 Kommentare zu “Test: Kalenji Kiprun MD Pro

  1. Patrick Salm

    Einige Kalenji Modelle scheinen echte Alternativen zu sein, wobei preisbewusste Läufer für 80€ natürlich auch schon die meisten Schuhe als Auslaufmodelle oder Angebote bekommen können.

  2. Ingo

    Laufe im Juni 2016 hoffentlich wieder einen HM. Habe mir gestern den Kiprun LD Pro geholt, zum testen während des Trainings. Bin mal gespannt. Wichtig ist noch, und das gibt es sonst nur bei Runnerspoint, das man die Schuhe, auch getragen bis 30 Tage nach Kauf ohne Wenn und Aber zurückgeben kann. Und das ist das schlagendste Argument, statt bei RP, bei decathlon zu kaufen.

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