Bericht „Badenmarathon 2008“

BadenmarathonLetzten Sonntag lief ich beim Badenmarathon in Karlsruhe den Halbmarathon. Mein Ziel unter zwei Stunden zu bleiben habe ich gerade so erreicht. Ich bin zufrieden, auch wenn ich 6 Minuten langsamer war, als bei meinem Halbmaratondebüt im Jahr zuvor. Die Voraussetzungen waren dieses Mal ganz anders. Ich ging viel entspannter an den Lauf ran. Hier mein Bericht.

Der Tag zuvor:
Die Startunterlagen konnte man bereits einen Tag zuvor abholen. Da ich Stress am Wettkampftag möglichst gering halten möchte, fuhr ich Samstag Mittag zusammen mit meinem Kumpel nach Karlsruhe. Dort war einiges los und es war nicht einfach, einen Parkplatz zu finden. Aber mit dem passenden Auto ist das kein Problem. 😉 In der Europahalle holten wir unsere Unterlagen (inkl. T-Shirt) ab und schauten uns noch ein wenig die einzelnen Stände an (u.a. auch diesen auf den ersten Blick schockierenden Plan). Anschließend ging es wieder nach Hause.
Dort angekommen, freute ich mich über das Paket von Garmin, in dem die Forerunner 405 war, die ich zum Testen bekam. Leider hatte ich erst abends kurz Zeit, mich damit zu beschäftigen. Mein Junior wollte zudem nicht ins Bett und gab erst gegen 23 Uhr auf. Eine Stunde später ging auch ich dann ins Bett. Schließlich musste ich am nächsten Tag um 6.30 Uhr wieder raus. Um 3 Uhr kam mein Junior, weil er aufgewacht ist. Und um 6 Uhr weckte mich die Katze, weil sie raus wollte.

Nach dem Aufstehen:
Nach einer kurzen und nicht gerade erholsamen Nacht stand ich gegen 6.30 Uhr auf. Ich aß 3-4 Scheiben „Leicht & Cross“ und trank dazu „Ultra Starter“ (kann ich nur empfehlen!). Danach packte ich meine Laufsachen zusammen und machte mich auf zu meinem Kumpel.

Die Anreise:
Gegen 7.30 Uhr kam ich bei meinem Kumpel an, bei dem ich dann mit nach Karlsruhe fuhr. Er lieferte noch schnell ein Power-Gel bei einem Freund ab, der ihn an der Strecke versorgen sollte. Anschließend suchten wir einen Parkplatz, was wiederum nicht ganz so einfach war. Aber wir fanden zum Glück noch einen und zogen uns dann am Auto um. Inzwischen war 8.15 Uhr und wir machten uns sogleich auf den Weg Richtung Start. Auf dem Weg fiel mir jedoch auf, dass ich vergessen hatte, meine Startnummer am Shirt anzubringen und musste nochmal schnell zum Auto zurück. 🙄

Vor dem Start:
Als wir gegen 8.30 Uhr bei den Startblöcken ankamen, waren diese noch nicht sehr gefüllt. Wir gingen auf eine Wiese, die seitlich vom Start war und liefen uns dort ein wenig warm. Das Wetter war perfekt. Temperaturen um die 10° Grad und bewölkter Himmel. Um 8.45 Uhr trennten sich dann unsere Wege, da mein Kumpel ja im Block A (unter 3:00 bzw. 1:30) und ich im Block C (unter 4:00 bzw. 2:00) startete. Die restlichen 15 Minuten verbrachte ich damit, nach Benjamin und Daniel Ausschau zu halten, doch leider konnte ich sie nicht finden. Inzwischen füllten sich die Startblöcke zusehends und ich beschäftigte mich noch ein wenig mit meiner Garmin-Uhr Forerunner 405. Irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl, was die richtige Bedienung anbelangte. Egal, ich hatte keine Zeit und probierte es einfach.

Der Start:
Pünktlich um 9.00 Uhr fiel für den Block A der Startschuss. Wenige Minuten später kam dann auch mein Block so langsam in Bewegung. Als ich über die Startmatten lief, startete ich mein Nike SportBand und etwas später dann auch die Garmin-Uhr (hatte kleine Probleme mit dem Touch-Ring 😕 ). Zum ersten mal ging ich bei einem Wettkampf die ersten Kilometer nicht zu schnell an (ca. 5:35 min/km). Lag wohl daran, dass ich mich nicht zu sehr bezüglich Zielzeit unter Druck setzte. Mit Applaus ging es in die Stadt hinein.

