Bericht „Rheinauer Volkslauf 2015“

Rheinauer Volkslauf 2015Der Rheinauer Volkslauf findet immer Ende August statt und eignet sich für mich perfekt als Formcheck für den Halbmarathon in Karlsruhe 3-4 Wochen später. Der späte Start um 17 Uhr hat dabei sowohl Vor-, als auch Nachteile. Einerseits hat man morgens keinen Stress und kann entspannt zur Veranstaltung. Andererseits kann es Ende August am späten Nachmittag noch sehr heiß sein. So war es leider auch dieses Jahr der Fall.

Rheinauer Bambinilauf 2015Die Vorbereitung war aufgrund des Renovierungsstresses so lala und temperaturmäßig waren 32 Grad angekündigt. Nicht ganz so schlimm wie im Juli beim Jubiläumslauf des TV Edingen, aber für mich dennoch viel zu warm. Doch zuerst waren meine beiden Söhne dran, die beide beim Bambinilauf um 16:15 bzw. 16:30 Uhr teilnehmen wollten. Der Kleine musste 400m und der Große 800m laufen.

Rheinauer Bambinilauf 2015Sie machten ihre Sache sehr gut und ich war stolz, wie taktisch klug sie liefen. Beide nahmen meinen Rat an und rannten nicht zu schnell los. Dafür legten sie am Ende jeweils einen schönen Zielsprint hin. Der Kleine wurde sogar Erster in seiner AK! Der Große hatte zwar wenig, dafür aber starke Konkurrenz. Er wurde durch kluge Renneinteilung guter Fünfter. Ich war echt stolz auf meine Jungs! Die Siegerehrung sollte eigentlich noch vor dem Hauptlauf stattfinden, doch das klappte nicht. Ich musste zum Start.

Wegen der Bruttozeitmessung war mir ein meinem Leistungsvermögen entsprechender Platz im vorderen Viertel wichtig. Mit der Hitze würde es eh schon hart genug werden, da hatte ich keine Sekunden unnötig zu verschenken. Bevor der Startschuss fiel, gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Vorjahressieger Abebe Biruk. Fand ich eine schöne Geste des Veranstalters.

Rheinauer Volkslauf 2015Den ersten Kilometer ging ich viiiel zu schnell an. Als wäre ich Anfänger und dies mein erster Wettkampf. Mit 4:10 einfach mal 20s schneller, als ich beginnen wollte. Auf dem zweiten Kilometer konnte ich mich mit 4:24 etwas einbremsen, doch ich merkte schon jetzt, dass es echt hart werden würde. Mit jedem Kilometer wurde ich langsamer. Da halfen auch die Versorgungsstände bei KM 3, 5 und 7 nichts. Wie schon in Edingen musste ich die Umstände akzeptieren und ging nicht unnötigerweise ans Limit. Stattdessen wollte ich noch einen schönen Zielsprint hinlegen. Dies gelang mir auch und ich überschritt nach 46:22 die Ziellinie. Mein Puls war dabei 4 Schläge über Max. Das sagt eigentlich alles. Ich ging sofort zum Versorgungsstand und löschte meinen Durst. Ich war platt.

Rheinauer Bambinilauf 2015Mein großer Sohn teilte mir sofort mit, dass die Siegerehrung der Bambiniläufe immer noch nicht stattgefunden hat. Dafür hing aber eine Ergebnisliste aus, auf der der Kleine als Erster seiner AK aufgeführt war. Kurz nach 18 Uhr war es dann endlich soweit, doch zunächst hieß es „Ladies first“. Mein Kleiner dachte schon, er hätte doch nicht gewonnen, weil er ja nicht aufgerufen wurde. Schließlich fiel aber sein Name und er durfte ganz oben auf dem Treppchen stehen. War echt süß anzusehen. Der Große schaffte es dieses Mal nicht auf das Treppchen, wurde zu seiner Überraschung aber dennoch aufgerufen und bekam die Urkunde überreicht.

Mittlerweile war 18:30 Uhr, also ganze zwei Stunden nach dem letzten Bambinilauf. Wir hätten nun gehen können, wollten aber noch die Verlosung abwarten. Hierzu musste man nach dem Lauf seine Startnummer in eine Box werfen. Ich ging davon aus, dass die Verlosung direkt nach der Kindersiegerehrung beginnen würde, doch Pustekuchen. Erst in ca. 10 Minuten. Letztendlich waren es fast 20. Und dann zog sie sich noch wie Kaugummi. Jeder Preis wurde im Detail vorgestellt. Dabei wurde u.a. die Beschreibung auf der Verpackung abgelesen. Ich kam mir vor wie beim Teleshopping. Wenn man schon so lange wartet (wie z.B. meine Frau und die Kinder), dann hat man für solche „Späße“ keinen Nerv. Gewonnen habe ich letztendlich nichts, was mir aber auch nicht wichtig war. Ich ging halt davon aus, dass es schneller von statten geht. Gegen 19:15 Uhr fuhren wir dann heim.

Fazit:
So sehr ich den Lauf mag und die Veranstaltung auch schätze, muss ich dennoch etwas Kritik loswerden. Der Zeitpunkt für die Kindersiegerehrung ist verbesserungswürdig. Sie sollte unmittelbar nach den Bambiniläufen stattfinden, denn nicht jedes Kind (und auch dessen Eltern) kann und will darauf 1,5 Stunden warten, auch wenn manche Elternteile (so wie ich) am Hauptlauf teilnehmen. Einfach die Läufe 15 Minuten früher ansetzen, dann klappt es mit der Siegerehrung auch noch vor dem Hauptlauf. Der Zeitpunkt sollte fix angegeben sein, damit man sich auch darauf einstellen kann.

Der andere Kritikpunkt ist der Ablauf der Verlosung. Ich verstehe nicht, wieso man sie nicht direkt im Anschluss der Kindersiegerehrung durchgeführt hat. Es zog sich somit unnötig in die Länge. Vom Präsentieren der Preise mal ganz zu schweigen. Die Verlosung an sich finde ich super, aber man sollte bitte auch berücksichtigen, dass nicht jeder an einem Samstag Nachmittag unendlich Zeit hat.

Doch ich möchte auch die positiven Dinge erwähnen. Drei Versorgungsstellen sind bei einem kleinen 10er nicht selbstverständlich, bei diesem Wetter aber notwendig. Da hat der Veranstalter gut reagiert. Die Strecke ist gut gekennzeichnet, es gab Kilometermarkierungen und Rotes Kreuz war an der Strecke. Die Verlosung im Anschluss ist eine schöne Sache, zumal echt tolle Preise dabei waren (Polar M400, Laufschuhe, Gutscheine,..).

Nun aber zu meinem Formcheck. Bei diesen Temperaturen ist die Zeit für mich nicht aussagekräftig, da ich bei warmen bzw. heißen Bedingungen immer richtig Probleme bekomme. Ist einfach nicht mein Wetter. War zu Fußballzeiten auch schon so. Platz 84 von 380 (Platz 9 der AK M35) zeigt mir aber, dass ich in der Ergebnisliste im gewohnten Bereich gelandet bin. Somit bin ich bzgl. Halbmarathon in Karlsruhe guter Dinge, zumal ich die Woche darauf zwei 20km-Trainingsläufe mit 4:53 min/km und 4:46 min/km gelaufen bin. Da haben sich die angenehmeren Temperaturen deutlich gemacht. Ich lasse mich überraschen.

4 Kommentare zu “Bericht „Rheinauer Volkslauf 2015“

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