Bericht „Winterlaufserie Rheinzabern (10km)“

Quelle: TV Rheinzabern WinterlaufserieVon der Winterlaufserie in Rheinzabern hatte ich schon öfter gehört, doch teilgenommen habe ich in meinen bisherigen 10 Läuferjahren noch nicht. Mein Kumpel sprach mich jedoch kurzfristig darauf an und ich sagte spontan zu. Offseason ist einfach nicht mein Ding. Ein kleiner Wettkampf zwischendurch muss einfach sein und hält mich bei Laune. Und wer weiß, vielleicht ist eine gute Zeit oder sogar neue PB möglich. Also startete ich letzten Sonntag beim ersten von drei Läufen dieser Serie.

Vor dem Lauf
Im Vorfeld musste ich erst einmal googeln, wo genau Rheinzabern liegt. Die Pfalz ist ja groß. Mit laut Google Maps berechneten 45 Minuten Anfahrtszeit hielt sich das Ganze aber noch in Grenzen. Doch wenn man verpennt und viel zu spät losfährt, dann können die 45 Minuten sehr lang werden.

Start war um 10:05 Uhr und die Nachmeldung war bis 10 Minuten vorher möglich. Ich kam um 9:40 Uhr an und suchte vergeblich einen freien Parkplatz. Zudem wusste ich nicht, wo genau der Veranstaltungsbereich war. Und so parkte ich letztendlich viel zu weit weg und musste im sehr flotten Laufschritt zur Anmeldung. Zum Glück hatte ich mich zuhause laufbereit angezogen.

Um 9:50 hatte ich meine Startnummer und traf dann auch noch meinen Kumpel. Wir gingen gemeinsam an den Start und er gab mir bzgl. der Strecke noch ein paar Tipps. Ich dehnte mich noch ein wenig (warmgelaufen hatte ich mich ja bereits) und reihte mich etwas planlos ins Starterfeld ein. Ich hatte keine Ahnung, ob ich zu weit vorne oder zu weit hinten stand. Eigentlich wichtig, bei der großen Teilnehmerzahl und einer Brutto-Zeitmessung ohne Chip.

Der Lauf
Um 10:05 Uhr erfolgte der Startschuss und es passiert erst einmal einige Sekunden nichts. Die Masse kam nur sehr langsam ins Rollen. Ich scharrte mit den Hufen, aber es half nichts. Dann stoppte es plötzlich. Ein Junge war gestürzt und lag am Boden. Auch ein Mann hielt sich sein Knie. Es ging verdammt eng zu. Einige wichen auf den seitlichen Radweg aus. Das machte ich schließlich auch, obwohl ich das sonst selbst nicht gerne sehe. Aber ich wollte einfach mal mit dem Laufen beginnen.

Nach einem Kilometer ging es dann einigermaßen. Doch kurz vor Kilometer 3 ging es aus Rheinzabern raus und die Strecke wurde enger. Überholen kaum bis gar nicht möglich. Ich musste oft außen auf tiefem und rutschigem Untergrund ausweichen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Das war schon etwas nervig und auch nicht ungefährlich. Kurze Zeit später lief ich an einer stehenden Läuferin vorbei, die offensichtlich gestürzt war und sich das Kinn aufgeschlagen hatte.

© Laufreport / Johann Till

© Laufreport / Johann Till

Ich versuchte einfach weiterhin Zeit gutzumachen und spekulierte auf eine Zielzeit unter 44 Minuten. Die Hälfte war geschafft und ich hatte 22:03 auf der Uhr stehen. Das war noch im Rahmen und mein Ziel sollte möglich sein. Vor allem auch, weil meine Atmung total ruhig war. Zwar merkte ich in den Beinen durchaus das hohe Tempo, doch ich fühlte mich gut.

Die Strecke führte nun wieder zurück nach Rheinzabern und das Teilnehmerfeld war nicht mehr ganz so dicht zusammen. An engen Abschnitten war ein Überholen jedoch weiterhin schwierig. Tempomäßig konnte ich jetzt etwas zulegen, sodass ich sogar eine Sub43 im Blick hatte, je nachdem wie viel meine Uhr von der tatsächlichen Strecke abweicht.

Bei Kilometer 8 kam ein Wendepunktabschnitt, der in Richtung Jockgrim führte. Etwas demotivierend, wenn einem permanent schnellere Läufer entgegen kommen, die den Wendepunkt bereits hinter sich haben. Blöd auch, dass man nicht sehen konnte, wie weit es bis dahin noch ist. Zu allem Übel war dieser Abschnitt auch noch wellig. Mein Rhythmus ging flöten.

Erst als ich den Wendepunkt endlich passierte, lief es wieder besser. Bis zum Ziel war es jetzt nur noch ein Kilometer. Ich gab nochmal Gas, musste aber bei der letzten Unterführung aufpassen, dass ich in der Kurve nicht wegrutsche. Dann ging es hoch auf die letzten Meter und da war auch schon der Zielkanal. Die Ziellinie hatte ich nicht wahrgenommen. Ich musste abbremsen, weil der Läufer vor mir stehen blieb. Ich stoppte verspätet bei 43:27 meine Uhr.

