Bericht „6. Heini-Langlotz-Lauf“

Quelle: www.heini-langlotz-lauf.deAm vergangenen Sonntag fand der 6. Heini-Langlotz-Lauf in Brühl statt. Dies war nicht nur der erste Lauf des Drei-Länder-Laufcups, sondern zugleich mein Start in die Wettkampfsaison 2012. Zwar war ich nicht auf eine neue Bestzeit aus (hierfür mangelte es an einer gezielten Vorbereitung), dennoch wollte ich meinen aktuellen Leistungszustand testen. Hinzu kam, dass mir der Streckenplan gefiel und dies meine erste Teilnahme an der Laufveranstaltung war. Also meldete ich mich an.

Freitag und Samstag war das Wetter klasse. Man spürte förmlich den Frühling kommen. Die Veranstalter freuten sich bereits über tolle Bedingungen, doch es kam alles ganz anders. Der Frühling legte eine Pause ein. Die Temperaturen sanken und leichter Regen den ganzen Tag über. Da fiel es mir ehrlich gesagt auch etwas schwer, mich für den Lauf zu motivieren. Etwas unschlüssig packte ich zu Hause meine Laufsachen. Aber wie sagt meine Arbeitskollegin immer so schön? „Du bist ja schließlich nicht aus Zucker!“. Recht hat sie und so machte ich mich auf den Weg nach Brühl (in Baden Württemberg).

Dort an der Schule angekommen (wo auch das ZIel war), war ich doch ein wenig überrascht, wie viele Läufer da waren. Ich ging nämlich davon aus, dass es eine kleine Laufveranstaltung wäre. Doch allein auf der 10km-Distanz (neben Bambini-Lauf, Brühler Meile und Walking-Disntanz) waren knapp 600 Läufer angemeldet. Also schon ein etwas größerer Volkslauf. Entsprechend groß war der Trubel. Ich holte meine Startnummer und zog mich um. Aufgrund der Witterung streifte ich mir zum Warmlaufen noch eine dünne Laufjacke über.

Der Start war an einer anderen Stelle, die ich erst ausfindig machen musste. Hierzu folgte ich einfach den anderen Läufern. Kurz vor dem Start (12 Uhr) fiel mir auf, dass ich noch meine Jacke an hatte und diese viel zu schade wäre, sie einfach an den Starßenrand zu werfen. Also nochmal schnell zurück zur Schule, Jacke ablegen und zurück zum Start. Um 11:57 reihte ich mich noch rechtzeitig im Startbereich ein. Allerdings nicht ganz optimal positioniert. Und da lediglich die Bruttozeit gemessen wurde, sollte mich dies sechs Sekunden kosten. Aber das geht ja noch.

Der Startschuss fällt und ich weiß nicht, in welchem Tempo ich beginnen soll. Bis jetzt hatte ich mir noch nicht so recht Gedanken darüber gemacht. Ich entscheide mich nach Gefühl zu laufen, was zu einem Tempo von unter 4:40/km führt. Die Strecke ist asphaltiert und verläuft zunächst am Ortsrand von Brühl entlang in Richtung Rheinufer. Der leichte Regen macht sich erst einmal nicht negativ bemerkbar. Auch die Außentemperatur von 9-10 Grad ist nahezu ideal. Unter meinem Laufshirt habe ich jedoch noch ein enges Funktionsshirt an. Die richtige Wahl der Wettkampfbekleidung ist nicht unwichtig, denn stören sollte während des Laufs nichts.

Bis jetzt fühlt sich alles gut an. Mir fällt auf, dass ich nicht überholt werde und selbst nur wenige Läufer einhole. Man hat sich anscheinend beim Start leistungsgerecht eingeordnet. Sowas ist auch eher selten der Fall. Langsam erhöhe ich in meiner Gruppe das Tempo, da ich merke, dass bei mir noch mehr möglich ist. Da keiner mitzieht, muss ich die Gruppe vor mir anvisieren. Es fühlt sich jedoch wie eine halbe Ewigkeit an, bis ich diese eingeholt habe. Doch ab da (Kilometer 5) fällt es mir leichter, das schnellere Tempo zu halten. Kleinere Hügel zwischendurch sind zwar unangenehm und bringen mich ein wenig aus dem Rhythmus, aber dafür ist die Strecke schön.