Der Lauf:
Von Anfang an fühlte ich mich relativ gut. Es war gut, dass ich es nicht zu schnell anging. Die ersten Kilometer durch Karlsruhe genoss ich und nahm die Umgebung richtig bewusst wahr. Grund hierfür war natürlich auch, dass ich dieses Mal ohne Musik gelaufen bin. Eine weise Entscheidung, denn nur so bekommt man Anfeuerungsrufe der Zuschauer, sowie kurze Gespräche der Läufer mit. Langweilig wurde es mir nicht.
Ich lief ein sehr konstantes Tempo und hatte das Gefühl, genau in der richtigen Gruppe gelandet zu sein. Ich wurde selten überholt und musste auch nicht all zu oft überholen. Ok, ein paar Läufer gibt es immer, die meinen sich ganz vorne einordnen zu müssen, obwohl sie in Block D (über 4:00 bzw. 2:00) gehören. Aber das wird sich wohl nie ändern.
Alle fünf Kilometer gab es Versorgungsstellen, an denen ich immer ein paar Schluck Wasser zu mir nahm. Außer bei Kilometer 15, da trank ich ein isotonisches Getränk, was ganz gut war. Da es nicht heiß war, reichten die paar Schlücke vollkommen aus.
Während des Laufs orientierte ich mich ab und zu an meiner Forerunner 405, bei der ich einen virtuellen Gegner eingestellt hatte, der ein Tempo von 5:40 min/km läuft. Solange ich vor diesem Gegner bin, laufe ich am Ende unter zwei Stunden. Eine echt tolle Funktion! Ich hoffte nur, dass ich auch alles richtig eingestellt hatte. Kurze GPS-Aussetzer gab es drei Mal, als ich durch Unterführungen bzw. Tunnels lief. Ansonsten hatte ich keine Probleme. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob die Pulsaufzeichnung funktionierte, da diese nicht im Display angezeigt wird, wenn man die Funktion „virtueller Gegner“ gewählt hat. Es stellte sich leider heraus, dass ich die Pulsfunktion hätte aktivieren müssen. 😕 (PS: Mein Nike+ hatte dieses Mal eine Abweichung von -600 Metern)
Die Strecke führte wie letztes Jahr von der Europahalle in Karlsruhe beginnend, über mehrere Stadtteile, mit einem kurzen Abstecher durch den Wald, wieder nach Karlsruhe zur Europahalle zurück. Die Zuschauer feuerten die Läufer gut an, doch leider gab es auch Abschnitte, wo niemand zu sehen war. Aber ich denke, das ist normal, wenn es aus der Stadt raus geht.
Bis Kilometer 18 lief es bei mir ganz gut. Aber da wollte ich eigentlich nochmal richtig Gas geben. Doch ich fiel in ein kleines Tief, das bis Kilometer 20 anhielt. Erst zum Ziel hin konnte ich nochmal etwas zulegen, allerdings nicht viel. War auch nicht nötig, da ich da bereits wusste, dass ich unter zwei Stunden bleiben werde. Auf der Zielgeraden nahm ich mir sogar die Zeit, ob ich bei den Zuschauern jemanden entdecken konnte, den ich kannte. Leider nicht. Aber ich genoss dennoch den Zieleinlauf. 🙂

Im Ziel:
Im Ziel angekommen, erhielt ich auch gleich meine Medaille. Anschließend ging ich in den „Runner’s Heaven“, wo es auch dieses Jahr wieder umsonst Getränke (Wasser, Schorle, Iso, Bier), Brezel und Kuchen gab. Ich konnte einen Becher isotonisches Getränk und eine Brezel abgreifen. Leider ist der Andrang auch dieses Jahr wieder so groß gewesen, dass es keinen Spaß machte, sich anzustellen. Zudem ist alles recht eng aufgebaut. Den „Runner’s Heaven“ sollte man etwas erweitern, dann würde man mehr Freude daran haben. Aber so hatte ich keine Lust, noch länger im Gedränge zu stehen. Also ich ging ich raus und machte mich auf Richtung Zielgerade, da ich ja meinen Kumpel auf den letzten Metern anfeuern wollte.

