Laufen im Herbst

Laufen im HerbstDer Herbst ist da, mit allem, was dazugehört. Dunkelheit, Regen, Wind, Kälte. Er wird deswegen oft als „die ungemütliche Jahreszeit“ bezeichnet. Manche haben nun ein Problem, sich zum Laufen zu motivieren. Sicher, die früh einsetzende Dunkelheit ist schon ein wenig deprimierend. Aber am Wochenende kommen für mich nun die schönen Läufe. Die Wettkampfsaison ist vorbei, ich kann nach Lust und Laune laufen und mein Revier ist nun der Wald. Hier ein paar Tipps, wie das Laufen im Herbst zum Highlight werden kann.

Ab in den Wald!
Wer es nicht eh schon tut, sollte nun seine Wochenendläufe in den Wald verlegen, sofern möglich. Auf der Straße oder auf dem Feld zu laufen ist im Herbst nicht gerade ein Augenschmaus. Alles grau und ungemütlich. Ganz im Gegensatz zum Wald. Das Farbenspiel der Laubbäume ist ein Traum.

Musik aus, Stille genießen!
Laufen mit Musik kann ab und zu eine schöne Abwechslung sein, doch im Wald ist sie fehl am Platz. Man würde etwas verpassen, was nur noch selten zu genießen ist; die Stille. Ich finde es richtig erholend, wenn ich nichts um mich herum höre, außer mein Atmen und das Knistern der Blätter, auf denen ich abrolle. Balsam für die alltagsgestresste Seele.

Schlechtes Wetter gibt es nicht!
Der Spruch klingt ein wenig abgedroschen, doch es steckt doch viel Wahrheit darin. Mit der richtigen Ausrüstung kann jeder Lauf zu einem positiven Erlebnis werden, ganz unabhängig von den Witterungsbedingungen. Selbst Regen kann dann kein Grund mehr sein, zuhause zu bleiben. Allerdings sollte man darauf achten, dass man sich nicht zu warm anzieht. Wenn man zu Beginn noch leicht friert, dann ist es ideal. Ansonsten schwitzt man zu schnell und kühlt dadurch auch aus.

Vorbereitung ist wichtig!
Wer alleine unterwegs ist, sollte gut vorbereitet sein. Sehr hilfreich ist eine GPS-Uhr, um zum Startpunkt zurückzukehren (sofern die Funktion vorhanden ist), falls man sich verläuft. Wer ein Smartphone dabei hat, kann damit noch besser navigieren und kann in der Not (z.B. bei einer Verletzung) auch telefonieren. Ein kleiner Laufrucksack ist recht nützlich, um alles zu verstauen. Je nachdem, wie lange man unterwegs ist, kann man eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken mitnehmen. Eventuell noch eine zusätzliche Jacke und eine Stirnlampe, falls man länger als geplant unterwegs ist. Vielleicht auch eine Kamera, um die schöne Natur festzuhalten.

Laub ist tückisch!
So schön das Laub auf dem Waldboden auch ist und so herrlich es auch klingt, wenn man darauf läuft, so tückisch kann es auch sein. Wurzeln und kleine Löcher werden dadurch verborgen und die Gefahr, dass man umknickt oder sich vertritt, ist erhöht. Daher gilt es wachsam zu sein und den Untergrund nicht außer Acht zu lassen. Was vielleicht nervig klingt, sehe ich als Herausforderung und macht mir Spaß, zumal ja oft nur bestimmte Streckenabschnitte davon betroffen sind. Je nachdem ist auch ein Trailschuh sinnvoll, da die Sohle griffiger ist.

Kein Kavalierstart!
Jetzt, wo die Temperaturen immer weiter sinken, braucht die Muskulatur etwas mehr Zeit, um warm zu werden. Sie muss erst einmal richtig durchblutet werden, bevor sie stärker gefordert wird. Beginnt man den Lauf zu schnell, besteht die Gefahr einer Verletzung der Muskulatur (z.B. Zerrung).

Aus dem Wald, unter die Dusche!
Nach dem Lauf sollte man möglichst zeitnah das Warme aufsuchen. Wer zu lange verschwitzt in der Kälte steht, riskiert aufgrund des „Open-Window-Effekts“ (Anfälligkeit des Körpers nach der Belastung) eine Erkältung. Daher am besten direkt nach Hause, raus aus den nassen Sachen und ab unter die Dusche oder in die Badewanne.

Tanke Energie!
Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, dass man sich tagsüber im Freien aufhält und Sonnenlicht tankt. Ansonsten kann es sein, dass der Körper einen Mangel an Vitamin D bekommt. Dies hat zur Folge, dass man träge wird, unter Stimmungsschwankungen leidet und im schlimmsten Fall sogar depressiv wird. Unter der Woche ist es als normal arbeitender Mensch eher schwierig bei Tageslicht zu laufen. Da muss man zwangsläufig zur Stirnlampe greifen oder auf das Laufband ausweichen. Aber am Wochenende sollte zumindest ein etwas längerer Lauf Pflicht sein.

Wie eingangs erwähnt, die Wettkampfsaison ist für mich vorbei und ich freue mich nun auf die Wochenendläufe im Wald, die ich je nach Lust schnell oder langsam absolviere. Diese Läufe sind sehr befriedigend, da ich sie ganz ohne Druck angehe und Distanz & Tempo spontan variiere. Nach den vielen 10km-Wettkämpfen tut das richtig gut. So gebe ich meinem Körper die Chance, sich von den Strapazen zu erholen. Der Hunger auf die neue Saison kommt dabei von ganz alleine.

6 Kommentare zu “Laufen im Herbst

  1. Ruben

    Schöne Ratschläge. Aber wie du sagst, am Wochenende, wenn man halt laufen kann während es noch Hell ist. Während der Woche heißt es dann wieder entlang an Flüssen oder Radwegen, mit Stirnlampe… da ist mir der Wald dann doch oft zu „gefährlich“

  2. Wiesel

    Der Herbst ist eh die beste Läuferjahreszeit zumindest außerhalb der Städte 🙂

    – tolles Naturerlebnis
    – keine Pollen
    – klare Luft
    – angenehme Temperaturen
    – beim Laufen stört auch der Regen kaum
    – ….

    …. na ja und GPS, Handy und Co. finde ich überflüssig (Ausnahme Handy beim (ganz) langen Lauf wenn ich unterwegs ein paar Bilder schießen will). Kenne mein „Revier“ und finde immer wieder heim. Laufrucksack finde ich auch nur für Läufe oberhalb der 2 Stunden (oder im Sommer wenn es sehr heiß ist ab 1,5 Stunden) wirklich notwendig.

    Happy Trails :-)))

  3. Eddy

    Sehr schöne Bilder – und natürlich gute Tipps! Ich muss mal gucken, wo ich meine Trail-Schuhe habe; denn nach dieser Lektüre kribbelt es ganz gewaltig, und ich muss unbedingt in den Wald! 🙂

  4. Ruslan

    Ich mag es mehr im Winter zu laufen – im Odenwald, wann der Schnee liegt. Es ist so schön da oben, wann alles weiß ist.

  5. Chris

    Wirklich toll, im Herbstwald zu laufen. Mit Traillaufschuhe geht das gleich noch einen Tick sicherer. Das gute Profil, der gute Rundum-Schutz und eine etwas härtere Sohle – perfekt für den Waldboden. Und dann einfach querffeld – nein, querwald laufen… :mrgreen:

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