Test: 361° Meraki 4

361° Meraki 4Die Laufschuhmarke 361° hat sich inzwischen auf dem Markt einen Namen gemacht. Ganz so unbekannt wie noch vor ein paar Jahren ist sie nicht mehr. Eines der Erfolgsmodelle ist der Meraki, den es inzwischen in der vierten Version gibt. Nachdem ich bereits den Taroko 2 und den Spire 4 laufen konnte, war ich auf den Meraki 4 sehr gespannt. Im Vorfeld hatte ich schon positive Eindrücke (vor allem von der Vorgängerversion) wahrnehmen können. Ob sich diese auch bei mir einstellten, erfährst Du im folgenden Testbericht.

Den Testschuh durfte ich bei Volltreffersport in Eich (Rheinland-Pfalz, nahe Worms) entgegennehmen. Wer in der Nähe wohnt, dem kann ich dieses Sportgeschäft wärmstens empfehlen. Außen eher etwas unscheinbar, wird man innen u.a mit einer sehr großen Auswahl an Laufschuhen unterschiedlichster Marken überrascht. Darunter auch Exoten wie z.B. TrueMotion, Altra oder eben 361°. Maik, der Inhaber, ist zudem sehr kompetent und sympathisch. Schaut mal bei ihm vorbei, es lohnt sich!

Design
Den Meraki 4 gibt es in der Männerversion in drei verschiedenen Farbvarianten. Schwarz, Blau-Schwarz und Orange-Blau. Letztere habe ich und ich muss sagen, das knallige Orange macht schon was her. Im Mittelfußbereich sind noch ein paar blaue Streifen im Obermaterial, die den Schuh dynamisch wirken lassen. Insgesamt eine schöne Farbkombination, aber auch die beiden anderen Varianten finde ich echt gelungen.

Passform
Das erste Reinschlüpfen fühlte sich super an. Der Schuh passte, ohne dass etwas störte. Die Ferse hat durch die starke Polsterung einen guten Halt. Die Zunge ist dagegen dezenter gepolstert, dafür aber gefühlt etwas kurz. Doch das täuscht und beim Laufen stört nichts. Von der Bauform ähnelt er schon sehr dem Spire 4, doch ich merkte sofort, dass er nicht ganz so weich gedämpft ist. Die Schnürung ist etwas schwerfällig, da die Schnürsenkel dick und elastisch sind. Aber wenn man mal alles angepasst hat, dann hält das. Das doppelte Mesh-Obermaterial ist weich und macht beim Abrollen keine störende Falten. Das Morphit-System für eine bessere Passform klingt zwar gut, aber wenn man die Konstruktion genauer betrachtet, dann ist es meines Erachtens nicht ganz so schlüssig. Die Schlaufen anstatt der üblichen Löcher bei der Schnürung sind gut, aber dafür bedarf es nicht dem zusätzlichen gelben Materials innen im Schuh, das zudem mit dem Außenmaterial vernäht ist. Da könnte man Gewicht sparen.

Dämpfung / Dynamik
Der Hersteller wirbt damit, dass sich der Meraki 4 aufgrund des Quikfoam-Zwischensohlenmaterials gut gedämpft, aber auch dank und der Quikspine-Carbonplatte effizient und dynamisch läuft. Beim Gehen hat man diesen Eindruck. Doch beim Laufen tritt schnell Ernüchterung ein. Der Schuh ist doch recht straff gedämpft, läuft sich auch aufgrund des hohen Gewichts wenig dynamisch und ist für einen ausgewiesenen Neutralschuh sehr steif. Richtige Lauffreude kam bei mir damit nicht auf. Die Sprengung beträgt 8mm.

Stabilität
Wie schon erwähnt, ist der Meraki 4 eigentlich ein Neutralschuh. Doch die Quikspine-Carbonplatte im Mittelfuß sorgt für eine Torsionssteifigkeit und auch die Mittelsohle an sich macht den Schuh recht unflexibel und somit auch stabil, gerade bei längeren Läufen, wenn die Muskulatur müde wird. Auch wenn er keine spezielle Stütze hat, sollten Läufer mit einer Überpronation gut damit klarkommen.

Sohle / Grip
Im Gegensatz zum Spire 4 ist die Gummimischung etwas härter, was für eine längere Haltbarkeit spricht. Doch ich finde die Außensohle bzw. die einzelnen Elemente gerade deshalb unnötig dick. Weniger Material würde auch weniger Gewicht bedeuten. Da könnte 361° etwas einsparen. Bei trockenen Verhältnissen ist der Grip ok. Auch auf Feld- und Waldwegen ist man damit gut unterwegs. Doch bei nassem Asphalt merkt man, dass die Gummimischung härter und somit der Grip schlechter ist.

