Bericht „StrongmanRun 2010“

Strongman Run 2010Nach meiner Teilnahme beim „Fisherman’s Friend Strongman Run“ im letzten Jahr hatte ich mich danach gleich in die Warteliste für 2010 eingetragen. Als dann die Anmeldung offen war, sicherte ich mir sofort meinen Startplatz. Kurze Zeit später meldete sich das Orga-Team bei mir und bot mir eine WildCard an. Ich nahm sie dankend an, zumal mir das erhöhte Startgeld dieses Jahr nicht so recht war.

Vorbereitung
Aber ich war mir lange nicht sicher, ob ich überhaupt daran teilnehmen kann. Zwar wurden meine Achillessehnenprobleme immer besser, doch ich wollte nur schmerzfrei an den Start gehen. Und tatsächlich, ein Monat vor dem StrongmanRun waren die Schmerzen zu 99% verschwunden. Ich konnte also teilnehmen. Doch meine Vorbereitung war nicht so speziell, wie noch im Jahr zuvor. Ich machte im Wald einen langen Lauf und einmal Hügelsprints. Das war’s. Ich legte mehr Wert auf eine gute Grundlagenausdauer.

Anreise
Nachdem es letztes Jahr so gut mit der Anreise funktionierte, fuhr ich auch dieses Mal einen Tag vorher los. Die 365 Kilometer wären einfach zu viel auf einmal, wenn man alleine anreist und dann noch laufen möchte. Nachdem ich meine Checkliste vom Vorjahr durchging (gut, dass ich sie nicht weggeworfen hatte), fuhr ich kurz nach 18 Uhr von Mannheim mit meinem Smart los. Um 21:15 Uhr kam ich in Krefeld an, wo ich erneut im Etap-Hotel günstig übernachtete. Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf den Weg, um die restlichen 60 Kilometer zu fahren. Bis zur Autobahnausfahrt „Flughafen Weeze“ lief es ganz gut. Doch genau da gab es einen Auffahrunfall, der natürlich einen kleinen Stau verursachte. Die letzten sieben Kilometer war dann richtiger Stau angesagt. Es war 9:15 Uhr. Obwohl ich zur gleichen Zeit wie letztes Jahr losfuhr, war dieses Mal deutlich mehr los. Es ging nur noch ganz langsam voran. Die Zeit verstrich und ich wurde immer nervöser. Irgendwann beschloss ich, mich im Auto in Mr.-Bean-Manier umzuziehen. Danach befestigte ich meine Startnummer auf dem Shirt und packte meinen Rucksack. Um 11:30 Uhr war ich laut Navi noch ca. 3 Kilometer vom Parkplatz entfernt und um 12 Uhr war ja der Start. Ich wusste, dass ich es auf diese Weise nicht rechtzeitig zum Start schaffen werde. Also fuhr ich in einen kleinen Feldweg rein, stellte meinen Smart ab, schnappte meinen Rücksach und lief los zum Veranstaltungsgelände.

Vor dem Start
Viel Zeit hatte ich nicht mehr, zumal ich noch meinen Rucksack abgeben musste. Doch die Hangars waren groß und gut beschriftet, so dass ich mich schnell zurecht fand. Rucksack abgegeben und schnell zum Startbereich, wo es in weniger als fünf Minuten losging. Ich musste mich relativ weit hinten einreihen, da in der vorderen Hälfte schon alles voll war. Eigentlich wollte ich dies vermeiden, da ich die Staus und Wartezeiten vom Vorjahr vermeiden wollte. Nun war ich doch im hinteren Drittel. Dort traf ich Tristan, mit dem ich mich noch kurz unterhalten konnte. Eigentlich wollte ich noch die anderen Blogger treffen, doch es blieb mir erst einmal keine Zeit, um mich nach ihnen umzuschauen. Ich hoffte darauf, dass ich sie vielleicht auf der Strecke treffe. Und dann fiel auch schon der Startschuss.

