Test: AminoSkin

AminoSkin - Recovery, Power, EnduranceVor ein paar Wochen bekam ich von der Firma „AminoSkin“ ein Testpaket zugeschickt. Darin enthalten waren drei Cremes/Lotions (Power, Endurance, Recovery), die den Läufer mit Aminosäuren versorgen. Dadurch sollen sich die Leistung, Ausdauer, Kraft und Regeneration verbessern. Klang vielversprechend, also testete ich die Wundermittel. Doch halten sie die Versprechen?

Rein optisch sind die Produkte in den Farben Silber, Apfelgrün und Weiß recht ansprechend. Während „Endurance“ und „Recovery“ in einer Flasche mit praktischer Öffnung daherkommen, befindet sich „Power“ in einer Creme-Dose. Hier meine Erfahrungen mit den einzelnen Produkten.

Power
Man soll die Creme ca. 20 Minuten vor dem Laufen auf dem Brustbereich auftragen. Ist diese wie bei mir behaart, macht das wenig Spaß. Man muss dann schon eine Weile die Creme verreiben, damit sie einzieht. Sie hat einen Zitrusduft und der eingecremte Bereich hat eine leicht erfrischende Kühle. Das wars aber auch schon. Einen leistungssteigernden Effekt bzw. mehr Power habe ich nicht verspürt. Nachteilig ist zudem, dass mein Brustgurt immer wieder verrutschte.

Endurance
Die Lotion wird ebenfalls vor dem Laufen in den entsprechenden Körperpartien (sinnvollerweise Wade und Oberschenkel) einmassiert. Dadurch soll die Ausdauer- und Belastungsfähigkeit gesteigert werden. Die Konsistenz ist etwas seltsam, wie Creme mit etwas Flüssigkeit. Keine Ahnung, ob das so sein soll oder ob die Flasche falsch gelagert wurde. Jedenfalls lässt sich die Lotion nicht sonderlich gut einmassieren. Wenn man Kompressionsstrümpfe oder Tights trägt, sieht man durchaus Rückstände. Oder soll man 20 Minuten vor dem Laufen nackt rumstehen? Ich habe lediglich eine leichte belebende Wirkung wahrnehmen können. Eine Steigerung der Ausdauer- und Belastungsfähigkeit jedoch nicht. Zumindest nicht spürbar.

Recovery
Die Lotion soll die durch die sportliche Belastung entstandenen Abbauprodukte beseitigen und somit eine schnellere Erholung des Muskelgewebes nach der Belastung und nach Verletzungen bewirken. Mich erinnert sie sehr an Franzbranntwein, zumal als Inhaltsstoffe ebenfalls Campher und Minze drin sind. Sie erfrischt zwar für einen Moment die Muskulatur, allerdings nicht so andauernd wie Franzbranntwein oder Pferdesalbe. Meine Beine erholten sich auch nicht schneller, als mit den beiden zuletzt genannten Produkten.

Fazit
Mich konnten die AminoSkin-Produkte nicht überzeugen. Meine Frau (hat u.a. Biologie studiert) meint zudem, dass Cremes nur die obersten Hautschichten erreichen können und nicht das Kapillarsystem. Zwar wirbt der Hersteller mit einem besonderen Herstellungsverfahren, wodurch genau dies möglich sein soll, doch so recht glauben mag ich das nicht. Letztendlich sind Werbeversprechen oft die eine, und Realität die andere Seite. In meinen Augen gibt es kostengünstige Alternativen, bei denen ich zumindest mehr spüre. Franzbranntwein, Pferdesalbe oder auch das altbekannte Sport Lavit kosten nur einen Bruchteil. Denn 35 EUR für lediglich 250 ml sind ganz schön viel. Ich bedanke mich bei „AminoSkin“ für das Testpaket, überzeugt hat es mich jedoch leider nicht. Da andere Tester weitaus positiver berichten, möchte ich eine Wirkungsweise nicht komplett abstreiten. Wer die Produkte selbst testen möchte, sollte vielleicht dennoch zuerst ein „Testpak“ für knapp 9 EUR bestellen, bevor vielleicht ähnliche Erfahrungen wie ich macht, jedoch dann über 100 EUR hingeblättert hat. In meinen Augen total überteuert.

Nachtrag
Die Kontaktperson der Firma „AminoSkin“ hat sich nach der Veröffentlichung des Berichtes per Mail bei mir gemeldet. Sie hat sich ausdrücklich für meine ehrlichen Worte bedankt. Ich finde, das hat Größe und macht auch nicht unbedingt jede Firma.

4 Kommentare zu “Test: AminoSkin

  1. Supermario72

    Na dieser Testbericht kommt mir noch gerade wie gerufen! Ich bin nämlich auch seit einiger Zeit immer wieder am Überlegen, ob ich mir mal diese AminoSkin-Produkte zulegen soll. Allerdings hat mich bisher doch immer wieder der sehr hohe Preis abgehalten. Im Moment reibe ich meine Beine dann auch lieber mit Frannzbranntwein-Gel ein. Und dabei bleibt es jetzt auch!

    Insofern – danke an Dich Christian, für diesen sehr authentischen Bericht! 😉

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. Rolf

    Hallo Christian,

    danke für den authentischen Testbericht.
    Hätte mich ehrlich gesagt auch echt gewundert, wenn dann Aussagen gekommen wären wie:
    „Ich hab mir die Waden kurz eingecremt und dann konnt ich rennen wie Haile.“

    Ich bin solchen Produkten gegenüber auch ziemlich skeptisch.

    Viele Grüße
    Rolf

  3. Marco

    Danke für den guten und objektiven Bericht. Ich wollte es schon bestellen, hab dann aber deinen Test gelesen und doch nix bestellt.
    Ich nehm weiter Franzbrantwein :mrgreen:

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