“Das Feld von hinten aufrollen.” Das dachten sich die beiden Äthiopier Shimeles Molla und Terefe Yae beim Berlin Marathon 2004. Allerdings mehr als ungewollt, da sie als Eliteläufer versehentlich in die zweite Startwelle gerieten. Und so überholten sie auf den 42 km quasi im Slalomlauf mindestens 9.150 Läufer, ehe sie mit noch sehr beachtlichen 2:17er Zeiten ins Ziel kamen.
Wer schon immer einmal Mitglied in einem elitären Club sein wollte, der kann sich beim “Seven Continents Club” bewerben. Voraussetzung für eine Aufnahme ist, dass man auf allen sieben Kontinenten erfolgreich an einem Marathon teilgenommen hat. Derzeit können dies nur 213 Männer und 85 Frauen von sich behaupten. Inzwischen gibt es aber auch eine Halbmarathonliste.
Einfach laufen lassen. Dies dachte sich Paula Radcliffe, als sie 2005 beim London Marathon während des Laufs dringend auf’s stille Örtchen musste, jedoch kein Toilettenhäuschen in der Nähe war. Kurzerhand legte sie am Streckenrand vor allen Kameras eine Pinkelpause ein. Dennoch gewann sie in 2:17:42, was die drittschnellste jemals von einer Frau gelaufenen Marathonzeit ist.
Bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom gewann der Äthiopier Abebe Bikila den Marathonlauf und stellte dabei mit 2:15:16 einen neuen Weltrekord auf. Dies war zugleich die erste Olympische Medaille für Afrika in der Olympischen Geschichte. Noch beeindruckender ist jedoch die Tatsache, dass er die 42,195 km barfuß lief. Das nenne ich mal “Real Natural Running”.
Was für viele Läufer bereits eine große Herausforderung an sich ist, schafft Achim Aretz sogar rückwärts. Beim diesjährigen Frankfurt Marathon (31.10.) hat er einen neuen Weltrekord im Rückwärtslaufen über 42,195 km aufgestellt. In unglaublichen 03:42:41 kam er ins Ziel und war somit 58 Sekunden schneller als der Chinese Xu Zhenjun, der den Rekord 6 Jahre inne hatte.
Der Marathon war ursprünglich keine 42,195 Kilometer lang. Bei den olympischen Sommerspielen in Athen 1896 waren es lediglich 40 Kilometer. Erst 1908 in London kamen die 2,195 Kilometer hinzu, da die britische Königin den Start in den Windsor-Schlosspark verlegen ließ, um von der königlichen Loge aus zuschauen zu können. Seit 1921 ist diese Länge offiziell.



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