Wettkampf – 24 Tipps

1. Besonders eine Woche vor dem Wettkampf viel trinken
Kurz vor dem Start sieht man viele Läufer, die noch schnell einen halben Liter trinken, damit sie für den Lauf genügend Reserven haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Trinken schon vor dem Lauf wichtig ist. Aber bereits ab einer Woche vor dem Wettkampf. So hatte ich das Gefühl, dass ich meine Wasserspeicher gut auffüllen konnte und am Wettkampftag gut vorbereitet war.

2. Sehr kohlenhydratreiche Ernährung ab 1 Woche vor dem Wettkampf
Wie auch das Trinken, ist eine frühzeitige Füllung der Energiespeicher mit Kohlenhydraten eine wichtige Komponente in der Wettkampfvorbereitung. Bei vielen Laufveranstaltungen werden am Tag zuvor eine sogenannte Pasta-Party angeboten. Diese sind zwar immer ganz nett und auch ein schönes Ritual, aber um die Energiespeicher gut zu füllen, sollte dieses Carboloading bereits ab einer Woche vor dem Wettkampf erfolgen. Nudeln sind hierbei optimal. Auf fettreiche Nahrung sollte verzichtet werden. Am Abend vor dem Wettkampf esse ich Pasta mit Tomatensauce (leicht bekömmlich) und bin damit bisher immer gut gefahren.

3. Startunterlagen nach Möglichkeit bereits am Tag vor dem Wettkampf abholen
Nimmt man an einer etwas größeren Laufveranstaltung teil, wird oft die Möglichkeit angeboten, dass man die Startunterlagen (Startnummer usw.) bereits am Tag vor der Veranstaltung abholen kann. Dies kann ich nur empfehlen, da man sich dadurch viel Stress erspart. Und den sollte man am Wettkampftag nicht haben. Daher besser einen Tag vorher hingehen, ganz entspannt die Unterlagen abholen und, falls vorhanden, die Stände von Herstellern und Veranstaltern besuchen. Oft kann man dabei auch an der Pasta-Party teilnehmen und mit anderen Läufern quatschen. Ich empfand dies immer als schöne Einstimmung auf den Lauf. Manche Veranstalter bieten auch einen Versand der Startunterlagen an. Dies ist natürlich die bequemere Alternative. Aber auf alle Fälle besser, als am Wettkampftag total abgehetzt die Startnummer abzuholen, um nicht den Start zu verpassen. Dann doch lieber stressfrei am Tag zuvor.

4. Den eigenen “Fans” vorab die Passierpunkte vereinbaren und Zeiten nennen
Bei Wettkämpfen ist es immer eine schöne Sache, wenn einem Familie, Freunde und Bekannte am Straßenrand unterstützen. Doch bei größeren Laufveranstaltungen kann es durchaus vorkommen, dass man in der Masse übersehen wird. Daher ist es sinnvoll, wenn man mit seinen „Fans“ in den Tagen vor dem Lauf die Passierpunkte und die jeweiligen Durchlaufzeiten ausmacht (+- ein paar Minuten). So können sich die Fans besser darauf einstellen und konzentrieren. Zusätzlich ist es sinnvoll, wenn man an diesen Punkten auch noch ausmacht, auf welcher Straßenseite sie stehen. So kann man sich während des Laufs vor den Passierpunkten entsprechend ausrichten. Einer leistungssteigernden Unterstützung von den Fans steht somit nichts mehr im Wege.

5. Rechtzeitig eine Checkliste erstellen, die man vor der Abfahrt durchgeht
Die meisten tun es, wenn sie in Urlaub gehen – sie erstellen eine Checkliste. Warum? Damit sie nichts vergessen. Denn ist man erst einmal am Urlaubsziel, gibt es kein Zurück. Und genau so ist es auch beim Wettkampf. Fällt einem am Veranstaltungsort auf, dass man etwas vergessen hat, hat man eigentlich nie die Zeit, nochmal nach Hause zu fahren. Und selbst wenn, bedeutet dies wieder einen zusätzlichen Stress, den man ja vermeiden sollte. Aus diesem Grund erstelle ich vor jedem Wettkampf eine Checkliste, die ich am Abend zuvor noch einmal durchgehe und am Wettkampfmorgen Punkt für Punkt abhake. Dies hat auch zur Folge, dass man ganz entspannt zum Veranstaltungsort fahren kann, da man die Gewissheit hat, dass nichts vergessen wurde. Solch eine Checkliste verursacht wenig Aufwand, bringt aber einen großen Nutzen.

