Bericht „Heidelberg Halbmarathon 2018“

Heidelberg Halbmarathon 2018Am 22. April fand der 29. SAS Halbmarathon Heidelberg statt, an dem ich nun bereits zum neunten Mal teilnahm. Dieses Jahr sollte es wärmer werden, als jemals zuvor. Und dennoch war ich im Vorfeld nicht nervös. Ich verspürte noch nicht einmal ein wenig Aufregung. Entsprechend sah auch meine Vorbereitung am Tag zuvor aus. Keine. Nix gerichtet und keine Gedanken gemacht. Ob das was wird? Manchmal kann sich ja eine gewisse Lockerheit auch positiv auf den Lauf auswirken.

Ich reiste wieder mit der S-Bahn an. Ganz problemlos und stressfrei. Vor Ort meine Startunterlagen abgeholt und dann wollte ich am Mini-Messestand zwei Gels kaufen. Pustekuchen. Gab nix. Nur Schuhe und das Teilnehmershirt. Dumm gelaufen. Egal.

Bei der Schule zog ich mich um und gab meine Tasche ab. Danach etwas warmlaufen. Ganz routiniert. Allerdings machte ich mir jetzt schon etwas mehr Gedanken bzgl. der warmen Bedingungen. Naja, dann lasse ich es halt mit meinem Ziel Sub1:45 und betrachte es als anspruchsvollen Trainingslauf.

Am Start kam ich bereits im Stehen ins Schwitzen. Der Startschuss fiel und ich achtete penibel darauf, es nicht zu schnell anzugehen. Auch wenn die ersten 7 Kilometer harmlos sind, wollte ich meine Körner für die Anstiege aufheben. Schließlich wusste ich ja, was mich erwarten würde.

Endlich ging es den Philosophenweg hoch. Ruhig und mit kleinen Schritten ging ich diesen ersten harten Anstieg an. Es lief gut und mein Puls blieb im Rahmen. Es fühlte sich trotz der Wärme nicht so anstrengend wie sonst an.

Als ich den Anstieg fast geschafft hatte, stieg plötzlich mein Puls rapide an. Ich bemerkte dies, weil sich auf einmal der Hals etwas eng anfühlte. Hatte ich mich veratmet? Ich schaute auf meine Uhr und erschrak. Ich war 30 Schläge über meinem Puls kurz zuvor. Sogar ganze 16 Schläge über meinem Maximalpuls! Konnte das sein? Ich war nicht außer Atem, aber irgendetwas fühlte sich komisch an.

Pulsdiagramm

Ich nahm etwas Tempo raus, dennoch wollte sich der Puls nicht normalisieren. Erst nach ca. 8 Minuten, als es etwas bergab ging, sank der Puls ganz plötzlich wieder auf einen normalen Wert. Dass die Pulswerte auch mal spinnen können (vor allem bei der Messung am Handgelenk), ist mir schon bewusst. Aber über einen solch langen Zeitraum? Keinerlei Störungsquellen (Strommast usw.) in der Nähe. Seltsam.

Durch den Wald ging es nun eine Weile bergab. Bei Kilometer 13 wartete dann nochmals ein fieser Anstieg auf mich. Zwar nicht all zu lang, dafür aber knackig und direkt nach der Bergabpassage. Für Beine ein richtiger Spaß. Hier ging mein Puls nur bis maximal 168 Schläge hoch. Also für mich ganz normal.

Oben angekommen, nahm ich einen Becher Iso und einen Becher Wasser (für den Kopf & Nacken) entgegen. Dann ging es steil bergab nach Ziegelhausen. Dort über die Neckarbrücke und an der Straße entlang zum Schlossanstieg. Da ich wusste, was mich dort erwartet, machte ich zuvor nicht zu hohes Tempo.

Kontinuerlich mit kleinen Schritten lief ich den steilen Anstieg hoch. Ein Anwohner grillte und der Geruch verführte einen stehen zu bleiben und eine Wurst oder ein Steak zu essen. Stattdessen nahm ich eine viertel Orange und kämpfte mich weiter hoch. Mein Ziel war es, ohne zu gehen den Anstieg zu bewältigen.

