Bericht „Plankstadter Straßenfestlauf 2013“

Plankstadter Straßenfestlauf (Quelle: Birgit Schillinger / Laufreport.de)Nachdem es eine Woche zuvor in Mutterstadt aufgrund der schlechten Streckenverhältnisse mit der Sub43 nicht geklappt hat, wollte ich beim Plankstadter Straßenfestlauf einen neuen Versuch starten. Da die Strecke komplett asphaltiert ist, kamen auch endlich meine Asics Gel-DS Racer 9 zum Einsatz. Und da das Wetter auch noch mitspielen sollte, war ich bezüglich einer neuen Bestzeit recht optimistisch, auch wenn ich den letzten Wettkampf noch ordentlich in den Beinen spürte.

Vor dem Start
Da ich inzwischen kein eigenes Auto mehr habe und meine Frau mit dem Familienauto unterwegs war, hatte ich meine Mutter gefragt, ob sie die Kinder und mich abholen und ins benachbarte Plankstadt fahren könnte. Ohne Kinder wäre ich wohl mit dem Rad gefahren, aber so musste ich eine Lösung (auch bzgl. Kinderbetreuung) organisieren oder den Lauf ausfallen lassen. Glücklicherweise hatte meine Mutter Zeit und kümmerte sich vor Ort um die Kids, die beide im Anschluss an meinen Lauf noch selbst laufen wollten.
Aufgrund des Straßenfestes waren ein paar Straßen gesperrt und wir mussten erst einmal einen Parkplatz suchen. Aber wir hatten Glück und auch der Weg zum Start war nicht weit. Am Anmeldehäuschen holte ich meine Startnummer ab und lief mich ein wenig warm. Die Beine fühlten sich ein wenig angespannt und müde an. Egal, das muss nicht zwingend etwas bedeuten.
Der Startbereich war mitten im Wohngebiet in einer kleinen Seitenstraße. Das Starterfeld war wie erwartet sehr überschaubar. Und das, obwohl der 5km- und 10km-Lauf zeitgleich starteten. Die Verteilung war 40 zu 60 Teilnehmer.

Der Start
Ich ordne mich in die zweite oder dritte Reihe ein und orientiere mich dabei an die Ergebnisliste vom Vorjahr. Im Kopf gehe ich nochmal den Streckenverlauf des ersten Kilometers durch, um mich später für die Kurven richtig zu positionieren. Ich sehe den Mann mit der Startpistole, wie er im Blickkontakt zum Zeitnehmer lautlos die Sekunden runterzählt. Dann plötzlich der Startschuss. Die kleine Masse rennt wie verrückt los. Ok es sind auch die 5km-Läufer dabei, die natürlich etwas schneller beginnen, aber dennoch bin ich ein wenig überrascht, wie schnell manche loslegen. Und ich mache unbewusst mit, denn den ersten Kilometer laufe ich mit 4:02 deutlich zu flott.

Der Lauf
Jetzt gilt es den richtigen Rhythmus zu finden. Gar nicht so einfach, zumal es bei diesem kleinen Teilnehmerfeld schwierig ist, eine leistungsähnliche Gruppe ausfindig zu machen. Stattdessen muss ich schon jetzt alleine laufen, was für eine gute Zeit nicht gerade förderlich ist.

Es geht durch ein paar Straßen hinaus aufs Feld. Auch hier ist die Strecke asphaltiert, allerdings nicht ganz so flach, wie erwartet. Von Steigungen möchte ich keinesfalls reden, aber ein wenig wellig ist es zwischendurch schon. Ebenfalls nicht gut für einen gleichmäßigen Laufrhythmus. Aber das ist alles Jammern auf hohem Niveau, denn letztendlich sind die Bedingungen ideal.

Vielmehr macht mir das Alleinlaufen zu schaffen. Keiner da, mit dem ich mich beim Tempomachen abwechseln kann. Auf Dauer ist das nervig und kostet auch Kraft. Ein richtiges Wettkampf-Feeling kommt nicht auf, denn es fühlt sich an, als würde ich im Training alleine auf dem Feld Tempoläufe machen. Egal, jetzt bin ich dabei und möchte das Beste daraus machen. Vielleicht reicht es ja doch zur neuen PB.

Es geht vom Feld wieder zurück in die Stadt, wo die 5km-Läufer in Richtung Ziel abbiegen und die 10km-Läufer eine weitere Runde laufen. Vor mir ist auf einmal die dritte Frau. Ich hole sie ein und ziehe an ihr vorbei. Genau in diesem Moment entdecke ich meine Mutter mit meinen Kids am Straßenrand. Perfektes Timing. 😉

Die zweite Runde fällt mir spürbar schwerer. Alleine spule ich Kilometer für Kilometer ab und versuche das Tempo zu halten. Als es wieder in die Stadt zurückgeht, laufe ich nach und nach auf einen Läufer auf. Ich merke sofort, dass er nicht mehr in der Lage ist, mein Tempo mitzugehen und ziehe an ihm vorbei. Mist, wieder alleine. Gerade jetzt wäre ein gleichschneller Läufer von großem Nutzen, um sich gegenseitig ins Ziel zu pushen.

Auf einmal entdecke ich auf der Straße eine Markierung, die mit einer Sprühdose angebracht wurde. Ein kurzer Strich und daneben „4 / 9 km“. Ich schaue auf meinen Forerunner und bin verwirrt, denn von gelaufenen 9 Kilometern bin ich noch ein gutes Stück entfernt. Was mich ebenfalls irritiert, ist die Tatsache, dass es sowohl für die 5km-, als auch 10km-Läufer noch 1 Kilometer bis ins Ziel ist. Das kann eigentlich nicht sein, denn ich bin am Ende der ersten Runde nicht durch das Ziel gelaufen, sondern bei der einen Straße geradeaus, statt abzubiegen. Rein rechnerisch kann die Distanz nicht stimmen. Wahrscheinlich deswegen der große Unterschied zwischen dem Forerunner und der Markierung.

Ich renne weiter und möchte erst einmal den Lauf beenden. An der eben genannten Stelle biege ich nun ab in Richtung Ziel. Ich schaue auf die Uhr und kann es nicht glauben. Das wird eine 41er Zeit. Kurz vor dem Ziel höre ich noch meine Kids und meine Mutter, wie sie mich anfeuern. Im gewohnt starken Schlusssprint überquere ich die Ziellinie. Tatsächlich, es ist eine 41:18. Allerdings fehlen noch 300 Meter bis zu den vollen 10 Kilometern.

Im Ziel
Im Zielbereich sah ich Birgit Schillinger von Laufreport.de, die Berichte über Volksläufe aus der Umgebung schreibt. Ich meinte im Vorbeilaufen zu ihr, dass da 300 Meter gefehlt haben. Sie entgegnete mir, dass in der Ausschreibung stand, dass es nur 9,7 Kilometer wären. Boah, war ich stinkig. Da gebe ich alles und erfahre dann im Ziel, dass es gar kein 10km-Lauf ist. Alles für die Katz. 🙁
Ich hole mir am Versorgungsstand eine Capri-Sonne(!), eine Banane, sowie einen Riegel und gehe zu meinen Kids. Der Große lief im Anschluss den Kinderlauf (1,3km) in 6:22, was einem Schnitt von 4:54 min/km entspricht. Respekt! Er ist diese Distanz noch nie so schnell gelaufen. Beim Kinderlauf war er der jüngste Teilnehmer (Dezemberkind) und in seinem Jahrgang war nur einer schneller. Ich traue ihm noch mehr zu, aber für den ersten Wettkampf über diese Distanz ist das schon eine tolle Leistung. 🙂
Der Kleine wollte mit seinen gerade einmal 2 Jahren beim Bambinilauf (500m) mitmachen. Als ich ihm die Startnummer anbringen wollte, hatte er plötzlich keine Lust mehr. Doch kurz vor dem Start kam die Lust wieder zurück und ich reihte mich mit ihm ganz hinten ein. Auch er war der jüngste Teilnehmer. Allerdings war kurz nach dem Start schon wieder Schluss. Es war ihm wohl alles ein wenig zu suspekt. So viele Kinder bzw. Leute um ihn herum und dann noch die Anfeuerungsrufe. Ich nahm ihn gleich auf den Arm und brach ab. Ein DNF ist in diesem Fall ok. 😉

Fazit
Tja, was soll ich von diesem Lauf nur halten? Ich wäre mit Sicherheit unter 43 Minuten geblieben. Doch so kann ich nur eine „Bestzeit“ auf 9,7 Kilometer vorweisen. Zuhause habe ich mir die Ausschreibung noch einmal angeschaut. Da ist immer von „10km-Lauf“ und „10.000m Versorgungsstelle“ die Rede. Nur in einer Fußnote wird vermerkt, dass die Strecke nur 9,7 Kilometer lang ist. In den Ausschreibungen in den Jahren zuvor stand dies nicht. Die Fußnote hatte ich im Vorfeld leider nicht gesehen. Ansonsten hätte ich mich sehr wahrscheinlich nicht angemeldet. Egal, abhaken. Der nächste Lauf ist kommendes Wochenende. Vielleicht klappt es dann.

Auf den letzten Metern (vom Junior festgehalten) Mit der Leistung zufrieden, mit der Streckenlänge nicht. Leon beim Kinderlauf Befestigen der Bambini-Startnummer

Nie mehr!

8 Kommentare zu “Bericht „Plankstadter Straßenfestlauf 2013“

  1. Din

    Hey, aber du scheinst ja in top Form zu sein und die Zeit ist spitze. Herzlichen Glückwunsch. Selbst hochgerechnet wäre es eine neue PB und auf 300m kann ja nicht mehr so viel schief gehen.

    Dennoch verstehe ich natürlich den Frust. Sehr ärgerlich und solch Fußnoten sind ja geradezu dafür gemacht, dass man sie nicht sieht. Ging mir im Frühjahr ähnlich, nur ohne Fußnote und nach eigener Streckenvermessung…
    Der nächste 10er kommt bestimmt und dann drücke ich die Daumen, dass da auch alles stimmt.

  2. tmwalter

    Ja, die offiziellen vermessenen Strecken… Der Kölner Altstadtlauf dieses Jahr hat mich richtig gefuchst. Der war nämlich ein offizieller 10km-Lauf… Bis alle Läufer festgestellt haben, dass die Strecke 365 Meter zu lang ist. Meine Zielvorgabe mit 38:xx hätte ich trotz schwieriger Strecke und schwülen Temperaturen wohl gehabt. Es frustet noch heute nach… 😡 Weil man einfach keine offizielle Zeit hat.

  3. Thomas von Läufer-Blog.de

    Das kommt mir irgendwie bekannt vor… 😉

    Bei mir war die 10km-Bestzeitstrecke allerdings um 700 Meter zu lang. Gut ich habe zumindest meine 10km-Durchgangszeit gehabt. Aber ich habe mir danach auch vorgenommen nur noch amtlich vermessene Strecken auf Bestzeit zu laufen.

    Sport frei!
    Thomas

  4. RunningWolle

    Gleiches Thema bei mir nur andersrum beim Volkslauf Stadtwerke Karlsruhe.
    Strecke aufgrund Überschwemmung 300m zu lang. Und das bei meinem 1. 10er unter 40 min. Aber wie du es bereits gesagt hasst, abhaken 🙂

  5. Chris

    Ja, ich kann deinen Ärger verstehen. Wenn du aber für dich hochrechnest, hast du gleich nochmals gewonnen. Offiziell – oder nicht. Hauptsache, deine Leistung stimmt. Du bist ein Racer!

  6. laufkatrinlauf.de

    Hallo Christian, wie hat Dir nun Maxdorf gefallen? Hoffentlich warst Du nicht enttäuscht, es waren auch nur 9,82 km laut meiner Garmin 😕
    Habe Dich nicht entdecken können, aber warst ja auch fast 4 min vor mir 😉
    Dann auf zum nächsten Lauf, bis dahin viel Grüße von Katrin 🙂

  7. Supermario72

    Hallo Christian! Erstmal noch meinen Glückswunsch zum Finish und zu der sehr guten Zeit! Auch wenn 300 gefehlt haben, aber mit dem 4:15er Schnitt wäre es allemal eine sub43h geworden.

    Das haben die kleinen Volksläufe halt oft so an sich. Noch mehr Ecken und Haken kann man meist nicht mehr einbauen, also ist die eine oder andere Strecke eben einfach was kürzer oder länger. Die meisten Läufer/innen stören sich i.d.R. ja nicht daran. Ich mag soetwas allerdings auch nicht. Wenn ich in einem 10km-Rennen starte, dann sollen es auch bitte wirklich 10km sein!

    Naja – Du wirst Deinen offizielle Chance ja noch bekommen und mit Sicherheit auch nutzen!

    Grüße aus Köln!
    Mario

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