Bericht: 10. Heini-Langlotz-Lauf Brühl

10. Heini-Langlotz-Lauf Brühl 2016Am 20. März fand der 10. Heini-Langlotz-Lauf in Brühl statt. Für mich war es immerhin meine vierte Teilnahme. Da ich derzeit noch auf der Suche nach einem konkreten Saisonziel bin, hatte ich mir auch keine bestimmte Zeit vorgenommen. Klar, möglichst schnell und eine 43:xx wäre aktuell schön, aber ich setzte mich dieses Mal absolut nicht unter Druck. Einfach mal überraschen lassen, was an diesem Tag möglich ist. Etwas blöd war allerdings, dass es nach dem Kicken mit dem Junior am Vortag ein wenig im hinteren Oberschenkel zog. Ich musste also rechtzeitig auf eventuelle Signale des Körpers achten.

Angenehm an diesem Lauf ist der Start um 12 Uhr. Somit muss man sich morgens nicht stressen und kann sogar noch mit der Familie frühstücken. Start und Ziel ist bei der Grundschule, deren Räumlichkeiten für die Startnummerausgabe und der Flur als Umkleide genutzt werden. Da der Lauf zum 10. Mal stattfindet, gibt es für die Teilnehmer, die keinen Lauf versäumt haben, eine goldene Startnummer, sowie ein schönes Jubiläums-Shirt. Tolle Sache!

Ich holte also meine Startnummer und zog mich um. Als Schuh wählte ich den Cloudflyer von On. Ich war neugierig, wie er sich bei einem Wettkampf läuft. Da ich keine großen Ambitionen hatte, konnte ich das mal ausprobieren. Danach bis zum Start ein wenig Warmlaufen und im Startblock nach Bauchgefühl einordnen. Die Zeit wurde zwar mittels Startnummer-Chip gemessen, allerdings brutto. Sprich: Startzeit war für alle gleich, egal wo man im Startblock stand. Es galt sich fair nach Leistung einzuordnen. Sowas gelingt mir inzwischen richtig gut.

Der Lauf
Um 12 Uhr fällt der Startschuss und ich versuche nicht zu überpacen. Irgendwo zwischen 4:20 und 4:30 laufen, das wäre echt ok. Nach einem Kilometer meldet sich mein Forerunner. 4:22, das ist genau richtig. Den zweiten Kilometer laufe ich dann allerdings etwas übermotiviert in 4:15. Ich bremse mich wieder ein und laufe Kilometer 3 und 4 in 4:25 und 4:27. Kurz vor der 5km-Markierung piept mein FR630 und zeigt 21:55 an. Ist eine Sub44 vielleicht doch möglich?

Das Rennen war bis dahin nicht einfach. Zum Rhein geht es dreimal kurz und knackig etwas rauf und runter. Tempo muss ich größtenteils alleine machen. Ein Läufer genießt doch tatsächlich fast die ganze Zeit meinen Windschatten! Wie ich sowas leiden kann. In der Gruppe wechselt man sich ab, wenn man merkt, dass man leistungsmäßig unterwegs ist. Aber Ärgern hilft nicht und daher versuche ich mein Ding durchzuziehen.

Vom Rhein zurück in Richtung Feld geht es über einen Damm. Solche kleine Steigungen können einen schnell aus dem Rhythmus bringen und angenehm sind sie bei dem Tempo eh nicht. Mit 4:28 ist Kilometer 6 aber noch ok. Abwärts ziehe ich das Tempo kurz an, um mich vom Windschattenläufer ein wenig zu distanzieren. Aber schon habe ich den nächsten Läufer im Nacken. Vor mir ist allerdings kaum noch jemand, an den ich mich „heransaugen“ kann. Dennoch sind Kilometer 7 und 8 mit 4:25 ganz gut, aber die letzten zwei Kilometer werden hart.

Die letzten zwei, drei Kilometer haben Kraft gekostet und so ist Kilometer 9 mit 4:30 dann der langsamste. Einbrechen werde ich nicht, aber zulegen kann ich leider auch nicht mehr viel. Ich möchte wegen meines Oberschenkels zudem nichts unnötig riskieren. Aber eine Zeit unter 44:30 sollte es werden. Kilometer 10 laufe ich in 4:19 und komme nach 44:26 ins Ziel.

Im Ziel
Ich wurde kurz vor dem Ziel noch von einem Läufer überholt, der wie aus dem Nichts kam. Der Windschattenläufer war echt so frech? Ich hatte einen Hals und sagte zu ihm „Na, wie ist es, das komplette Rennen in meinem Windschatten zu laufen?“. Der Läufer war total perplex und meinte, dass er das nicht war. Und tatsächlich, er hatte nur ähnliche Klamotten an. Ich entschuldigte mich und erklärte ihm meinen Unmut. Sorry nochmal, Läufer mit der Startnummer 762. Der eigentliche „Übeltäter“ kam kurz nach uns ins Ziel. Aber ich sprach ihn nicht mehr darauf an. Abhaken.

Große Kuchenauswahl beim Heini-Langlotz-Lauf BrühlIch lief noch etwas aus, zog mich um und ließ mir ein paar Stück Kuchen für meine Familie einpacken. Der moderne Jäger muss ja schließlich die Beute nach Hause bringen. 😉 Die Auswahl war echt groß und mit 1 Euro pro Stück auch nicht teuer. Die nette Dame gab mir sogar ein Extrastück gratis mit. Ich mag den Heini-Langlotz-Lauf.
 

Fazit:
Mit der Zeit bin ich soweit zufrieden. Klar, zwei Minuten über der PB ist nicht der Hit, aber immerhin schon mal eine Minute schneller als noch beim Prom’Classic Nizza im Januar. Hinzu kommt, dass mein Gewicht aktuell alles andere als wettkampftauglich ist. Ich lief das rennen Recht konstant, brach nicht ein und konnte es trotz leichter Oberschenkelprobleme verletzungsfrei beenden. Darauf lässt sich aufbauen. Der nächste Wettkampf (wieder ein 10er) ist am 9. April in Ladenburg. mal sehen, ob ich mich da schon etwas steigern kann.

4 Kommentare zu “Bericht: 10. Heini-Langlotz-Lauf Brühl

  1. Marco

    Du machst dir Gedanken über Läufer die im Windschatten laufen?
    Also wenn nicht richtiger Gegenwind ist, ist es für uns Hobby-Läufer doch unerheblich ob wir einen oder zwei Meter hinter jemanden laufen.
    Nervt mich so ein Typ nehme ich kurz das Tempo raus und er wird komplett ausgebremst. Was glaubst du wie schnelle diese Läufer dich dann überholen. 🙂

    Glückwunsch zum tollen Lauf.

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Oh, ich finde schon, dass das was ausmacht. Es ist ja nicht nur der Windschatten, sonder auch das Tempomachen. Es läuft sich leichter, wenn vor mir jemand das Tempo vorgibt und ich mich einfach dranhänge. Nehme ich das Tempo raus, bringe ich mich selbst aus dem Rhythmus und verschenke zudem ein paar Sekunden.

  2. Daniel - Startnummer 762

    Hi – ich habe zufällig deinen Bericht vom 9. Heini-Langlotz-Lauf als „Vorbereitung“ für meinen Start in Brühl gelesen. Jetzt bin ich sogar in deinem aktuellen Bericht persönlich erwähnt…. 😉
    Vielleicht sehen wir uns am Samstag in Ladenburg!
    Viele Grüße aus Tirol!
    Daniel

    1. Brennr.de Autor des Beitrags

      Hallo Daniel!
      Freut mich sehr, dass Du mir das nicht übelgenommen hast. Und schön auch, dass Du mich in Ladenburg angesprochen hast. Bei Dir lief es ja deutlich besser, als bei mir. Ich hätte Deinen Windschatten gebrauchen können. Aber Du bist mir schon auf der ersten Runde zu weit enteilt. Bei mir ging nichts, als hätte jemand den Stecker gezogen. Glückwunsch zur guten Zeit! Die Strecke war nicht einfach.

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