Brooks Run Happy Tour Mannheim

Brooks Run Happy Tour MannheimIm Internet hat Brooks über die „Run Happy Tour“ informiert. Motto: „One Run – One Crew. Deine Stadt. Deine Straßen. Ein gemeinsamer Run.“. Kostenlos und ohne Zeitnahme. Das klang interessant und da Mannheim unter den Tour-Städten war, sagte ich der Veranstaltung auf Facebook zu. Treffpunkt war gestern um 17 Uhr bei der „Alten Seilerei“ in Neckarau.

Für die ersten 100 Teilnehmer vor Ort gab es ein Shirt geschenkt. Da ich erst kurz vor 18 Uhr eintrudelte, ging ich leer aus. War mir auch nicht so wichtig. Viel lieber hätte ich den neuen Brooks Launch 2 ausgeliehen, doch auch dafür war keine Zeit mehr. Mit einem Megaphon wurden wir kurz eingewiesen. Dabei wurde uns mitgeteilt, dass Mannheim die einzige Stadt gewesen wäre, die sich etwas quer gestellt hätte. Da aber laut irgendeinem Gesetz solch eine Veranstaltung stattfinden darf, sofern es nicht mehr als 500 Teilnehmer sind, sollten wir doch eventuell aufkreuzenden Polizisten den „Stinkefinger“ zeigen.
Nun ja.

Wir liefen zusammen los und das Tempo war bewusst langsam, damit alle zusammenbleiben. Auf der Veranstaltungsseite steht, dass man sich an die StVO halten würde. Das war aber schon nach wenigen Metern hinfällig. Wir liefen mitten auf der Straße und einige Autos mussten deswegen warten bzw. halten. Sie nahmen es alle gelassen, was vor allem daran lag, dass die Guides es gut zu verstehen wussten, wie man die Stimmung auflockert. Aber auch rote Fußgängerampeln wurden ignoriert.
Nun ja.

Die Stimmung war gut. Fast alle waren in Gespräche vertieft. Ich auch. Und so übersah ich einen Pfosten, knallte mit dem Knie dagegen und landete unsanft auf dem Boden. Da wir im Pulk liefen, konnte ich ihn einfach nicht rechtzeitig sehen. Ich rappelte mich auf und lief gleich weiter. Etwas peinlich war mir das schon. Zum Glück nur eine Beule am Knie. Hätte aber auch schlimmer ausgehen können. Aber wir laufen ja auf eigenes Risiko. Später wurde bei auf der Strecke befindlichen Pfosten lautstark gewarnt. Für mich zu spät.
Nun ja.

Quelle: http://runhappytour.com/mannheim

Das Tempo war langsam. Seeehr langsam. Klar, man nimmt bei einer solchen Aktion den kleinsten gemeinsamen Nenner. Aber mit durchschnittlich 7:35/km fiel mir das „Laufen“ etwas schwer. Ich versuchte die Gelegenheit zu nutzen, um mal dauerhaft auf dem Vorfuß zu laufen. Quasi als Training. Doch auch dafür war mir das Tempo zu langsam. Ich kann verstehen, dass das Tempo nicht im Vordergrund stand. Aber ein klein wenig schneller hätte mir mehr Spaß gemacht. Es heißt doch auch „Run Happy“ und nicht „Jog Happy“.
Nun ja.

Die Strecke führte durch das Industriegebiet an der Bundesstraße und Schienen entlang wieder zurück zur „Alten Seilerei“. Ausgedacht haben sich das die „Sandbox Warriors“. Mannheim ist sicherlich nicht die attraktivste Stadt, aber es gibt auch schönere Fleckchen, als gestern gesehen. Ausgehend von der „Alten Seilerei“ ist es aber auch nicht einfach, eine ansprechende Route über 8-10 Kilometer zu planen. Wobei der Rhein in unmittelbarer Nähe war und man zum Strandbad hätte laufen können. Bei einem Startpunkt in der Nähe des Neckars hätte man auch dort laufen können, zumal gestern „Lebendiger Neckar“ war. Aufmerksamkeit hätte Brooks dort sicherlich auch bekommen.
Nun ja.

Nach exakt 9 Kilometern zurück am Brooks-Truck angekommen, warteten leckere Bratwürste (auch vegan) und Getränke (alkoholische und alkoholfreie) auf die Teilnehmer. Ich blieb jedoch nicht lange, da es bereits 19:15 Uhr war und meine Frau & meine beiden Kids zuhause auf mich warteten. Kompromisse, die ich als Familienvater einzugehen habe, was aber auch völlig ok ist. Mit dem Wetter hatten wir offensichtlich Glück, denn sowohl kurz vor, als auch kurz nach dem Lauf regnete es.

Fazit:
Abends schaute ich noch auf Facebook vorbei und las bereits die ersten Kommentare und Beiträge zur Veranstaltung. Resonanz durchweg sehr positiv. Ich bin jedoch etwas hin- und hergerissen. Einerseits war es ganz nett, sich in lockerer Atmosphäre mit Gleichgesinnten zu unterhalten. Andererseits gab es ein paar Dinge, die ich nicht so gut fand. Die Aufforderung, der Polizei den Stinkefinger zu zeigen, war ebenso daneben, wie die StVO schlichtweg zu ignorieren. Dabei steht auf der Veranstaltungsseite „Wir halten uns an die StVO.“. Offensichtlich nicht. 😐

Ich kann schwer abschätzen, wie viel wir waren. Vielleicht so um die 100? In anderen Städten und bei besserem Wetter sind bzw. waren es sicher mehr. Bei dieser Masse ist es echt nicht ohne, einfach mal so durch die Stadt zu laufen. Ganz ungefährlich ist es nämlich nicht. Ich bin das beste Beispiel. Man könnte zwar sagen, ich war zu blöd, aber ich hatte echt keine Chance den Pfosten rechtzeitig zu sehen.

