Dehydration!

Dehydration!Heute stand ein besonderer Lauf an. Mit vorgesehenen 28 Kilometern wäre es nicht nur mein längster Lauf gewesen. Ich hätte mit diesem Lauf auch gleichzeitig die 1000km-Marke geknackt; sprich: 1000 Kilometer seit Juli 2007. Von daher war meine Motivation groß und ich freute mich sehr auf den Lauf. Aber es kam alles ganz anders als gedacht.

Am besten, ich schildere den Lauf häppchenweise:

Kilometer 1:
Hm, schönes Wetter, aber auch sehr windig. Egal, ich werde auch mal Rückenwind haben.

Kilometer 2:
Irgendwie fällt mir das Laufen schwer. Naja, wird schon noch werden.

Kilometer 3-4:
Puh, daß es so warmist, hätte ich nicht gedacht. Hätte wohl doch besser was Kurzes anziehen sollen. Tja, da muß ich jetzt durch.

Kilometer 5-10:
Mir ist heiß, meine Beine sind schwer und ich habe die ganze Zeit starken Gegenwind. Am liebsten würde ich jetzt schon umdrehen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß es noch besser laufen wird.

Kilometer 11-13:
An der Heidelberger Neckarwiese kommt mir eine Joggerin mit einem tragbaren CD-Player in der Hand entgegen. Ich frage mich, ob solche Leute nicht wissen, daß es inzwischen sehr günstig MP3-Player gibt (z.B. 1GB für 9€ bei MediaMarkt)? Naja, nicht mein Problem. Dafür habe ich ein anderes: Durst.

Kilometer 14-16:
Endlich kein Gegenwind mehr. Dafür habe ich auch keine Kraft mehr. Bin total am Ende. Die Sonne knallt jetzt sehr. Zumindest kommt mir das so vor. Habe Durst ohne Ende, aber nix dabei. Ich beschließe, den Lauf für eine Minute kurz zu unterbrechen.

Kilometer 17:
Inzwischen bin ich am Überlegen, ob ich Spaziergänger ansprechen soll, ob sie nicht eine Schluck zu trinken für mich hätten. Aber mir ist es zu peinlich. Ach, ich werde das schon überstehen.

Kilometer 18:
Ich mache wieder eine kleine Laufpause. Mein Mund ist total verklebt. Hätte nicht gedacht, daß ich so ein Flüssigkeitsproblem bekommen würde. Für meinen nächsten langen Lauf werde ich mir etwas einfallen lassen müssen. Vor allem wenn die Temperaturen hoch sind.

Kilometer 19-20:
Ich quäle mich Meter für Meter. Es kommt mir ein Walker entgegen. Ich sehe, daß er etwas zu trinken dabei hat. Ich überlegte kurz zu fragen, aber mein Stolz ist zu groß.

Kilometer 21:
Und schon wieder muß ich eine kleine Laufpause einlegen. Ich bin total am Ende. Es macht heute echt keinen Spaß.

Kilometer 22-23:
Das Ziel ist in Sichtweite. Aber ich muß noch eine Brücke hoch. Echt fies.

Kilometer 24:
Es geht die Brücke runter und ich nehme den Schwung bis nach Hause. Noch nie war ich so froh, daheim angekommen zu sein. Nun habe ich nur noch eines im Kopf: Wasser, Wasser, Wasser!

Fazit:
Mein längster, aber nicht mein weitester und mit Sicherheit nicht mein schönster Lauf. Im Gegenteil! Danach war ich echt am Überlegen, ob ich nicht alles hinwerfen sollte. Inzwischen habe ich mich wieder etwas beruhigt. Aber mein Ziel habe ich nun geändert. Ich möchte den Marathon erfolgreich beenden. Allerdings muß es nicht unter vier Stunden sein. Zwar werde ich weiter versuchen meinen Vorbereitungsplan durchzuziehen, aber nicht auf Teufel komm raus. Und wenn es bei meinem Marathon nicht gut laufen sollte, dann werde ich das akzeptieren und meine Zielzeit entsprechend anpassen. Außerdem möchte ich am Wochenende nicht nur Laufen, sondern auch Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn verbringen. Es gibt Wichtigeres, als einen Marathon unter vier Stunden zu laufen. Aber schön wäre es schon.. 🙄

PS: Zukünftig werde ich mehr Gedanken bezüglich Flüssigkeitszunahme während des Laufes machen (müssen). Dehydration ist keine schöne und vor allem keine angenehme Sache. Zudem ist damit auch nicht zu spaßen. Das ist mir heute bewußt geworden.

