Test: Adidas AdiViz

AdiViz - ProdukttestIch hatte ja berichtet, dass ich auf der Facebook-Seite von Adidas bei einer Aktion auserwählt wurde und Produkte der neuen AdiViz-Reihe testen durfte. Dazu gehörten eine Laufjacke, eine Lauf-Tight und ein Paar Laufschuhe. Inzwischen habe ich etliche Läufe damit sowohl bei Tag, als auch in der Dämmerung und in der Nacht hinter mir und möchte nun meine Erfahrungen kurz wiedergeben.

Jacke:
Die ADIVIZ HIGH BEAM Jacke hat eine tolle Passform und bietet guten Schutz gegen Wind. Für kalte Tage muss man jedoch darunter entsprechende Kleidung tragen. Ich finde dies gut, da die Jacke somit auch für milde Tage nutzbar ist. Angenehm fand ich die Netzschicht im Innern, wodurch die Jacke nicht direkt am Körper „klebt“. Anfangs fand ich die Schlaufen am Ärmelende gut, an denen man den Daumen durchstecken konnte. Doch beim Laufen konnte ich keinen wirklichen Nutzen feststellen (außer vielleicht als Pulswärmer). Im Gegenteil, die Schlaufen waren schnell nassgeschwitzt, wurden schwer und fühlten sich ein wenig unangenehm an. Positiv dagegen finde ich die schräg geschnittenen Ärmelenden, die beim Laufen gut sitzen. Der Qualitätseindruck ist sehr positiv. Das Material ist hochwertig und nicht empfindlich. Die Farbe ist der Knüller. Angeblich die sichtbarste Farbe für das menschliche Auge. Dies kann ich nicht abstreiten. Im Gegenteil. Sogar die gelbe Warnweste aus meinem Auto ist nicht so grell. Gerade in der dunklen Jahreszeit macht diese Farbe für eine Laufjacke richtig Sinn. Bei Tag und in der Dämmerung fällt man super auf. Ich hatte das Gefühl, die ganze Jacke würde leuchten. Man hat mich sogar auf die Jacke angesprochen und bekam positives Feedback. Bei Nacht ist von dem grellen Gelb nicht mehr so viel zu sehen, wenn es keine externe Lichtquelle gibt. Zwar leuchten sogenannte Pipings an den Ärmeln und am unteren Ende der Jacke, jedoch nur minimal und von Weitem wohl nicht unbedingt ausreichend sichtbar. Aber immerhin ein aktives Leuchten. Wird man jedoch von einer externen Lichtquelle angestrahlt, leuchten die Reflektoren sehr gut auf und auch das Gelb der Jacke strahlt zurück. Im Vergleich zu einer schwarzen Standardjacke deutlich besser sichtbar. Meines Erachtens könnten die Reflektoren etwas großzügiger und vor allem im Rückenbereich besser verteilt sein (vielleicht drei senkrechte Streifen?). Pipings am Reißverschluss (wie vom Hersteller angegeben) konnte ich nicht entdecken. Generell könnte es ruhig mehr davon geben. Auch hier wieder im Rückenbereich wünschenswert.

Hose:
Bei der Hose konnte ich mich nicht zwischen L und XL entscheiden. L schien mir zu klein und XL zu groß. Ich entschied mich für L. Passform war soweit ok, nur die schräg verlaufende Naht (mit Reflektor) im Bereich der Kniekehle empfand ich als etwas störend und verstehe nicht so ganz, warum diese schräg verläuft. Im Schrittbereich schlägt die Hose leichte Falten und liegt nicht eng an. Die Qualität des Materials ist jedoch sehr gut und die drei grellgelben Streifen an der Seite fallen bei Tag und in der Dämmerung auf, wenn auch nicht extrem. Allerdings würde ich mir hier auch Reflektoren wünschen. Diese sind nur in der Kniekehle vorhanden.