Es gibt ein zwei Stellen, an denen man denkt, man hätte es geschaft. Doch ich bin erfahren und lasse mich nicht täuschen. Erst bei Kilometer 19,5 geht es dann final bergab in die Altstadt. Ich ließ es richtig laufen und hatte dabei ein Tempo von um die 3:30 drauf.

Jetzt noch auf Kopfsteinpflaster die letzten 500 Meter zum Ziel. Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass es für eine Sub1:45 nicht reichen wird. Dennoch gebe ich richtig Gas und überquere nach 1:45:18 die Ziellinie. Läppische 7s über meiner Bestzeit vom Vorjahr. Dieses Mal allerdings bei deutlich anspruchsvolleren Bedingungen.

Wie immer gab es keine Medaille und ich ärgerte mich erneut darüber. Es ist echt nicht nachvollziehbar, weshalb dieser tolle Lauf keine Medaille für die Teilnehmer hat. Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr zum 30. Jubiläum eine. Vielleicht aber auch generell eine, weil der Lauf zum ersten Mal nicht ausgebucht war.

Ich holte meine Sporttasche ab und belohnte mich stattdessen mit einem leckeren Eis. Dann ging ich zu Fuß weiter zur Straßenbahnhaltestelle, um zum Hauptbahnhof zu kommen. Zuhause habe ich dann erst einmal vernünftig gefrühstückt und ging dann mit meiner Familie auf den Sommertagsumzug im Ort.

Mit meiner Leistung bin ich total zufrieden. Sicher hätte ich die paar Sekunden irgendwo rausholen können, aber letztendlich finde ich das gar nicht so dramatisch. Ich bin das Rennen gut und vernünftig angegangen, kam sehr gut durch und hatte Spaß dabei. Hat gepasst.

PS: Wegen dem seltsamen Ausreißer beim Puls werde ich mal einen Termin beim Kardiologen machen. Ich möchte das abklären.

6 Kommentare zu “Bericht „Heidelberg Halbmarathon 2018“

  1. Steffi

    Heimlicherweise lese ich deine Berichte immer sehr gerne. Hier aber ganz unheimlicherweise mein Wunsch für dich: dass der Kardiologe dir sagen kann, dass alles in Ordnung ist. Das Pulsdiagramm sieht ja wirklich wild aus. An sich würde ich nichts darauf geben, wenn du nicht von der Enge im Hals geschrieben hättest. Man muss natürlich auch dazu sagen, dass ich ein Hypochonder bin. ;-)

    Jedenfalls: Daumen sind gedrückt, auf dass du noch viele weitere Rennberichte schreiben kannst!

  2. Hannah

    Gratuliere zum erfolgreichen Lauf! Klingt so, als wenn Du diesen perfekt angegangen bist! Es gefällt mir auch sehr, dass Du nicht irgendwelchen Sekunden nachtrauerst, aber stattdessen Deinen Lauf richtig analysierst und entsprechend zufrieden bist. Weiter so!

    Liebe Grüße
    Hannah

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Dankeschön! Nach 11 Jahren Lauferfahrung macht man manchmal doch etwas richtig. ;-) Es wäre hier nur um eine Strecken-PB gegangen. Und wegen ein paar Sekunden vermiese ich mir nicht den Lauf und meine gute Leistung.

  3. Martin

    Das ist eindeutig ein Messfehler. Mach dir keinen Kopf. Meine Fenix macht solche Zicken auch, wenn ich am Handgelenk messe. Ich hab mir jetzt unter der Uhr die Haare entfernt. Scheint zu helfen. Richtig verlassen tue ich mich aber nur auf den Gurt.

    Glückwunsch zum Lauf!

    Und das mit der fehlenden Medaille würde mich auch ankeksen.

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Ich bin mir da nicht so sicher. Zwar habe ich manchmal auch ein paar Ausreißer, aber diese Stelle ich erst bei der Auswertung fest und sind nur von kurzer Dauer. Hier war es aber so, dass ich mich plötzlich körperlich komisch fühlte, auf die Uhr schaute und den extrem hohen Puls sah. Das Ganze ging ca. 8 Minuten. Finde ich recht lange für einen Messfehler. Das mit dem Entfernen der Haare probiere ich aber mal aus.
      Ich werde einen Termin beim Kardiologen machen. Das wollte ich schon länger mal machen. Ich möchte einfach etwas Körperliches ausschließen.

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