Runde 1
Bis ich losrennen konnte, vergingen nochmals fünf Minuten, da ich mich ja recht weit hinten im Starterfeld befand. Langsam kam die Masse in Bewegung und stoppte im Wald bereits wieder, denn der Weg wurde schmaler. Mir fiel auf, dass vereinzelt kleine Baumstümpfe aus dem Boden schauten, die zwar rot markiert wurden, aber dennoch oft übersehen wurden. Und so sah man regelmäßig jemanden darüber stolpern. Wenn man sich die Mühe macht und die Teile rot ansprüht, dann hätte man sich auch gleich komplett absägen bzw. entfernen können. Egal, weiter geht’s. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Bis zum ersten Hindernis („Danger Zone“) staute es sich sehr, da vier steile Bunker zu überwinden waren. Dabei entdeckte ich eine Eisenstange, die ein wenig aus dem Boden ragte. Hat jemand mal vorab die Strecke kontrolliert? Außerdem war der Boden zum Teil schon jetzt so stark abgetragen, dass die Matten durchschauten. Wurde nach 2009 überhaupt neue Erde aufgeschüttet?
Es folgten weitere Shelter, die nicht enden wollten. Und schon jetzt hätte ich etwas zu trinken gebraucht, da beim Runterlaufen der Massen die trockene Erde aufgewirbelt wurde und mein Mund und meine Nase voll mit Staub waren. Meine Nase war vorher eh schon nicht richtig frei. Aber das gab ihr den Rest. Nach den Bunkerhindernissen entzerrte sich das Läuferfeld ein wenig und mit einer gewissen Vorfreude lief ich weiter in Richtung erstes Wasserhindernis („Black Sea“).
Ich konnte mich noch gut daran erinnern, wie es letztes Jahr war, als ich zum ersten Mal durch das eiskalte Wasser laufen musste. Es fühlte sich an wie tausend Nadelstiche. Und so war es auch dieses Jahr. Jedoch mit dem Unterschied, dass ich darauf gefasst war. Bei den recht warmen Temperaturen empfand ich es sogar recht angenehm (was aber nicht jeder so sah).
Anschließend ging es weiter zum Spinnennetz. Es überraschte mich nicht, dass vor den Heuballen erst einmal langes Warten angesagt war. Schließlich hatte sich zum Vorjahr nichts geändert. Zeitlich kann ich es schwer einschätzen, aber es waren sicher zwanzig Minuten und oben auf dem Bunker nochmal 10 Minuten. Überraschend fand ich jedoch, dass die Veranstalter die Absperrung öffneten und den Teilnehmern die Möglichkeit anbot, das Hindernis zu umlaufen. Hallo?? Was sollte das denn?? Entweder lasse ich mir im Vorfeld eine Lösung zur Stauvermeidung einfallen oder lasse es. Aber dass Teilnehmer das Hindernis legal umgehen können und somit gegenüber anderen dreißig Minuten an Zeit gewinnen, ist schwachsinnig! Anfangs nahmen nur wenige das Angebot an, da die Masse sofort „Pussy-Lane“ rief. Aber nach und nach wurden es immer mehr, die vorbei liefen. Für mich kam ein Umlaufen nicht in Frage. Ich bin schließlich wegen den Hindernissen da und diese möchte ich überwinden, auch wenn ich nicht das Zeitlimit schaffen sollte.
Wie auch immer, ich krabbelte irgendwann die Heuballen hoch, wobei mir ständig eine helfende Hand entgegengestreckt wurde. Das war (wie auch im letzten Jahr) echt super. Einen Teilnehmer wollte jedoch keiner so recht hochschieben, da er nur mit einm Borat-Badeanzug bekleidet war. Aber auch er schaffte es und alle jubelten. Oben angekommen musste ich wie bereits erwähnt nochmals warten. Es staute sich, da man auf der Rückseite an einem Netz runterklettern musste. Konzentration war angesagt, zumal unten am Ende des Netzes idiotischerweise große Betonröhren warteten. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn jemand am Netz abgerutscht und unten auf die Teile gefallen wäre. Bevor man das andere Netz hochkrabbeln konnte, musste man ein paar Meter lose Reifen überwinden. Oben angekommen, musste man auf der Rückseite auf Strohballen runterspringen. Es gab wohl wieder einige, die sich dabei verletzten.
