Bericht „Silvesterlauf Frankfurt“

34. Spiridon Silvesterlauf FrankfurtGestern nahm ich zum ersten Mal an einem sogenannten Silvesterlauf teil, um das vergangene Laufjahr ausklingen zu lassen. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nicht von Mannheim nach Frankfurt auf den Weg mache, um die 10 Kilometer gemütlich zu laufen. Nein, da wird gegeben, was möglich ist. Doch ich befürchtete im Vorfeld, dass dies nicht all zu viel sein könnte. Ich bin einfach in den letzten beiden Monaten zu wenig gelaufen. Hinzu kam, dass ich (wohl auch deswegen) 2-3 Kg zugenommen hatte. Aufgrund dieser Fakten rechnete ich mit einer 46er Zeit, im Idealfall eine hohe 45er. Also weit entfernt von meiner Bestzeit (44:34).

Der Spiridon Silvesterlauf Frankfurt wäre allerdings beinahe vorbei gewesen, bevor er überhaupt begonnen hatte. Ich hatte nämlich verschlafen. Zwar war der Start erst um 12 Uhr, aber da ich mit dem Zug anreisen musste, blieben mir nicht viele Möglichkeiten. Ich packte innerhalb von zehn Minuten meine Sachen (zum Glück hatte ich mir am Abend zuvor eine Checkliste gemacht) und fuhr zum Bahnhof. Das fing ja schon mal gut an.

Am Fußballstadion angekommen, ging ich gleich zur Startnummerausgabe und traf kurz darauf meinen Kumpel, der auch teilnahm. Wir quatschten ein wenig, zogen uns um und liefen uns warm. Noch hielt das Wetter, aber dennoch war es kühler als die Tage zuvor. Im Startblock reihte ich mich bei 45-50 Minuten ein. Die einzelnen Blöcke starteten nicht auf einmal, sondern nacheinander. Dies entzerrte das Läuferfeld später recht gut. Noch immer war ich etwas unsicher, wie ich das Rennen angehen sollte.

Der Startschuss fällt und ich lasse mich verleiten, den ersten Kilometer etwas zu schnell anzugehen. Aber das ist bei mir schon beinahe Tradition. Die Strecke führt zunächst über Asphaltwege in Richtung Wald. Recht früh bemerke ich einen Läufer, der sehr gleichmäßig läuft und einen erfahrenen Eindruck macht. Zwar ist er einen Tick schneller, als ich es mir zutraue, dennoch bleibe ich an ihm dran.

Es läuft gut. Überraschend gut. Doch ob ich das Tempo bis zum Ende werde durchhalten können? Mal sehen. Mittlerweile geht es auf befestigten Wegen durch den Wald. Die gelegentlichen Steigungen machen es mir schwer, den Rhythmus beizubehalten. Der oben genannte Läufer hilft mir jedoch unwissentlich, das Tempo fortzuführen. Ich kann nicht glauben, dass ich in einem Schnitt unter 4:30 min/km unterwegs bin.

Bei Kilometer 7 spüre ich, dass deutlich mehr, als nur eine gute Zeit möglich ist. Ich überhole „meinen Tempomacher“ und forciere ein wenig das Tempo. Kurz darauf geht es jedoch einen fiesen Hügel hoch, der einige Sekunden kostet. Egal, jetzt sind es nur noch zwei Kilometer. Dennoch bloß nicht zu früh die restlichen Körner verbrauchen.

Nur noch 1,5 Kilometer und nun wird mir auf einmal bewusst, dass ich tatsächlich auf Bestzeitkurs bin. Das wäre ja der Hammer, wenn ich eine neue PB laufen würde! Ich konzentriere mich auf den letzten Kilometer und ziehe nochmals das Tempo an. Die Zielgerade ist einen halben Kilometer lang. So habe ich das Ziel immer im Auge und kann meine Kraft gut einteilen.

Nun ist es Fakt, es wird eine neue PB geben. Ich ziehe zum Zielsprint an und laufe völlig perplex bei 44:16 durch das Ziel. Damit habe ich meine alte PB um 18 Sekunden verbessert. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet und bin deswegen umso glücklicher.

Ich holte mir zwei Becher warmen Tee und ging danach auch gleich in die Halle, um mich umzuziehen. Dort traf ich meinen Kumpel, der nach 38 Minuten ins Ziel kam. Leider hatte ich nicht viel Zeit zum Quatschen und musste schon kurze Zeit später zum Bahnhof.

Fazit: Für einige ist der Silvesterlauf ein Anlass, das vergangene Laufjahr gemütlich ausklingen zu lassen. Es jedoch mit einer neuen Bestzeit zu beenden ist dagegen für der perfekte Abschluss. Vor allem wenn man sie völlig unerwartet läuft. War ich im Vorfeld noch etwas skeptisch bzgl. der Sinnhaftigkeit des Laufes, so bin ich nun überglücklich, dass ich teilgenommen habe. Es ist nicht nur ein perfekter Abschluss, sondern lässt mich auf das neue Laufjahr 2013 freuen. Was ist da alles möglich, wenn ich wieder mein Wettkampfgewicht habe und mich gezielt auf die Läufe vorbereite? Man wird sehen.

runalyze.de10,00 km Wettkampf am 30.12.2012

44:164:26/km159bpm22 hm

http://runalyzer.brennr.de/shared/pl

7 Kommentare zu “Bericht „Silvesterlauf Frankfurt“

  1. Andreas

    Gratulation! Das zeigt, dass man manchmal einfach besser läuft, wenn man nicht so erwartungsvoll und bestzeitenfixiert an den Start geht 😉 Manchmal läuft es einfach von selber… Einen guten Start ins Laufjahr 2013 wünsche ich dir!

  2. Michael

    Herzlichen Glückwunsch!

    So was hatte ich auch vor, leider musste ich ja eine Woche vorher umknicken. Jetzt ärgert es mich umso mehr. Ich finde die Abschlussgerade allerdings irgendwie endlos lang. Aber so unterschiedlich sind die Eindrücke

  3. Brennr Autor des Beitrags

    Vielen Dank! 😀 Ich hoffe, ich kann auch 2013 von solchen Ergebnissen berichten. Euch allen ein erfolgreiches Laufjahr 2013!

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