6. Die Zielzwischenzeiten rechtzeitig merken, ausdrucken oder aufschreiben
Wer bei einem Wettkampf auf Bestzeit aus ist, sollte seine Zielzwischenzeiten kennen, um den Lauf gut einteilen und kontrollieren zu können. Wer in Besitz einer GPS-Uhr ist, muss sich diesbezüglich keine Gedanken machen. Wer jedoch keine hat, muss schon halbwegs wissen, ob er zu schnell oder zu langsam unterwegs ist. Da es bei fast allen Läufen Kilometermarkierungen gibt, reicht eine normale Uhr mit Zeitnahmefunktion aus. Lediglich die Zielzwischenzeiten muss man parat haben. Entweder im Kopf oder zum Ablesen. Daher sollte man sich die Zielzwischenzeiten ausrechnen (z.B. hier) und merken oder ausdrucken bzw. aufschreiben. Am Wettkampftag kann man sich diese Zeiten dann mit dem Edding auf dem Unterarm schreiben oder als Papierband um das Handgelenk binden. So ist man Kilometer für Kilometer stets informiert, ob man noch im Soll ist oder etwas zulegen muss.

7. In den Tagen zuvor ausreichend und früh schlafen gehen
Die meisten Wettkämpfe finden früh morgens statt und da man Stress vermeiden möchte, steht man am Wettkampftag recht früh auf. Da der Körper ausgeruht sein sollte, empfiehlt es sich, in den letzten Tagen vor dem Lauf früh Schlafen zu gehen. Vor allem am letzten Abend sollte man nicht zu spät ins Bett gehen. Auch wenn es schwer fällt, da man meist etwas nervös ist.

8. Am Wettkampfmorgen frühzeitig ein leichtes Frühstück einnehmen
Spätestens am Wettkampfmorgen fragt man sich, was man am besten frühstücken soll. Da der Magen eine wichtige Rolle spielt und einen beim Laufen schnell mal ausbremsen kann, sollte man sich nicht den Bauch vollschlagen. Das Frühstück sollte leicht und bekömmlich sein. Oft wird u.a. folgendes empfohlen: helle Brötchen, Weißbrot, Toastbrot, Marmelade, Honig, Banane, Wasser, Tee, Fruchtsaftschorle. Ich persönlich bin mit 2-3 Scheiben „leicht&cross“ mit Nutella und stillem Wasser mit einem Schuss Apfelsaft gut gefahren. Auf dem Weg zum Wettkampf habe ich dann meist noch eine Banane gegessen. Es ist allerdings auch darauf zu achten, dass man rechtzeitig frühstückt. Mindestens zwei Stunden sollten zwischen Frühstück und Wettkampf liegen, damit die Verdauung abgeschlossen ist. Letztendlich ist es aber auch wichtig, nichts Neues auszuprobieren. Das „Breakfast of Champions“ sollte man am besten einmal während der Trainingsphase vor einem langen Lauf testen, damit man weiß, ob man es gut verträgt.

9. Rechtzeitige Anfahrt, ggf. mit Übernachtung bei weiter entfernten Wettkämpfen
Da wohl im seltesten Fall der Wettkampf in der eigenen Stadt stattfindet, ist eine rechtzeitige Anfahrt wichtig, um unnötigen Stress zu vermeiden. Dabei ist es von großem Vorteil, wenn man von jemandem gefahren wird. So kann man sich entspannt auf den Wettkampf konzentrieren und muss sich nicht mit dem Verkehr oder der Parkplatzsuche beschäftigen. Dennoch sollte man darauf achten, dass man frühzeitig losfährt, da vor allem größere Laufveranstaltung Straßensperrungen mit sich bringen. Einige Veranstalter machen bereits im Vorfeld auf ihrer Homepage oder in den Startunterlagen darauf aufmerksam. Hinzu kommt, dass Parkplätze sehr schnell rar werden können. Wenn selbst fährt, kann dies zu einem großen Problem werden. Wird man gefahren, kann man zur Not auch aussteigen. Am besten ist es natürlich, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmittel anreisen kann. Noch besser, wenn man einen Tag vorher anreist und im Hotel oder bei Bekannten übernachtet. Dies ist vor allem bei weiter entfernten Laufveranstaltungen sinnvoll.