Weiter ging es durch einen Schlammpfad namens „Dirty Dancing“ (was harmlos, aber spaßig war), bei dem man zuvor unter ein Gitter krabbeln musste. Dieses Hindernis wurde im Vergleich zum Vorjahr extrem entschärft, da der Untergrund dieses Mal nasse Erde und nicht harter Beton war. Danach kam eine Steilkurve („Garvity Test“), die ich vorsichtig relativ weit unten entlang lief. Durch den Matsch an den Schuhen wurde die gepflasterte Kurve nämlich sehr rutschig. Anschließend ging es durch das zweite Wasserhindernis („Loch Nass“), was nun nicht mehr ganz so schockierend für den Körper war. Wichtig ist, dass man danach sofort langsam weiterläuft. Das nächste Hindernis war „Quicksand“, das echt nervig war. Ein extrem steiler Sandberg, den ich nur hochgehen konnte. Das Runterlaufen war dagegen halb so wild.
Dann war es soweit. Es wartete „Gulf of Weeze“ auf mich. Schwimme ich? Schwimme ich nicht? Ich hatte echt Respekt vor diesem Hindernis, das letztes Jahr meiner Meinung nach das härteste aller Hindernisse war (und ca. 80% der Teilnehmer umliefen). Dieses Jahr gab es zwar eine „Pussy-Lane“, mit der man legal das Hindernis mit angeblichen 700 Metern Mehrweg umgehen konnte, doch das kam für mich nie so recht in Frage. Als ich am „Gulf of Weeze“ ankam, war ich etwas überrascht. Ich hatte das Gefühl, dass der Uferbereich mit Sand aufgeschüttet und somit die zu hinterlegende Schwimmstrecke verkürzt wurde. Hinzu kam, dass man ganz links wohl durch das Wasser gehen konnte, wenn man nicht all zu klein war. Zumindest sah es danach aus. Ich ging ins Wasser und sofort fühlte sich meine Brust wie zugeschnürt an. Ich wusste, ich muss einfach ruhig weiteratmen und mich langsam bewegen. Die Atmung fiel mir wieder leichter und ich hatte schon beinahe die Hälfte geschafft. Mein Seepferdchenabzeichen löste sich leider von meiner Hose (ich hatte keine Zeit, es anzunähen). Ich schnappte es und nahm es zwischen die Zähne. Die Hände brauchte ich ja zum Schwimmen. Plötzlich bekam ein Mann schräg hinter mir einen Krampf und konnte nicht mehr weiterschwimmen. Ich ließ ihn an meinen Schultern festhalten und brachte ihn rüber bis ans Ufer. Dies kostete mich zwar viel Kraft, war mir aber in dem Moment echt egal. Schließlich hat keiner Lust, in diesem trüben und eiskalten Wasser mit einem Krampf unterzugehen. Nachdem ich mich aus dem lehmigen Ufer herausquälte, ging es zum nächsten Wasserhindernis, dem „Canale Grande“.
Doch nach dem Schwimmen war dies für alle nicht mehr wild, auch wenn das Wasser nach wie vor sehr kalt war (wobei es letztes Jahr noch kälter war). Anschließend galt es „The Rock“, einen lehmigen Hügel, zu überwinden. Dieses Jahr jedoch aufgrund der vorangegangen trockenen und warmen Tage nicht lehmig, sondern nur sandig. Es war also kein Runterrutschen auf dem Po wie letztes Jahr angesagt.
Danach kam auch schon das nächste Wasserhindernis, bei dem man durch bis zu 150cm tiefes Wasser laufen musste. Spätestens da war einem das Wasser echt egal. Blöd war nur, dass sich durch den ständigen Wechseln von Wasser und Sand nach und nach die Schuhe mit Sand bzw. im schlechten Fall mit Steinen füllte. Sand ist nicht weiter tragisch, aber Steine können nerven und auf Dauer auch schmerzhaft sein.
Die Hindernisse der ersten Runde waren überwunden und ich war völlig fertig, als ich nach 2:05 über die Start- und Ziellinie lief. Waren das tatsächlich nur 9 Kilometer? Im Vergleich zum letzten Jahr (2:12) beendete ich zwar nur sieben Minuten weniger für die erste Runde, doch ich dachte, ich wäre schneller unterwegs gewesen. Bereits da zweifelte ich an der Vermessung der Strecke (was sich später bewahrheiten sollte). Ich wollte die erste Runde langsam angehen, damit ich in der zweiten Runde nochmal Gas geben kann. Aber dass ich jetzt schon über zwei Stunden unterwegs war, hat mich überrascht und frustriert zugleich. Mir war klar, dass ich das Zeitlimit wohl schon jetzt vergessen kann. Doch mir war das egal. Ich beschloss weiterzulaufen. Deswegen war ich ja schließlich da.