Schuhe:
Als Schuhe hatte ich die „Riot 3“ im gleichen grellen Gelb. Ein absoluter Hingucker. Die Schuhe fühlten sich beim ersten Reinschlüpfen sofort gut an. Die Schnürsenkel muss man jedoch gut anziehen, da die Zunge stark gepolstert ist. Aber dann ist der Halt sehr gut. Für einen Trailschuh ist der Riot 3 recht komfortabel, wodurch man ihn aber auch ein paar Kilometer auf Asphalt laufen kann. Doch sein Terrain sind Wald-, Wiesen- und Schotterwege. Da fühlt er sich zu Hause. Die Sohle bietet guten Halt. Ob das mit Continental-Gummi in der Sohle mehr Halt bringt, weiß ich nicht. Auf Asphalt kann ich mir das vorstellen, aber Offroad ist wohl eher das Profil von Bedeutung, als das Gummi. Aber da kenne ich mich nicht ausreichend aus. Der Komfort und die Pronationsstütze haben jedoch auch ihren Preis. Der Schuh ist etwas schwer. Für langsame bis mittelschnelle Läufe ist das noch ok. Aber wenn man Tempo machen möchte, macht sich das Gewicht bemerkbar. Die Farbe ist bei Tag und in der Dämmerung sehr auffällig. Für die Nacht wünsche ich mir jedoch mehr Reflektoren.

Fazit:
Die AdiViz-Produkte haben größtenteils einen guten Eindruck hinterlassen und vor allem die Jacke kann ich empfehlen. In der dunklen Jahreszeit macht sie einen deutlich sichtbarer und somit auch sicherer. Hauptsächlich bei Tag und in der Dämmerung spielt sie ihre Stärken aus. In der Nacht würde ich dennoch eine Stirnlampe empfehlen, damit man u.a. auch selbst sieht, wohin man läuft (Schlaglöcher, Mulden, Wurzeln, usw.). Generell ist das Gelb deutlich sichtbarer, als eine schwarze Jacke. Das Feedback von Spaziergängern und anderen Läufern bestätigen mir dies. Der Preis ist mit 125€ zwar etwas hoch, aber man muss auch bedenken, dass die Jacke „Windstopper“ und Pipings usw. hat. Die Hose fällt dagegen nicht so sehr auf, aber die drei gelben Streifen wirken dennoch besser, als eine ganz schwarze Hose. Die Schuhe fallen ebenfalls nicht so sehr auf, wie die Jacke, aber wenn man ganz schwarz gekleidet ist, dann machen diese dennoch einen Unterschied zu normalen Schuhen. Insgesamt fällt mein Fazit positiv aus. Die Adidas AdiViz Produkte machen das Laufen in der dunklen Jahreszeit sicherer.

PS: Als kostengünstige Alternative bieten sich Reflektorbänder mit eingebauten Blinklichtern an, die man über den Oberarm zieht. Damit macht man auch gut auf sich aufmerksam und sie kosten lediglich ein paar Euro.

Bilder:

Video:

7 Kommentare zu “Test: Adidas AdiViz

  1. John

    Ganz schon neongelb diese Kombination – wäre mir persönlich dann doch etwas zu grell :mrgreen: Aber ein wirklich schöner und ausführlicher Testbericht – werde mir das Equipment auch einmal anschauen. In Sachen Laufjacken bleibe ich aber definitiv beim Gore Windstopper, der hat immerhin auch Reflektionsflächen, die kaum zu übersehen sind, und bei wirklich jedem (Un)Wetter was taugt;)

  2. Chris

    Ich habe auch eine ähnliche Laufjacke und bei den kalten Temperaturen der letzten drei Wochen die verlängerten Ärmel mit dem Loch für den Daumen sehr geschätzt. Sie verhindern, dass beim Laufen zwischen Ärmel und Handschuhen die kühle Luft durchschlüpft – und das tut sie, wenn du die „Pulslinge“ mit dem Daumenloch überziehst, perfekt. Bei meiner Jacke hat es sogar fluoreszierende Streifen, die noch leuchten, wenn die Scheinwerfer der Autos schon längst verschwunden sind. Habe das mal nachts im dunklen Badezimmer entdeckt…. :-)))

  3. Steffen

    Vielen Dank für diese ausführliche Darstellung Deiner persönlichen Erfahrungen mit den Teilen. Sowas hilft bei (m)einer anstehenden Kaufentscheidung ungemein.

    Keep on running!
    Steffen

  4. Einfach Joggen

    Danke für den wirklich tollen Erfahrungsbericht. Und ich muss sagen ich werde mir auf jeden Fall die Jacke zulegen.

    Im Winter nach der Arbeit im Dunkeln laufen gehen ist ohne Lampe no Go, aber trotzdem je mehr man von mir sieht, desto besser! 😉

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