Plananpassung – gute Idee?

© ioannis kounadeas - Fotolia.comIch trainiere ja bekanntermaßen nach dem 10-Wochen-Plan für Sub 3:30 von Herbert Steffny. Dieser sieht in der fünften Woche einen 10km- und in der siebten Wochen einen Halbmarathon-Wettkampftest vor. Während man den 10er auch auf der Hausstrecke laufen könnte, gestaltet es sich mit dem Halbmarathon etwas schwieriger. Diesen auf eigener Strecke unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren ist nahezu unmöglich. Dabei wäre dies gerade bzgl. Taktik und Versorgung meines Erachtens sehr wichtig. Doch leider findet nicht jedes Wochenende ein Halbmarathon in unmittelbarer Umgebung statt. Und daher habe ich nun ein Problem.

Noch bevor ich mich für einen Trainingsplan entschieden hatte, meldete ich mich für die halbe Distanz beim 30. Badenmarathon in Karlsruhe an. Dort hat 2007 alles begonnen (mein erster richtiger Wettkampf) und nach meinen Teilnahmen 2008,… , sowie meinem perfekten Lauf 2011, sah ich diese Veranstaltung fünf Wochen vor dem Frankfurt Marathon eigentlich als ideale Vorbereitung an. Doch laut Steffny-Plan kommt dieser Halbmarathon zwei Wochen zu früh.

Steffny hat anscheinend schon sehr viele Mails zu dieser Problematik erhalten. Kann man den Halbmarathon eine Woche vorziehen? Kann man den Halbmarathon eine Woche später laufen? Die Antwort von Herbert Steffny ist eigentlich immer gleich. Nein, wird nicht empfohlen. Hintergrund ist, dass der Plan aufbauend konzipiert und genau abgestimmt ist. Zieht man den Halbmarathon vor, ist man noch nicht soweit, um das Ziel (1:39) zu erfüllen. Läuft man ihn später, erholt sich der Körper nicht rechtzeitig für den Marathon. Es gibt also keinen wirklichen Spielraum.

Ich habe mir diesbezüglich Gedanken gemacht und bin auf folgende Idee gekommen. Anstatt des 10ers in der fünften Woche laufe ich den Halbmarathon. Da ich vier Wochen vor Trainingsbeginn bereits längere Einheiten (24-27km) lief, sollte ich eigentlich die nötige Grundlagenausdauer besitzen. Und wenn dann keine 1:39 dabei rauskommen sollte, würde ich mich davon nicht verunsichern lassen (solange es nur knapp darüber ist).

Woche 5 (alt):
Projekt 42 - Woche 5

Woche 5 (neu – Änderungen blau):
Projekt 42 - Woche 5 *neu*

Der zweite Teil meiner Idee sieht in der siebten Woche anstelle des Halbmarathon-Wettkampftests einen 30km-Lauf in 5:50 min/km mit 5km Endbeschleunigung in 5:15 min/km vor. Dies wäre der Einstieg in die Endbeschleunigung, die in der darauffolgenden Woche planmäßig mit 10km fortgeführt wird. Die Einheiten unter der Woche habe ich zudem (orientiert an den jeweiligen Wochen zuvor und danach) ein klein wenig angepasst.

Woche 7 (alt):
Projekt 42 - Woche 7

Woche 7 (neu – Änderungen blau):
Projekt 42 - Woche 7 *neu*

Für mich stellt sich nun die Frage, ob ich meine Plananpassung durchziehe oder mich voll an die Vorgaben von Steffny halte. Ich würde nur sehr ungern ohne Wettkampftest unter echten Wettkampfbedingungen in Frankfurt an den Start gehen. Trainingsstrecke ist nunmal etwas anderes als Wettkampf mit Läufern und Versorgung. Ich denke, ich werde meinen Plananpassung durchziehen. Immerhin habe ich über fünf Jahre Lauferfahrung und kann das Ganze schon ein wenig einschätzen.

Nichts desto trotz habe ich Herrn Steffny diesbezüglich per Mail um Rat gebeten. Ob er mir, wenn überhaupt, noch rechtzeitg antworten kann, wird sich zeigen. Fragen zu dieser Problematik bekommt er zwar oft gestellt, aber immerhin bringe ich einen Alternativplan entgegen. Doch ich möchte nicht nur Herrn Steffny fragen, sondern auch meine kompetenten Leser. Was hälst Du von meiner Plananpassung?