Runde 2
Direkt nach Start/Ziel gab es eine Verpflegungsstation. Ich war froh, etwas trinken zu können. Dafür nahm ich mir ausgiebig Zeit. Auf Geschwindigkeit war ich eh nicht mehr aus, sondern nur auf’s Ankommen. Neben ausreichend Flüssigkeit nahm ich auch eine viertel Orange und eine halbe Banane zu mir. Vorerst gestärkt begab ich mich auf die zweite Runde. Und die begann mit dem Hindernis „Great Canyon“, „Danger Zone“ und „Gimme Shelter“ gleich richtig hart. Bunker ohne Ende. Das ging richtig in die Beine. Ich musste ab und zu auf den Sheltern kurze Pausen zum Verschnaufen einlegen. Dieses Jahr waren deutlich mehr Bunker zu überwinden. Darauf hatte ich wohl zu wenig trainiert. Dies musste ich mit ersten Wadenkrämpfen bitter bezahlen. Aber Jammern half nicht und so ging es weiter.
Die Temperaturen machten mir zu schaffen und ich war froh, dass bald die Wasserhindernisse kamen. Eine willkommene Abkühlung. Und dann kam auch bereits wieder das Spinnennetz. Dieses Mal musste ich nicht ewig warten. Dafür hatte ich Probleme, hochzukommen. Weniger Läufer bedeutet eben auch weniger helfende Hände. Und dann passierte es. Ich legte ein Bein oben auf den Bunker ab und drückte mich hoch. Dabei bekam ich einen sehr schmerzhaften Krampf im Oberschenkel. Hölle, tat das weh! Mit Mühe konnte ich den Krampf lösen. Allerdings meldete sich dabei gleich die Wade und begann zu verkrampfen. Ein Teufelskreis. Irgendwann ging es wieder und ich kletterte das Netz runter. Doch da wartete die nächste scheinbar unüberwindbare Hürde auf mich. Die Betonröhren. Mit Krämpfen nur sehr schwierig zu überwinden. Mit Müh und Not schaffte ich es und kletterte das Netz auf der anderen Seite wieder hoch. Beim Runterspringen auf die Strohballen ist ein Mann neben mir anscheinend mit dem Fuß umgeknickt. Für ihn war’s das. Ich konzentrierte mich auf das Runterspringen und war froh, dass meine müden Beine noch halbwegs mitspielten.
Nach dem matschigen „Dirty Dancing“ gab es eine Wasserstation. Doch Wasser gab es nicht mehr. Ich konnte wählen zwischen Cola und Cola. Und so entschied ich mich für Cola. Der Zucker tat irgendwie ganz gut, zumal ich inzwischen leichte Kopfschmerzen hatte. Ich fühlte mich in dem Moment an mein Marathondebüt erinnert. Da brach ich auch nach der Hälfte ein und hatte mit Krämpfen und extremen Leistungsabfall zu kämpfen. Aber in bester Oli-Kahn-Manier „Weiter, immer weiter!“ lief ich von Hindernis zu Hindernis. Allerdings hatte ich die ganze Zeit das Schwimmen im Kopf. Ob ich das in meinem Zustand nochmal schaffen werde? Spätestens bei „Quicksand“ hatte ich berechtigte Zweifel. Ich quälte mich regelrecht den fiesen Sandhügel hoch.
Kurze Zeit später war es dann soweit. Quasi die Stunde der Wahrheit. Der „Gulf of Weeze“ wartete darauf, ein zweites Mal von mir bezwungen zu werden. Ich ging ins Wasser und auch beim zweiten Mal raubte mir die Kälte die Luft. Langsam schwamm ich los und war um jeden Meter froh, den ich hinter mich brachte. In diesem Zustand können einem vierzig Meter wie eine Ewigkeit vorkommen. Als ich endlich wieder Boden unter den Füßen hatte, freute ich mich etwas zu früh. Ich versank mit einem Bein im Schlamm und bekam einen dermaßen üblen Wadenkrampf, dass ich vor Schmerz schreiben musste. Da ich feststeckte, konnte ich nichts dagegen tun. Die Wade wurde immer härter und schmerzte immer mehr. Ein anderer Teilnehmer blieb bei mir stehen und stützte mich. Ein Rettungsschwimmer wollte bereits zu mir kommen, doch langsam löste sich der Krampf und ich konnte alleine ans Ufer. Es war geschafft! Auch dieses Jahr hatte ich mir mein StrongmanRun-Seepferdchen redlich verdient.
Von nun an dachte ich nur noch ans Ziel. Doch bis dahin zog es sich noch ewig. Das ständige Laufen im trockenen Sand kostete extrem viel Kraft und auch die kleinen Schlamm- und Matschlöcher sorgten dafür, dass die Schuhe immer schwer waren. Ich biss auf die Zähne und quälte mich in Richtung Ziel. Dabei bekam ich wieder Wadenkrämpfe. Doch ich wollte ins Ziel laufen und nicht gehen. Also ignorierte ich die Krämpfe und überquerte nach insgesamt 4:13’26“ stolz und total erschöpft die Ziellinie.

