12 Kilometer – 30:29

Handball EM 2010Gleich vorweg: Nein, ich bin keinen Schnitt von 2’32″/km gelaufen. Die Zahlen haben eine etwas andere Bedeutung. Nach der Arbeit bin ich in den Fitnessraum meines Arbeitgebers und wollte ursprünglich 30-40 Minuten laufen, während ich die erste Halbzeit des Handball-EM-Spiels Deutschland gegen Schweden auf dem TV verfolge. Ich schaue sehr gerne Handball, da es eigentlich nie langweilig ist. Die heutige Partie hatte zudem eine gewissen Brisanz. Das deutsche Team musste unbedingt punkten, um in die Zwischenrunde zu kommen. Da aber Schweden kein leichter Gegner ist, war Spannung vorprogrammiert.

Ich schaltete den Fernseher ein, stellte mich aufs Laufband und lief los. Das Spiel war von Beginn sehr packend und das deutsche Team bot eine gute Mannschaftsleistung. Ich fieberte richtig mit und brüllte des Öfteren „Kreis“, „Zeitspiel“ oder Offensiv-Foul“. Ich war so bei der Sache, dass ich überhaupt nicht ans Laufen dachte. Es lief von alleine und von den Schmerzen an der Schienbeinmuskulatur war nichts zu spüren. Zur Halbzeit stand es 20:17 für Deutschland und ich lief 6km in 37’30“. Eigentlich hatte ich geplant, nun zu duschen und nach Haus ezu fahren. Doch ich konnte das deutsche Team jetzt nicht im Stich lassen. Ich holte schnell mein Handy und rief zu Hause an, dass ich später komme.

Pünktlich zur zweiten Halbzeit stand ich wieder auf dem Laufband und weiter ging’s. Leider konnte das deutsche Team nicht an die erste Halbzeit anknöpfen. Sie schlossen zu schnell und zu offensichtlich ab. Doch die Abwehr kämpfte und so blieb es weiter spannend. Ich unterstützte das Team dermaßen lautstark, dass ich eigentlich nur darauf wartete, bis der Wachmann kommt und nachschaut, was los ist. Dank einer geschlossenen und kämpferischen Mannschaftsleistung gewann am Ende das deutsche Team 30:29 gegen Schweden und sicherte sich somit den Einzug in die Zwischenrunde der EM. In der zweiten Halbzeit lief ich ebenfalls 6km in 37’30“, ohne Schmerzen oder Probleme. Mein Puls war wohl zwischenzeitlich bei 180. Aber nicht wegen dem Laufen. 😉

Ich war danach richtig aufgedreht und voller Glücksgefühle. Ein Runner’s High? Eher nicht, da dieser ja vom Laufen an sich kommen soll. Aber es war dennoch ein toller Moment. Eines ist jedoch sicher. Bei den kommenden Spielen am nächsten Dienstag und Donnerstag werde ich wieder auf dem Laufband dabei sein. Beim Laufen ein spannendes Handballspiel schauen ist eine geniale Kombination! 😀

6 Kommentare zu “12 Kilometer – 30:29

  1. Sinusläufer

    Ich behaupte mal das Laufband ist deiner Verletzung nicht unbedingt förderlich.
    Aber Du kennst deinen Körper besser.
    Ja, das Spiel blieb spannend aber ein Sieg war drin. Sich während dem Lauf abzulenken ist ein bewährtes Mittel. Für solche Tage hab ich den iPod dabei.

  2. Brennr Autor des Beitrags

    @Sinusläufer: Wieso meinst Du? Ich kann am Laufband die Federung einstellen, die Steigung und das Tempo. Ich sehe das eher als Vorteil, da ich gewisse Risiken (Steine, Löcher,..) ausschließen kann. Meine beiden Läufe zuvor waren im Freien und da bekam ich Probleme. Von daher kann das Laufband in diesem Fall für mich nicht schlechter sein.
    Ich laufe auch ab und zu mit dem iPod, aber mit dem Erlebnis von heute (bzw. gestern) ist das echt nicht zu vergleichen. Ich hatte zwischenzeitlich vergessen, dass ich laufe. Ich denke, dass eine visuelle Ablenkung noch wirkungsvoller ist, als eine akustische. Und wenn es dann auch noch so spannend ist, vergisst man alles um sich herum.

  3. Bernd

    Ich hatte schon gedacht bei der Überschrift 12 km und 30:29 das Du einen super Tempolauf gemacht hast, die 12 km in 30 Minuten 29 Sekunden. 🙂
    Das Handballspiel gestern war wirklich mehr als spannend, da sind die meisten Krimis gegen langweilig und es hatte wie ein schöner Film auch ein Happyend. Mal sehen wie es weitergeht.

  4. Steffen

    Sehr interessantes Ablenkungsmanöver. Gute Idee, Laufen und Handball gucken, da verfliegt die Zeit im nu. 12 km, das freut mich sehr für Dich. Ganz besonders mit der Tatsache, dass Du beschwerdefrei geblieben bist und sich Dein Schienein nicht bemerkbar gemacht hat.

    Übrigens, vielen Dank das Du unsere Aktion „Laufend etwas bewegen“ mit einem kleinen Banner verlinkt hast, klasse!

    Christian, ich wünsche Dir ein wunderbares Wochenende,
    Steffen

  5. Sinusläufer

    Ich kann es selber nicht bestätigen weil ich keine Laufbanderfahrung hab aber das Training führt zu unnatürlichen Bewegungsabläufen. Der Fuß wird flacher aufgesetzt und der Unterschenkel stärker angehoben. Gerade wenn man angelenkt ist kann man sich nicht auf seine Bewegung konzentrieren.

    Naja, ich will das Band nicht verteufeln denn die Vorteile hast Du ja schon aufgezählt aber das diese Art von Training auch zu Problemem führen kann würde ich mal im Hinterkopf behalten.

    P.S.: Aus aktuellem Anlass möcht ich die Klammer noch mit Eis ausfüllen. Noch ein Risiko weniger. Ich bin mal gespannt ob die Wetterfrösche übertreiben oder ob wir endlich mal wieder eine saubere Strecke bekommen.

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