10. Für den Lauf nicht zu warm kleiden, dafür mit alten Sachen / Tüte warmhalten
Die Hauptsaison von Laufveranstaltungen ist im Frühling und im Herbst. Zu diesen Jahreszeiten kann es morgens recht frisch sein. Wenn man dann noch eine Weile im Startblock warten muss, kann es einem schnell kalt werden. Dennoch ist es wichtig, dass man für den Lauf nicht zu dick gekleidet ist. Wenn man in seinem Outfit leicht friert, ist es genau recht. Um jedoch eine Abkühlung des Körpers während der Wartezeit zum Start zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man zieht alte Klamotten an, die man eh wegwerfen wollte, oder man zieht sich einen großen Müllsack über (natürlich mit einem Loch für den Kopf). Beides zieht man kurz vor dem Start aus und wirft es auf die Seite. Bitte darauf achten, dass es nicht auf der Strecke liegt, damit es nicht für andere Läufer zur Stolperfalle wird. Manche Veranstalter legen eine solche Warmhaltetüte mit in das Startpaket bei. Alte Kleidung finde ich trotzdem besser; auch der Umwelt zuliebe.

11. Für den Wettkampf nur geeignete und bereits eingelaufene Schuhe auswählen
Die Verbindung zwischen Körper und Laufstrecke ist der Schuh. Daher ist bei der Wahl des Schuhs für den Wettkampf ein besonderes Augenmerk zu richten. Und je länger die Wettkampfdistanz, um so wichtiger der Schuh. Eine falsche Wahl kann durchaus dazu führen, dass man Krämpfe oder andere muskuläre Probleme bekommt. Im schlimmsten Fall bedeutet dies ein vorzeitiger Abbruch des Laufs. Damit es nicht so weit kommt, sollte man einen vertrauten und eingelaufenen Schuh wählen, mit dem man bereits im Training unter ähnlichen Bedingungen bzw. Distanzen gelaufen ist. Zudem sollte man bei einem Marathon darauf achten, dass der Schuh nicht zu klein ist, da der Fuß über eine solche Distanz anschwellen kann. Je nach Körpergewicht sollte auch die Dämpfung ausreichend sein. Ein Marathon kann gerade auf den letzten zehn Kilometern sehr auf die Knochen und Muskulatur gehen. Zu guter letzt sollte man sich in dem Schuh wohlfühlen und ihm vertrauen können.

12. Startnummer rechtzeitig anbringen; alternativ mit Startnummernband
Bei jedem offiziellen Lauf bekommt man eine Startnummer, die man vorne sichtbar tragen muss. Um sie ans Laufshirt anbringen zu können, bekommt man bei der Nummernausgabe meist vier Sicherheitsnadeln in die Hand gedrückt. Doch das Anbringen ist eine echt Fummelei. Und wenn man kurz vor dem Start wenig Zeit hat, kann das echt zur Herausforderung werden. Daher sollte man die Zeit einplanen, die man hierfür benötigt, um Stress zu vermeiden. Holt man die Startunterlagen am Vortag ab, kann man dies entspannt zuhause tun. Alternativ kann man sich aber auch ein Startnummernband zulegen, womit man sich die Fummelei mit den Sicherheitsnadeln spart. Allerdings hängt die Startnummer dann auch etwas tiefer. Dafür durchlöchert man aber auch nicht sein Laufshirt.