Etwas enttäuscht war ich von der Strecke. Von Mannheim hat man nicht viel gesehen. Industriegebiet, Bundesstraße, Bahnlinie. Da hatte ich mehr erwartet. Schade, denn es gibt auch ein paar schöne Ecken in Mannheim. Gerade für Auswärtige wäre dies interessant gewesen. So bleibt ihnen Mannheim als eher nicht sehenswert in Erinnerung.

Positiv war natürlich die Stimmung, Essen & Trinken, die kostenlosen Shirts, sowie die Möglichkeit, neue Brooks-Laufschuhe zu testen. Die Grundidee der Run Happy Tour finde ich gut. Man trifft Läufer aus der lokalen Umgebung und kann entspannt ein wenig plaudern. Vielleicht sollte man aber zwei Gruppen bilden; eine langsame und eine schnellere? Ich bin wahrlich kein Elite-Läufer, aber bei 7:35/km bereitet es mir nicht wirklich Freude. Paradox wäre es, wenn man mich jetzt als Spaßbremse bezeichnen würde. 😉

Mein etwas kritischer Bericht wird sicher nicht bei allen gut ankommen. Das merkte ich schon, als ich auf Facebook mit einem Zwinkern schrieb, dass es etwas schneller hätte sein können. Buuh, die Spaßbremse hat „schneller“ geschrieben. 😉 Aber damit kann ich leben. Mein Bericht soll vielmehr als Anregung bzw. Verbesserungsvorschlag gesehen werden (Lob gibt es ja schon genug), denn generell fände ich es schön, wenn es nächstes Jahr wieder eine Run Happy Tour geben würde.

Brooks Run Happy Tour Mannheim Brooks Run Happy Tour Mannheim Brooks Run Happy Tour Mannheim

6 Kommentare zu “Brooks Run Happy Tour Mannheim

  1. Ruslan

    Ist sowas wie Critical Mass bei den Radlern. Der Sport sowie Besichtigungen stehen da nicht im Vordergrund, es geht vielmehr darum, Präsenz zu zeigen, damit die Politik mehr an Bedürfnisse von Alltagsläufern denkt. Dementsprechend wird das Lauftempo, Strecke und die Uhrzeit ausgewählt.

  2. Runningbirki

    Ist doch okay etwas kritisch zu sehen und dies auch zu „sagen“?!?
    Bei uns in HH lief es komplett anders,
    allerdings wurde sich auch hier nicht an die StVO gehalten (aber das haben die TN nicht gemacht, nicht der Veranstalter hat dazu aufgerufen!).
    Unsere Strecke war auch so lalalaaa, aber bei den massen wäre anderes kaum umsetzbar geworden.
    Dafür liefen wir einen etwaigen 6:30iger Pace. Mich hat nicht gestört, ich wollte nur Fun.
    LG von Birki

    http://runningbirki.blogspot.de/2015/06/meine-stadt-meine-straen-runhappy-mit.html

  3. Wiesel

    Ja in Mannheim hätte man am Hafen, am Neckar, am Rhein, am Schloß und in der Fuzo laufen können …. aber dann wäre auch ein anderer Startpunkt von Nöten gewesen. Die Strecke war wirklich nur durchschnittlich und Mannheim hätte sicherlich noch andere, schönere Orte gehabt. Aber auf der Strecke war die StVO wegen der Sicherheit dann auch nicht ganz so wichtig 😉

    Der Rest war für mich absolut ok. Auf die Tour gehe ich ja nicht um schnell zu laufen. Vermutlich wäre das „Tempo“ sogar walkbar gewesen. Bei geschätzt 130 – 140 Teilnehmern (angemeldet waren ja deutlich mehr) war das meiner Meinung nach vorher klar. Die Streuung ist dann eben groß und es war klar kommuniziert das auf den Langsamsten gewartet wird. So sind eben auch alle zusammen gelaufen.

  4. Markus

    Ich verstehe deine Meinung absolut und habe es gestern in Stuttgart ähnlich empfunden. Wenn auch nicht so schlimm. Aber irgendwann habe ich mich von der tollen Stimmung anstecken lassen und lief es auch. Wenn auch noch langsamer wie bei euch..

  5. Michael Zielinski

    Ich war auch in Hamburg dabei. Zur STVO sollte man noch anmerken, dass bei Rädern/Autos ein Verband ab 13 Fahrzeugen auch bei Rot fahren darf, sofern der erste noch grün hatte – und bei 500 Läufern ist die Verbandsstruktur ja wohl auch jedem offensichtlich. Der Spuk dauerte ja nicht lange und die Autofahrer nahmen es gelassen und klatschten teilweise sogar ab als sie umzingelt/überholt wurden.
    In Hamburg sind wir 6:47 pro KM gelaufen.

  6. Коnstаntin

    Hallo Christian,

    bei uns in München war alles in Ordnung. Ja, oft liefen wir über rot, wenn die ersten schon auf der anderen Seite schon waren. Da haben die Organisatoren, die dabei waren, mitgeholfen und das Verkehr gehalten. Es gab weder Aggression bei den Läufern, noch bei Passanten oder Autofahrern.

    Die Strecke wurde von Isar Run ausgesucht und war Klasse (Bavariaring, Innenstadt, an der Isar…).

    Hier sind ein Paar Fotos und die Strecke: https://runforukraine.wordpress.com/2015/06/25/run-for-ukraine-beim-brooks-happy-run-in-munchen/

    Gruß aus München,
    Konstantin

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