Gewicht
Kurioserweise wiegt der Meraki 4 mit 391 Gramm (bei Größe US 14) ganze 12 Gramm mehr als der Spire 4. Dabei sieht der Spire 4 etwas globiger aus. Das Gewicht ist auch hier wieder ein Kritikpunkt, den ich bisher bei allen Schuhen von 361° feststellen musste. Ein vergleichbarer Schuh der Konkurrenz, z.B. der Mizuno Wave Skyrise, wiegt mit 363 Gramm fast 30 Gramm weniger und selbst der ist kein Leichtgewicht.

Preis
Mit einer UVP von 140 EUR bewegt sich der Meraki 4 im aktuell üblichen Preissegment für einen Schuh dieser Kategorie. Aufgrund des nicht zeitgemäßen Gewichts finde ich ihn dennoch etwas zu teuer.

Fazit:
Ich hatte im Vorfeld viel Positives über diesen Schuh und vor allem dessen Vorgänger gehört, daher war meine Erwartungshaltung vielleicht doch etwas hoch. Aber auch unabhängig davon konnte mich der Meraki 4 nicht überzeugen. Zu schwer, etwas zu hart, zu steif – irgendwie nicht mehr so ganz zeitgemäß. Meine Läufe fühlten sich meist schwerfällig an. Auf höheres Tempo hatte ich nie Lust. Für langsame Läufe ist der Schuh durchaus ok. Da macht er einen soliden Job. Aber Lauffreude kommt bei mir damit nicht auf. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich eine große Auswahl an verschiedenen Laufschuhen besitze und weiß, wie es sich anfühlen könnte. Ich sehe den Meraki 4 bei Laufeinsteigern mit mittlerem bis hohem Gewicht, die einen klassischen Laufschuh suchen, der eine gewisse Stabilität bietet und lange hält. Mein Fall ist er leider nicht so ganz. Ich mag den Spire 4 lieber.

Dieses Produkt wurde mir vom Hersteller zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Der Testbericht wurde von mir verfasst und gibt meine persönliche und unabhängige Meinung wieder. Auf den Inhalt und das Testurteil hat der Hersteller keinerlei Einfluss.

361° Meraki 4

140 EUR
8.1

Design

8.5/10

Passform

9.0/10

Dämpfung / Dynamik

7.5/10

Sohle / Grip

8.0/10

Gewicht

7.0/10

Preis

8.5/10

Pro

  • gute Passform
  • gelungenes Design

Contra

  • hohes Gewicht
  • zu steif

4 Kommentare zu “Test: 361° Meraki 4

  1. Erik

    Ich hatte 2019 beim Hamburg-Marathon bei einem Gewinnspiel den 361° Strata 3 gewonnen. Ist zwar ein anderes Modell, aber ich hatte den gleichen Eindruck wie du auch. Im Vergleich zur Konkurrenz fand ich ihn zu schwer. Gut, einem geschenkten (gewonnenen) Gaul schaut man nicht ins Maul und ich bin auch mit ihm gelaufen. Aber kaufen würde ich ihn mir nicht.

  2. Jannek

    Design

    8.5

    Passform

    5

    Dämpfung / Dynamik

    7.5

    Sohle / Grip

    8

    Gewicht

    5

    Preis

    7

    Hallo,

    besten Dank für den ausgiebigen Test der Schuhe, ich habe mir die 361 Kairos – Running Schuhe gekauft und bin damit bisher sehr zufrieden. Bequem, leicht und qualitativ hochwertige Schuhe.

    Der Produzent ist ja auch nicht mehr ganz unbekannt :). Der Preis ist für gute Lauf-Schuhe auch angemessen, wobei viele Leute sich keine Schuhe für 150€+ kaufen wollen.

    Beste Grüße
    Jannek

  3. Oliver Hammerschmidt

    Design

    8

    Passform

    8

    Dämpfung / Dynamik

    9.5

    Sohle / Grip

    7.5

    Gewicht

    8.5

    Preis

    7

    Hi,
    Sowohl das Modell als auch die Marke 361 sind echt klasse! Hab den Meraki 4 als sehr angenehmen Aufschuh kennen gelernt!

    Klasse Testbericht!

    Lieben Gruß
    Olli

  4. Aschaffenburg

    hallo,

    kann meinen vorgänger nur zustimmen. das modell, aber auch die marke 361 selbst, sind sehr, sehr, sehr gut und perfekt produziert.

    danke für den tollen artikel und der auswertung.

    LG

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