7 Kommentare zu “Dehydration!

  1. Benjamin

    Ohje, hört sich ja schlimm an. Versuche aber durchzuhalten. Dein Trainingsstand ist jetzt bestimmt gut. Es gibt immer mal tage da läuft es absolut nicht. Hättest Du nicht dein etwas aus dem Neckar trinken können? Dies habe ich auch schon gemacht, da mein Mund dermaßen verklebt war, dass ich einfach was aus der Alb getrunken habe. Lass Dich von sowas nicht ermutigen!!! Ich werde jetzt die Woche auch nur 2-3 mal laufen! Werde es jetzt langsamer angehen., da meine Füße ziemlich schmerzen.
    Gute Besserung und gebe Dir einen Ruck!!!

    PS: Du musst einfach den Weg mit dem Fahrrad vorher abfahren und Dir an bestimmten Stellen (z.B: KM 5, 10, 15 und 20) was zu trinken hinstellen. Dann kannst grad beim Laufen drauf zurück greifen! Den Tip hat mir einer erzählt, der als 30km läufe macht! Ist eigentlich Ideal!

  2. Andreas

    Ich glaube, genau das Problem hatte ich gestern auch. Durch die plötzlich wesentlich höheren Temperaturen hat man auch einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und wenn der nicht gedeckt wird, hat man den totalen Leistungseinbruch. Die 42 hätte ich gestern nie geschafft – hatte ja auch nichts mitgenommen. Allerdings sind ja die Voraussetzungen bei Deinem Marathon auch wesentlich besser: Alle paar km wird man versorgt, die Zuschauer, Freunde etc. feuern an.
    Ich bin fest der Meinung: Du schaffst <4 Std! Und wie Du schon sagst, selbst wenn nicht, es gibt wichtigerer!

  3. Lutz

    Ich sage nur Trinkflaschengürtel. 4 kleine Flaschen mit je 125ml. Diese 700g machen sich nicht bemerkbar, aber helfen ungemein. Ab 15km habe ich immer, selbst im Winter, was zum Trinken dabei.
    Außerdem beglückwünsche ich dir zu deiner Erkenntnis den ersten Marathon nicht auf Zeitziel, sondern auf Ankommen zu laufen.
    Zwei bis dreimal die Woche laufen, auch nicht stur nach Plan und der Marathon ist zu schaffen!
    Viel Erfolg weiterhin!

  4. Gerhard

    Na – immerhin was dabei gelernt.
    Ich halte es ebenso: ab 15 km ist der Laufgürtel dabei. Stört wirklich nur am Anfang, dann gewöhnt man sich daran. Aber es hilft ungemein.

    Weiterhin viel Erfolg 😉

  5. Hannes

    Solche Tage bzw. Läufe haben wohl die meisten schon erlebt. Manchmal läuft es eben nicht. Und besonders doof kommt es, wenn gerade an dem Tag ein so langer Lauf ansteht.
    Aber ich bin beeindruckt von dir, dass du es trotzdem durchgehalten hast, das ist manchmal echt nicht einfach.

    Aber wenn du bereits diese Schwierigkeit gemeistert hast, dann wird der Marathon ja ein Kinderspiel 😉

  6. steini

    Hattest Du gar nichts zu trinken dabei? 😯 Falls ja, dann änder das für Läufe > 20km. Wasser reicht da schon. Wasser hat sogar den Vorteil, dass Dein Körper so weiterhin den für den Marathon wichtigen Fettstoffwechsel trainiert.
    Die 4 Stunden sind doch nicht wichtig für den ersten Marathon, die kommen später dann schon wenn Du dabei bleibst.

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