„Der weiße Kenianer“:
"Der weiße Kenianer"Ich stellte mich beim letzten kleinen Anstieg ca. 200 Meter vor dem Ziel an die Bande und wartete auf meinen Kumpel und Läufer-Idol. Um 11.45 Uhr kam er dann um die Kurve mit einem etwas gequälten Gesichtsausdruck. Ich sah ihm sofort an, dass er alles gegeben hatte und nur noch das Ziel vor Augen hatte. Meine Anfeuerungsrufe bemerkte er in diesem Moment nicht mehr. Als er ins Ziel kam, wurde sein Name und seine Zielzeit genannt (2:45’33“). Das bedeutete, dass er insgesamt 14. wurde und im Schnitt 3:55 min/km gelaufen ist. Da fehlten mir die Worte und ich machte mich sofort Richtung „Runner’s Heaven“ auf. Eines war sicher; ab sofort ist er für mich nicht nur ein Lauf-Idol, sondern auch „der weiße Kenianer“! 😀

Nach dem Lauf:
Leider kommt man in den „Runner’s Heaven“ nicht mehr rein, wenn man einmal heraus gegangen ist. Mein Kumpel sah mich und kam zum Ausgang. Ich gratulierte ihm und wir redeten kurz über unsere Läufe. Dann wollte er nochmal rein, etwas zu trinken holen. Der Security-Affe griff ihm von hinten rabiat über die Schulter und zog ihn halb im Schwitzkasten zurück. 😯 Sorry liebe Organisatoren des Badenmarathons, auch wenn da ein Schild steht, dass man nicht mehr rein kann, sollte man sich doch einmal überlegen, ob diese Art und Weise des „Darauf-Aufmerksam-Machens“ angebracht ist. Etwas Fingerspitzengefühl wäre in einer solchen Situation angebracht gewesen. Zumal es den Security-Affen nicht interessierte, dass mein Kumpel nach seinem 2:45-Lauf total fertig war. Ob er einen Kenianer auch so aggressiv zurückgehalten hätte? Der Sinn von diesem Verbot ist wohl, dass das kostenlose Angebot im „Runner’s Heaven“ nicht missbraucht wird. Doch dies ist so oder so der Fall, denn es gehen viele mit großen gefüllten Kartons raus. Das ist erlaubt bzw. so gewollt? 😕
Scheiss drauf, dachten wir uns und gingen weg. Wir lassen unsere Freude über unsere Leistungen nicht von so einem Deppen versauen. Die Organisatoren werde ich dennoch schriftlich darüber in Kenntnis setzen.
Wir trafen dann noch seine Mutter und seinen Kumpel, die direkt am Ziel standen. Kurz darauf machten wir uns auf dem Heimweg, weil sich jeder von uns auf sein Bad freute. Das tat echt gut.

Die Spuren:
Leider hinterließ bei mir der Lauf auch seine Spuren. Meine Laufhose scheuerte im Schritt. Das fiel mir aber erst zu Hause auf. Die Innenseiten der Oberschenkel waren im oberen Bereich total rot und wund. Aber mit Baby-Creme für den Windelbereich war es am nächsten Tag wieder so gut wie weg. 😉

Fazit:
Der Badenmarathon 2008 war insgesamt wieder eine schöne Sache. Nur die Aktion am Ausgang vom „Runner’s Heaven“ hinterlässt ein unangenehmen Nachgeschmack. Dennoch machte er mir sehr viel Spaß, zumal ihn ich dieses Mal so richtig genossen habe. Klasse war natürlich, dass ich es miterleben konnte, wie mein Kumpel neue Bestzeit lief. Schade jedoch, dass ich nicht Benjamin und Daniel traf. Wir hatten es verpasst, einen konkreten Treffpunkt auszumachen. Bei knapp 10.000 Läufern wäre das sinnvoll gewesen. Beim nächsten Mal sind wir schlauer. Letztendlich kann ich noch sagen, dass ich mit meiner Leistung zufrieden bin und da ich unter zwei Stunden lief, habe ich auch wieder die alte Header-Grafik eingestellt. 🙄

Bilder:
Bilder gibt es dieses Mal leider keine. Das liegt daran, dass meine Frau nicht zum Lauf kommen konnte und ich keine Kamera mitnehmen konnte (wohin damit?). Hinzu kommt, dass es leider pappnasen gibt, die meinen, sie müssen vor einen zwängen, sobald ein Fotograf am Straßenrand zu sehen ist. Daher gibt es von mir bei www.firstfotofactory.com (Startnummer: 1656) nur ein Bild, was zudem auch nicht gerade toll ist. Und dafür verlangen die dann auch noch 14€(!). Nein danke. 😡
Zu Hause hat dann meine Frau ein paar Bilder von mir und meinem Sohn gemacht. Diese finde ich wesentlich schöner. 😀