13. Vor dem Start rechtzeitig auf Toilette gehen (zuhause „großes Geschäft“)
Trinken ist wichtig. Hat aber auch zur Folge, dass man auf Toilette muss. Und wenn man bei Laufveranstaltungen die geringe Anzahl der Dixi-Häuschen sieht, dann sollte man sich rechtzeitig anstellen. Ich gehe grundsätzlich vor dem Start auf Toilette. Und wenn es nur wenig ist, denn eine drückende Blase während des Laufs ist sehr sehr unangenehm. Wie bereits erwähnt, reichen die Dixis leider meistens nicht aus. Und so sieht man viele Läufer im Startbereich in den Büschen stehen (sofern vorhanden). Manche pinkeln sogar an Häuserwände (eigentlich fast nur die Männer, da es Frauen nicht ganz so leicht haben). Ich finde das echt nicht schön. Aber eine drückende Blase und meterlange Schlangen vor den Dixis lassen manchen echt keine Wahl. Da ich aber immer recht früh im Startbereich bin, habe ich auch immer noch die Zeit, mich an einem Dixi anzustellen. Tut euch und den Anderen eine Gefallen und kümmert euch rechtzeitig ums Wasserlassen. Nicht zu unterschätzen ist das „große Geschäft“. Die Auf- und Abbewegung beim Laufen fördert den Drang zum Stuhlgang. Wer dieses Bedürfnis einmal während des Laufens erlebt hat, weiß wie schlimm das ist und wird dies nie mehr erleben wollen. Daher gehe ich zuhause nochmal auf Toilette, denn hierfür sind die Dixis nicht ganz so einladend. Und während des Laufs lässt sich dieses Problem nicht ganz so einfach lösen. ;-)

14. Vor dem Start locker warmlaufen und bei Bedarf leichtes Dehnen
Niemand würde bei einem Trainingslauf zu Beginn im kalten Zustand sofort Vollgas geben. Die Muskulatur ist noch nicht auf Temperatur und man möchte Verletzungen vermeiden. Beim Wettkampf ist die Belastung meist noch größer. Daher sollte man sich vor dem Start locker warmlaufen und anschließend leicht dehnen. Jedoch nicht übertreiben, sondern einfach die Muskulatur langsam auf die bevorstehende Belastung vorbereiten. Und da man beim Start eh immer dazu verleitet wird, schneller zu beginnen als man möchte, tut man sich damit echt einen Gefallen. Ansonsten kann der Wettkampf schneller zu Ende sein, als einem lieb ist. Beim Badenmarathon in Karlsruhe habe ich mich mit meinem Kumpel und Läufer-Idol warmgelaufen und haben dabei einer Gruppe Kenianern zugeschaut, die sich warmliefen. Und darunter waren auch die spätere Gewinnerin und Gewinner. Von da an wusste ich, das kann nicht verkehrt sein. ;-)

15. Einen realistischen Startblock bzw. Startposition auswählen
Bei größeren Laufveranstaltungen wird das Starterfeld in mehreren Blöcken aufgeteilt, wobei in Block A die Elite steht und in z.B. E (je nach Teilnehmerzahl) die „Radiergummis“. ;-) Die Buchstaben stehen dabei für bestimmte Zielzeiten, an denen man sich orientieren sollte. Oft muss man bereits bei der Anmeldung die angestrebte Zielzeit angeben, damit der entsprechende Block auf der Startnummer vermerkt werden kann. Bei manchen Läufen achtet der Veranstalter darauf, wenn man in den Startblock möchte. Meist ist es jedoch so, dass man sich vor Ort den Startblock selbst auswählen kann. Allerdings sollte man schon darauf achten, dass man sich nicht zu weit vorne einreiht, da man ansonsten schnell zum Hindernis für schnellere Läufer werden kann. Aber auch zu weit hinten sollte man sich nicht einordnen, da man sonst auf den ersten Kilometern nur mit Überholen beschäftigt ist. Nicht gut, wenn man auf Bestzeit aus ist. Es ist also wichtig, einen realistischen Startblock bzw. Startposition auszusuchen. Meine Erfahrung ist, dass es sich zudem leichter läuft, wenn man ähnlich schnelle Läufer um sich hat.

