Bericht „Heini-Langlotz-Lauf 2015“

Heini-Langlotz-Lauf 2015Eigentlich ist der Heini-Langlotz-Lauf ja schon einen Monat her, aber ich möchte dennoch kurz davon berichten. Diese schöne Veranstaltung ist es einfach wert. Nur eine Woche nach meiner Teilnahme am Frankfurt Halbmarathon ging ich bei den 10 Kilometern in Brühl an den Start. Das liegt bei mir um die Ecke und ich fand den Lauf bei meinen bisherigen Teilnahmen immer sehr gelungen. Insgeheim spekulierte ich auf eine neue PB (unter 42:33), aber zu euphorisch war ich nicht. Die schnellen 21,1 Kilometer von Frankfurt steckten mir einfach noch zu deutlich spürbar in den Beinen. Aber mal sehen, manchmal läuft es ja besser als gedacht.

Vor dem Lauf
Meine Frau fuhr mich hin und nachdem ich meine Startnummer abgeholt hatte, zog ich mich im Flur der Grundschule (die für diese Veranstaltung geöffnet war) um. Zum ersten Mal hatte ich mein Laufbotschafter-Shirt des Badenmarathons an. Vor dem Start kam ich mit einigen Läufern ins Gespräch. Unter anderem mit Katrin und Andy. War echt schön. 😀

Der Lauf
Als der Startschuss fällt, laufe ich in einem Tempo los, das eine neue PB anpeilt. Doch ich wollte auch nicht überpacen, denn ich erinnerte mich noch gut an meine letzte Teilnahme, wo ich 3 Kilometer vor Schluss nicht mehr genug Körner hatte, um das Tempo zu halten. Beherzt, aber auch nicht zu optimistisch gehe ich die ersten Kilometer an. Meine Beine sind noch etwas schwer, aber es läuft besser, als befürchtet.

Taktisch mache ich alles richtig. Ich suche mir gezielt eine Gruppe aus, die mein Tempo läuft und achte darauf, dass niemand es verschleppt. Wenn es mir zu langsam wird, schließe ich zum nächsten Läufer auf. Das Tempo zu halten ist hart, aber noch läuft es gut. Nach der Hälfte ist mit 21:16 sogar eine neue PB noch in greifbarer Nähe, aber dazu müsste ich die zweite Hälfte mindestens genauso schnell laufen. Mal sehen, ob die Körner diesesmal ausreichen.

Der Rhein-Abschnitt ist vorbei und nun geht es über das Feld zurück nach Brühl. Ich nehme noch schnell ein Isostar-Gel zu mir, das ich schon in Frankfurt sehr gut vertragen habe. Noch sieht alles recht gut aus. Zwar bin ich mit 4:19 und 4:18 leicht über dem erforderlichen PB-Schnitt (4:15), aber mit einem guten Zielsprint ist noch alles möglich. Der Asics Gel-Electro33 läuft sich klasse und war der richtige Kompromiss zwischen ausreichend Dämpfung für die müden Knochen und geringem Gewicht.

Ich kenne die Strecke und bin gedanklich schon auf dem letzten Abschnitt, der noch vor mir liegt. Doch plötzlich, kurz vor Kilometer 8, spüre ich mit Entsetzen, wie die rechte hintere Oberschenkelmuskulatur zu macht. Ich reduziere ein wenig das Tempo, doch es hilft nichts. Ich muss tatsächlich anhalten. Kurzes Dehnen und langsam wieder loslaufen. Es geht halbwegs, aber ich merke, dass das bisherige Tempo nicht mehr möglich ist. So ein Mist! Die Sub43 kann ich vergessen. Egal. Jetzt nur keine Verletzung riskieren.

Mit angezogener Handbremse versuche ich die restlichen zwei Kilometer hinter mich zu bringen. Ärgerlich, aber so ist es halt. Ein echter Zielsprint ist somit auch nicht drin, aber mit einer 43:51 schaffe ich es zumindest noch knapp unter 44 Minuten. Doch die Zeit ist mir egal. Die Muskulatur hielt und ich kam ins Ziel. Zur Belohnung gab es sogar eine Medaille. Auch nicht üblich für so eine kleine Laufveranstaltung.

