Rache der Natur?

© Helmut Niklas - Fotolia.comNachdem der gestrige Samstag sehr sonnig und mild war, wollte ich heute einen schönen Sonntagslauf absolvieren. Doch ich hatte das Gefühl, dass sich die Natur an mir rächen wollte, weil ich am Freitag einen Halbmarathon auf dem Laufband lief. Es war den ganzen Tag extrem stürmisch. Für die ganze Region gab es wegen Orkantief „Xynthia“ Unwetterwarnung. Und dennoch wollte ich der Natur die Stirn zeigen und bin etwas mehr als 8 Kilometer gelaufen. Allerdings waren diese 8 Kilometer richtig brutal. Mal Rückenwind, mal Gegenwind, mal Seitenwind. Und das so extrem, dass der Wind mir manchmal beinahe die Beine weggezogen hätte. Die ersten 4 Kilometer gingen ja noch, da ich größtenteils Rückenwind hatte. Doch die zweite Hälfte hatte es dann in sich. Ab und zu hatte ich das Gefühl, ich bekomme keine Luft mehr und laufe auf der Stelle. Auf dem freien Feld gab es nunmal keinerlei Windschutz. Die Natur tobte sich an mir aus. Als ich dann die Autobahnbrücke überquerte, dachte ich, der Wind würde mich jetzt gleich von der Brücke wehen. Er kam aus allen Richtungen gleichzeitig. Ich bekam keine Luft und kämpfte mich drüber. Das war echt krass. Ich war echt froh, als ich wieder zuahuse war. Vielleicht hatte ich das Wetter heute auch ein wenig unterschätzt. Ich lief zum Schluss doch an einigen Bäumen vorbei, die bedenklich wankten. Und auf dem Feld sah ich zwei kleine Plastikdächer liegen, die wohl vom Wind weggerissen wurden. Ich hätte also durchaus etwas abbekommen können (wobei mir zuhause auch etwas durch das Fenster fliegen kann). Dennoch bin ich stolz, dass ich die Herausforderung der Natur angenommen habe.
Der heutige Lauf war der krasse Gegensatz zu meinem Halbmarathon auf dem Laufband. Während ich am Freitag noch windstill vor dem TV auf der Stelle lief, spürte ich heute die mächtige Natur mit ihren Launen. Diese Woche hatte es zwar in sich, aber machte verdammt viel Spaß. Und 45 Kilometer in einer Woche lief ich schon ewig nicht mehr. Zudem auch noch mit durchschnittlich 5’40“ pro Kilometer ganze 25 Sekunden schneller, als zum Vormonat. Ich bin zufrieden. 🙂

10 Kommentare zu “Rache der Natur?

  1. Chris

    Eine Frau in Köln hatte bei dem Wind weniger Glück. Die Einen nennen es „Herausforderung angenommen“, die Anderen „Selbst schuld“. Ich hab die Pussylane (=Laufband) genommen.

  2. Brennr Autor des Beitrags

    @Chris: Ich lief zu 95% auf freiem Feld, wo eigentlich nichts passieren kann. Daher wagte ich mich auch raus. Ansonsten hätte ich es sein lassen. Das Risiko war bei mir also alles andere als hoch. Verdammt anstrengend war es dennoch. Und bald ist ja der StrongmanRun. 😈

  3. Chris

    in den letzten Wochen hatte ich auch mehrfach vom StrongmanRun bei Schnee & Eis geträumt. Ein paar Windmaschinen wären natürlich auch nicht schlecht. Bei Gegenwind über eine Kunstschneefläche! Das wär was.

  4. Evchen

    Also, bei dem Wetter hätte ich eher mal das Laufband gewählt. Das Laufe ansich ist ja noch eine Herausforderung, aber umherfliegendes Zeugs kann schon gefährlich sein. Wir hatten gestern Morgen Glück, da war es nur regnerisch und noch nicht stürmisch.
    Wir hatten beide einen guten Laufmonat, nech? *freu*

  5. Bernd

    Hier war es zum Glück nicht so stürmisch. So konnte ich gestern zum ersten mal in diesem Jahr mit dem Rad unterwegs sein. Bei wirklich starken Sturm bin ich nicht unterwegs, dann ist mir das Risiko zu groß. Schön wenn Du auf freiem Feld laufen kannst, wo Sturm dann nicht so gefährlich ist.

  6. Hannes

    Jetzt kannst du dich (wenn man Gefahren mal außer Acht lässt) noch einmal darüber nachdenken, welcher Lauf schöner war. In der Natur mit den Naturgewalten oder im eigenen Schweiß vor der Flimmerkiste ertrinken? :mrgreen:

  7. Zuernt

    Die beiden letzten Winter waren mit Minus 20 Grad Celsius für diese Region zu kalt. Minus 20 Grad gab es früher eigentlich nur auf höheren Bergen, aber nicht in den Städten selbst. Die Stadtverwaltungen und Gemeinden sollten jetzt in die Zukunft planen und besser Sorge tragen. 😕

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