16. Direkt nach dem Start nicht unkonzentriert Zick-Zack laufen
Wenn der Startschuss gefallen ist, gilt es konzentriert zu sein. Viele rennen wie die Verrückten los und achten dabei nur wenig oder gar nicht auf die anderen Läufer. Daher sollte man auf dem ersten Kilometer kein Zick-Zack laufen, um Kollisionen zu vermeiden. Es kann sehr unangenehm sein, wenn jemand einem in die Hacken läuft. Im schlimmsten Fall kann dies sogar das vorzeitige Aus bedeuten. Daher vor allem am Anfang konzentriert laufen und mit der Dummheit der Anderen rechnen. Von Vorteil ist es natürlich auch, wenn man sich in den (zur Zielzeit) passenden Startblock stellt. Dann ist die Gefahr etwas geringer. Beim J.P.Morgan-Lauf ist mir zweimal jemand in die Hacken gelaufen. Bei knapp 70.000 Läufern in den engen Straßen von Frankfurt aber auch nicht überraschend. Aber hätte ich nicht so sehr aufgepasst, dann wäre es mit Sicherheit nicht bei zwei Vorfällen geblieben.

17. Den Lauf langsam angehen und nicht nach dem Start lossprinten
Diesen Tipp bekommt man wohl am häufigsten genannt. Und dennoch ist er echt schwer umzusetzen. Und zwar: Das Rennen nach dem Start langsam angehen. Wenn man nicht aufpasst, lässt man sich von der Masse mitreißen. Da kann es durchaus vorkommen, dass man plötzlich eine halbe bis ganze Minute pro Kilometer schneller ist, als man ursprünglich laufen wollte. Folge davon kann sein, dass man später Probleme bekommt oder sogar einbricht. Allerdings muss man auch nicht trotten. Ein paar Stresshormone dürfen es schon sein. Das hält die Spannung hoch. Dennoch das Ganze einfach etwas verhalten angehen. Später wird man überrascht sein, wie schnell man war, obwohl es einem langsam vorkam. Bei kurzen Wettkampfdistanzen (5km, 10km) ist es nicht ganz so schlimm, wenn man es etwas zu schnell angeht. Dennoch sollte man es nicht übertreiben. Lieber auf den letzten Kilometern nochmal alles geben.

18. Versuche möglichst einen negativen Split zu laufen
Generell wird empfohlen, dass man einen negativen Split laufen soll. Das bedeutet, dass die erste Hälfte des Wettkampfes ein wenig langsamer als die zweite Hälfte absolviert wird. Geht man nämlich die erste Hälfte zu schnell an, kann man später einbrechen oder kann nichts mehr hinzusetzen. Für die Psyche ist es eh besser, wenn man in der zweiten Hälfte nach und nach Läufer überholt. So mobilisiert man Kräfte, die man nicht zu haben geglaubt hätte. Es ist jedoch nicht ganz so einfach, diese Renneinteilung umzusetzen. Oft denkt man unbewusst, dass man lieber etwas schneller beginnt, damit man am Ende noch etwas Puffer hat, wenn die Kräfte nachlassen. Doch dies geht meist nach hinten los. Disziplin und Vertrauen in sich selbst ist gefragt. Ich muss zugeben, dass mir ein negativer Split eher selten gelingt. Aber ich strebe ihn jedes Mal an und erreiche ihn inzwischen immer öfter.

19. Während des Laufs regelmäßig trinken
Wie in den Tagen vor dem Wettkampf, ist auch das Trinken während des Wettkampfs enorm wichtig. Dabei gilt es zu beachten, dass man von Beginn an (auch wenn man noch kein Durstgefühl hat) regelmäßig ein paar Schluck trinkt. Trinkt man nämlich erst, wenn man Durst hat, dann ist es schon zu spät. Es dauert nämlich eine Weile, bis die Flüssigkeit verarbeitet werden kann. Allerdings sollte man nicht zu viel auf einmal trinken. Wie gesagt, ein paar Schluck reichen. Hierfür sollte man sich auch die Zeit nehmen. Ich handhabe es so, dass ich alle 5 Kilometer ein wenig trinke, da es bei den meisten Laufveranstaltungen alle 5 Kilometer eine Versorgungsstelle gibt. Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann man sehr schnell einbrechen. Vor allem im Sommer sollte man darauf achten. Aber auch bei kühleren Temperaturen verliert der Körper Flüssigkeit, die ihm wieder zugeführt werden muss.