Ziel
Nachdem ich die Sensormatten überlaufen hatte, wollte ich nur noch zu den Getränken. Mein Durst war unerträglich. Wahrscheinlich war ich sogar dehydriert. Ich ließ mir eine Medaille umhängen und schaute mich nach den Getränkeständen um. Leider war die Auswahl inzwischen sehr begrenzt. Ich konnte mich zwischen einem Kakao-Getränk von Powerbar und warmem Tee entscheiden. In meinem Zustand war ich recht anspruchslos und nahm, was ich kriegen konnte. Ich schaute mich noch nach Bloggern um, von denen ich wusste, dass sie auch teilnahmen, aber ich konnte leider niemanden entdecken. Nach ein paar Minuten holte ich dann mein Finishershirt und meinen Rucksack mit frischen Klamotten ab. Duschen gab es zwar keine (in meinen Augen eh unnötig, da trockene Klamotten reichen), aber einige spritzten sich nackt im Freien mit einem Schlauch ab. Naja, wer sich unbedingt wieder auf Youtube sehen möchte.. Da es warm war, zog ich mich nicht gleich um, sondern machte mich sofort auf Richtung Auto (was ja 2-3 Kilometer entfernt war).

Heimfahrt
Zwar ging ich die knappen drei Kilometer, war aber dann doch froh, als ich endlich am Auto ankam. Meine Beine waren total kraftlos und schmerzten. Ich zog mich um und fuhr kurz darauf gegen 17:30 los. Dabei nutze ich einen Schleichweg, von dem ich von einem Einheimischen hörte. Dadurch sparte ich extrem viel Zeit, da sich die Straße sehr stark staute. Nach einer dreiviertel Stunde musste ich auf einem Parkplatz anhalten, da mich die Müdigkeit überkam. Ich schlief 20-25 Minuten und aß danach noch eine Banane und ein Brötchen. Danach fuhr ich bis nach Mannheim durch und war gegen 21:30 zu Hause. Ich genoss die heiße Dusche und auch die Pizza meines Italieners. Kurz darauf ging es ins Bett, da ich am nächsten Tag arbeiten musste.

