Bericht „Badenmarathon 2010“

Badenmarathon 2010Letzten Sonntag nahm ich am Badenmarathon in Karlsruhe teil, wo ich für die halbe Distanz an den Start ging. Vor drei Monaten war noch mein Ziel, neue Bestzeit zu laufen. Doch von diesem Wunschdenken hatte ich mich schnell verabschiedet, da dies mit meinem aktuellen Gewicht nicht machbar ist. Doch ich hatte mich nunmal angemeldet und hatte zudem Lust auf einen Wettkampf. Und so nahm ich ohne großen Zielzeitdruck am Lauf teil, was sich als eine sehr gute Entscheidung herausstellte. Hier nun mein Laufbericht.

Der Tag zuvor:
Da ich mit meiner Frau Freitags beim Auftritt von Bülent Ceylan in Mannheim war (einfach nur genial!), übernachtete mein Sohn bei meinen Eltern. Am Samstag Mittag holte ich ihn daher ab und wir fuhren nach Karlsruhe, um meine Startunterlagen zu holen. Ich wäre gerne noch eine Weile auf der Marathonmesse geblieben, doch mein Junior war leider nicht ganz so geduldig. Verständlich, denn wir wollten gemeinsam zum Familientag im Luisenpark, was wir dann auch taten. Dieser war richtig schön und gegen 19:30 waren wir wiede rzu Hause. Dann gab es Nudeln mit einer leichten Tomatensoße und anschließend schaute ich noch „Schlag den Raab“ (wie auch schon 2008). Ich schrieb eine kurze Checkliste und ging Schlafen.

Nach dem Aufstehen:
Der Wettkampftag begann bereits mit viel Glück. Zwar stellte ich am Handy den Wecker, doch ich hatte es auf lautlos und hörte ihn daher nicht. Aber meine innere Uhr weckte mich zum Glück noch rechtzeitig auf (6:50). An Wettkämpfen wache ich meist ein paar Minuten vor dem Klingeln des Weckers auf. Ich aß eine Scheibe Brot mit Nutella (damit ich nicht kurz vor Zielo in das 11-Uhr-Loch falle) und richtete anschließend meine Sachen zusammen, die ich auf der Checkliste stehen hatte. Dann klappte der für meine Psyche so wichtige morgentliche Stuhlgang vor dem Wettkampf nicht. Doch ich hatte keine Zeit, noch länger zu warten und musste los. Kurz nach 7:30 fuhr ich los nach Karlsruhe.

Die Anreise:
Während der Fahrt freute ich mich zwar einerseits über das tolle Wetter, doch andererseits machte mir mein Bauch ein wenig zu schaffen. Ich beschloss spontan an einer Raststätte zu halten, um auf Toilette zu gehen. Mit Erfolg. Mein Psyche war gerettet. In Karlsruhe angekommen, suchte ich sogleich die Starße auf, in der ich bisher immer parkte. Auch dieses Mal fand ich sofort einen Parkplatz.

Vor dem Start:
Ich zog mich im Auto um und musste mich noch entscheiden, mit welchen Schuhen ich laufen wollte. Ich hatte zwei Paar dabei; ein schnelles und ein komfortables. Ich entschied mich für das Letztere, da ich wusste, dass eh keine Bestzeit möglich sein würde. Noch schnell den ChampionChip dran und die Startnummer am Shirt befestigen, wofür ich zum ersten Mal die Magnete von FlexPoints verwendete (hierzu demnächst ein kurzer Testbericht). Anschließend trank ich noch ein paar Schluck Wasser, schloss mein Auto ab und machte mich auf den Weg Richtung Start. Da es bereits 8:45 war, nutzte ich den Weg zum Start und lief mich warm.