20. Keine Experimente bei Getränken, Gels & Co. (zuerst im Training testen)
Wie bereits erwähnt, ist die Versorgung mit Flüssigkeit während längeren Wettkämpfen wichtig. Aber auch Gels, Riegel und andere Energielieferanten können sinnvoll sein, um nicht einen Hungerast zu bekommen. Dabei gilt es jedoch zu beachten, keine Experimente zu machen. Beim Wettkampf sollte man nur Dinge zu sich nehmen, die man bereits im Training schon einmal getestet hat. Ein Magen kann beim Laufen nämlich sehr empfindlich reagieren. Nimmt man z.B. während des Wettkampfs zum ersten Mal ein Gel zu sich und verträgt es nicht, kann das ganz schnell das vorzeitige Aus bedeuten. Ich persönlich habe einmal bei einem Wettkampf aus purer Verzweiflung ein Gel zu mir genommen, in der Hoffnung, dass es danach wieder besser läuft. Dieses Gel hatte ich zuvor noch nie getestet. Und so kam es, dass der Schuss nach hinten los ging. Diesen Fehler werde ich nie mehr machen. Ich empfehle daher, beim Wettkampf nur bekannte und getestete Produkte zu sich zu nehmen. Bei vielen Laufveranstaltungen kann man seine eigenen Getränke, Gels usw. bei den Jeweiligen Versorgungsstellen hinterlegen. Ansonsten kein Risiko eingehen und lieber nur Wasser trinken. Bei kürzeren Distanzen ist das sowieso meist ausreichend.

21. Bei einem Hänger an das geleistete Training oder Ziel denken und an sich selbst glauben
Während eines Wettkampfs kann es durchaus vorkommen, dass man mal einen Hänger bzw. ein Tief hat. Vielleicht läuft es nicht rund oder man ist nicht so schnell, wie man es sich vorgenommen hat. Dann gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen. Stattdessen sollte man z.B. an das geleistete Training bzw. die Vorbereitung auf diesen Wettkampf denken und dass man hart dafür gearbeitet hat. So führt man sich nochmal vor Augen, dass der Körper eigentlich gut vorbereitet ist und besinnt sich auf die eigene Stärke. Auch die Vorstellung des bevorstehenden Zieleinlaufs kann motivierend sein. Letztendlich sollte man einfach an etwas Positives denken und an sich selbst glauben. Dann überwindet man auch ganz schnell das kleine Tief.

22. Auf den eigenen Körper hören und Warnsignale nicht ignorieren
Der folgende Tipp gilt nicht nur für Wettkämpfe, sondern für Läufe allgemein. Da es einem jedoch bei Wettkämpfen auf Grund des Ehrgeizes schwerer fällt, möchte ich ihn hier speziell erwähnen; „Höre auf Deinen Körper“. Natürlich will man sein Bestes geben und bis zum Schluss kämpfen (wogegen spricht), aber wenn der Körper Warnsignale von sich gibt, sollte man sie beachten und nicht ignorieren. Wenn der Puls plötzlich rast oder es einem schwindelig wird, dann ist es angebracht, einen Gang zurückzuschalten. Ganz gleich, welche Zielzeit man sich ursprünglich vorgenommen hatte. Kein Wettkampf ist es wert, seine Gesundheit dafür zu riskieren. Kämpfen ja, aber kein falscher Ehrgeiz.