8 Kommentare zu “Plananpassung – gute Idee?

  1. ArlbertEinstein

    Meine Meinung: bleib beim Plan!
    Natürlich kannst du ihn anpassen an deine Bedürfnisse, natürlich ist das teilweise wohl sogar sinnvoll – aber wenn du das Zugeständnis machst, nach dem Steffny SUB3:30 Plan zu trainieren dann bleib auch dabei
    Alles andere ist dein eigener Plan!

  2. Running Twin Marek

    Christian jetzt mal im Ernst. Ob du den HM nun eine Woche später oder früher läufst, dürfte für uns Hobbyathleten kaum eine Rolle spielen. Viel wichtiger ist, dass du einen Vorbereitungswettkampf hast und ungefähr weißt, wo du genau stehst. Das war eins meiner Probleme im Frühjahr: so ganze ohne HM in die 42k zu gehen, ist ein riskantes Unterfangen. Also meine Meinung: mach es einfach so, wie du es für richtig hältst. Naja und du wirst du sicher auch keine 2 Wochen brauchen, um dich von dem Ding zu erholen 🙄

  3. Laufhannes

    Natürlich wird Steffny das nicht empfehlen und sicherlich ist es nicht die optimale Lösung. Aber die Problematik mit den Testwettkämpfen gibt es beim Steffny-Plan immer.

    Selbstverständlich kann man auch anders zum Erfolg kommen und die Anpassungen sehen ganz ordentlich aus. Das wird schon klappen. Nur Steffny kann schlecht sagen, dass man seine Pläne beliebig verändern kann, Hauptsache man trainiert 😉

  4. Supermario72

    Wenn es Dir so besser in den Kram paßt, dann mach‘ es auch so! Diese typischen Countdown-Pläne sind eben immer nach einem gewisschen Grundprinzip aufgebaut. Aber Du läufst ja nicht erst seit ein paar Wochen, sondern lang genug, um auch schon in Woche 5 den HM hinzubekommen. Viel wichtiger ist es aber dann, das Training in Woche 6 auch umzustellen! Denn hier wird ja von einem 10km-Wettkampf ausgegangen und demzufolge solltest Du die Woche auch die neuen Voraussetzungen anpassen.

    Na dann – viel Erfolg!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  5. Thorsten

    Hi, jetzt gebe ich auch mal wieder meinen „Senf“ dazu obwohl ich diesmal nicht viel eigenes schreiben werde. Das was Supermario72 schreibt kann ich nur voll unterstützen und bestätigen. Du Trainierts doch sowieso die ganze Zeit Laufen…Profisportler bist Du natürlich nicht aber. Dir liegt anscheinend sehr viel an diesem HM Termin. Also nimm ihn war. Du soltest Spaß am Laufen haben und wenn Du diese Veranstaltung wahrnehmen willst ..dann mach es:-) Aber pass dann den restlichen Plan wie Mario vorschlägt dann auch an. Du wirst dann wahrscheinlich durch Deine Emontionale Welle getragen und das ist auch ne menge Wert. WIchtig ist , das Du verletzungsfrei bleibst. Für den Rest hat Dein Körper glaube ich schongenug Grundvoraussetzung durch Dein raining in den letzten Jahren. Also viel Spaß und Erfolg.
    Thorsten

  6. Brennr Autor des Beitrags

    @ArlbertEinstein: Was spricht denn gegen einen eigenen Plan? Den Steffny-Plan kann man ja als Grundgerüst nehmen und ein wenig personalisieren, oder?

    @Running Twin Marek: So sehe ich das eigentlich auch. Und wahrscheinlich werde ich das auch aus den von Dir genannten Gründen so durchziehen.

    @Laufhannes: Irgendwie beruhigt mich das, dass Du mir nicht total davon abrätst. 🙂

    @Supermario72: Ja, da hast Du natürlich recht. Werde ich mir anschauen unf ggfs. anpassen, sofern ich meine Planänderung durchziehe.

    @Thorsten: Danke für Deinen „Senf“! 😉

  7. Chris

    Umstellen, aber die Zeit nicht auf Teufel komm raus zu knacken versuchen.
    Einziger Haken:wenn man sich nicht an den Plan hält, kann der bei abweichenden Leistungen nicht beschuldigt werden. Aber was soll in deinem zweiten Frühling schon schiefgehen!

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