© Laufreport / Johann Till

© Laufreport / Johann Till

Im Ziel
Im Zielkanal musste die Einlaufreihenfolge eingehalten werden, damit die gestoppte Zeit auch der richtigen Startnummer zugeordnet werden kann. Hierfür wurde nun meine Startnummer eingescannt. Doch irgendwie muss da etwas nicht ganz richtig gelaufen sein, denn in der Ergebnisliste steht eine 43:29 als Zielzeit. Kann eigentlich nicht sein.

Kinder reichten mir einen Plastikbecher, den ich mir mit warmen Tee füllen ließ. Ich ging dann sogleich in die Turnhalle, da ich mich nicht verkühlen wollte. Außerdem war ich wenig verärgert, weil bei breiterer Strecke und besserer Startposition eine Sub43 ganz bestimmt möglich gewesen wäre. Aber um es in den Worten von Loddar zu sagen: Wäre, wäre, Fahrradkette! 😂

Nach dem Lauf
Mein Kumpel war zwar bereits über 6 Minuten vor mir im Ziel, doch er ging gleich duschen. Das Dumme war nur, ich hatte ihm vor dem Lauf meinen Autoschlüssel gegeben und im Auto waren meine Sachen. Da ich ihn nicht auffinden konnte, musste ich halt warten. In der Halle war dies jedoch nicht tragisch.

Als er kam, holten wir uns Kaffee und Kuchen (die Auswahl war echt groß!) und plauderten noch eine Weile. Solche Momente genieße ich, denn sie sind leider viel zu selten. Schön, dass wir ein gemeinsames Hobby haben und uns gelegentlich bei Wettkämpfen sehen. Noch schöner wäre es, wenn ich sein Tempo laufen könnte. Naja, kommt vielleicht noch. ;-)

Irgendwann machten wir uns wieder auf den Heimweg und er fuhr mich zu meinem Auto. Das nächste Mal weiß, wo ich parken kann bzw. wo der Veranstaltungsort ist. Und vielleicht komme ich dann auch etwas früher. Diesen Stress muss ich mir nicht nochmal geben.

Fazit:
Mit meiner Leistung war ich sehr zufrieden. Die Form ist weiterhin gut und darauf lässt sich für nächstes Jahr echt was aufbauen. Mit der Organisation bin ich soweit auch zufrieden. Es gab sehr viele Helfer und die Sporthalle stand komplett für den Lauf zur Verfügung. Lediglich die Strecke selbst gefiel mir nicht so ganz. Wie bereits erwähnt, war sie an vielen Stellen für diese große Teilnehmerzahl zu schmal und auch der Wendepunktabschnitt ist nicht gerade ideal für die Motivation. Auch bzgl. der Zeitmessung war ich überrascht. Sowas sieht man eigentlich nur noch bei ganz kleinen Volksläufen. Wieso man keine Startnummer mit integriertem Zeitmessungs-Chip nimmt, verstehe ich nicht. Wir reden hier von einem Lauf mit über 1.200 Teilnehmern. Naja, so gehen halt (offensichtlich) auch mal ein paar Sekunden verloren.

Im Januar findet der 15km-, und im Februar der 20km-Lauf statt. Ich denke, ich werde an beiden Läufen teilnehmen. Erstens, weil mein Kumpel mitläuft. Und zweitens, weil es leckeren Kuchen gibt. Außerdem sind diese Läufe eine schöne Standortbestimmung für Wettkämpfe im kommenden Frühjahr und man ist auch im trostlosen Winter weiter motiviert.

2 Kommentare zu “Bericht „Winterlaufserie Rheinzabern (10km)“

  1. Wiesel

    Hi Christian,

    hmmm das ist in der Tat ärgerlich. Der Lauf ist auch von der Spitze bis ins vordere Drittel sehr gut besetzt wodurch auch dort leider nicht immer freies Laufen möglich ist. Das ist beim Osterlauf in Rheinzabern z. B. besser. Mit 36:30 Minuten hatte ich es vor ein paar Jahren auch schon Mal geschafft nicht unter die Top 100 zu kommen.

    Ich denke bei der Strecke und Teilnehmerzahl sollte darüber nachgedacht werden das ganze per Nettozeitnahme abzuwickeln und eventuell mit 2 oder 3 Startwellen. Dann reicht auch der Platz auf der Strecke v. a. im Feld.

    Aber abhaken. Guter Formtest und Tempospritze. Bestzeiten läuft man besser im Frühjahr :-)

    Frohe Weihnachten.

    Mit laufenden Grüßen Wiesel

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Beim 15er in elf Tagen weiß ich dann schon besser, wie ich mich positionieren muss. Und den Osterlauf haben meine Kumpel und ich auch bereits im Auge. Mal sehen.

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