Badenmarathon 2008 Badenmarathon 2008 Badenmarathon 2008 Badenmarathon 2008 (hat mein Sohn gemacht)
Parkwunder Parkwunder Übersichtsplan

9 Kommentare zu “Bericht „Badenmarathon 2008“

  1. Brennr Autor des Beitrags

    @ Lutz
    Ähm, doch. Warum? Im Training hatte ich bisher keine Probleme damit. Und von kurzen Tights bin ich kein Freund. Aber für nächstes Jahr wird es eine hochwertigere Hose geben. Wettkampf ist halt doch was anderes wie Training. Ansonsten ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Tchibo-Hose echt top!

  2. Felix

    In den Hosen würde ich mir auch einen Wolf laufen. Enge Tights sind ein Muss! Würde dir 3/4 Tights empfehlen – gehen bis kurz unters Knie und machen somit einen schlanken Fuß.
    Gruß aus Leipzig

    Felix

  3. 42195-blog

    Glückwunsch zu Lauf und Zeit. Und auch Danke für den ausführlichen, schön zu lesenden Bericht.

    Auf viele weitere Läufe in der Zukunft!

    mfg Christian

  4. Brennr Autor des Beitrags

    @ Felix
    Wieso sind enge Tights ein Muss? Hast Du schon einmal einen Kenianer mit Tights gesehen? 😉 Also ich nicht. Und mein Kumpel läuft auch mit Shorts. Allerdings sind seine etwas kürzer und hochwertiger. Ich denke, es hängt von der Qualität ab und nicht vom Typ. Für mich sind kurze Tights nichts. Sieht meiner Meinung nach bei den meisten Männern einfach unästäthisch aus. 🙄
    PS: 3/4-Tights hatte ich bei meinem Marathon im Mai an und hatte da aber auch Probleme. Ich denke, man kann nicht pauschal eine Hose empfehlen, sondern es muss jeder für sich selbst herausfinden, welche für ihn am besten ist.

  5. Daniel

    Habe mir bei langen Läufen auch fast immer den Wolf gelaufen, lag daran das die Oberschenkel bei normalen Hosen nicht richtig durch den Stoff der Hosen getrennt sind und so anneinaderreiben können (ob da noch was anderes reibt will ich mal aussen vor lassen :mrgreen: ). Aber mit Tights habe ich dieses Problem nicht mehr, da hier jedes Bein gut verpackt ist. Aber es ist jedem überlassen wie er am liebsten läuft. Trainingsläufe mache ich persönlich auch lieber in normalen Hosen. @Brennr: Werde wohl am Hockenheimringlauf dortsein. Ob ich laufe weiß ich noch nicht, wie gesagt 5 Tage vorher Marathon. Aber wenn ich so dort sein sollte werde ich dich bei deinem Zieleinlauf fotografieren 🙂 .

  6. markus

    Super Bericht und noch einmal herzlichen Glückwunsch! Zum Thema mit den Organisatoren kann ich nur sagen, dass dies nicht in Ordnung war.

    In Heilbronn durfte man danach auch wieder rein, musste halt die Startnummer noch am Körper tragen.

  7. Thomas

    Hallo Christian,

    meinen Glückwunsch zur erreichten Zeit von unter 2h. Habe die Zeit an diesem Wochenende auch geknackt (1:56:01), war aber mein erster offizieller HM. Aber die Leistung deines Freundes ist ja echt super, kann man nur neidvoll anerkennen.
    Der Bericht ist sehr schön geschrieben. Ob Du eine Antwort vom Orga-Team bekommst? Als Widergutmachung bekommst Du ein Testmuster der Startnummern für’s nächste Jahr 😀 Bist ja schliesslich unser Allestester ❗
    Mal sehen wann wir uns mal über den Weg laufen, da ich momentan auch auf Frankfurt hinlaufe. Aber da wird mein Ziel eher sein: „Dabei sein ist alles!“ Und nach dem Lauf möchte ich noch geradestehend ein Radler trinken können.
    Also viele Grüße aus Edingen

    Thomas

  8. macie

    sehr schöner Bericht und sehr schöner Läufer-Blog.
    Weiterhin frohes Laufen und noch viele tolle Erlebnisse
    bei Laufwettbewerben

    macie

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