Der Start:
Im Startblog „C“ (unter zwei bzw. vier Stunden) ordnete ich mich ein und wartete noch fünf Minuten bis zum Startschuss. Dieser fiel punktlich um 9:00. Doch ich musste mich noch ein paar Minuten gedulden, bis es über die Startlinie ging. Ich war trotz meiner Skepsis bezüglich meines Leistungsvermögens voller Vorfreude. Die Stimmung steckte mich einfach an. Die Masse lief los und ich startete meine Forerunner, als ich die Zeitnahmematte überlief. Ich ging es nicht zu schnell an und lief die ersten drei Kilometer in einem Schnitt von 5’35“-5’40“. Perfekt für eine Zielzeit von unter zwei Stunden.

Der Lauf:
In letzter Zeit hatte ich öfter mal nach den ersten Kilometern Probleme mit der unteren Wadenmuskulatur. Doch dieses Mal war alles ok und ich konnte mein Tempo halten. Die Strecke kannte ich zwar bereits von meinen beiden Läufen in den Jahren zuvor, doch die Attraktionen (Musiker, Cheerleader, Tänzer) sind immer wieder toll und heben die Stimmung. Zu Beginn entdeckte ich völlig überraschend meinen Kumpel mit seiner Freundin am Straßenrand, der extra kam und mich anfeuerte. Fand ich echt klasse. Bei Kilometer 8 nahm ich dann meinen ersten Gel-Chip zu mir. Bis Kilometer 10 war noch immer alles ok, auch wenn die Unterführungen und Brücken ein wenig nervten. Aber sowas lässt sich bei einem Stadtmarathon wohl kaum vermeiden. Dennoch lief ich sehr konstant und konnte mir bereits einen kleinen Zeitpuffer herauslaufen. Ich wurde in der zweiten Hälfte unbewusst schneller. Als ich es bemerkte, behielt ich das Tempo bei, da ich mich weiter gut fühlte. Entweder ich kann es halten oder ich greife zur Not auf meinen bereits erlaufenen Zeitpuffer zurück. Bei Kilometer 16 nahm ich dann den zweiten Gel-Chip ein und versuchte weiterhin mein Tempo zu halten. Ich wusste, dass ich nicht schneller laufen durfte, wenn ich es bis ins Ziel durchziehen wollte. Mehr war an diesem Tag einfach nicht drin. Aber es war dennoch deutlich mehr, als ich mir erhofft hatte. Ab Kilometer 18 spürte ich dann so langsam meine Beine, ließ es mir aber nicht nehmen, über die UNICEF-Spendenmatte zu laufen, wodurch mir 3€ als Spende für UNICEF abgebucht wurden. Bei Kilometer 19 kam noch einmal eine kleine Unterführung und das Bergauflaufen fiel mir nicht mehr ganz so einfach. Ab da musste ich ein wenig kämpfen. Erst einen halben Kilometer vorm Ziel konnte ich nochmal meine letzten Kräfte sammeln und etwas schneller werden, was sicher auch an der Atmospäre vor und im Stadion lag. Der Zieleinlauf hatte einen Hauch von Olympia. Man läuft ins Stadion rein, direkt auf die Laufbahn, hat auf der rechten Seite die Tribüne mit den Zuschauern und links die Läufer, die bereits im Ziel sind. Ich schaute noch zu den Zuschauern, ob ich jemand kenne, aber entdeckte niemanden. Die letzten hundert Meter gab ich dann nochmal etwas Gas und überquerte, wohlwissend meiner gelaufenen Zeit (1:56’39“), zufrieden die Ziellinie und nahm meine Medaille entgegen.

Im Ziel:
Direkt nach dem Ziel beginnt der „Runner’s Heaven“, einem Versorgungsbereich für die Läufer. Es gab isotonische Getränke, Fruchtschorle, Kakao, alkoholfreies Bier, Wasser, sowie Brezel, Einback und Obst. Auf dem Stadionrasen ließen sich viele Läufer nieder und es waren vereinzelt Sonnenschirme aufgestellt. Ich fand es sehr angenehm, mich nach dem Lauf hinlegen und die Beine lockern zu können. Ich lief dann noch eine Weile umher und suchte Benjamin (run4miles), da er auch teilgenommen hatte. Nachdem ich ihn leider nicht finden konnte, machte ich mich auf den Weg zum Auto und fuhr nach Hause.

