Bericht „Heidelberg Halbmarathon 2016“

Am 24. April fand der 35. SAS Halbmarathon Heidelberg statt und ich war natürlich wieder dabei. Dies war inzwischen bereits meine siebte Teilnahme und sie hat sich gelohnt. Auch wenn ich die Strecke inzwischen fast im Schlaf laufen könnte, die Vorfreude ist jedesmal riesig. Vielleicht auch gerade weil ich weiß, was mich erwartet. Ein anspruchsvoller und wunderschöner Halbmarathon, der sehr abwechslungsreich und kurzweilig ist. Dieses Jahr hatte ich beschlossen, den Lauf ohne Zeitdruck zu genießen und mit einer kleinen Digitalkamera festzuhalten. In den Vorjahren habe ich immer sehr viel geschrieben. Dieses Mal lasse ich mehr die Bilder sprechen.

Heidelberg Halbmarathon 2016Vor dem Lauf
Die Anreise erfolgte mit der S-Bahn, was recht entspannt und stressfrei war. Keine Parkplatzsuche und weite Fußwege. Am Hauptbahnhof wartete ein Shuttle-Bus, der die Läufer direkt zum Startbereich fuhr. Bei der Startnummerausgabe traf ich mit Andy und Ruslan vom TV Rheinau auch schon gleich die ersten bekannten Gesichter. Wir unterhielten uns ein wenig über unsere geplanten Zielzeiten. Andy stapelte natürlich wieder tief, aber das ahnte ich da schon. Kurz darauf traf ich noch Kim (der spätere 2.) und Manuel (10.) vom „engelhorn sports Running Team“, die ich beide vom Jungfrau Marathon 2014 kenne. Ich wünschte ihnen beide viel Erfolg und war auf deren Abschneiden gespannt.

Dann war es aber Zeit, mich umzuziehen. Möglich war das in einer angrenzenden Realschule, wo man auch die Tasche abgeben konnte. Ich musste eine Weile überlegen, was ich anzog, denn das Wetter war nicht ganz einfach einzuschätzen. Es schien im Gegensatz zu den Tagen davor tatsächlich die Sonne, aber die Temperaturen waren vielleicht gerade einmal bei 4-5 Grad. Ich entschied mich für kurze Hose (hatte eh nur diese dabei), Funktions-Tank, kurzes Shirt und Armlinge. Es stellte sich später heraus, dass diese Wahl genau richtig war. Mit den Jahren entwickelt man dafür ein Gespür. Tasche abgegeben und dann etwas Warmlaufen, bevor es dann zum Startblock ging.

Der Lauf
Um 9:15 Uhr fiel der Startschuss für die erste Gruppe. Ich war dann fünf Minuten später dran. Weiß gar nicht mehr genau, mit welcher geplanten Zielzeit ich mich angemeldet hatte. Ich denke, so um die 1:50. Das war letztendlich auch eine realistische Zeit. Da ich aber unterwegs Fotos machen wollte, hatte ich mich etwas weiter hinten eingereiht. Ich wollte niemandem im Weg stehen oder stören. Das war mir durchaus wichtig. Der erste Kilometer führte zur Fußgängerzone in der Altstadt, wo es dann weiter zur bekannten „Alten Brücke“ ging. Das erste kleine Highlight der Strecke.

Über die Brücke auf die andere Neckarseite und dort entlang in Richtung Neuenheim, wo eine kleine Schleife zu laufen war. Auf einem kurzen Abschnitt begegnete ich so schnelleren bzw. langsameren Läufern. Bis hierhin war alles noch recht entspannt. Doch ab Kilometer 7 sollte sich das ändern. Dann ging es den Philosophenweg hoch.

Viele wechselten hier bereits vor Schreck ins Gehen über, aber ich weiß mittlerweile, dass man einfach nur etwas langsamer weiterlaufen muss. So klappt der Aufstieg recht gut.

Belohnt wurde ich erneut mit einem tollen Blick auf die Heidelberger Altstadt, den Neckar und das Schloss. Dafür bewältigt man gerne die Höhenmeter!

Kurz darauf ging es bei leichtem Gefälle in den Wald, wo es auch gleich recht kühl wurde. Plötzlich tippte mir jemand von hinten auf die Schulter. Es war schon wieder Daniel, den ich in Brühl kurz „kennenlernte“ und danach auch noch in Ladenburg traf. Er meinte, beim nächsten Mal müssten wir ein Bier zusammen trinken. Sehr gerne! Doch dieses Mal war er etwas ambitionierter als ich unterwegs und ich wünschte ihm noch viel Spaß.

Im Wald war der Boden noch nass vom Regen in der Nacht zuvor, aber richtig rutschig war es nicht. Ok, ich war abwärts auch nicht ganz so flott wie sonst, aber die Bedingungen waren dennoch gut. Lediglich in den Kurven musste man ein wenig aufpassen.

So langsam näherte ich mich an die nächste fiese Stelle. Man läuft lange Zeit abwärts und dann kommt um die Ecke plötzlich ein echt gemeiner Anstieg. Aber ich wusste ja, was kam und deswegen war ich darauf vorbereitet. Dennoch mussten die Höhenmeter bewältigt werden. Der Anstieg endete an einer Versorgungsstelle und von da an ging es erst einmal nur noch bergab.

In Ziegelhausen wurde ein Teil der Straße neu asphaltiert und wurde gerade noch rechtzeitig fertig. Der Grip war perfekt. Dann ging es über die Brücke wieder auf die ursprüngliche Neckarseite. Am Ende der Brücke spielten die Guggenmusiker unermüdlich und machten super Stimmung. Die Strecke führte weiter an der Straße entlang in Richtung Heidelberg.

Nun kam die nächste fiese Stelle. Es ging richtig steil hoch. Eine Stelle mit Spitzkehre bringt mich jedes Mal zum Überlegen, ob ich weiterlaufen oder doch besser gehen soll. Von der Geschwindigkeit macht das auf diesem kurzen Abschnitt echt keinen Unterschied. Dieses Mal bin ich gegangen. Spätestens hier merkt man, ob man gezielt dafür trainiert hat oder nicht. Hatte ich nicht.

Bis zum Schloss zog es sich noch eine Weile, bevor es dann final bergab in die Altstadt zum Ziel ging. Auch hier gab ich nicht Vollgas, sondern ließ es einfach rollen. Ich wollte keine unnötige Verletzung riskieren und die Zeit war ja eh sekundär. In der Altstadt angekommen, ging es dann auf Kopfsteinpflaster die Fußgängerzone entlang und ich sah sogar eine Schneeflocke. Die Zuschaueranzahl nahm immer mehr zu und am Ziel war super Stimmung. Bei 1:52:11 lief ich über die Ziellinie. Als Foto-Tourist ganz ok.

Nach dem Lauf
Leider stand ich dann wie immer etwas verloren im Zielbereich. Mir fehlte einfach die Medaille. Stattdessen konnte ich mir eine Probepackung Spülmaschinen-Tabs nehmen. Manche Läufer waren leider so gierig, dass sie gleich einen ganzen Karton nahmen und für spätere Finisher gar nichts mehr da war. Als Versorgung gab es Iso, Wasser, Banane, Hefekuchen und heiße Suppe. Letzteres tat verdammt gut.

Im Zielbereich traf ich noch Annkathrin und Katrin, sowie später auch noch Kim, der bereits entspannt sein Ergebnis in den sozialen Medien postete. Ich gratulierte ihm kurz, machte mich dann aber zeitnah auf den Weg zur Umkleide, da es verdammt kalt war. Dort traf ich dann nochmal Ruslan. Er lief starke 1:36 und Andy sogar nur 1:28! Unglaublich, der Junge! So viel zum Thema „locker“. 😉 Ich zog mich um und lief zur Straßenbahn. Leider musste ich da länger warten, als gedacht. Zuhause angekommen habe ich erste einmal heiß geduscht und etwas gegessen. Gerne hätte ich den Rest des Tages auf der Couch verbracht, aber Frau und Kinder hatten da andere Vorstellungen. 😉

Fazit:
Meine siebte Teilnahme am Heidelberger Halbmarathon war mal wieder verdammt schön. Dieser Lauf hat einfach was. Und wenn man dann noch Glück mit dem Wetter hat, was will man mehr? Hm, eine Medaille wäre nicht schlecht. Nein, sie ist meiner Meinung nach sogar zwingend erforderlich! Dieser Halbmarathon zählt zurecht zu den schönsten in Deutschland, daher hat er auch eine Medaille verdient. Und nicht nur er, sondern auch die Teilnehmer. Solch eine schöne Stadt, diese tolle Aussicht und dieses anspruchsvolle Streckenprofil – das sollten die Finisher in Form einer schönen Medaille im Ziel als Erinnerung um den Hals gehängt bekommen.

Mit meiner Zeit bin ich soweit zufrieden. Es lief besser, als gedacht. Ohne Fotopausen und mit mehr Tempo auf den Abwärtspassagen wäre eine Zeit unter 1:50 wohl drin gewesen. Aber auf eine bestimmte Zeit war ich ja nicht aus und somit ist das ok. Einen schöneren Trainingslauf kann man nicht haben. Bis zum nächsten Jahr. Und dann hoffentlich mit Medaille. 😉

4 Kommentare zu “Bericht „Heidelberg Halbmarathon 2016“

  1. Marek

    Landschaftlich sehr reizvoll da! Hast du doch ziemlich entspannt gerockt und auch ein paar schöne Fotos gemacht. Spülmaschinen-Tabs habe ich auch noch nie im Ziel bekommen. Nächstes Mal dann Klarspüler!

  2. Markus

    Wow, echt wunderschön. Bin mal nach Heidelberg geradelt und entsprechend dann n halben Tag dort verbracht – schön hatte ich es ja in Erinnerung – aber so schön? Danke für die Eindrücke!

  3. Patrick

    Toller Bericht und schöne Bilder. Das sieht wirklich nach einem sehr schönen Lauf aus (auch wenn die Sache mit der Medaille natürlich doof ist). Ich glaube, den Heidelberger HM peile ich nächstes Jahr auch mal an.

    Grüße
    Patrick.

  4. Maren

    Wow schöne Fotos und ein lesenswerter Bericht. Spiele ja auch schon länger mit dem Gedanken an einen Halbmarathon, auch wenn das hier in Berlin sicherlich landschaftlich längst nicht hergibt was deine Fotos zeigen 🙂 Aber deine Zeiten finde ich schon recht ordentlich, auch ohne Medaille. Deine Kleidung sieht recht luftig aus, und du sprichst die Temperatur ja auch an, trägst Du nix isolierendes, oder sieht das nur so aus ?

    lg

    Maren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: