Leichter läuft’s leichter

vorher - nachherVor exakt 8 Wochen schrieb ich den Artikel „Am Scheideweg“, der von meinem Gewichtsproblem handelt. Ich stellte damals fest, dass ich nur dann glücklich und zufrieden laufen kann, wenn ich mein Gewicht deutlich reduziere. Es machte einfach keinen Spaß, keine Verbesserung der Zeiten zu erkennen und stattdessen immer öfter Probleme mit dem Rücken zu bekommen. Ich habe zuvor bereits des Öfteren versucht abzunehmen. Jedoch immer mit der Hau-Ruck-Methode. Ich verkündete auf meiner Seite meine Abnehmziele à la „12kg in 4 Monaten“ und war letztendlich enttäuscht, dass ich sie nicht erreichte. Zwar kann das Verkünden durchaus motivierend sein, doch mir fehlte immer die Geduld. Ich wollte zu schnell zu viel. Außerdem kam ich mir immer doof vor, wenn ich erst eine große Klappe habe und dann keine Taten vorweisen konnte.

Dieses Mal wollte ich es anders angehen. Keine Verkündung eines bestimmten Ziels. Keine konkreten Angaben. Keine zeitlichen Vorgaben. Ich wollte einfach nur abnehmen. Egal wie viel. Egal in welchem Zeitraum. Hauptsache langfristig abnehmen. Und so setzte ich mich nicht Woche für Woche unter Druck, um bestimmte Vorgaben erreichen, sondern ging es total entspannt an.

Ich stellte ein wenig meine Essgewohnheiten um, was sich hauptsächlich darin widerspiegelte, dass ich abends nicht mehr so viel (und vor allem nicht warm) aß. Außerdem trank ich hauptsächlich Wasser oder Apfelschorle und ließ tagsüber Zwischen-Snacks weg. Frühstück und Mittagessen änderten sich nicht großartig, außer dass ich es nicht übertrieb und den Nachtisch weg ließ. Ich hungerte also nicht und verzichtete auch nicht völlig auf etwas. Süßes durfte ruhig ab und zu mal sein. Allerdings in Maßen. Auch Pommes aß ich. Zwar sehr selten, doch wenn, dann nahm ich mich an diesem Tag bei etwas anderem ein wenig zurück. Ich bin der Überzeugung, dass völliger Verzicht auf Dinge, die man eigentlich gerne isst, letztendlich zu einem Jojo-Effekt führt. Außerdem soll das Leben auch Spaß machen und dauerhafter Verzicht macht garantiert keinen Spaß.

Doch wie sieht es nun aus nach 8 Wochen? Ich habe 7,3 Kilogramm abgenommen und dabei meinen BMI um 2,1 Punkte gesenkt! Darüber bin ich selbst überrascht. Zuerst dachte ich, dass es wieder zu schnell zu viel gewesen wäre. Doch wenn ich es mit meinen bisherigen Abnehmvorhaben vergleiche, dann stelle ich fest, dass ich dieses Mal überhaupt nicht hungerte oder mich quälte. Auch wenn knapp 1kg/Woche recht viel sind, bin ich mir sicher, dass kein Jojo-Effekt eintreten wird. Wieso auch? So wie ich mich zur Zeit ernähre, habe ich echt kein Problem damit, dies auch weiterhin so zu tun.

Die Reduzierung meines Gewichts ist nicht nur optisch erkennbar, sondern spiegelt sich auch in meinen läuferischen Leistungen wider. Ich spürte mit jedem Kilo weniger, wie es sich deutlich leichter lief. Ich wurde immer schneller und das Laufen machte mir wieder richtig Spaß. Bereits bei den beiden 5km-Läufen der City-Loops-Serie war abzusehen, dass beim Hockenheimringlauf eine neue Bestzeit über 10 Kilometer fallen wird. Dass ich diese jedoch sogar um 1’14“ verbesserte, überraschte sogar mich selbst ein wenig. Doch das ist einfach nur das Ergebnis meiner geduldigen Abnehmbemühungen. Ich hatte zwar immer das Gefühl, dass ich mich lauftechnisch in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich verbesserte, dies sich jedoch aufgrund meines zunehmenden Gewichts nicht in den Zeiten widerspiegelte. Mein Gewicht bremste mich im wahrsten Sinne des Wortes aus. Doch nun sind endlich wieder neue Bestzeiten möglich.

Ich werde mein Essverhalten weiter beibehalten und bin gespannt, welche Zeiten zukünftig möglich sind. Nach den jüngsten Erfolgen zu urteilen, dürfte noch viel Luft nach oben sein.

14 Kommentare zu “Leichter läuft’s leichter

  1. Eddy

    Boa ey: fast 1 Kilo pro Woche abgenommen und fast 8 Kilo in Summe?! Da bin ich regelrecht geplättet – und auch ein wenig neidisch, das gebe ich zu! 😉 Und das alles „nur“ mit der Umstellung der Ernährung? Wieviel Pommes hast Du denn vorher gegessen? Und was stand abends alles auf dem Speiseplan?

    Ich gratuliere Dir zu diesem SUPER-Ergebnis und ich danke Dir für den Bericht! Bei mir läuft dieses Thema aktuell ja leider nicht so erfolgreich, wie Du weißt. Aber Deine Zeilen helfen mir dabei, mich wieder neu zu motivieren, dran zu bleiben, und das Ziel nicht aus den Augen zu lassen. Ich werde mich auch noch mehr an Deinem Verhalten orientieren, denn auch ich habe keine Lust auf den Jojo-Effekt…

    Viel Erfolg beim Knacken neuer Bestzeiten – das wird spannend! 🙂

  2. Steffen

    Hey Christian,

    na das ist doch mal ein riesiger Erfolg, zu dem ich dir von Herzen gratuliere.
    Echt Wahnsinn, da müht man sich zuvor monatelang ohne auch nur im Ansatz etwas zu merken (deine vorherige Aktion), und jetzt, ein paar Kleinigkeiten geändert und schon schmelzen die Pfunde, und wie! 7,3 Kg, das ist unglaublich.

    Und wenn sich dann noch läuferische Erfolge einstellen – Mensch, das macht glücklich und zufrieden, gelle? Und das kannst du auch sein!

    Liebe Grüße,
    Steffen

  3. Chris

    Toll, dass du es so geschafft hast. Ich bin manchmal auch so, dass ich meine Ziele erst offenbare, wenn ich es erreicht habe… Ist einfach einfacher… :mrgreen:

  4. RunningDan

    Hey Christian,
    Glückwunsch zu deiner Leistung. 7,3 Kilogramm sind eine ganze Menge. Ich werde mir an dir ein Beispiel nehmen, denn aufgrund einer längeren Verletzungspause merke ich gerade wie bei mir das Gegenteil passiert und die Kilos nur so hängen bleiben.
    Und wenn du deine Essgewohnheiten so beibehältst, dann bin ich mir sicher, dass du in deinem Blog auch noch den ein oder anderen Artikel über Laufevents mit neuer PB veröffentlichen wirst. Klasse Sache und Daumen hoch!
    Gruß, Daniel.

  5. Evchen

    Sehr schön! Ich dachte mir sowas schon, weil Du es in letzter Zeit nicht merh erwähnt, aber eine Zeit schneller als die andere gelaufen bist. Bleib dran! Klasse!

  6. Laufhannes

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg! In deinem Fall war es genau richtig, erst mal ruhig zu sein und auf dich zu achten. Der Druck hat die letzten Male scheinbar nicht das richtige bewirkt. Jetzt kannst du stolz auf dich sein!

  7. Mario

    Na Klasse! 7,3kg in 8 Wochen – das ist doch enorm! Meinen Glückwunsch!

    Bei mir sind’s mittlerweile fast 14kg in 9 Monaten und ich genieße meine wiedergewonnene „Leichtigkeit“ in vollen Zügen und bei jedem Laufschritt! 😉

    Bleib dran!

  8. Christiane

    Na, das sind doch gute Neuigkeiten. Bestimmt auch eine schöne Bestätigung, dass sich beim Laufen einfache „Laienformeln“ wie „weniger Kilos, schnellere Zeiten“ tatsächlich bewahrheiten, oder?
    Werde nicht (wieder) übermütig. Und genieße deine Zeiten ❗

  9. rollinger

    Scheinbar ist Krafttraining und abnehmen kaum vereinbar. Gehe ich 14 Tage wegen krank nicht zum Gewichte heben, werde ich leichter. Aber generell ist der Muskelaufbau wirklich gut um das Gewicht und die Form zu halten.
    Ich will jetzt starten mit Marathon in 20 Monaten oder so. Ich hoffe ich finde die Kombination wie Du.
    100kg ist mir auch zu viel.
    Danke für die Motivation.

  10. Johannes

    Freut mich, dass du jetzt anscheinend den richtigen Weg gefunden hast!
    Ich selbst hatte mal ein Spitzengeweicht von 120 ❗ Kilo. Habe es dann aber auch mit kontinuierlich Sport und Ernährungsumstellung endlich geschafft dauerhaft abzunehmen. Vorher habe ich viele Diäten etc. versucht was alles nicht das wahre ist (in meinen Augen). Aber mittlerweile bin ich au bei 87Kilo angekommen und es geht immer weiter 🙂 Wünsch dir noch viel Motivation und immer am Ball bleiben 😉

  11. runner

    „Ich bin der Überzeugung, dass völliger Verzicht auf Dinge, die man eigentlich gerne isst, letztendlich zu einem Jojo-Effekt führt. Außerdem soll das Leben auch Spaß machen und dauerhafter Verzicht macht garantiert keinen Spaß.“

    Genau das ist es! Zuerst Leben und Spaß daran haben und dann was ändern, aber nicht den Spaß einfach wegnehmen! Denn dann läßt leider der Jojo-Effekt schnell wieder grüßen! 🙁

    Es sind die Kleinigkeiten, die den entscheidenen Erfolg bringen! Vielen Dank, dass du diese Erfahrungen mit uns teilst. Und wie sieht es heute aus, wenn man fragen darf?

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