Bericht „Baden-Marathon 2016“

Baden-Marathon 2016Am 25.09. fand in Karlsruhe der 34. Baden-Marathon statt, an dem ich schon 6x teilnahm. Doch dieses Jahr war ich sehr gespannt, denn Start & Ziel befanden sich nun bei der Messe Karlsruhe. Hintergrund ist, dass die Europahalle nicht mehr den Brandschutzbestimmungen entspricht und somit nicht für diese Veranstaltung genutzt werden darf. Als ich von dem Umzug hörte, war ich schon ein wenig skeptisch, denn die Neue Messe ist recht außerhalb der Stadt. Wird da überhaupt was los sein? Ich ließ mich überraschen.

Vor dem Lauf
Angemeldet hatte ich mich für den Halbmarathon schon recht früh. Das liegt auch daran, dass ich mit Karlsruhe viele gute Erinnerungen verbinde. Als dann eine Woche vorher mein Kumpel meinte, er würde wohl auch starten, freute mich das umso mehr. Gemeinsam zu einem Lauf zu gehen ist doch viel schöner, als alleine.

Da mein Kumpel nachmelden musste, trafen wir uns schon recht früh. Im Navi gaben wir die Adresse der Neue Messe ein und fuhren los. Dort angekommen, nahmen wir einen der ausgewiesenen Parkplätze direkt vor der Halle. Alles stressfrei und nah. In der Messehalle war alles sehr großzügig aufgeteilt. Er holte sich seine Startnummer und ich meine. Dann musste er erst einmal auf die Toilette. Davon gab es innen scheinbar nicht all zu viele, denn die Schlange war lang. Anschließend zogen wir uns im Duschbereich um. Dabei war es angenehm, dass die Halle etwas beheizt war.

Baden-Marathon 2016 - Messehalle

Meine Schuhwahl war bei diesem Lauf einfach. Ich entschied mich für den „Asics Gel-DS Trainer 21“. Als ich diesen Schuh zum ersten Mal an hatte, wusste ich sofort, dass er meine erste Wahl für einen Marathon wäre. Ok, ich ging in Karlsruhe nur für die halbe Distanz an den Start, aber auch hierfür ist er (für mich) perfekt. Wie beschreibt SportScheck den perfekten Laufschuh so schön? Er soll nicht drücken, nicht reiben, nicht zu schmal sein, gut abrollen, ausreichend stabil aber dennoch flexibel und als Wettkampfschuh natürlich auch dynamisch und leicht sein. Das alles trifft auf den „DS Trainer 21“ zu. Deswegen ist er wohl auch so beliebt. Ich war gespannt, wie er sich im Wettkampf laufen wird.

Die Taschen stellten wir im Gepäckaufbewahrungsbereich ab. Es sah zunächst wie eine unbewachte Ablage aus, denn man kam einfach so rein und auch raus. Drinnen passte niemand auf, was vor sich ging. Nach dem Lauf sah das jedoch anders aus. Hierzu später mehr. Nun musste ich auch auf die Toilette, aber die Schlange war mir zu lange. Mein Kumpel meinte, dass er zuvor auf einer „geheimen“ Toilette war. Im Innenbereich kam ich da allerdings nicht hin. Ordner / Helfer ließen mich nicht durch. Doch von außen kam ich schließlich rein. Ich war ganz alleine. Scheinbar rechnete keiner damit, dass die Tür außen offen war. Glück gehabt. Obwohl, im Startbereich hätte es auch noch Dixies gegeben. Wir gingen zum Start und liefen uns warm. Er war im Startblock A, ich in B.

Der Lauf
Um 9 Uhr fällt der Startschuss und das Läuferfeld kommt in Bewegung. Von der Messe weg geht es auf der B36 in Richtung Innenstadt. Die ersten Kilometer laufen sich ganz ok. Für eine Zielzeit von 1:45 müsste ich einen 5:00er-Schnitt anpeilen, doch ich bin natürlich etwas schneller unterwegs. Egal, mal schauen.

Bei Kilometer 6 meldet sich der rechte hintere Oberschenkel. Ganz blöd. Ich versuche etwas vorsichtiger laufen und schone kurzzeitig die rechte Seite. Nach einer Weile geht es wieder. Aufgrund der neuen Strecke bleibt die Spannung aufrecht und ich kann die 10km-Marke nach fast exakt 47 Minuten passieren. Hui, so schnell war das eigentlich nicht geplant. Wenn ich das Tempo halbwegs halte, ist sogar eine Zeit unter 1:40 möglich. Aber ich weiß auch, dass mir in der Vorbereitung die langen Läufe fehlten. Die große Unbekannte sollte also noch kommen.

Die neue Strecke an sich ist schnell, wenn es nicht die Brücken gäbe. Die nehmen echt das Tempo raus und kosten ein paar Körner. Ich halte mich die ganze Zeit an eine Dreiergruppe, die ein gutes Tempo konstant läuft. Es scheint, als wollen sie auch unter 1:40 ins Ziel kommen. Bis Kilometer 14 läuft es noch gut. Doch so langsam spüre ich, wie die Beine etwas müde werden. Die fehlenden langen Läufe machen sich nun bemerkbar. Zu allem Übel geht es nun auch noch an der Europahalle vorbei, die ja bisher immer die Nähe zum Ziel signalisierte. Dieses Jahr jedoch nicht. Ich muss beißen und das Tempo irgendwie halten. Ein Drittel der Strecke liegt noch vor mir.

Die Kilometer 15 und 16 laufe ich konstant in 4:37. Doch da wartet schon die nächste Brücke auf mich. Sie zieht sich wie Kaugummi und mit kleinen Schritten quäle ich mich hoch. Oben angekommen, fühlen sich meine Beine wie Pudding an. Jetzt sind es aber noch 4,5 Kilometer bis ins Ziel. Der Dreier-Gruppe kann ich allerdings leider nicht mehr folgen. Sie verschärfen das Tempo und wenn ich versuchen würde, dies mitzugehen, wäre ein Einbrechen nach kurzer Zeit garantiert. Ich muss jetzt mein Ding machen und bin auf mich alleine gestellt. Doch die Gruppe fehlt mir. Ich werde pro Kilometer ein paar Sekunden langsamer. Nicht wild, aber es läuft sich schwerer.

Eineinhalb Kilometer vor dem Ziel geht es wieder aus Karlsruhe raus in Richtung Messe, die auch sofort zu sehen ist. So nah und doch noch einige Minuten entfernt. Ein Kilometer, der sich ewig anfühlt. Endlich, ich erreiche das Messegelände. Laufe über den Parkplatz, höre den Zielbereich und schaue auf die Uhr. Yeah, die Sub 1:40 ist sicher und es ist sogar noch eine Sub 1:39 möglich! Hierfür muss ich aber nochmal richtig Gas geben. Das wird echt knapp. Nur noch 200-300 Meter. Ich beschleunige und laufe in die Messehalle ein. Die Stimmung ist super! Auf einem Teppich in den Badischen Farben geht es in einer Kurve zum Ziel. Mit letzter Kraft überquere ich bei 1:38:53 die Ziellinie. Meine drittbeste Halbmarathonzeit!

Im Ziel
Nach der Zielmatte musste ich erst einmal kräftig durchatmen. Der Zielsprint war heftig. Aber er hatte sich gelohnt. Mit dieser Zeit hätte ich im Vorfeld nie gerechnet. Nicht bei dieser HM-unspezifischen Vorbereitung. Ich nehme meine Medaille entgegen und begebe mich in den Runner’s Heaven. Dort gibt es alles, was das erschöpfte Läuferherz begehrt. Und dann treffe ich auch schon meinen Kumpel. Bei ihm lief es auch gut (1:25:08). Während wir uns beglückwünschten, kam noch Flo (Pausenläufer) dazu, der mit 1:25:11 nur ein paar Sekunden langsamer als mein Kumpel war. Von solchen Zeiten kann ich nur träumen. War echt schön, dass man sich trotz der großen Menge getroffen hat.

Nach dem Lauf
Da die Halle beheizt war, konnte man ein wenig im Zielbereich verweilen. Ich traf noch kurz Benjamin, der sich für den Ironman Dubai vorbereitet. Sollte kein Problem sein, er ist ja schließlich schon erfahren. 😉 Wir gingen dann in die andere Halle, um unsere Taschen zu holen. Nun wurde penibel darauf geschaut, dass man mit Startnummer den richtigen Bereich betritt. Beim Rausgehen wurden Startnummer und Nummer auf der Tasche verglichen. Wir zogen uns bei den Duschen um und machten uns auf dem Weg zum Auto. Zwar führt am Parkplatz die Strecke vorbei, doch die Ausfahrt war so gelegen, dass man ohne Probleme das Gelände verlassen konnte. Es gab auch keinen Stau. Logistisch viel besser als am alten Standort. Zuhause musste ich schnell duschen, da mein Junior eine Aufführung hatte. Also nix mit auf die Couch legen. So ist das als laufender Vater. 😉

Fazit
Der Baden-Marathon war ein voller Erfolg. Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Ich bin eine super Zeit gelaufen, war zusammen mit meinem Kumpel dort und die Veranstaltung hat echt Spaß gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass der Umzug an einen neuen Standort so problemlos verlaufen würde. Ich war anfangs ja skeptisch, ob dort überhaupt was los sein könnte, doch ich finde die Messe als Veranstaltungsort super. Ein Lob an die Organisatoren! Klar, es gibt immer ein paar Kleinigkeiten, die man verbessern könnte. Aber im Großen und Ganzen war das echt gut gemacht. Toll fand ich auch, dass es dieses Mal unterschiedliche Medaillen gab. Für den Halbmarathon gab es eine silberne, für den Marathon eine goldene Medaille.

Es bleibt dabei, einen Halbmarathon kann ich auch ohne längere Trainingsläufe aus der Hüfte laufen. Doch immer muss ich die Quälerei auf den letzten 5 Kilometern nicht haben. In der Vorbereitung drei Läufe zwischen 17 und 20 Kilometer, das würde sich schon positiv bemerkbar machen (noch längere natürlich noch mehr). Für nächstes Jahr ist der Baden-Marathon auf schon mal notiert, wobei ich befürchte, dass er mit dem Sparkassen Marathon (2017 in Heidelberg) in die Quere kommen könnte. Symbadisch ist der Baden-Marathon auf alle Fälle.

2 Kommentare zu “Bericht „Baden-Marathon 2016“

  1. Thomas (Harlerunner)

    Hi Christian, super Zeit! Herzlichen Glückwunsch! Da bist Du mir noch um ein paar Minuten voraus – und sogar ohne spezifische Vorbereitung…

    Ich habe auch schon ein paar Mal die Erfahrung gemacht, dass sich so eine Veranstaltung erst über ein paar Jahre einschleifen muss, bevor die Organisation wirklich rund läuft. Da reicht anscheinend auch schon der Wechsel der Lokation, um einiges durcheinander zu bringen. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr zumindest schonmal mehr Toiletten. 😉

  2. Flo

    Hi Christian,

    schöner Bericht und nochmal Glückwunsch zur drittbesten Leistung über die 21,1 km. Wenn man berücksichtigt, dass du dich nicht fokussiert vorbereitet hast mit langen Läufen ist das umso bemerkenswerter.

    Ich habe beim Lauf die gleichen Leiden durchlebt wie du mit den Brücken und dem Bereich an der Alb, der sonst den Zieleinlauf ankündigte. Lustig.

    Und über dieses geheime Klo unterhalten wir uns nochmal, bin für einen entsprechenden Tipp dankbar 😉

    Viele Grüße und vielleicht bis Hockenheim,

    Flo aka Pausenläufer

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