Bericht „Himmelsleiter Trail 2017“

Am 8.10. hieß es für mich wieder „Stairway to Heaven“. Und damit war nicht der entspannte Song von Led Zeppelin gemeint, sondern die Natursteintreppe am Königstuhl in Heidelberg. Zum vierten Mal war der Himmelsleiter Trail bereits Bestandteil des Gelita Trailmarathon und ich war bisher immer dabei. Unter anderem ehrlich gesagt auch, weil es jedes Mal eine schöne Medaille gibt. Wenn ich schon im Frühjahr beim Halbmarathon keine bekomme, dann hole ich sie mir eben im Herbst beim Himmelsleiter Trail.

Vor dem Lauf
Da Start und Ziel dieses Mal nicht am Schloss waren, sondern in der Altstadt, musste ich meine Anreise ein wenig neu planen. Mein gewähltes Parkhaus hatte noch zwei freie Plätze, als ich kam. Glück gehabt, denn von dort war es ein Katzensprung zur Startnummerausgabe und dem Start-/Zielbereich. Nachdem ich mir meine Startunterlagen abholte, traf ich mal wieder Kim und Manuel, die zwei lokalen Laufraketen, die ich damals beim Jungfrau Marathon kennenlernte. Auch Florian Neuschwander stand daneben, doch für ein kurzes Schwätzchen reichte es leider nicht. Er ist halt inzwischen sehr gefragt. Dafür unterhielt ich mich noch kurz mit Ruslan, der mir auf dem Weg zurück zum Parkhaus begegnete. Am Auto zog ich mich um, entschied mich endlich für ein Paar Trailschuhe und ging dann langsam zum Startbereich. Noch ein wenig Warmlaufen und dann ging es auch schon los.

Himmelsleiter Trail 2017

Der Lauf
Mit dem Schloss im Hintergrund lief ich über die Startmatten zunächst auf Kopfsteinpflaster ein wenig abschüssig die Straße entlang. Dann eine Rechtskurve und hoch ging es. Ein Weg, der sich zum Schloss hoch schlängelt. Tja, das sind die zusätzlichen Höhenmeter zu den Vorjahren. Ich versuchte kleine Schritte zu machen und konstant zu laufen. Manche fingen bereits an zu gehen. Am Schlosspark angekommen, wurde dieser kurz durchlaufen, bevor es dann auf einem kurzen Straßenabschnitt weiter zur Himmelsleiter ging. Die Strecke war etwas abgeändert, als ich sie bisher kannte.

Und plötzlich war sie da, die Himmelsleiter. Die Natursteintreppe flößt einem sofort Respekt ein. Unterschiedlich große Steine, schief und unregelmäßig angeordnet. Da musste ich nun hoch. Nur kurz konnte ich einen langsamen Laufschritt halten. Zu steil wurde es und ich musste ins Hiking übergehen. Ich nahm mir dafür vor, keine Pause zu machen. Trotzdem nahm ich die mystische Stimmung wahr. Es war neblig, feucht und still. Ich hörte nur die Läufer um mich herum keuchen. Und natürlich mich selbst.

Das Fiese an der neuen Streckengestaltung war, dass es keine Abschnitte mehr gab, bei denen man sich kurz erholen konnte. Es ging stetig bergauf. Das war sehr kräftezehrend und auch für die Psyche fordernd. Aber ich wusste auch, dass oben angekommen, es nur noch bergab ging. Endlich war das Ende der Treppe erreicht und ich konnte am Verpflegungsstand einen Schluck Wasser zum Gel trinken. Es dauerte einige Meter, bis meine Beine bereits für den Downhill waren.

Jetzt kam der technisch anspruchsvollste Part. Eine lange, steile Abwärtspassage auf nassem und schmierigem Geröll. Ich musste hochkonzentriert bleiben, damit ich keinen Stein oder eine Wurzel übersehe. Außerdem musste ich schnell reagieren, wenn ich ins Rutschen kam. Aber mir macht das tierisch Spaß und so gab ich Vollgas! Downhill mache ich eher Plätze gut, als dass ich überholt werde. Letzteres ist eher selten der Fall. Ich kassierte ein paar Läufer ein, die ohne Trailschuhen unterwegs waren. Sie hatten einfach keinen ausreichenden Grip. Auf Schotter konnten sie dann wieder zulegen. Meine Schuhwahl war mit dem „Salomon Sense Pro 2“ an diesem Tag perfekt. Stabilität, Grip, Dämpfung und Schutz waren für diese Verhältnisse ideal.

Aus dem Wald ging es nun über einen kurzen Straßenabschnitt weiter durch den Schlosspark. Derselbe Weg zurück, wie zu Beginn. Jetzt wusste ich, was noch vor mir lag und konnte mein Tempo entsprechend ein wenig anziehen. Die drei Läufer vor mir waren nicht mehr zu erreichen und hinter mir war ebenfalls eine größere Lücke. So konnte ich die letzten Meter richtig genießen und überquerte nach 57:13 (Platz 46 von 191 gesamt, 5. in der AK M40) erschöpft, aber zufrieden die Ziellinie.

Nach dem Lauf
Im Ziel nahm ich die schöne Medaille entgegen und stärkte mich mit Kuchen und Getränke. Anschließend holte ich meine Tasche, machte ein paar Fotos und fuhr nach Hause. Ich synchronisierte meinen Forerunner und stellte dann bei Strava fest, dass ich bei einem Downhill-Segment tatsächlich 10. von insgesamt 250 bin und nur 6 Plätze hinter Florian Neuschwanders Zeit von seinem 2016er Rekordlauf liege! Mein Eindruck täuschte also nicht, dass ich mir da recht fix vorkam. Allerdings hatte Flow damals zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 38 Kilometer mit etlichen Höhenmetern in den Beinen. Dennoch, ein wenig stolz bin ich schon.


Fazit:
Die Quälerei hat sich mal wieder gelohnt. Zwar ist die Himmelsleiter echt heftig und das Ganze wurde dieses Jahr noch ein wenig verschärft, aber die Downhill-Passage und die schöne Medaille gleichen das wieder aus. Wieso die Strecke mit 10 Kilometer ausgeschrieben ist, erschließt sich mir jedoch nicht so ganz. Wie auch die Jahre zuvor, war die Strecke deutlich kürzer. Dieses Mal hatte ich gerade einmal 8,6 Kilometer auf der Uhr. Die hatten es zwar mit um die 500 Höhenmeter richtig in sich, doch 10 Kilometer sind es halt nicht. Aber mir ist das letztendlich auch egal.

Mit meiner Leistung bin ich recht zufrieden. Bergauf könnte ich mich sicherlich noch verbessern, aber dafür lief es bergab richtig gut. Im Vorfeld hatte ich davor ja etwas Angst, weil ich nicht wusste, ob meine Achillessehne das mitmachen würde. Aber ich hatte keinerlei Probleme und mit den Salomon Schuhen hatte ich die perfekte Wahl getroffen.

Die Veranstaltung gefällt mir und vielleicht traue ich mir irgendwann einmal an eine längere Distanz heran. Um mich für die volle Distanz anzumelden, müsste ich jedoch mein Hirn ausschalten. Denn 42 Kilometer mit 1.500 HM sind echt übel. Aber auch der Halftrail ist mit 30 Kilometern und 1.000 HM wahrlich nicht einfach. Hm, wenn ich es mir so überlege, dann reicht mir der Himmelsleiter Trail eigentlich völlig. 😉

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