Nach dem Lauf & Fazit
Frau und Kinder empfingen mich im Ziel, wo ich mich noch kurz mit einer Banane und Tee versorgte. Mit nun noch müderen Beinen ging es dann nach Hause, sowie mit der Erkenntnis, dass ein 10er nur eine Woche nach einem schnellen Halbmarathon vielleicht doch zu früh war. Eine Sub43 wäre ohne muskuläre Probleme absolut möglich gewesen. Dennoch war der Lauf und die Veranstaltung mal wieder richtig schön und ich bin mir sicher, dass ich auch nächstes Jahr wieder in Brühl am Start sein werde.

12 Kommentare zu “Bericht „Heini-Langlotz-Lauf 2015“

  1. Jan

    Hallo Christian,
    danke für den Bericht!
    Und Glückwunsch zu dem Ergebnis trotz Muskelproblemen.
    Wie hast du denn die Woche zwischen Halbmarathon und 10er verbracht? Lockeres Training? Komplette Ruhe?
    Erhol dich gut!
    Jan

  2. Ruslan

    Ah was, Du hast mich Doch erst bei km 6 überholt, und ich lief (nach dem ersten ein bisschen schnelleren Kilometer) im gleichmäßigen Tempo. Nie habe ich bei km 5 21:16 gehabt. Eher nah an 21:45-21:50, und am Ende dann 43:26 brutto (43:23 netto). Du bist in 44:01 brutto (sind das 43:51 netto – in Brühl?) gelaufen. Also 21:16 nach 5 km – unmöglich! Evtl. orientierst Du Dich hier an die GPS-Uhr und nicht an die tatsächliche Distanz

    Dass Du angehalten hast, habe ich auch nicht bemerkt, und ich lief nach der Überholung ziemlich dicht hinter Dir und behielt Dich im Auge. Evtl. nachdem ich Dich bei km 7 wieder hinter mir gelassen habe, weil Du langsamer geworden bist und ich ein bisschen schneller …

    Auf PB müsstest Du wie mein Kollege Klaus laufen, und der hat mich schon vor dem km 2 einkassiert.

  3. Brennr Autor des Beitrags

    @Jan: Danke! Ich bin in dieser Woche zweimal gelaufen; 10 und 5 Kilometer, jeweils nicht all zu schnell (5:21 und 5:27).

    @Ruslan: Hey, ist doch schon 4 Wochen her. Da erinnere ich mich nicht mehr so genau an den exakten Kilometer. Und ja, ich habe mich bzgl. der Zeit an meiner Uhr orientiert. Die war übrigens recht genau (+90m). Möglich, dass ich nach 5km ein paar Sekunden langsamer war. Aber wer sagt, dass die Markierungen exakt aufgestellt sind? Das ist nämlich auch nicht immer der Fall. Jedenfalls wäre zu diesem Zeitpunkt noch eine neue PB drin gewesen.
    Angehalten habe ich aber kurz vor Kilometer 8 definitiv. Und zwar kurz bevor die Strecke eine scharfe Linkskurve macht. Das kannst Du auch den Diagrammen meiner Laufdaten entnehmen (https://connect.garmin.com/activity/720187564). Bis zu diesem Moment wurde ich jedoch nicht langsamer.
    Dein Kollege ist übrigens 32s schneller als meine aktuelle PB gelaufen. Das sind 3s pro Kilometer. Hört sich wenig an, ist es aber nicht. Solch große Verbesserungen lassen sich nicht einfach so machen. Da müsste ich schon gezielt trainieren.
    PS: Hättest mich gerne vor Ort ansprechen können. Dann wäre mein Bericht sicher auch genauer ausgefallen. 😉

    @Patrick Salm: So weiß ich zumindest, dass meine Berichte nicht nur überflogen werden. :mrgreen:

  4. Ruslan

    Na gut, eben nach der Uhr müsste man die Hälfte von 17,3 Sekunden auf 21:17 draufschlagen, dann käme man auf 21:25,7 😉 So schnell war ich aber nicht unterwegs. Eben in Sandhofen eine Woche später, wann es viel besser lief, kam ich nach der ersten Runde auf 21:30, das erste Mal seit einer langen Zeit überhaupt. Daraus ergab sich dann die Zeit von 43:02, und das passt ganz genau zu dem, was ich auf der Strecke, unbeachtet Kilometerschilder, empfunden habe. Ich habe dort die ersten 2,5 km langsamer angegangen, dann habe ich mich beschleunigt und lief so bis km 7 und auf den letzten zwei Kilometern wieder abgekackt. Das passt ja ganz genau zu dem Endergebnis. In Brühl habe ich mich auf dem Abschnitt am Rhein entlang ganz bewusst zurückgehalten und lief so in 4:25er-Schnitt.

    Ich meine, ich schaue nicht nur auf Kilometerschilder, sondern orientiere mich auch an mein Tempogefühl.

    Ich habe so eine GPS-Uhr von Garmin, die fenix 2. Die zeigt mir manchmal bei gleichem Tempo 11,1 km/h, ein bisschen später plÖtzlich 13 km/h. Eine und dieselbe Trainingsrunde schätzt sie immer unterschiedlich ein. An einem Tag sind es 11,31 km, an einem anderen – 11,05 km. Daran kann man sich doch nicht orientieren. Meine Kollegin benutzt eine GPS-Uhr bei Läufen auf der Bahn. Die piepst ziemlich regelmäßig 20m vor der Ziellinie, die 1 km da markiert.

    Ich verstehe schon, dass man eine PB laufen möchte. Die wird auch irgendwann kommen, wenn man regelmäßig trainieren sollte. Wenn Du in Brühl nur mit 82% der maximalen Herzfrequenz gelaufen bist, dann ist ein großes Verbesserungspotenzial vorhanden.

  5. Brennr Autor des Beitrags

    @Ruslan: Wie kommst Du darauf, dass ich in Brühl nur mit 82% der max. Herzfrequenz gelaufen bin? Laut der Daten meiner Uhr bin ich durchschnittlich 92% und maximal 96% gelaufen. Damals bei meiner PB waren es 94% und 99%. Aber da habe ich auch nicht angehalten und konnte am Ende noch einen richtigen Zielsprint hinlegen. So gesehen bin ich schon halbwegs am Limit gelaufen. Aber wie gesagt, mit der Absicht eine neue PB zu laufen bin ich eh nicht ernsthaft an den Start gegangen. Das sollte nur zur Motivation dienen.
    PS: Mit meinem FR620 (und aktuell im Test Fenix 3) habe ich diese Abweichungen auf meinen Trainingsstrecken nicht. Die Länge ist immer fast auf den Meter exakt identisch. Überzeuge Dich selbst.
    https://connect.garmin.com/modern/activity/679058377
    https://connect.garmin.com/modern/activity/685939053
    https://connect.garmin.com/modern/activity/694998235
    https://connect.garmin.com/modern/activity/748246678

  6. Ruslan

    @Brennr: ich hab einfach hier draufgeklickt: https://connect.garmin.com/activity/720187564). Da steht dann:

    Ø HF: 82 % max. Herzfrequenz
    Max. HF: 85 % max. Herzfrequenz

    Hier sind Daten von meiner Trainingsrunde:

    https://connect.garmin.com/modern/activity/659516808
    https://connect.garmin.com/modern/activity/674315854

    oder:

    https://connect.garmin.com/modern/activity/719441587
    https://connect.garmin.com/modern/activity/728308051
    https://connect.garmin.com/modern/activity/729996893
    https://connect.garmin.com/modern/activity/674315872
    https://connect.garmin.com/modern/activity/656610014

  7. Brennr Autor des Beitrags

    @Ruslan: Tatsächlich. Du musst oben rechts die Anzeige auf „metrisch“ umstellen, dann stimmt es. Seltsam.
    PS: Ich kann Deine Läufe nicht sehen. Fehler „Forbidden 403“.

  8. Ruslan

    @Brennr: Sorry, falsche Einstellungen, jetzt dürfte es gehen.

    Ehrlich zu sagen, mir ist das alles langsam wurscht. Wichtig ist: ich bin gestern die 5km in Karlsruhe-Neureut in 20:06 (neue Bestzeit) gelaufen! 😀

  9. Brennr Autor des Beitrags

    @Ruslan: Stimmt, Abweichungen sind vorhanden. Aber ich finde, sie halten sich noch im Rahmen. Mit 0.5-1% kannst Du eigentlich zufrieden sein. Es kommt auch immer auf die aktuelle Signalstärke an. Auch wenn Wolken angeblich nicht stören sollten, habe ich manchmal das Gefühl, dass es bei schlechtem Wetter etwas länger dauert, bis das Signal vorhanden ist.
    Gratulation zur Bestzeit! Was mich jedoch wundert, ist, dass Du einerseits so penibel bist bzgl. GPS-Uhr vs. Kilometermarkierungen, andererseits aber auf einer nicht offiziell vermessenen Strecke läufst. Für neue PBs meide ich inzwischen diese Läufe, denn sie sagen einfach nichts aus. Ging mir schon mehrmals so. Da haben teilweise bis zu 300m gefehlt. Dies bestätigten mir auch andere Läufer. Ansonsten wäre z.B. meine 10km-PB bei 41:18 statt 42:33. Das ist schon ein Unterschied. Für mich zählt nur die 42:33, denn da weiß ich, dass ich auch 10km gelaufen bin. Ich möchte Deinen Lauf nicht schlechtreden. Kann ja sein, dass es exakt 5km waren. Aber wenn nicht, solltest Du beim nächsten Lauf nicht enttäuscht sein, wenn Du die Zeit nicht bestätigen kannst. Brühl war z.B. amtlich vermessen, was aber nicht bedeuten muss, dass die Kilometerschilder exakt aufgestellt wurden. 😉

  10. Ruslan

    Danke!

    Die Strecke ist ein bisschen kürzer als 5km, dafür aber hügelig. Von daher sind 20:06 da definitiv eine Verbesserung gegenüber den 20:26,7 in Hockenheim, auch wenn die Zeit offiziell nicht anerkannt wird.

    41:51 in Maxdorf sind bei Dir meiner Meinung nach das beste Ergebnis auf den 10km, die Strecke in Plankstadt kenne ich nicht.

    Wie falsch die Kilometerschilder aufgestellt werden können, das kenne ich von dem Lauf in Mutterstadt im letzten Jahr. Aber um zur Halbzeit ohne größere Anstrengung 21:16 zu haben und am Ende keine Sub43 zu laufen, obwohl es keine Muskelkrämpfe oder was Ähnliches gab, dafür bin ich wahrscheinlich doch nicht blöd genug. Seit meinem Wiedereinstieg im Juli des letzten Jahres nach einer längeren Verletzungspause laufe ich stetig 43er-Zeiten und bin nie darunter gekommen. Und wenn ich 21:16 zur Halbzeit hätte, dann hätte ich mir die Seele aus dem Leib herausgerissen, aber unter 43 Minuten geblieben wäre. Aber nein, so gut war ich nicht. Die Kilometer 3-5 in Brühl lief ich eher so wie den 10km-Lauf in Maximiliansau am vergangenen Samstag, und dort bin ich erst nach 44:06 ins Ziel gekommen.

    1. Brennr Autor des Beitrags

      Ich wäre in Brühl unter 43 gekommen, wenn das mit dem Oberschenkel nicht passiert wäre. Zumindest sehr nah dran. Und das war nur, weil ich eine Woche zuvor in Frankfurt den Halben auf Zeit lief. Der 10er kam zu früh, aber das hatte ich geahnt.
      PS: Maxdorf war auch nicht amtlich vermessen und ca. 100-200m kürzer.

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