Test: New Balance 870 v3

New Balance 870 v3Den ersten Laufschuh, den ich testen durfte, bekam ich vor fünf Jahren von New Balance. Umso gespannter war ich, als ich vor kurzem den 870 v3 zum Testen bekam. Ich war neugierig, was sich in dieser Zeit bei New Balance getan hat. Man hört von ihnen nicht so viel, was jedoch nicht zwingend etwas zu bedeuten hat. Und so war es dann auch. Der 870 v3 wurde sofort zu einem meiner Lieblinge. Was die Gründe dafür sind, möchte ich kurz in meinem Testbericht erläutern.

+ relativ leicht
Nimmt man den Schuh in die Hand, fällt einem sofort das relativ leichte Gewicht (362g bei US14) auf. Sicher gibt es noch leichtere Schuhe, aber Modelle mit Stütze können ihm diesbezüglich nicht viele das Wasser reichen. Dies liegt wohl auch daran, dass die Stütze nicht ganz aus einem Block besteht, sondern in der Mitte eine Lücke hat. Das extrem leichte RevLight-Zwischensohlenmaterial trägt natürlich auch zur Gewichtsreduzierung bei.

+ tolle Passform im Vorfuß
Ich habe bei vielen Laufschuhen das Problem, dass der Vorfußbereich zu weit ist und mir dadurch zu wenig Halt bietet. Beim 870 v3 ist dies nicht der Fall. Er fühlt sich nicht eng an, aber dennoch wird der Fuß gut umschlossen. Wer es lieber etwas schmaler möchte, für den bietet der Schuh einen guten Seitenhalt.

+ Vorfuß schön direkt (für schnelles Laufen)
Ob ich einen Schuh auch im Wettkampf einsetze, hängt u.a. davon ab, wie sich die Dämpfung im Vorfußbereich anfühlt. Diese darf nicht zu dick und zu weich sein, da sonst beim Abdruck zu viel Energie in der Mittelsohle verpufft und ich zu wenig Feedback vom Boden erhalte. Doch der 870 v3 ist in dieser Hinsicht so angenehm direkt, dass ich sofort wusste, dass er für mich bei auf der halben und auch vollen Distanz absolut infrage kommt. Der Abrollvorgang ist dynamisch und ruhig.

+ Rückfuß gut gedämpft (für langsames Laufen)
Die Dämpfung im Fersenbereich ist sehr angenehm und ist selbst für etwas schwerere Läufer noch ausreichend komfortabel. Dennoch fühlt sich der Schuh keineswegs schwammig oder zu weich an. Auch bei langen Laufeinheiten macht der 870 v3 eine gute Figur.

+ sehr breites Einsatzspektrum
Aufgrund der Dynamik im Vorfuß und des Komforts im Fersenbereich ist das Einsatzspektrum des 870 v3 breit gefächert. Das geringe Gewicht macht ihn zudem wettkampftauglich. Aber auch im Training zeigt er sich vielfältig. Ob lange Läufe oder auch Intervalle, ich fühle mich mit dem Schuh bei jedem Tempo wohl.

* für breite Füße etwas schmal
Wie bereits erwähnt, ist der 870 v3 etwas enger geschnitten. Breite Füße könnten daher eventuell etwas Probleme haben. Doch das ist kein Kritikpunkt, denn Füße sind ja bekanntlich sehr individuell. Außerdem bietet New Balance ja ihre Schuhe in unterschiedlichen Weiten an.

* Sohlenprofil nur für Straße ausgelegt
Die Außensohle hat ein flaches Profil und ist daher vor allem auf Asphalt ausgelegt. Dort bietet der 870 v3 einen super Grip. Abseits der Straße lässt der Halt etwas nach. Nicht extrem, aber man sollte es wissen, wenn man z.B. zügig in eine Schotterkurve läuft.

– Zunge wandert nach außen
Was ich leider bei vielen Laufschuhen feststelle, ist, dass während des Laufens die Zunge nach außen abrutscht. Das fühlt sich unangenehm an und der Schuh sitzt nicht mehr richtig. Man kann dem Problem ein wenig entgegenwirken, indem man die Zunge weiter nach oben zieht und den Schuh etwas fester schnürt. Allerdings nicht zu fest, da sonst der Fußrücken zu sehr abgedrückt wird. Man muss einen guten Mittelweg finden.

– Obermaterial schlägt Falten
Wenn einem das Abrutschen der Zunge stört und man diese stärker nach oben zieht, dann schlägt das Obermaterial im Vorfußbereich Falten. Dies ist auch bei einer etwas engeren Schnürung der Fall. Je nachdem wie groß diese Falte ist, kann man sie beim Abrollvorgang spüren, was natürlich etwas störend ist.

Fazit
Die Laufschuhhersteller präsentieren gerne mal ein Modell als „eierlegende Wollmilchsau“. Als einen Schuh, mit dem man lange, langsame, kurze, schnelle Trainingseinheiten und auch noch Wettkämpfe laufen kann. Eigentlich ist das ein Ding der Unmöglichkeit, da ein Part normalerweise immer darunter leidet. Entweder zu wenig oder zu viel Komfort. Entweder zu straff oder zu weich gedämpft. Der New Balance 870 v3 hat jedoch einen sehr guten Mittelweg gefunden. Er meistert alle Aufaben ohne Probleme. Vielleicht nicht ganz perfekt, aber für einen Allrounder verdammt gut. Wer also einen Schuh für alles sucht, wird beim 870 v3 fündig. Ein Schuh, der Spaß macht und das Zeug zum Liebling hat.

Hinweis: Dieses Produkt wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche Meinung wieder. Auf Inhalt und Testurteil hat der Hersteller keinerlei Einfluss.

3 Kommentare zu “Test: New Balance 870 v3

  1. Philipp

    Juhu, wie cool ist das denn. Da wird mir im Laden genau der Schuh empfohlen. Über die NB Seite lande ich bei dir. Sehr gut endlich mal ein Bericht mit dem ich was anfangen kann!
    Danke dir!

    LG
    Philipp

  2. Brennr Autor des Beitrags

    @Philipp: So muss das sein. 😉 Freut mich, dass ich Dir helfen konnte. Kannst ja mal berichten, wie Deine Erfahrungen mit dem Schuh sind. Würde mich interessieren.

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