Alternative Radfahren

Dynamics Gravity CrossNachdem mir aufgrund der anhaltenden Achillessehnenproblemen mit der Zeit das Laufen fehlte, suchte ich nach einer Alternative, um mich sportlich zu betätigen. Tja, und was wäre da passender, als 200 Jahre nach der Erfindung des Fahrrades (1817 durch Karl Drais in Mannheim) auf das Zweirad umzusteigen? Immerhin habe ich ja ein Crossbike und vielmehr braucht es ja zu Beginn nicht. Stellt sich nur die Frage, ob die Achillessehne mit dieser etwas anderen Belastung klarkommt oder ob ich mir eine andere Alternative suchen muss. Wie heißt es so schön? Versuch macht schlau! Also habe ich mein Crossbike fit gemacht und überlegte mir eine Strecke.

Als Erstes unternahm ich eine 25 Kilometer lange Tour nach Heidelberg und zurück. Natürlich nicht im Ausflugtempo, sondern möglichst flott. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,3 km/h fühlte sich immerhin sportlich an. Eine ungewohnte Belastung, aber immerhin die Sehne meckerte nicht. Typischer Anfängerfehler: Ich hatte die Sportbrille vergessen. Noch viel schlimmer: Ich fuhr ohne Helm! Aus Gewohnheit, weil ich sonst auch keinen trage.


Beim zweiten Mal dachte ich an den Helm, hatte aber erneut die Brille vergessen. Wieder um die 25 Kilometer, jedoch mit 28,7 km/h noch etwas schneller. Für die Strecke, die ich fuhr, war mein Crossbike ideal. Doch auf Dauer ist die Griffposition am Lenker anstrengend. Etwas seltsam war die Pulsmessung meines Garmin Forerunner 235. Dauerhaft konstant bei (viel zu niedrigen) 101 Schlägen. Ob das an der ruhigen und leicht abgeknickten Haltung des Handgelenkes liegt?


Bei meiner dritten Tour dachte ich an Helm & Brille und fuhr 17 Kilometer in einem Schnitt von 29,3 km/h. Es fing an, mir ein wenig Spaß zu machen. Auch, weil endlich keine Fliegen ins Auge kamen. 😉 Aber auch da wieder ein laut Forerunner dauerhaft konstanter Puls von 109 Schlägen. Ich glaube, die Handgelenksmessung ist auf dem Rad nicht ideal. Egal, ich war ein wenig ausgepowert und es fühlte sich gut an, etwas getan zu haben.


Bei meiner vierten Tour ging es dann nicht so sehr um das Tempo, sondern vielmehr um Höhenmeter. Ich fuhr 13 Kilometer nach Heidelberg und dann ging es hoch zum Königstuhl. Ganze 435 Höhenmeter auf 5 Kilometer. Das macht eine Steigung von ca. 9%. Ich hatte das Ganze ein wenig unterschätzt. War schon eine Quälerei, bis ich oben war. Laufend wäre es bestimmt weniger anstrengend gewesen. Aber daran ist aktuell nicht zu denken. Die Mühe wurde mit einer tollen Aussicht belohnt und die Abfahrt war der Hammer! Mit bis zu 55 km/h war ich teilweise unterwegs. Aber mehr traute ich mich nicht. Ich hatte richtig Respekt vor diesen (für mich) hohen Geschwindigkeiten. Danach rollte ich nach Hause und hatte am Ende knapp 37 Kilometer auf der Uhr.


Das Radfahren hat Vor- und Nachteile. Toll fand ich, dass man bei gleicher Zeit einen viel größeren Radius (den man allerdings auch planen muss) als beim Laufen hat. Man sieht mehr, wobei allerdings vieles auch schneller an einem vorbeirauscht. Nicht so toll fand ich jedoch die Abschnitte auf der Straße und in der Stadt. Permanent dieses unangenehme Gefühl, wenn einen die Autos überholen (oder übersehen!). Dann die Geschwindigkeit. An manchen Stellen bin ich kurzzeitig über 50 km/h gefahren. Der Gedanke, jetzt aus irgendeinem Grund zu stürzen, war nicht schön. Dennoch, Radfahren hat seinen Reiz. Daher habe ich auch gleich mal aus Neugierde beim Fahrradhändler vorbeigeschaut, was denn so ein schickes Rennrad kostet. Ich kann mich ja immer schnell für sowas begeistern. 😉

Radprobe

Eine Sache nervt mich jedoch. Mir schlafen mit der Zeit die Füße bzw. Zehen ein. Diese sind dann so dermaßen taub, dass ich sogar anhalten und absteigen muss. Von was kommt das? Weil ich keine spezielle Radhose mit Polsterung trage? Oder weil ich Laufschuhe anhabe? Es ist jedenfalls sehr unangenehm und würde es gerne verhindern. Falls es an den Schuhen liegt, so würden auf Dauer wohl eh Klickpedale und Radschuhe Sinn machen. Auf alle Fälle wird es Zeit für einen neuen Helm. Mit diesem ollen Ding sehe ich ja schrecklich aus. 🙈

4 Kommentare zu “Alternative Radfahren

  1. Heike

    Die eingeschlafenen Füße würde ich den Schuhen zuordnen. Vielleicht ist die Sohle so weich, dass die Pedale durchdrücken?
    Da es Laufschuhe sind gehe ich mal davon aus, dass man zu eng ausschließen kann. Kann allerdings Klickschuhe nur empfehlen, die Verbindung zum Rad ist wirklich toll. Du bekommst noch mehr Leistung aufs Pedal. Am besten beim probieren die Innensohle rausnehmen. Dann siehst Du beim draufstellen schon ob die Schuhe zu eng sind.

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Ich hatte früher mal am Mountainbike Klickpedale. Nach kurzer Eingewöhnungszeit war das echt super. Vielleicht hole ich mir für dieses Bike ein Kombipedal. Mal sehen.

  2. Ruben

    Hi Christian,
    ich finde deine Geschwindigkeit wirklich beeindruckend. Würde jetzt nicht sagen, dass ich ein besonders schneller oder besonders langsamer Radfahrer bin, aber den Schnitt den du bei den Touren rausgehauen hast fahre ich beim normalen Training mit dem Rennrad (!) nicht unbedingt.

    Pass auf, Radsport ist eine noch viel schlimmere Materialschlacht als das Laufen 😉

    Gruß Ruben

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Danke Ruben! 😳
      Allerdings war ich ja auch nicht sonderlich lange unterwegs. Ob ich diesen Schnitt auch bei doppelter Länge halten würde, wage ich zu bezweifeln. Das mit der Materialschlacht glaube ich Dir auf’s Wort. 😉

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