Mein Forerunner piepst nun immer früher, um mir einen gelaufenen Kilometer mitzuteilen, als es die Kilometerschilder anzeigen. Ich vermute, dass diese nicht exakt aufgestellt sind. Dies stelle ich übrigens bei vielen Laufveranstaltungen fest und finde ich sehr ärgerlich. Ich vertraue daher meiner Garmin und konzentriere mich auf die letzten Kilometer. Ich nähere mich so langsam wieder dem Ortsrand. Plötzlich läuft ein Junge mit seinem Vater hinter mir kurz mit und sagt ihm, dass er der 122. sei, denn er habe mitgezählt. Es sollte sich herausstellen, dass er tatsächlich richtig gezählt hat.

Ich halte mein Tempo bei 4:30/km und knapp darunter. Da ich die Strecke nicht kenne, möchte ich nicht zu früh den Schlussspurt einlegen und warte, bis zum 9. Kilometerschild. Nach und nach ziehe das Tempo an. Die beiden Läufer vor mir auch. Leider ist das Ziel nicht einsehbar und so beginne ich ein wenig zu spät mit dem Zielsprint. In der Zielkurve entdecke ich meinen Sohn mit meiner Mutter, was nochmal etwas Energie freisetzt. Auf den letzten Metern schaffe ich es somit noch zwei Läufer zu überholen und kam mit einer 45:18 ins Ziel. Platz 119 (von 558) – wie gesagt, der Junge von vorhin hatte richtig gezählt.

Da meine Startnummer durch den Regen aufgeweicht war, ließ sie sich nicht einscannen und die Dame am Laptop musste meine Startnummer händisch eingeben. Kurze Zeit später sollte sich dies als ein großes Problem herausstellen, denn durch die aufwändige manuelle Eingabe staute es sich leider vor dem Ziel. Im Zielbereich gab es warmen Tee, der echt lecker war und gut tat. Ich holte schnell meine Laufjacke (vom Warmlaufen) aus dem Schulgebäude, denn ich wollte mir nicht wieder eine Mandelentzündung einfangen, wie letztes Jahr beim Badenmarathon. Meinem Sohn holte ich noch einen Apfel aus dem Zielbereich und wir gingen recht schnell zum Auto, da der Regen dann doch etwas unangenehm war. Zum Glück vergaß ich nicht trockene Sachen mitzunehmen.

Fazit:
Mit der gelaufenen Zeit bin sehr zufrieden. Zwar wäre mit einer Nettozeitmessung und einer besseren Streckenkenntnis auch eine Sub45 möglich gewesen, aber letztendlich ist das nicht so wichtig. Auf dieser Zeit lässt sich auf jeden Fall aufbauen. Der Lauf an sich hat Spaß gemacht, auch wenn die Teilnehmergröße schon etwas grenzwertig ist für solch einen kleinen Veranstalter. Dies machte sich auch wie erwähnt im Zielbereich bemerkbar, als es zu einem Stau kam. Aber sowas kann mal passieren und der Veranstalter entschuldigte sich hierfür. Auch die Art der Zeitmessung wird überdacht. Ein weiteres Missgeschick passierte nach meinen Informationen auch in der Umkleide. Männlein und Weiblein teilten sich versehentlich die gleiche Dusche. 😆

10 Kommentare zu “Bericht „6. Heini-Langlotz-Lauf“

  1. Andreas

    Na, das ist doch ein Saisonauftakt nach Maß! Gratulation auch von mir! Mein Saisonauftakt über 10 km verlief übrigens ganz ähnlich (nur das mit den Duschen war mir nicht vergönnt) 😉

  2. Florian Graser

    Vor dem Start gab es mehrere Durchsagen „jetzt bitte alle die unter 40 Minuten laufen wollen an die Startlinie“, „jetzt alle unter 43 Minuten“ usw. Eventuell gab es deswegen kaum Läufer die sich nicht leistungsgerecht einsortiert hatten.

    Was es meiner Ansicht nach noch zu bemängeln gibt: 1 Stunde nachdem ich im Ziel war gab es immer noch keine Ergebnisliste. Ich kenne das von Marathon/Halbmarathon Veranstaltungen so das relativ zeitnah Ergebnislisten ausgehängt und immer wieder erweitert werden. Eventuell lag es aber auch daran das es allgemein Probleme bei der Zeiterfassung gab.

    Ansonsten ein toller Lauf und eine schöne Strecke.

    Gruß Florian

  3. Eddy

    Whow, was für ein starker Auftakt in das neue Laujahr, Christian! Ich gratuliere Dir zu dieser grandiosen Leistung und zum schönen Beitrag – und ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Wettkampf-Berichte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: