Bericht „Strahlenburgtrail 2016“

StrahlenburgtrailZwei Wochen nach dem Franklin Meilenlauf fand in Schriesheim der 3. Strahlenburgtrail statt. Es war der dritte und letzte Wertungslauf des TrailCups. Meine Beine waren wieder halbwegs erholt, aber dennoch war ich im Vorfeld froh, dass ich mich lediglich für die kurze Variante (7,6 Kilometer / 300 HM) entschieden hatte. Ich kannte die Strecke und wusste, was mich erwarten wird. Und mit den vielen Wettkämpfen in den letzten Wochen wird selbst eine Runde hart werden. Eine Verbesserung in der TrailCup-Wertung war aber dennoch möglich.

Vor dem Lauf
Eine Extraportion Motivation erhielt jedoch noch zwei Tage zuvor, als der Salewa LiteTrain bei mir eintraf. Ein leichter Mountain Training Schuh mit einer sehr griffigen Sohle. Da machte mir auch der Regen am Tag zuvor nichts aus, denn mit dem Schuh bin ich für schwieriges Terrain bestens gewappnet.

Am Wettkampftag selbst herrschte zunächst dichter Nebel, aber es war trocken. Ich parkte auf dem großen Parkplatz am Festplatz unten in Schriesheim und lief dann hoch zur Strahlenburg. Bis man da oben ist, hat man auch schon ein paar Höhenmeter in den Beinen. Also ein gutes Warm-Up. Unterwegs erfuhr ich, dass meine Mutter und mein großer Sohn spontan auf dem Weg zum Lauf waren.

Auf der Strahlenburg holte ich meine Startnummer ab (ein Shirt gab es dieses Mal nicht, muss aber auch nicht) und zog mich um. Die Tasche gab ich dann meiner Mutter, die inzwischen oben angekommen war. Ansonsten hätte ich die Tasche auch abgeben können. Meinem Junior gab ich noch mein Handy, damit er ein paar Bilder von mir machen konnte. Dann ging ich zum Start vor der Burg.

Der Lauf
Da es keine Zeitmessung per Chip gibt, würde eine Aufstellung möglichst vorne Sinn machen. Doch ich weiß, dass es die ersten zwei Kilometer nur bergauf geht und es dann eh egal ist. Außerdem bin ich unsicher, welche Leistung ich heute abrufen kann und möchte nicht unnötig anderen im Weg stehen. Daher reihe ich mich irgendwo in der Mitte ein.

Der Startschuss fällt und schon wenige Meter später beginnt der Anstieg. Langsam und mit kleinen Schritten laufe ich voran. Zunächst auf Schotter, dann auf verwurzelten und steinigen Waldpfaden. Der Untergrund ist teilweise recht anspruchsvoll, doch meine Salewas meistern ihn mit Bravour. Es macht richtig Spaß, mit sicherem Tritt bei diesen Verhältnissen unterwegs zu sein. Der Anstieg kostet dennoch einige Körner. Ich muss gelegentlich gehen, schaue auf meine Uhr und sehne mir das Ende des zweiten Kilometers herbei.

Endlich, es geht wieder abwärts. Allerdings nicht lange. Und so lasse ich es nicht zu sehr rollen, da ich sonst gegen eine Wand laufen würde. Wie gesagt, ich kenne die Strecke. Und so nehme ich den nächsten kurzen, aber knackigen Anstieg recht gelassen. Ich weiß, dass es später nur noch bergab gehen wird. Und dann kann ich noch genug Gas geben, wenn ich dazu noch in der Lage bin.

Meine Position kann ich schlecht einschätzen, da auch Läufer der doppelten Runde mit dabei sind. Dennoch weiß ich schon jetzt, dass meine Platzierung besser sein wird, als beim Himmelsleiter-Trail. Und das zählt bei der TrailCup-Wertung. Schließlich möchte ich so gut wie möglich abschneiden.

Der magische Punkt der Strecke ist erreicht und jetzt geht es Downhill zurück zur Strahlenburg. Doch so richtig rollenlassen kann ich es dieses Mal nicht. Die Oberschenkel sind doch noch nicht so fit, wie ich dachte. Vorsichtig erhöhe ich das Tempo, ohne es zu übertreiben. Ein paar Läufer kann ich somit doch noch überholen. Ich höre schon den Zielbereich und sehe noch einen Läufer vor mir. Den möchte ich mir noch schnappen!

Ich setze nicht zu früh zum Zielsprint an, denn ich weiß, dass noch eine kleine Schleife gelaufen werden muss. In der Kurve ziehe ich an ihm vorbei und beschleunige. Ich merke zwar, dass er nicht kontert, gebe aber trotzdem richtig Gas. Während manche nun auf die zweite Runde gehen, biege ich zum Ziel ab und stoppe die Uhr bei 42:10. Geschafft!

Nach dem Lauf
Ich schaute mir die Zielversorgung an, sah aber auf den ersten Blick nur Bier und Äpfel. Darauf hatte ich keine Lust. Stattdessen hielt ich Ausschau nach meiner Mutter und meinem Sohn. Sie waren nirgends zu sehen. Blöd, denn ich war verschwitzt und kühlte langsam ab. Irgendwann tauchten sie auf. Sie warteten noch an einer Kurve auf mich, doch da gingen nur die Läufer auf der zweiten Runde vorbei.

Mein Junior machte noch ein paar Fotos von mir und danach zog ich mich um. Ich wollte schnell unter die heiße Dusche und hatte zudem großen Hunger. Abends stellte ich dann nach einem Blick auf die Ergebnisse fest, dass ich 20. geworden bin. Die Zeit war zwar fast eine halbe Minute schlechter als im letzten Jahr, aber die Bedingungen waren etwas schwieriger und meine Beine ein wenig „vorbelastet“. Ich war zufrieden.

Fazit
Der Strahlenburgtrail war wieder einmal richtig schön, aber auch verdammt anstrengend. Vor allem die ersten beiden Kilometer haben es echt in sich. Wer da nochmal auf eine zweite Runde geht, hat auch psychisch ein wenig zu kämpfen. Man weiß ja, was einen erneut erwartet. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, nächstes Jahr mal wieder den „King of the Hill“ zu laufen. Hört sich auch besser an, als „Fitness-Trail“. 😉

TrailCup
Am darauffolgenden Mittwoch fand beim „engelhorn sport“ in Mannheim die Siegerehrung statt. Es wurden jeweils die drei besten Männer und Frauen der Short- und Long-Distance-Wertung geehrt und vom Ehrengast Florian Neuschwander beglückwünscht. Zusätzlich wurden noch Preise (On Laufschuhe, TomTom-Uhr, Startplätze für 2017) verlost. Ich hatte dieses Mal kein Glück, dafür bin ich aber mit meinem 9. Gesamtplatz echt zufrieden. Die Premiere des TrailCup hat Spaß gemacht und wird hoffentlich nächstes Jahr wiederholt.

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