Der Tag danach
Als ich morgens aufwachte, spürte ich schon den Muskelkater in den Beinen. Aber auch die Knie schmerzten. Hinzu kam ein extremes Durstgefühl, wie nach einem Alkoholrausch. Mein Zustand besserte sich im Verlauf des Tages und am nächsten Tag hatte ich nur noch den Muskelkater in den Beinen.

Pro
– zusätzliche kleine Hindernisse
– gute Musik im Start-/Zielbereich
– tolle Hilfsbereitschaft untereinander
– witziges und hochwertiges Finishershirt
– viele positiv verrückte und verkleidete Läufer
– sehr guter Fotoservice mit tollem Preis-/Leistungsverhältnis

Contra
– Möglichkeit des Umgehens des Spinnennetztes
– Strecke war 5,4km länger als im Vorfeld angegeben
– keine neuen Hindernisse, dafür ein paar weggelassen
– Kaufzwang des Finishershirts, dadurch sehr hoher Startpreis
– Strecke nicht optimal präpariert (Eisenstange, Baumstümpfe, Betonrohre)
– zu wenig Versorgungsstellen (warmes Wetter!) mit zu wenig Getränkevorräten
– Stimmung war subjektiv empfunden letztes Jahr besser (dieses Jahr viele „Helden“)
– keine Änderung des Starts oder Streckenführung, trotz extremer Probleme im Vorjahr
– wurde leider ein wenig kommerzieller (mehr Startplätze, trotz Stauprobleme)
– Verkehrschaos (schlimmer als im Vorjahr, obwohl gleiche Anfahrstzeit)

Fazit
Der StrongmanRun war auch 2010 eine außergewöhnliche und unvergessliche Laufveranstaltung, selbst wenn er an 2009 nicht ganz rankommt. Aber ich denke mal, dass es u.a. daran liegt, dass 2009 meine Premiere war und ich dieses Jahr bereits wusste, was mich erwarten wird. Hinzu kommt, dass ich dieses Mal alleine gelaufen bin. Letztes Jahr war ich mit Yogi unterwegs, was den Lauf leichter bewältigen ließ. Sehr schade fand ich zudem, dass von den insgesamt 10 WildCard-Gewinnern nur ca. die Hälfte tatsächlich teilnahmen. Leider habe ich niemanden persönlich getroffen. Darauf freute ich mich eigentlich am meisten. Doch aufgrund von Verkehrschaos und dem großen Teilnehmerfeld war dies zum Scheitern verurteilt. Auch zehn Tage nach dem Lauf bin ich mir nicht ganz schlüssig, was ich von der 2010er Ausgabe halten soll (daher dauerte der Bericht auch so lange). Klar, es war hart, unterhaltsam und unvergesslich. Aber es gab auch so manche negativen Punkte, die hängengeblieben sind. Doch ich möchte nicht zu sehr meckern, da solch eine Veranstaltung sicher nicht einfach zu organisieren und durchzuführen ist. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich der Veranstalter endlich der Kritik annimmt und sich Gedanken macht. Ansonsten werden wohl viele zu diversen Alternativ-Läufen abwandern und der StrongmanRun verkommt zum kommerziellen Stammtischlauf. Ob ich nächstes Jahr wieder teilnehme, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Irgendwie würde ich schon gerne. Aber ich warte zunächst einmal ab, ob sich etwas ändert. Denn der persönliche Aufwand ist schon sehr hoch und es ist einfach nur ärgerlich, wenn sich trotz vieler guten Vorschläge nichts ändert. Aber wenn, dann möchte ich nur sehr ungerne nochmal alleine hinfahren bzw. mitlaufen.

PS: Vielen Dank nochmal an Fisherman’s Friend und New Balance für die WildCard.

Streckenplan: http://www.fishermansfriend.de/strongmanrun/streckenplan2010/

Bilder

16 Kommentare zu “Bericht „StrongmanRun 2010“

  1. Chris

    geht doch. sowohl der lauf als auch der bericht! hut ab, dass du dich trotz der krämpfe so durchgebissen hast. ich bin schon wieder für 2011 vorangemeldet.