23. Bei Fotografen und beim Zieleinlauf nicht auf den Boden schauen
Bei vielen Laufveranstaltungen, vor allem bei den größeren, gibt es Fotografen, die vom Veranstalter engagiert wurden, um Bilder von den Läufer zu machen. Diese sind meist am Streckenrand positioniert, aber natürlich auch im Ziel. Diese Bilder können eine schöne Erinnerung an einen tollen Lauf sein. Daher sollte man immer versuchen nicht auf den Boden zu schauen, damit man gut getroffen wird. Ob man dabei ernst schaut oder lächelt, bleibt jedem selbst überlassen. Kommt natürlich auch darauf an, wie man diesen Lauf angeht; just for fun oder hochkonzentriert. Egal wie, Kopf hoch. Ich bin bei meinem Marathon-Debüt mit gesenktem Kopf ins Ziel gelaufen, weil ich fix und fertig war. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass man meinen Gesichtsausdruck nicht auf dem Finisher-Foto sieht. Daher Kopf hoch.

24. Spaß haben
Der wohl wichtigste Tipp zum Schluss: Hab‘ Spaß am Lauf! Hört sich vielleicht komisch an, aber man sollte sich stets vor Augen halten, dass wir (wohl) alle kein Geld mit dem Laufen verdienen und dies nur als Hobby ausüben. Daher sollte bei allem Ehrgeiz nie der Spaß an der Sache verloren gehen. Wenn es mal nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, dann nicht verbittert sein, sondern den Lauf genießen und entspannt beenden. Beim nächsten Mal läuft es bestimmt wieder besser. Manchmal hat man einfach einen schlechten Tag. Das kann vorkommen. Aber deswegen den ganzen Lauf mies drauf sein? Nein, das muss nicht sein. Das Ganze kann auch etwas Positives haben, denn dann kann man die Atmosphäre auch einmal anders wahrnehmen. Daher lauft und habt Spaß dabei. Immer.

4 Kommentare zu “Wettkampf – 24 Tipps

  1. Jahn von Fitvolution

    Hallo Christian,

    in meiner Vorbereitung auf meinen ersten Marathon nach einer größeren Verletzung mit diversen Operationen bin ich gerade vermehrt auf der Suche nach guten Tipps für die Vorbereitung und den Wettkampf. Nach dem langen Weg zurück ins Läuferleben will ich möglichst wenig falsch machen. Da kam mir Dein Hinweis auf Deine 24 Tipps gerade recht.

    Für die Startnummern habe ich übrigens ein paar kleine, super starke Magnete. Die sind wirklich klasse, ich mache mir mein Shirt nicht kaputt und muss kein nerviges Startnummernband tragen. Da kann man auch noch etwas dran rumfummeln, wenn die Nummer beim ersten Versuch nicht sofort richtig sitzt, ohne zigmal nachzustechen. ;)

    Liebe Grüße
    Jahn

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Hallo Jahn,
      vielen Dank für den Tipp. Ich kenne die Magnet auch. Habe sie sogar mal getestet. Das Anbringen erfordert allerdings etwas Übung, damit alles richtig sitzt. Sollte man unbedingt vor dem Wettkampf zuhause mal ausprobieren, ansonsten kann man da schnell verzweifeln. Aber wenn man es drauf hat, ist das für die Shirts auf jeden Fall schonender.
      Sportliche Grüße,
      Christian

  2. Sascha

    Moin Christian,

    erstmal alles Gute zum Geburtstag ;)

    Ich habe eine besonderes Talent auf Wettkampffotos immer auszusehen wie das letzte Elend….wenn ich denn überhaupt auf irgendwelchen Bildern drauf bin.

    Für Startnummer habe ich ein Startnummernband oder mache sie am Rucksack fest, das ist aber bei DLV Wettkämpfen ja nicht erlaubt und führt im schlimmsten Fall zu einer Disqualifikation. Sich in den tausenden von Veranstaltungsfotos zu finden macht das auch nicht grader einfacher.

    Danke für die Tipps, ich denke da hilfst du Anfänger definitiv weiter mit.

    Gruß
    Sascha

  3. Walter

    Danke für deine tolle 24 Tipps!
    Ich mag es sehr bei Wettkämpfen teilzunehmen. Die Woche vor dem Wettkampf ist bei mir immer besonders, denn man muss sich voll drauf konzentrieren und nicht ablenken lassen.
    Nochmals Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.