Nach dem Lauf:
Zu Hause angekommen, stellte ich fest, dass meine rechte Brustwarze blutete, was ich aber während des Laufs nicht spürte. Dann duschte ich mich und legte mich anschließend auf die Couch. Meine Beine fühlten sich war noch gut an, doch es tat einfach gut, mal etwas runterzukommen. Nebenbei lud ich die Daten meiner Forerunner auf den PC und stellte eine Abweichung von 150 Metern fest. Noch im akzeptablen Bereich, würde ich sagen. Dafür stimmte meine gestoppte Zeit auf die Sekunde mit der offiziellen Netto-Zielzeit (1:56’39“) überein. Beinahe wäre ich auf der Couch eingeschlafen, doch ich konnte mich dann doch noch aufraffen, etwas mit meiner Familie im Freien zu unternehmen. Das Wetter war an diesem Tag einfach zu schön.

Der Tag danach:
Ich ging eigentlich davon aus, dass ich den Lauf am nächsten Tag in den Beinen spüren würde. Doch diese fühlten sich weiterhin ganz gut an. Lediglich an den Innenseiten der Oberschenkel verspürte ich leichte Schmerzen, da ich mich dort ein wenig wund lief. Hinzu kommen noch zwei kleine Blasen auf den Fußinnenseiten, seitlich hinter den großen Ballen. Beim Laufen spürte ich diese nicht. Muss mal die Schuhe an dieser Stelle begutachten, denn an beiden Füßen an der gleichen Stelle ist etwas auffällig. Ansonsten ging es mir super.

Fazit:
Die Teilnahme am Badenmarathon war wie schon die beiden Male zuvor ein voller Erfolg. Das Wetter war kaiserlich, die Stimmung gut und mein Ergebnis mehr als zufriedenstellend. Der Lauf ist gut organisiert und der Veranstalter nimmt sich Kritik zu Herzen. Im Nachhinein ärgere ich mich ehrlich gesagt sogar ein wenig, dass ich nicht im Vorfeld mein Gewicht reduzieren konnte. Die Bedingungen waren einfach perfekt für einen Angriff auf die Bestzeit. Dann eben beim nächsten Mal.

PS: Die Marathonengel konnte ich leider nicht sehen, da ich ja nur den Halbmarathon lief. Aber es waren laut Presse für 130 Läufer welche im Einsatz und störten anscheinend niemanden. Laut Internet kam diese Idee zudem sehr gut an. Schön, dass es keine Probleme gab.

Bilder:
Zieleinlauf Badenmarathon 2010
 
 
 
 
 

14 Kommentare zu “Bericht „Badenmarathon 2010“

  1. Simon

    Glückwunsch und danke für den sehr persönlichen Bericht.
    Schön, dass alles zur Zufriedenheit verlief.
    Da wird es mir in wenigen Tagen wesentlich schwerer fallen, überhaupt ins Ziel zu kommen.

  2. Mihael Condic

    „Dann klappte der für meine Psyche so wichtige morgentliche Stuhlgang vor dem Wettkampf nicht……“ –>Hahahah, wie witzig 🙂 Mir geh’s nämlich genauso, der Stuhlgang is sogar ENTSCHEIDEND! Wobei ich finde, dass, sobald sich eine gewisse routine und lockerheit vor den läufen einstellt, das mit dem stuhlgang immer problemloser wird.

  3. Evchen

    Glückwunsch und schön, daß Du uns sogar an Deinem Innenleben teilhaben läßt. 😛

    Was Du so gerade mal wegrotzt ohne Training, ist immer noch eine Zeit, für die andere monatelang strampeln müssen. Und für den nächsten kannst Du ja fleißig trainieren. 🙂

    Mit Deiner Vergangenheitsform im Schreiben komme ich immer noch nicht klar. *wirr*

  4. RunningDan

    Glückwunsch auch von mir zu deinem Lauf. Das Event scheint auch sehr gut organisiert gewesen zu sein und mir gefällt vor allem die Idee mit der UNICEF-Spendenmatte.

  5. Andreas

    Auch von mir Glückwunsch! Mal sehen, vielleicht komme ich Nordlicht ja auch mal nach Karlsruhe zum Marathon, wir haben Freunde in der Stadt… 😉

  6. Björn

    Glückwunsch und danke für den Bericht. Ich war auch da. Nur eine Weile hinter Dir 😉 Wer noch nicht in KA gelaufen ist, sollte das nächstes Jahr unbedingt nachholen.

    Ich bin auf den Erfahrungsbericht zu den Magneten von FlexPoints gespannt. Die haben wir auf der Messe auch gesehen und etwas skeptisch begutachtet.

  7. MischoK

    Glückwunsch zur erfolgreichen psychologischen Vorbereitung und natürlich dem offensichtlich äußerst positiven Wettkampftag überhaupt. 😉

  8. Eddy

    Herzlichen Glückwunsch Du dieser tollen Leistung! Das hast Du bestimmt deshalb geschafft, weil Du Dich im Vorfeld nicht unter Druck gesetzt hast und völlig „frei“ gelaufen bist.

    Apropos „Druck“: davon hättest Du ruhig etwas weniger berichten dürfen, wenn Du verstehst, was ich meine *zwinker*

    Und: neidisch bin ich auf Deinen Besuch bei Bülent Ceylan – ein wirklich toller Mann, den ich auch gerne mal live erleben möchte 🙂

    Schönes Wochenende wünsch ich Dir!

  9. schdef

    Auch von mir ein Glückwunsch. Für mich war letztes Wochenende mein 1. Halbmarathon dran und die 2h Marke is noch ein bissl weg, aber ich denke nächstes Jahr wird das schon. Mich würd interessieren was das für „Gel-Chip“ Dinger sind die du da genommen hast?

    Gruß
    Stefan

  10. Brennr Autor des Beitrags

    @Chris: Danke. Zufriedenheit im Ziel ist einfach genial. 😀

    @Simon: Ach quatsch. Wer es auf den Gipfel des Kilimanjaros schafft, der schafft es auch bei einem HM ins Ziel. 🙂

    @Mihael Condic: Schön, dass es nicht nur mir so geht. Dieser Faktor ist nicht ganz unbedeutend. Als alter Fußballer weißt Du ja, was Paule damals gesagt hat: „Alle hatten die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig.“ 😆

    @Evchen: Das mit der Vergangenheitsform werde ich beim nächsten Bericht mal ändern. Ich glaube, das liest sich im Präsens tatsächlich besser.
    PS: Der nächste HM kommt nächstes Jahr. Mein Ziel verrate ich jedoch nicht. 😛

    @RunningDan: Das mit der Spendenmatte fand ich auch eine gute Idee. Insgesamt liefen 2.880 Läuferinnen und Läufer darüber.

    @Andreas: Falls Du kommst, sag Bescheid. Dann trinken wir im Runner’s Heaven zusammen ein Bier. 🙂

    @Laufen mit Willi: Danke! Stolz zwar nicht unbedingt (da gehört mehr dazu), aber zufrieden auf alle Fälle.

    @Björn: Der Bericht zu den FlexPoints ist in Arbeit. Muss nur noch ein paar Bilder machen.

    @MischoK: Danke. Glaub mir, für meine Psyche war das echt wichtig. 😉

    @Eddy: Dankeschön. Weniger berichten wollte ich bewusst nicht, denn auch sowas gehört zu einem Lauf dazu. Den Bülent musst Du Dir unbedingt mal live anschauen. Der Hammer!

    @schdef: Die Gel-Chips sind von ULTRA SPORTS. Hier habe ich mal darüber berichtet.

  11. Supermario

    Glückwunsch! Schöner Lauf und schöner Bericht! Aber Mensch – mit 10-12kg weniger könntest Du doch locker die 1:45h knacken! 😉 Morgen geht hier bei uns in Köln die Post ab! 😈

    Grüße aus Kölle
    Mario

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