  2. Eddy

    Danke für diesen ausführlichen Bericht und die tollen Bilder! Auch, wenn die Negativ-Liste etwas länger ausgefallen ist, bin ich mir sicher, dass Du auch nächstes Jahr wieder dabei sein wirst. Vorausgesetzt, es findet sich jemand, der Dich begleitet. Aber da kann man ja vorher mal einen Aufruf starten. Ich zum Beispiel will auch irgendwann mal diesen Lauf angehen… 😉

  3. Evchen

    So, jetzt wurschdel ich mich mal durch. *freu*

    Was mir nicht so gefällt, ist die ständige Vergangenheitsform, in der Du schreibst. Das empfinde ich irgendwie als… wneiger flüssig.

    *weiterles*

  4. Evchen

    Das grüne Shrit is wirklich genial und das Seepferdchen zwischen den Zähnen erst! *gröhl*

    Gut gemacht und durchgehalten! Glückwunsch! :mrgreen:

  5. Tristan

    Super Bericht!

    Und ich wurde erwähnt…. oleole.. 😉

    Für mich wars der erste Strongman und ich fand ihn von der Stimmung und der Strecke einfach nur genial! Organisatorisch kann man einige Sachen noch besser machen, aber sagen wir es so.. ich stehe schon auf der Warteliste für 2011… 😉

    Gruß, Tristan

  6. Jochen

    Sehr schöner Bericht !! Vieles habe ich genauso empfunden. So ist mir z.b. auch aufgefallen, dass das Teilnehmerfeld mehr und mehr aus ambitionierteren Marathonläufern bestand und nicht mehr soviele Fun-/Party-/Stammtischläufer wie noch 2009 dabei waren. 2009 war die Stimmung am Start (dadurch?) z.B. irgendwie besser.

    Mich wundert ein wenig , wie sehr Dir und auch vielen anderen das Schwimmen zu schaffen machte.
    Ich bin 2009 auch außen ´rum gegangen aber dieses Jahr dann doch mitten durch geschwommen. Das Wasser war längst nicht so arschkalt wie im Vorjahr und obwohl ich grundsätzlich ein schlechter Schwimmer bin (hab nicht mal den „Freischwimmer“), bin ich problemlos durchgekommen. Hab die Abkühlung sogar als fast angenehm empfunden.
    Hm, vielleicht lags daran dass ich seit Dezember in Vorbereitung auf Weeze oft abwechseln kalt-warm-kalt geduscht habe. Hat sich also wohl ausgezahlt …

    Mich würde interessieren in wie weit man die Strapazen von Weeze mit einem Marathon vergleichen kann. Ich werde im Oktober meinen allerersten Marathon angehen und hab da echt Angst vor. Der Strongman ist ne Quälerei, keine Frage, aber insgesamt bin ich ganz gut durchgekommen in 3h46min.
    Kann man Marathon und Strongman überhaupt vergleichen ??

  7. RunningDan

    Klasse Bericht, vor allem deine ehrliche Meinung rund um den Event. Kritik ist immer gut, damit der StrongmanRun im nächsten Jahr hoffentlich wieder so gut wird, wie es bei dir 2009 der Fall war. Auch die Fotos sind klasse. Natürlich nochmal großes Kompliment zur Leistung und ich hoffe doch, dass man sich nächstes Jahr beim SMR in Weeze sieht.
    Gruß, Daniel.

  8. Laeuferin

    Toller Bericht und auch dir gehört mein Respekt! Glückwunsch zum zweiten Finish beim Strongmanrun.

    Ich selber habe dieses Jahr zum ersten Mal mitgemacht, nach dem ich letztes Jahr aufgrund von Verletzung nicht teilnehmen konnte, wollte ich es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen. 🙂 Für mich war es eine gute Erfahrung. Aber die Hindernisse empfand ich mal als Pille-Palle. Mir hatte am Besten das Spiders Web gefallen, was auch noch etwas herausfordernd war. Die Wasserhindernisse waren für mich eine gute Abkühlung, nicht zu kalt und krampflösend (2. runde) 😉

    Organisatorisch ist auch aus meiner Sicht einiges zu tun. Zwar hatte ich selber keine großen Probleme bei der Anreise, aber wie weit einige vom Veranstaltungsort weggeparkt hatten, wurde mir erst bei der Heimfahrt bewusst.

    Es hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht. Aber ich denke nicht, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin. Es soll ja noch eine Reihe von anderen Vergleichsveranstaltungen geben… (Lake run, Big Drill Run oder Laufen, aber härter)

    Für dich müsste es ja eigentlich heißen: Alle guten Dinge sind DREI! 🙂

  9. Hexenmeister

    Zunächst einmal. Als langjähriger Journalist drei ❗ ❗ ❗ Besser kann man Weeze nicht schildern. Selbst genauso erlebt und zwiespältig im Fazit. Super.
    Aber ein Tip von Mir quäle Dich beim www. bigdrill-run.de und oder auch beim http://www.lake-run.de
    Danach läuft du nicht nur, sondern schwimmst wie ein fisch und fliegst wie ein vogel. Hoffentlich.
    Gruß der Hexenmeister.
    PS. Hätte gerne gerwusst, was passiert wäre, wenn ich in Mathe nicht aufgepasst hätte.

  10. Brennr Autor des Beitrags

    @Chris: Danke. Ich habe mich vorsichtshalber auch schon vorangemeldet.. 🙄

    @Eddy: Hätte ich mehr Zeit gehabt und dadurch die anderen Blogger getroffen, wäre der Bericht wohl etwas begeisteter ausgefallen. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

    @Mad: Dankeschön! Aber „sauber“ war meine Leistung nicht so ganz. 😉

    @Evchen: Hm, den Bericht in der Präsens-Form zu schreiben finde ich aber auch irgendwie seltsam.

    @Evchen: Danke. Ich finde auch, dass das Shirt gut geworden ist. Und das Seepferdchen hatte ich mir bereits letztes Jahr verdient.

    @Tristan: Na klar wurdest Du erwähnt. Du warst der einzigste aus dem Internet, den ich dort traf. Vielleicht sehen wir uns ja 2011 wieder. Ich möchte nichts ausschließen.

    @Jochen: Beim Wasser fand ich den Moment übel, als ich mit dem Oberkörper ins Wasser ging. Das hatte mir den Brustkorb zugeschnürt. Und irgendwann machte bei mir die Muskulatur zu. Ansonsten fand ich es letztes Jahr schlimmer, zumal es auch ein paar Meter weiter war.
    Ob man das Ganze mit einem Marathon vergleichen kann? Schwierig. Zumindest ist man ähnlich lang unterwegs. Zwar langsamer, aber dafür auch auf schwierigerem Untergrund.

    @Hannes: Danke, das denke ich auch manchmal. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man sich in solchen Situationen durchbeißt und es dann doch noch schafft.

    @RunningDan: Danke! Ich war irgendwie hin- und hergerissen. Aber ausschließen möchte ich nichts. Deswegen habe ich mich bereits für 2011 vorangemeldet. 😉

    @Laeuferin: Ich fand die Hindernisse größtenteils auch meist ein wenig langweilig. Wäre schön, wenn es nächstes Jahr neue Hindernisse geben würde.

    @ano: Jammern? Wer jammert hier?

    @Hexenmeister: Oh, vielen Dank! Dabei dachte ich, ich hätte zu viel geschrieben. Die alternativen Läufe muss ich mir mal anschauen. Mal sehen.

    @Ralf Marathon: Sieg? Ok, über die Schwäche bzw. Schweinehund schon. Vom Gewinner war ich jedoch weit weit entfernt. Aber dafür habe ich alle Hindernisse ordnungsgemäß überwunden.

  11. Laufen mit Willi

    Danke für diesen ausführlichen Bereicht vom Strongmanrun. Vor allem die Bilder finde ich echt spitze! Welche Zeit strebst du im nächsten Jahr an oder ist die Zeit für dich nächstes Jahr zweitrangig?

    Lg
    RunningWilli

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