Mein erster Halbmarathon

Erschöpft, aber glücklich!Wie ich gestern ja versprochen habe, gibt es heute einen ausführlichen Bericht von meinem ersten Halbmarathon. Es ist jedoch nicht einfach, diese vielen Eindrücke in Worte zu fassen und wiederzugeben. Ich werde mein Bestes geben. Um das Ganze etwas übersichtlicher darzustellen, werde ich den Bericht in chronologische Abschnitte unterteilen.

Der Abend zuvor:
Ich wollte den Abend zuvor unbedingt entspannt verbringen. Und so schaute ich „Schlag den Raab“ und nebenbei gab es leckere Pasta mit Tomatensauce (Barilla Ricotta). Irgendwann kurz vor zwölf Uhr bin ich wohl eingeschlafen.

Nach dem Aufstehen:
Um 7 Uhr klingelte mein Wecker. Als notorischer Langschläfer fiel es mir schon etwas schwer, so früh aufzustehen. Ich putzte meine Zähne und zog mich an. Zum Frühstück gab es zwei Scheiben „leicht&cross“ mit Nutella (damit ich nicht ins 11-Uhr-Loch falle 😉 ) und stilles Wasser mit etwas Apfelsaft. Anschließend iPod, SportKit, Armband und Kopfhörer in den Rucksack verstaut. Von meiner Freundin verabschiedet (mein Sohn schlief noch) und los ging es.

Die Anreise:
Um 7.30 Uhr setzte ich mich in mein Auto und fuhr los Richtung Karlsruhe. Kaum auf der Autobahn, stand tatsächlich an der Seite ein Polizist, der per Laserpistole eine Geschwindigkeitskontrolle machte. Ich denk mal, daß ich nicht zu schnell war, da ich ja ansonsten wohl angehalten worden wäre. Selbst wenn, war ich nicht viel zu schnell. Die Autobahn war bis Karlsruhe angenehm frei und ich bin somit recht früh angekommen. Ich parkte in der Nähe der Metro, da ich davon ausging, daß rund um die Europahalle alles zu sein wird. Es war wohl eine weise Entscheidung. Ich fand sofort einen Parkplatz; fünf Minuten zu Fuß vom Start entfernt. Ich zog meine Laufschuhe an und verstaute meine Power-Marshmallows in meiner Hose. Mit einem Kugelschreiber habe ich noch schnell ein paar Mindest-Zwischenzeiten auf meinen Unterarm geschrieben (wobei sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat 🙄 ), damit ich während des Laufes weiß, ob ich noch im grünen Bereich bin. Dann ging es mit einem Beutel Caps (isotonisches Getränk) los zur Europahalle, wo der Start war.

Vor dem Start:
Es war noch eine halbe Stunde bis zum Start, als ich eingetroffen bin. Zunächst mußte ich mich orientieren und suchte die einzelnen Blöcke. Es gab je nach Zielzeit die Blöcke A-D. Ich war für Block D eingetragen, obwohl ich bei der Anmeldung „unter 2 Stunden“ angab (was Block C entsprochen hätte). Da dies aber niemand kontrollierte und nur aus organisatorischen Gründen unterteilt wurde, habe ich mich in das Ende von Block C „eingeschlichen“. Überall waren Dixi-Toilettenhäuslein aufgestellt, die auch sehr stark genutzt wurden. Unglaublich, wieviele Läufer kurz vor dem Start pinkeln mußten. Ich trank daher bewußt nicht zuviel. Dafür aber die Tage zuvor sehr viel. Eine Viertelstunde vor dem Start begann ich mich zu dehnen. Hierfür ging ich etwas zur Seite. Dort sah ich zufälligerweise einen Marathonläufer (zu erkennen an dem „M“ auf der Startnummer), der auf einem Stein saß und eine Zigarette rauchte! 😯 Nachdem ich mich gut durchgedehnt hatte, ging ich wieder zurück in den Block und wartete.

Der Start:
Kurz vor 9 Uhr dröhnte eine Stimme aus den Lautsprechern, die alle begrüßte und dann zum Countdown aufrief. Als der Startschuß fiel, passierte erst einmal nichts. Lediglich der Block A (die Top-Läufer) durfte loslaufen. Alle anderen mußten noch warten. Erst um 9.08 Uhr war mein Block an der Reihe. Mit dem Überqueren der Zeitnahmeplatten startete ich meinen iPod und nahm meinen ersten Power-Marshmallow zu mir. Die ersten 100 Meter gingen nicht sonderlich schnell voran. Das Gedränge war doch sehr groß. Kein Wunder, bei so vielen Läufern.

Der Lauf:
Die ersten 5 Kilometer waren sehr ungewohnt für mich. Ich fand überhaupt nicht meinen Laufrhythmus. Abbremsen, beschleunigen, abbremsen, beschleunigen,.. So ging es eine ganze Zeit lang. Einige gingen es zu langsam an, andere dagegen zu schnell. Erst ab Kilometer 7 war entspanntes Laufen angesagt. Die Spreu trennte sich ganz langsam vom Weizen. :mrgreen: Ich überholte sogar einige Läufer vom Block A! Keine Ahnung, was die da verloren haben. Ich war ehrlich gesagt über diese Läufer sehr verärgert, denn sie bremsten andere schnelleren Läufer unnötig aus. 👿 Doch von nun an konnte ich mich voll auf die restlichen 14 Kilometer konzentrieren. An den Versorgungspunkten trank ich relativ wenig und spülte meist nur meinen Mund aus. Recht unangenehm waren die Brücken. Obwohl ich bei meinen Trainingsläufen auch immer Brücken dabei hatte, tat ich mich doch etwas schwer. Aber andere hatten da noch viel größere Probleme und mußten teilweise gehen. Am Streckenrand wurde man vereinzelt von Anwohnern bzw. Zuschauern angefeuert. Ehrlich gesagt, hatte ich etwas mehr Menschen erwartet. Aber die, die dastanden, waren klasse und feuerten einen super an. Bei Kilometer 10 nahm ich meinen zweiten und bei Kilometer 16 den dritten Power-Marshmallow zu mir. Ich fühlte mich die ganze Zeit gut versorgt. Bei Kilometer 15 hatte ein kleines Tief, aber das verflog dann auch wieder recht schnell. Die letzten zwei Kilometer gab ich nochmal etwas Gas. Und auf den letzten 300 Metern holte ich nochmal alles aus mir raus. Es ging an der Marathonweiche vorbei Richtung Ziel. Nun waren etwas mehr Zuschauer am Streckenrand zu sehen. Aber ehrlich gesagt, nahm ich da nur noch wenig wahr. Selbst meine Freundin und meinen Kumpel habe ich nicht gesehen oder gehört, obwohl sie mich nach eigenen Angaben lautstark angefeuert haben. Ich hatte wohl einen Tunnelblick und nur noch das Ziel vor Augen. Ich lief über die Zeitnahmeplatten und stoppte meinen iPod. Und als die iPod-Stimme zu mir sagte, welche Zeit ich gelaufen bin, war ich überglücklich. 😀

Im Ziel:
Im Zielraum bekam ich sofort meine Medaille umgehängt und wurde gebeten weiterzugehen, damit es sich nicht staut. Im „Runners Heaven“ gab es dann kostenlos Wasser, Saft, Bier(!), Kuchen, Brezel, usw. Ich nahm mir einen Becher Wasser und orientierte mich Richtung Ausgang, da sich an den Ständen große Schlangen bildeten und manche kartonweise Essen und Trinken abgriffen. Darauf hatte ich keinen Bock. Außerdem wollte ich zu meiner Freundin und meinem Kumpel.

Meine Fans:
Kaum hatte ich „Runners Heaven“ verlassen, rief auch schon mein Kumpel nach mir, der mich sofort entdeckt hatte. Eigentlich ein Wunder, bei so vielen Menschen. Meine Freundin und mein Kumpel beglückwünschten mich zu meiner Leistung und wollten natürlich sofort Details zum Lauf hören. Nachdem wir noch was getrunken haben, gingen wir dann auch schon zu unseren Autos. Ich wollte duschen und meine Freundin hatte Hunger.

Die „Belohnung“:
Nachdem wir meinen Kumpel nach Hause gefahren hatten, ging es weiter zum Mc Donalds. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal bei Mc Donalds etwas gegessen hatte. Aber heute hatte ich mir das verdient. Noch immer in voller Läufer-Montur (inklusive Startnummer und Medaille) bestellte ich mir ein 6er Chicken-McNuggets-Menü und 3 Hähnchenfilets. 😛

Der Tag danach:
Letzte Nacht habe ich geschlafen wie ein Murmeltier. Meinem Körper geht es soweit ganz gut. Eigentlich keine Probleme mit den Beinen oder Füßen. Lediglich der Rücken ist etwas verspannt. Liegt vielleicht aber auch daran, daß nach dem Lauf längere Zeit verschwitzt im Freien stand. Alles in allem fühle ich mich gut. Nicht zuletzt auf Grund meiner erbrachten Leistung. 😎

Fazit:
Mein erster Halbmarathon war ein voller Erfolg. Die 300 Trainingskilometer der letzten 2 1/2 Monate wurden mit einer guten Zeit belohnt. Ich wollte unter zwei Stunden bleiben, was mir locker gelungen ist. Auch mit meiner Platzierung (Männer: Platz 2344 von 4426 bzw. AK 245 von 438) bin ich zufrieden. Die Veranstaltung war (soweit ich das beurteilen kann) gut organisiert und die Masse an Läufern (10.000) war beeindruckend. Lediglich die „im-falschen-Block-Läufer“, sowie manche gierige „Hamster-Läufer“ im „Runners Heaven“ waren etwas nervig. Verbesserungswürdig wären zudem die Kilometer-Hinweisschilder, die leider viel zu klein und unscheinbar waren. Ansonsten war es eine schöne Veranstaltung an einem wunderschönen Sonntag. Mal sehen, vielleicht laufe ich nächstes Jahr die volle Marathondistanz.

PS: Der iPod hatte eine Abweichung von lediglich 70 Metern! Allerdings zeigte er eine andere Gesamtzeit an. Laut iPod war ich ca. 10 Sekunden schneller, als vom Veranstalter per Championchip gemessen. Seltsam, aber egal.

Dankeschön:
An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Freundin und meinem Sohn bedanken, die gerade in den letzten Wochen auf Grund der Vorbereitung öfter einmal auf mich verzichten mußten. Ohne euer Verständnis und eure Unterstützung wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Danke! 🙂 (Danke auch an meinen Kollegen, der sich immer meine Laufgeschichten anhören durfte..äh..mußte 😉 )

Bilder:

Schlußspurt Schlußspurt II Erschöpft, aber glücklich! Mein Kumpel und Läufer-Idol ;-) Sieger-Pose ;-) Da schmeckt es doppelt so gut.. ;-) Meine Mindest-Zwischenzeiten Mein Schatz! Mein ganzer Stolz!

Christian 😎

9 Kommentare zu “Mein erster Halbmarathon

  1. Dominik

    Nochmals herzlichen Glückwunsch. Klasse Leistung.

    Übrigens: Toller Erfahrungsbericht. Motiviert mich auch mal an einem Volkslauf teilzunehmen. Bisher konnte ich mich dazu nie richtig überwinden.

  2. Jessica

    Hallo Christian!
    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 1. HM.
    Tolle Leistung.
    Ich verfolge ja schon eine Weile Deine Berichte aber auf diesen habe ich richtig gewartet 😉
    Übrigens, klasse Seite.
    Mit laufenden Grüßen Jessica

  3. Kersche

    Hallo Christian,

    „Hut ab“ und herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Halbmarathon.
    😎

    Grüße aus Augschburg.

  4. Stefan Knebel

    Servus Christian!

    Glückwünsche zu deiner tollen Leistung!!!! Dein Bericht ist echt lustig zu lesen und so hab ich auch mal ne kleine Orientierung wie ich meinen ersten HM angehn kann. Bereite mich drauf vor nächsten April in Freiburg die halbe Strecke zu laufen…Vielleicht sehn wir uns ja da!!!

    Grüße aus Freiburg Stefan

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